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Ein Letzter Moment

von myWorld23
Kurzbeschreibung
OneshotFamilie / P12 / Gen
Evie Frye Jacob Frye
30.09.2021
30.09.2021
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Ethan Fryes Brustkorb schmerzte als der nächste Hustanfall über ihn herfiel. Er hasste es und es wurde von Tag zu Tag schlimmer, der Assassine war vor Wochen erkrankt. Anfangs vermutete er noch das es sich um eine einfache Grippe handelte, auch war es nicht das erste mal das er krank wurde und dennoch war es dieses mal anders.

Der Arzt, der vor ein paar Tagen bei ihm war, hatte festgestellt das es keine einfache Grippe war. Ethan Frye war an eine Rippenfellentzündung erkrankt und das war nichts gutes.

Der dreiundvierzigjährige erinnerte sich noch gut daran wie alles angefangen hatte. Es fing mit einem leichten Kratzen im Hals an, daraufhin folgten die Schmerzen im Brustkorb mit Hustanfällen. Zum Schluss bekam er Fieber und dies schien nicht besser zu werden, im Gegenteil jeden Tag wurden er schwächer.  

Wieder hustete er und stöhnte entnervt auf, wo war der Assassine hin der er einst war. Er war es leid und manchmal wünschte er sich das es schon vorbei wäre, aber eine andere Sorge machte sich breit. Was würde aus seinen Kindern werden?

Evie und Jacob war alles was er in seinem Leben noch hatte und er war so stolz auf die Personen die aus ihnen geworden waren. Eine Träne verließ seine Augen, er könnte nicht stolzer auf beide sein.

Seine Tochter Evie, ein Ebenbild ihrer Mutter Cecily und dazu genau so schlau wie sie. Immer bereit etwas neues zu erlernen und sie zeigte ein großes Interesse an den Edensplittern. Er war sich bewusst würde er bald das zeitlich segnen, würde sie seine Arbeit mit großer Sorgfalt fortsetzen.

Dann war da noch sein Sohn Jacob, er war so anders als seine Schwester. Immer auf dem Sprung, er war nie zu bremsen und erinnerte Ethan an sich selbst als er in diesem Alter war. Auch wenn er weniger Interesse an der Geschichte der Assassinen zeigte, wusste er welch wichtige Aufgabe er hatte.

"Du müsstest sie sehen.", flüsterte der braunhaarige Mann und seufzte. Es hätte einen Vorteil wenn er bald ging, er würde sie wiedersehen. Ethan sehnte sich danach wieder mit seiner geliebten Cecily vereint zu sein, er hatte sie sein Lebenlang vermisst.

Ein leises Klopfen erreichte die Ohren des Mannes und er drehte seinen Kopf zur Tür. Er hustete als er sich aufrichtete und verfluchte seinen gesamten Körper. "Herrein.", entkam es ihm seine Stimme klang schwach und noch rauer als sonst.

Die Tür öffnete sich nur ganz zögerlich und Ethan wusste bereits dadurch wer hinter der Tür war. Die junge Frau betrat als erstes den Raum, dicht gefolgt von dem jungen Mann. Beide teilten sich den selben Gesichtsausdruck, den Ethan sich nicht von seinen Kindern wünschte.

"Vater?", erklang die zarte Stimme von Evie und sie blieb wenige Meter vor dem Bett ihres Vaters stehen. Ihr ganzer Körper zeigte an wie angespannt sie war. Auch in ihren Augen konnte der ältere erkennen welche Sorgen sie plagte.

Er wartete einige Sekunden, dann fiel sein Blick auf Jacob. Der junge Mann konnte seine Angst schon immer besser verstecken, aber Ethan kannte seinen Sohn. Auch ihn machte der Zustand seines Vaters Sorgen, er biss sich auf die Unterlippe dies tat er nur wenn er nervös war.

Der ältere Sprach nicht, er hob die Hand und forderte seine Kinder auf zu ihm ans Bett zu kommen. Sofort bewegte sich seine Tochter nach vorne und setzte sich an die Seite des Mannes.

Jacob hingegen zögerte bis auch er sich ans Bett setzte und seinen Vater musterte. Ethans Mundwinkel zuckte, er wollte seine Kinder so nicht sehen.

