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Die Farben des Phönix

von Ancarda
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Romance / P18 / Het
Ben Beckman der Rote Shanks Marco der Phoenix Puma D. Ace / Gol D. Ace Thatch Whitebeard alias Edward Newgate
01.10.2021
04.08.2022
32
211.000
179
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465 Reviews
Dieses Kapitel
22 Reviews
 
 
01.10.2021 2.343
 
Einen fabulös-fantastischen guten Morgen alle zusammen!!

…und ein ganz herzliches Willkommen an alle alten und vielleicht neuen Leser zum zweiten Teil von Junies Geschichte!

Sooo viel ist in „Das Feuer des Lebens“ passiert… erinnert ihr euch noch an das vierzehnjährige Straßenmädchen aus Curious, das von den Whitebeards adoptiert wurde? An ihr Älterwerden auf der Moby Dick, ihre wachsenden, heimlichen Gefühle für Marco… oder wie sie den geplanten Hinterhalt gegen ihre Familie aufgedeckt hat, die anschließende Seeschlacht und ihre Begegnung mit dem Teufelsfruchtnutzer in ihren Kopf? Und dann ihre Soloreise mit ihrer besten Freundin Yanna, der unerwarteten Begegnung mit den Rothaarpiraten und ihrem leiblichen Vater Ben Beckmann, der sie nicht nur als Tochter angenommen hat, sondern sie auch auf dem Weg durch ihre schreckliche Vergangenheit begleitet und sie anschließen sogar monatelang auf der Gaunerinsel „Worlds Ass“ trainiert hat?

Wahnsinn… ich kanns selber kaum fassen, was für Dimension diese eigentlich relativ klein geplante FanFiction angenommen hat. Irgendwie wurde das zum Selbstläufer… und zwar hauptsächlich dank der überwältigenden Unterstützung meiner Leser. Was gibt einem mehr Motivation zu schreiben als so viel Begeisterung? :D
Unsere „Kleine“ ist jetzt auf jeden Fall schon zwanzig Jahre alt, sprich sie war nun zwei Jahre allein unterwegs und kehrt jetzt endlich nach Hause zurück.

Ich habs ja schon mal angekündigt, aber ich weise trotzdem nochmal explizit drauf hin:
Das Raiting dieser FF hat sich von P16 auf P18 erhöht, und zwar aus gutem Grund!
So wie mein OC Junie nun mal jetzt erwachsen ist, verändern sich auch die Ereignisse - sie ist mittendrin statt nur dabei. Sprich die Wortwahl wird oft derber, stellenweise wird es brutaler zugehen als im letzten Teil UND es werden Lemons dazukommen (und zwar nicht nur angedeutete).

Das wollte ich unbedingt nochmal ausdrücklich gesagt haben, weil ich NICHTS davon am Anfang des Kapitels ankündigen werde; das nimmt in meinen Augen schon immer einiges an Spannung weg wenn man weiß was kommt. Einzige Ausnahme wären selbstverständlich explizite Triggerwarnungen falls mein innerer Sadist zu stark über die Stränge schlagen sollte… :P

Aber genug davon - meine treuen Stammleser kennen mich: lustige, schöne und actionreiche Kapitel mag ich am liebsten. Und damit leg ich auch direkt los! Ich bin wahnsinnig gespannt, ob „Die Farben des Phönix“ genauso erfolgreich sein wird wie „Das Feuer des Lebens“. Wie immer freu ich mich über jedes Herzchen, jede Empfehlung und natürlich auch über jedes einzelne Feedback - egal ob positiv oder negativ (ich bin kritikfähig, also bloß keine Scheu!)
Jetzt wünsch ich euch aber ganz viel Spaß beim Lesen und habt ein schönes Wochenende!

GlG
Ancarda


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„…insgesamt ist Ben also volle sieben Monate mit mir auf Wolds Ass geblieben und hat mich trainiert! Wahnsinn oder? Es hat sich aber auch wirklich bezahlt gemacht; ich bin enorm viel weitergekommen und wir haben uns zusammen eine solide Basis erarbeitet, mit der ich auch allein weitertrainieren kann!“ Junie seufzte etwas wehmütig. „Es waren echt die mit weitem Abstand anstrengendsten Monate meines Lebens, denn ganz ehrlich: wenn Ben ‚trainieren‘ sagt, macht er keine halben Sachen… und dass ich seine Tochter bin, hat ihn glaub ich erst recht ehrgeizig gemacht, mir in dieser Zeit so viel beizubringen wie nur irgend möglich! Stellt euch vor, in den ersten vier Wochen hab ichs vor lauter Muskelkater morgens kaum aus dem Bett geschafft, und am Abend war ich so fertig, dass ich während dem Essen am Tisch eingeschlafen bin!“

