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Konsequenzen

von nono2312
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Angst / P12 / Gen
Anthony "Tony" DiNozzo Leroy "Jethro" Gibbs Timothy "Tim" McGee Ziva David
01.10.2021
26.11.2021
24
38.576
7
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Dieses Kapitel
1 Review
 
 
01.10.2021 1.117
 
Washington, DC
Oktober 2010


Mit Mühe hielt ich meine Augen offen und starrte angestrengt in den Computer. Immer wieder fielen mir die Augen müde zu, welche ich mit aller Anstrengung versuchte offen zu halten. Schüchtern blickte ich zu Ziva, die auf ihre Tastatur hämmerte, mich aber keines Blickes würdigte. Leicht grinsend widmete ich mich Gibbs, der meine Müdigkeit hoffentlich nicht enttarnt hatte. Erleichtert erkannte ich, dass er sich völlig konzentriert mit seinem neuen Handy auseinandersetzte und die Bedienungsanleitung durchlies.
Erneut fielen meine Augen widerwillig zu und ich entschied mich, mir einen Kaffee zu holen. Mit aller Kraft stützte ich mich mit meinen Händen am Schreibtisch und schoss langsam in die Höhe. Kurze Zeit blieb ich noch so stehen und tat so, als ob ich noch etwas durchlesen würde an meinem Computer. Immerhin musste ich schräge Blicke vermeiden, weshalb ich mich so komisch aufführte. Angespannt aber gelassen machte ich mich auf den Weg zum Fahrstuhl, als mein Handyklingelton mich aus meinem Halbschlaf weckte.
«Special Agent Tony DiNozzo?», meldete ich mich wie gewohnt und drückte auf die Aufzugstaste, um den Lift zu bestellen.
Am anderen Ende hörte ich nur lautes Schnaufen, bis sich eine tiefe, mir unbekannte Stimme zu Wort meldete.
«Hallo DiNozzo.», zischte der fremde Mann. «Erkennst du meine Stimme?»
Kurz überlegte ich, entschied mich aber dagegen, lange Spielchen zu treiben und wurde direkt.
«Wer sind Sie und was wollen Sie?» Genervt hielt ich die Aufzugstür auf, damit ich nach Ende des Telefonats nicht nochmals warten musste.
Tiefes Lachen ertönte an meinem Ohr, woraufhin ich mein Handy etwas entfernte. Durch die Müdigkeit war ich nicht nur deutlich gereizter, sondern konnte helles Licht und laute Geräusche weniger ertragen.
«Du erkennst mich wohl wirklich nicht, Tony. Das macht nichts, du wirst dich schon noch an mich erinnern.»
Es verstrichen einige Sekunden, in denen der Mann eine Pause einlegte.
«Pass lieber gut auf dich auf. Es laufen viele gefährliche Menschen in dieser Stadt frei herum. Und du wirst dich schon bald nicht mehr sicher fühlen, Special Agent Anthony DiNozzo.»
Die Stimme des Mannes an der anderen Leitung klang drohend, was mich leicht verunsicherte.
In den letzten Wochen erhielt ich dutzende Drohbriefe und auch Anrufe, jedoch wurde nie ein Wort gesagt. Das der Unbekannte nun weiterging, hatte nichts Gutes zu heissen. Dennoch konnte ich die Stimme nicht zuordnen und wollte meine Arbeitskollegen nicht beunruhigen. Immerhin machte ich mir bislang auch nicht wirklich Sorgen. Meine Kollegen waren sowieso schon genervt von mir und ich wollte mehr auf Abstand gehen.
«Rufen Sie mich nicht mehr an.», erwiderte ich zermürbt und klappte mein Handy zu. Doch noch bevor die Aufzugstür zuging, klingelte es erneut.
«Was zur Hölle wollen Sie von mir?» Mit wütender Stimme nahm ich den Anruf entgegen.
«Tony? Ich bin’s Ziva.» Ihre Stimme klang verwundert und überrascht.
«Was willst du?» Völlig verärgert und gestresst von dem vorherigen Anruf, zischte ich meine Arbeitskollegin wütend an.
«Wo bist du? Wir haben einen neuen Fall.», teilte sie mir angespannt mit und legte direkt auf. Natürlich hatte ich sie verärgert.
Mit schnellen Schritten ging ich zu unserem Abteil zurück und wartete auf Gibbs Anweisungen, auf die man nicht lange warten musste.
«Tony, schön dass du uns auch noch beehrst. Wir fahren nach Arlington, dort wurde ein Petty Officer hinter einer Bar erschossen aufgefunden.»
Gehetzt griff ich nach meinem in der Ecke stehenden Rucksack und joggte den anderen hinterher, die schon in den Lift einstiegen.
Danke fürs Warten, schoss es mir durch den Kopf, aber ich hielt lieber meinen Mund und schluckte meine innere Wut herunter. Immerhin war ich jetzt wach und der Tag würde durch den neuen Fall auch schneller vergehen.
Ich spürte Zivas haftenden Blick auf mir. Es war ihr deutlich anzusehen, dass sie sich Sorgen machte. Kein Wunder, so wie ich an das Telefon ranging…