Er hatte darauf geachtete ihre Besuche zu reduzieren, damit sie seinen Leidensweg nicht so erleben musste wie er es bei seiner Frau getan hatten. Aber er verstand das sie sich Sorgen machten und ihn sehen wollten, egal wie  schwach er wirkte.

"Brauchst du noch etwas?", riss Evie ihren Vater aus seinen Gedanken. Doch dieser schüttelte nur seinen Kopf, er brauchte gerade nichts außer ein wenig Gesellschaft. "Bist du sicher?", ertönte die Stimme seines Sohnes.

"Nein.", hüstelte er ein wenig und hielt sich seinen Brustkorb. "Alles was ich gerade brauche ist schon bei mir.", er konnte sehen wie Jacob seine Augen verdrehte. Vielleicht übertrieb Ethan auch aber er wollte die Zeit mit seinen Kindern, die ihm noch blieb, sinnvoll nutzen.

Er spürte wie Evie seine Hand nahm und sie sanft drückte. "Ich bin stolz auf euch beide.", entkam es ihm und er atmete tief ein, seine Kinder fixierten immer noch seine kränkliche Erscheinung. "Aber ihr müsst mir etwas versprechen.", meinte er nun etwas ernster.

Jacob und Evie nickten und schauten ihn auffordernd an, vermutlich wussten beide das es das letzte mal sein würde das sie ihn sahen. Also schworen sich beide, genau zu zuhören.

"Versprecht mir das ihr euch niemals ändert werdet.", forderte Ethan auf und schaute erst zu Evie dann zu Jacob. "Niemand hat das recht zu sagen wie ihr zu Leben habt. Nicht einmal ich, also lebt euer Leben so wie ihr es für richtig erachtet.", ein schwerer Hustanfall überkam den Attentäter und hastig gab Evie ihm ein Stofftuch welches auf seinem Nachttisch lag.

"Das werden wir Vater.", versicherte Evie ihm und schaute zu ihrem Bruder. Er hatte kaum etwas gesagt, auch sein Gesicht wirkte so teilnahmslos und sie wünschte sich das er wenigstens ein bisschen Emotionen zeigen würde.

"Keine Sorge, wir wissen was unsere Aufgabe ist.", entkam es dem zwanzigjährigen und er schluckte schwer, brach den Augenkontakt zu seinem Vater. Jacob hatte keine Ahnung ob er das was er gesagt hatte, falsch  geklungen hatte. Auch wusste er nicht wie er am besten seine Sorgen mitteilen sollte, es brach ihm ein wenig sein Herz .

Auch wenn Jacob es nie laut ausgesprochen hatte, war sein Vater eines seiner größten Vorbilder gewesen. Beide hatten sich oft gestritten aber auch Jacob wusste das sie am Ende immer noch eine Familie waren, die aufeinander acht gaben.

"Vergesst nicht das was ich euch lehrte an andere weiter zugeben, aber auf eure Art und Weise.", Ethan schluckte schwer als er den süßen Schmerz spürte der sich in seiner Brust breit machte. Er zwang sich nicht zu weinen das wollte er seinen Kindern ersparen, sie würden bald selbst Tränen vergießen.

Der ältere streckte mit aller Kraft seine Arme nach beiden aus. "Kommt her ihr zwei.", forderte er auf und es dauerte nur wenige Sekunden schon war er von der wärme seiner Kinder eingehüllt die ihn umarmte. Er genoss diesen Moment eine Weile bevor er sich löste.

Sein blick ging zwischen den Zwillingen hin und her bevor er seufzte. "Jetzt wischt euch dieses Mitleid aus dem Gesicht. Ich bin verdammt nochmal noch nicht tot.", scherzte er ein wenig makaber. Jacob schmunzelte ein wenig und sah seine Schwester an, die ein wenig länger brauchte um die Mundwinkel zu heben.

"Schickt ihr George hoch, er wartete sicherlich schon unten.", meinte er ruhig und lehnte sich an das Kopfteil des Bettes. Evie nickte stumm erhob sich und begann das Zimmer zu verlassen. Jacob folgte ihr zögerlich und stoppte vor der Tür, drehte sich zu seinem Vater und musterte ihn nochmals.