Breit grinsend bei dem Gedanken daran entgrätete sie den frisch geangelten, riesigen Fisch, den sie gleich zu ihrem Mittagessen verarbeiten würde.
„Apropos Essen, eures ist gleich soweit. Nur noch ein bisschen Geduld!“ Sie warf ihren aufmerksamen Zuhörern einen amüsierten Blick zu und begann, den Fisch zu zerteilen.
„Also wo war ich? Ahja. Ben war zwar ziemlich streng, aber ein unglaublich guter Lehrer! Und ein toller Dad… neben dem Training haben wir sehr viel geredet und erzählt… es war eine wirklich schöne Zeit und ich war echt traurig, als Shanks ihn wieder abgeholt hat. Aber irgendwie war ich auch erleichtert, dass er wieder bei seinem Kapitän ist - ich hab mir schon irgendwie Sorgen gemacht. Er ist zwar ein echt starker Kaiser, aber… ernsthaft, ihr hättet seine Kajüte sehen sollen! So ein Chaot. Aber wisst ihr, was WIRKLICH toll war? Beim Abschied hat Ben mir seinen Haramaki geschenkt… den hier, seht ihr?“

Sehr stolz deutete sie auf den gelben Stoff, der locker um ihre Hüften geschlungen war. Zusammen mit der enganliegenden, schwarzen Hose, den schwarzen Stiefeln und dem ebenso schwarzen, rückenfreien Neckholdershirt mit der großen goldenen Krone vorne und der schwarzen Lederjacke, die auf dem Rücken das selbe Symbol trug, stand der Haramaki ihr ausgezeichnet.
Junies Aussehen hatte sich tatsächlich sehr verändert; ihre beste Freundin Yanna hatte ihr diesen figurbetonten Look verschafft und dafür gesorgt, dass sie nicht mehr brav und unscheinbar aussah. Kurz vor ihrer Abreise aus Worlds Ass hatte Junie sich dann auch noch ihren langen Zopf abgeschnitten; jetzt wurden ihre nur noch knapp schulterlangen, frechen Locken von einem gelben Haarband gebändigt.
Sie mochte ihr neues Aussehen wirklich sehr, sie sah jetzt zumindest nicht mehr wie ein unschuldiges Dorfmädchen aus, wie Yanna mal gesagt hatte. Lächelnd widmete sie sich wieder dem Essen und ihrer Geschichte.

„Na auf jeden Fall bin ich noch ein weiteres halbes Jahr auf Worlds Ass geblieben und hab weitertrainiert. Aber… na gut, ich gebs ja zu: hauptsächlich bin ich wegen den Männern dort geblieben! So übel wie ihr Ruf waren sie nämlich eigentlich gar nicht. Also schon raue, ungehobelte Gesellen, aber die meisten waren im Grunde keine schlechten Menschen. Ich musste zwar gelegentlich etwas… Überzeugungsarbeit leisten, aber dann haben sie mich nach und nach respektiert und zuletzt sogar richtig gern gehabt! ‚Miss Junie‘ haben sie immer zu mir gesagt… Hey, schaut mich nicht so an! Das ist nicht auf meinem Mist gewachsen, ich hab sogar versucht, es ihnen wieder auszureden. Aber sie haben drauf bestanden. Was hätte ich tun sollen? Es war aber schön zu sehen, wie sie mir erst in der Zeit nach meiner Ankunft an die Gurgel - oder an andere Körperteile - wollten, und dann ein Jahr später wirklich traurig waren, als ich gegangen bin. Hinter vielen harten Schalen steckt eben doch ein weicher Kern! Sie haben mir zum Abschied sogar dieses tolle Boot geschenkt!“ Mit glänzenden Augen betrachtete sie den robusten Ein-Mann-Segler, auf dem sie nun schon seit einigen Wochen unterwegs Richtung Sabaody Archipel war.

„Es ist wirklich toll, nicht von Insel zu Insel nach Mitfahrgelegenheiten suchen zu müssen, das hat mir ordentlich Zeit und Geld gespart. Der einzige Nachteil ist… dass ich jetzt schon ziemlich lange ziemlich allein bin. Und ich finds furchtbar, allein zu sein! Das habt ihr aber schon selber bemerkt oder? Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein anderer Mensch euch schon mal so vollgequatscht hat…“ Mit einem schiefen Lächeln stellte sie den vier Möwen auf ihrer Reling den Teller mit den Fischeingeweiden hin, die sich sofort begeistert draufstürzten.

