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Whumptober - Will Halstead Edition

von m-j98
SammlungDrama, Schmerz/Trost / P12 / Gen
April Sexton Dr. Connor Rhodes Dr. Ethan Choi Dr. Natalie Mannig Dr. Will Halstead Maggie Lockwood
01.10.2021
22.10.2021
22
27.566
3
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14.10.2021 738
 
14. Nightmare – Albtraum

TW: häusliche Gewalt, Tod (erwähnt)

„MOM? MOM! Lass mich nicht allein! Bitte! MOM!“
Will riss die Augen auf und atmete schwer. Er sah sich um und stellte fest, dass er im Bett lag. Ein Blick auf seinen Wecker zeigte dem Teenager, dass es 02:53 Uhr war. Der 15-jährige setzte sich auf und fuhr sich mit seiner Hand übers Gesicht. Verdammt … Seit dem Tod seiner Mutter hatte Will ständig Albträume. Er stand auf und schlich in die Küche um sich ein Glas Wasser zu holen, die Betonung lag auf Schleichen, denn der rothaarige Junge erinnerte sich nur zu gut an das letzte Mal, bei dem sein Vater ihn nach einem Albtraum in der Küche erwischte.

Will nahm eine Flasche O-Saft aus dem Kühlschrank und füllte sein Glas bis zum Rand. Etwas gedankenverloren nippte der Jugendliche an seinem Glas und stellte die Flasche zurück in den Kühlschrank. Plötzlich hörte Will den Schlüssel in der Haustür, welche daraufhin aufsprang und mit einem lauten Krach gegen die Wand schlug. Pat Halstead torkelte betrunken ins Haus und trat die Tür wieder zu. Als sein Vater in die spärlich beleuchtete Küche stolperte, stockte Will der Atem. „Wass machs‘ du hier, Junge?“, lallte der ältere Mann wütend. Der Teenager seufzte. Eigentlich war es noch etwas zu früh für seinen Vater um von seiner Pokerrunde zurückzukommen, schließlich war es erst halb vier. Oft kam er erst zurück, wenn die Jungs schon in der Schule waren. „Dad, Jay schläft, bitte sei etwas ruhiger …“
Duu has‘ mir gar nich’s zu sagen! Was denks‘ du, wer du bist!?“
Treffsicherer als Will es seinem betrunkenen Vater zugetraut hätte, schlug dieser ihm ins Gesicht. Das Glas, noch halb voll mit Orangensaft, zerschepperte auf den Küchenfliesen und der rothaarige Junge stürzte zu Boden, doch nicht ohne vorher mit dem Kopf auf die Arbeitsfläche zu knallen. Benommen blieb Will ein paar Sekunden regungslos auf dem Boden liegen, Mr. Halstead spottete. „Mach dasss sauber, verstanden! Und verschwinde in dein Zimmer, wenn du fertig bis‘!“ Pat torkelte ins Wohnzimmer und ließ sich auf das Sofa fallen. Dort schlief er seit dem Tod seiner Frau immer. Will begann vom Boden aufzustehen und fasste sich an die Stirn. „Au …“ Er zog seine Hand zurück und sah eine kleine Menge Blut an den Fingerspitzen. Der Teenager seufzte, säuberte dann aber den Fußboden und ging zurück in sein Zimmer.

Etwas verträumt berührte Will die kleine Platzwunde an der Stirn. Sein Vater war nie sehr liebevoll, aber seit dem Tod der zweifachen Mutterwurde es nur noch schlimmer. Der Rotschopf versuchte seinen kleinen Bruder vor all dem zu beschützen und dafür zu sorgen, dass Jay von allem nichts mitbekam. Manchmal hatte Will jedoch das Gefühl sein Bruder wüsste mehr als er sollte.
Nachdem der Teenager sein Glas wieder abgespült hatte, machte er sich auf den Weg zurück in sein Zimmer. Will schlich an Jays Zimmer vorbei, dieser öffnete jedoch plötzlich die Tür. „Verdammt, erschreck mich doch nicht so!“. flüsterte Will, während er sich an die Brust fasste. Jay lächelte. „Entschuldige, ich wollte nur kurz auf Klo gehen. Warum bist du wach?“
„Ich … hab nur ein Glas Wasser getrunken.“ Jay sah seinen großen Bruder abschätzig an. „Hattest du wieder einen Albtraum?“ Will zog seine Augenbrauen hoch. „Wovon redest du?“ Jay machte sich auf den Weg in das Zimmer seines Bruders und setzte sich auf dessen Bett. „Glaubst du, ich kriege das alles nicht mit?“, fragte der Jüngere, nachdem Will die Tür geschlossen hatte. Der Rothaarige setzte sich an seinen Schreibtisch und schaltete die Lampe ein. „Ich …“
„Hast du von Mommy geträumt?“
Will fuhr sich mit der Hand übers Gesicht. „Ja … Ich weiß auch … Sie ist da, aber … dann verschwindet sie einfach und – egal…“
„Ich träume auch manchmal von ihr … ich vermisse sie …“ Der elfjährige schniefte.
„Ich vermisse sie auch … aber denk immer daran –“
„– ‚In meinem Herzen ist sie immer bei mir‘, ja ich weiß …“
Nach ein paar Minuten Schweigen sagte Will schließlich. „Jay, du musst jetzt wieder schlafen gehen, es ist spät, morgen früh kommst du wieder nicht aus dem Bett.“ Die Halstead-Brüder standen auf, doch anstatt zurück in sein Zimmer zu gehen, lief Jay zu seinem großen Bruder und umarmte ihn fest. „Ich weiß, Dad ist nicht so nett zu dir … Und auch, wenn er es dir nicht sagt, ich hab dich ganz doll lieb.“ Will begann zu lächeln und drückte Jay fest an sich. „Ich dich auch, Kleiner.“

TBC: Opioids
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