Immerhin konnte ich mit meinem eigenen Auto zum Tatort fahren, was mir einiges an Fragerei von Ziva ersparte.
Trotz der Aufregung wegen den Drohungen und dem neuen Fall konnte ich kaum meine Augen aufhalten. Ich war völlig übermüdet und hoffte nur noch, dass bald Feierabend war und ich endlich ruhig schlafen konnte.
Als ich am Tatort ankam konnte ich meine Gedanken einfach nicht abschalten und sie umschlangen mich vollständig, sodass ich regungslos vor meinem Auto stand.
Mindestens einmal pro Stunde erhielt ich nachts Anrufe, wobei sich der Anrufer nicht zu Wort meldete und auf meine wütenden Drohungen ebenfalls nicht reagierte. Es klingelte ständig an meiner Wohnungstür, welche ich immer mehr schaffte zu ignorieren. Dennoch weckten mich die Geräusche und die Gedanken liessen mich kaum noch einschlafen. Jedes Mal, wenn ich meine Augen schloss, sah ich sie.

Ein leichter Schlag auf meinem Hinterkopf von Gibbs riss mich aus meinen Gedanken. Als ich mich umsah, stellte ich fest, dass ich noch immer vor dem Auto stand und nicht mal die Tür geschlossen hatte.
Na super Tony!
«Mach Fotos, DiNozzo.», brummte Gibbs mir zu und lief wieder zum abgesperrten Bereich zurück, wo die Leiche des Petty Officers auf dem Bauch lag.
Mit mulmigen Gefühl griff ich nach der Kamera und verfolgte Gibbs eilig. Ziva und McGee hatten sich aufgeteilt und verfolgten eigene Spuren. Gibbs unterhielt sich mit einer Frau, die ich nicht älter als 25 schätzte. Entweder war sie die Besitzerin der Bar oder sie hatte das Mordopfer gefunden und die Polizei alarmiert.
Verwundert sah ich mich um, die Bar kam mir bekannt vor, jedoch konnte ich mich nicht genau erinnern. Aus diesem Grund schoss ich, wie mir befohlen, die Fotos der gefunden Leiche und der wichtigen Hinweisen.
Die Hand des Toten war nach vorne ausgestreckt und wollte nach seinem Handy greifen, welches keine zehn Zentimeter vor ihm lag. Doch es waren eindeutig zehn Zentimeter zu viel.
«Hallo Anthony.», begrüsste mich Ducky fröhlich. «Wen haben wir denn hier?»
«Hey Ducky. Leider kann ich dir noch nichts über ihn sagen.», antwortete ich ihm.
Palmer keuchte laut und stellte mit letzter Kraft sämtliches Gepäck neben der Leiche ab. Lächelnd nickte er mir zu, was ich erwiderte.
«Hm. Zwei Schüsse aus nächster Nähe in den Rücken. Der Mann war innerhalb von wenigen Minuten tot.», stellte Ducky nach kurzer Untersuchung fest. «Hilfst du mir mal, Palmer.»
Mit Palmers Hilfe drehte Ducky die Leiche vorsichtig auf den Rücken, um weitere Verletzungen festzustellen. Währenddessen hatte ich mich abgewendet, um die Gegend zu untersuchen.
«Dieser Mann musste eindeutig unmittelbar vor seinem Tod Prügel einstecken.», hörte ich Ducky noch sagen, bevor ich mich weiter entfernte.
Ich verfolgte eine Blutspur, die am Ende der Gasse abrupt aufhörte, vermutlich ist der Täter hier in ein Auto gestiegen. Nachdem ich sämtliche Fotos gemacht hatte, lief ich zurück zum Opfer.
Ducky hatte die Leiche inzwischen auf den Rücken gedreht, sodass sein Gesicht erkennbar war. Wenige Meter vor der Leiche blieb ich schlagartig stehen.
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