Seufzend warf Junie die sorgfältig geschnittenen Fischstücke in ihre köchelnde Suppe und wusch sich die Hände.
Ja genau, soweit war es schon: sie erzählte ein paar Möwen ihre Lebensgeschichte. Gott, es wurde wirklich Zeit für echte Gesellschaft!! Aber immerhin bedeutete ihr auftauchen, dass die nächste Insel nicht mehr weit entfernt sein konnte. Prüfend warf sie einen Blick auf ihren Log Port, dessen Nadel strickt nach Nordwesten zeigte. Bald hatte sie es geschafft, dann erreichte sie das Archipel. Von dort würde sie sich eine Mitfahrgelegenheit zur Fischmenscheninsel suchen - und spätestens da war sie dann wieder unter Freunden.
Endlich.
Aber ihre allergrößte Hoffnung war, dass sich vielleich Namur und seine Division dort befand…

Ein sehr, SEHR herzzerreißendes Seufzen entkam ihr. Gott, sie wollte so sehr nach Hause… fast zwei Jahre hatte sie ihre Familie jetzt nicht mehr gesehen. Zwei Jahre ohne Vater, Izou, Thatch, Hiro, Hakamaru und all die anderen. Zwei Jahre ohne Marco… frustriert ließ Junie ihren Kopf mit einem dumpfen Knall auf die Reling fallen. Ihr Herz schlug auch nach all dieser Zeit noch jedes Mal deutlich schneller, wenn sie an ihren Kommandanten dachte.

Irgendwie hatte sie ja doch darauf gehofft, dass das aufhören würde… dass sie als normale Schwester und Freundin zu ihm zurückkehren konnte und keine aussichtslosen Gefühle mehr mit sich herumschleppen und vor ihm verstecken musste. Aber vielleicht legte es sich ja, wenn sie ihn wiedersah? Sie wusste ja nicht, was sich während dieser langen Zeit alles verändert hatte… vielleicht gefiel er ihr ja plötzlich nicht mehr?
Ja klar…
Über sich selbst den Kopf schüttelnd widmete sie sich wieder ihrer Suppe.
Doch ein leichtes Kribbeln im Nacken ließ sie auf einmal innehalten. Ihre Sinne waren inzwischen wirklich ausgezeichnet, deshalb sprang sie augenblicklich den Mast hoch und suchte konzentriert das Meer ab.

Tatsächlich.
Am Horizont war ein dunkler Punkt aufgetaucht, der rasch größer wurde. Schnell griff sie nach ihrem Fernrohr, doch viel ließ sich auch dadurch noch nicht erkennen, außer dass es sich um ein großes Schiff aus dunklem Holz handelte.
„Na ich bin gespannt, wer du bist… machst du mir Ärger oder fährst du vorbei?“, murmelte sie misstrauisch und sprang zurück an Deck.
Sie folgten mit Sicherheit dem selben Magnetstrom, also war eine Begegnung unausweichlich - ihr kleiner Segler kam längst nicht so schnell vorwärts wie ein Schiff dieser Größenordnung. Es würde allerdings trotzdem noch etwas dauern, bis es nahe genug war um etwas zu erkennen, also widmete sie sich vorerst wieder ihrem Mittagessen.

~•~•~•~•~•~•

Zwei Stunden später stand Junie wachsam am Heck ihres Schiffes, ihre Pistolen im Gürtel und ihr Gewehr umgehängt. Die Galleone hinter ihr war nun schon ziemlich nah; so nah, dass sie die Totenkopfflagge mit der Dornenkeule zwischen den Zähnen problemlos mit bloßem Auge erkennen konnte. Die Flagge war ihr unbekannt, also hatte sie nicht den blassesten Schimmer, was da auf sie zukam. Sicherheitshalber hatte sie bereits ihre wichtigsten Sachen in den beiden wasserfesten Seesäcken verstaut, falls sie schwimmend fliehen musste.
Das wäre zwar höchst ärgerlich, aber nicht weiter dramatisch; schließlich war das Sabaody Archipel nicht allzu weit entfernt und dank Namur konnte ausgezeichnet schwimmen und tauchen. Wenn nötig tagelang.

Im Augenblick lagen die Kurse der beiden Schiffe leicht versetzt; die Piraten würden ein paar Schiffslängen entfernt einfach vorbeifahren können.
Doch so wie es gerade aussah, hatten die das nicht vor.
Junie spürte einen Blick auf sich, sah sogar entfernt das kurze Funkeln von Sonnenlicht auf Metall, dann wurden plötzlich zusätzliche Segel gehisst und der Bug der Galleone wandte sich ihr direkt zu.  
Na toll.
Da wittert wohl jemand leichte Beute, dachte die junge Frau genervt.