"Geh mein Sohn. Es wird alles gut werden, versprochen.", sprach Ethan fordernd und sah zu wie sein jüngster zögerlich die Treppen des Dachbodens herab stieg.

Kurze Zeit Später kam George hoch und er nahm sich wie immer einen Stuhl heran. Beide sprachen nicht viel, denn Ethan fehlt vor allem die Kraft er war des Kampfes müde. Aber er hatte noch einmal die Gesichter seiner Kinder sehen wollen, bevor er sie verließ.

"Sie sind bereit George.", hauchte der Mann, der sich inzwischen wieder hingelegt hatte. Seine Haut brannte und Ethan wusste das seine Zeit gekommen war. "Du hast sie gut darauf vorbereitet, genau wie mich damals.", erinnerte sein ehemaliger Schüler ihn an gute alte Zeiten.

Ein leichtes Lachen entkam Ethan und er hielt es für ein Wunder, ein schönes Wunder. "Und dennoch..", seine Lunge fühlte sich immer schwerer an und der Schmerz drang immer tiefer in seinen Brustkorb. "Dennoch werden sie ihren eigenen Weg finden. Ich muss sie gehen lassen und sie mich.", es klang hart dies auszusprechen.

Aber die Wahrheit tat oft weh, dass hatte der dreiundvierzigjährige über die vielen Jahre gelernt. Er spürte die Hand die sich sanft auf seine Schulter legte, George blickte ihn mit schon fast tränen erfüllten Augen an.

Auch ihm war es schmerzlich bewusst das dies die letzten Stunden im Leben seines alten Mentors waren. Er dankte ihm still für alles was Ethan für ihn getan hatte, ohne ihn hätte George vermutlich nie das Leben eines Assassinen entdeckt.

"Wenn du sie siehst..", meinte George leise und schluckte seine Trauer wieder hinab. "..dann grüß sie von mir.", er versuchte zu lachen doch ein leises Schluchzen entkam dem älteren Mann. Er hatte sich bereits von Cecily verabschieden müssen und nun ging auch sein andere Mentor aus dem Leben bevor er es tat.

Ethan nickte schwach bevor er einen tiefen Atemzug nahm, er war bereit diese Welt zu verlassen. Noch einige Zeit blieben seine Augen geöffnet und beobachteten wie George auf dem Stuhl selbst die Augen zu fielen.

Mit letzter Kraft drehte er sich auf die Seite und beobachtete seinen Freund, Verbündeten und Bruder wie er ruhig und gleichmäßig atmete. Die letzten Wochen hatten auch George eine Menge Kraft abverlangt, aber Ethan war froh das er schlief so musste er nicht mit ansehen wie das Leben aus ihm verschwand.

Er schloss die Augen und zog noch einmal die Luft tief ein, bevor sie ihn wieder verließ. Sein Herz verlangsamte sich und seine Sicht begann immer mehr zu verschwimmen, bis ihn ein helles Licht empfing.


Das nächste was Ethan Frye wahrnahm war eine sanfte Berührung und er hörte eine Stimme, die er unter Millionen sofort erkannte.

"Du hast so viel länger gelebt als ich dachte.", schmunzelte die zarte Stimme und er schlug seine Augen auf. Über ihn gebeugt war die Frau die er so vermisste hatte, ihre haselnussbraunen Augen schienen immer noch so hell wie in seiner Erinnerung. Ihre leicht gewellten Haare umrammten ihr perfektes Gesicht mit der kleinen Nase und den Sommersprossen darauf.

Ethan seufzte ein wenig, bevor seine Mundwinkel sich nach oben zogen und auch er schmunzelte. "Ich weiß.", hauchte er und legte eine Hand auf die Wange der jungen Frau. "Tut mir leid das ich dich so lange hab warten lassen.", er beugte sich vor und küsste sie.

Er war endlich wieder bei ihr, glücklich mit Cecily vereint. Sie seufzte zufrieden als er sie küsste, auch sie hatte auf ihn gewartet und war glücklich ihren Ethan wieder bei sich zuhaben.
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