Doch da lag sie falsch.

Schon einen Moment später erklang ein lautes Donnern, dann klatschte nicht weit entfernt von ihr eine Kugel ins Wasser. Die Möwen kreischten erschrocken und flogen schleunigst weg.
„HEY! Was soll das denn?!“, fluchte Junie aufgebracht, doch schon donnerte es erneut, obwohl die Geschosse sie noch nicht ganz erreichten. „Wieso zum Henker feuern die Idioten? Ein Treffer und das Boot samt potenzieller Beute ist weg!“
Das war doch unlogisch! Hastig zückte sie erneut ihr Fernrohr und richtete es auf die nun gut sichtbare Mannschaft. Vorne am Bug stand offensichtlich der Kapitän; er war füllig und groß, trug eine bösartig aussehende Dornenkeule mit sich und die Sonne schien auf seine blonde Igelfrisur. Er schien sie direkt anzusehen, sein boshaftes Grinsen reichte von einem Ohr zum anderen.

Junie entglitten die Gesichtszüge, sie ließ ihr Fernrohr sinken und biss grimmig die Zähne zusammen. Das konnte doch jetzt nicht… wieder feuerten die Piraten und verfehlten sie knapp.
Doch, es konnte.
Na ganz toll.
Jetzt war das Vorgehen ihrer Verfolger keineswegs mehr unlogisch; sie wollten sie nicht ausrauben, sondern einfach nur ausschalten. Das hier würde hässlich werden.
Erneut flog eine Kanonenkugel auf ihren Segler zu. Gekonnt sprang Junie ihr entgegen, legte ihren Fuß um die Kugel und schoss sie mit einer kräftigen Drehung zurück zu ihren Angreifern. Sie riss zielsicher ein Teil der Galleonsfigur ab und ein gedämpfter Wutschrei erklang.

„Nur eine kleine Warnung, Bruder…“, flüsterte sie ernst. So vielen Menschen hätten ihr unterwegs begegnen können - aber sie traf ausgerechnet auf ULF.
Ihr ehemaliger Bruder, der Marita, Ela und ihr selbst auf der Moby Dick Drogen untergejubelt und dann feige im Stich gelassen hatte, als klar wurde, dass es eine Überdosis gewesen war. Ganz abgesehen davon, dass er schändliche Absichten gegenüber Marita gehegt und Junie am Tag danach bedroht hatte. Woraufhin Whitebeard ihn völlig zurecht aus seiner Familie verstoßen und ihm verboten hatte, seinem Machtgebiet oder seinen Kindern je wieder nahe zu kommen.
Wogegen er hier gerade eindeutig verstieß.

Ihre Pistolen schussbereit gezückt, wartete sie auf die nächsten Kanonenkugeln. Da sie keine Ahnung hatte, wie viele Männer Ulf um sich geschart oder wie stark er und seine Crew inzwischen waren, musste sie vorsichtig sein und sowohl Kampf als auch Flucht in Betracht ziehen.
Denn so kurz vor ihrem Ziel, der Rückkehr zu ihrer Familie, würde sie sich ganz bestimmt nicht aufhalten lassen. Schon gar nicht von Ulf.
Erneut donnerten die Kanonen, mehrere diesmal. Junie schnaufte und zerschoss sie ein ganzes Stück vor ihrem Segler. So leicht machte sie es ihm nicht!

„Komm und hol mich, du Feigling!“, zischte Junie entschlossen. Sie würde Vater garantiert keine Schande machen!

~•~•~•~•~•~•

Ein ganzes Stück entfernt wurde währenddessen ein weiteres Schiff auf die ungleiche Auseinandersetzung aufmerksam.
„He Captain! Da hinten gibts Ärger!“, rief ein Mann vom Ausguck und spähte durch ein Fernrohr. Ein weiterer kletterte umgehend flink die Takelage hoch.
„Die Art von Ärger, die uns die Langeweile vertreibt?“, grinste der Neuankömmling und riss seinem Mann das Fernrohr aus der Hand.

„Auf jeden! Da geht ne ganze Galleone auf einen Einmannsegler mit ner Lady an Bord los, scheint was Persönliches zu sein“, entgegnete der Erste und sah dem Diebesgut wehleidig nach, durch das sein Kapitän nun hindurch sah.
„Tze... was für Looser! Ne ganze Crew gegen eine Frau? Wie armselig kann man sein!“, kommentierte er verächtlich, ehe er das Rohr zurückgab und mit einem kräftigen Satz aufs Deck sprang.

„Leute, wir nehmen Kurs auf diese Witzfiguren - und macht meinen Striker klar!“
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