Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Behind the Masks: SMS-Liebe

von Milk-Toto
GeschichteLiebesgeschichte, Erotik / P18 / Het
Adrien Agreste / Chat Noir Marinette Dupain-Cheng / Ladybug
30.09.2021
14.10.2021
5
9.997
5
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
14.10.2021 1.546
 
Immer noch starre ich auf den Bildschirm vor mir der mittlerweile ein anderes Thema zu Tage bringt. Das Licht des Monitors brennt in meinen Augen, welches in der Dunkelheit immer heller zu werden scheint. Obwohl Chat schon seit über einer Stunde fort ist, habe ich es nicht übers Herz gebracht mich von der Stelle zu bewegen.
Frustriert raufe ich mir die Haare, schlage die Hände über meine Gesicht und brumme unzufrieden in diese Hinein. Erschöpft, obwohl ich eigentlich top fit bin, lasse ich mich auf meinen Rücken fallen und blicke nun zum Mond auf der sich schon als Sichel zu erkennen gibt. Meine Eltern haben mir immer erzählt das dort oben ein Mann lebt, der auf alle Menschen der Erde acht gibt denn seine Königin, die Mondgöttin, hat ihm dies befohlen. Sie dagegen wacht über die Sterne und erhellt für uns den Himmel in der Nacht. Die Gesichte geht eigentlich noch weiter, ist recht romantisch und verträumt. Wie gerne würde ich mich in diese Welt flüchten. Aber nein, ich muss mich der harten Realität stellen, dass mein Leben einer schlechten Komödie gleicht.
Und um dieser Komödie zu entkommen sollte ich wohl langsam den Weg in mein Bett finden um wenigstens für ein paar Stunden dem Land der Träume einen Besuch abstatten zu können.

Nach weniger als zwei Minuten springe ich in akrobatischen Sprüngen über die Dächer von Paris. Die kühle Nachtluft schlägt mir dabei ins Gesicht, lässt meine Haare durch die Luft peitschen. Das Geräusch wird durch ein lautes Donnergrollen unterbrochen was meine Ohren kurz zum klingeln bringt. Erschrocken fahre ich zusammen, stolpere auf dem nächsten Sprung zum Dach und lande längs auf dem Boden. Wenn es jetzt noch anfängt zu regnen, werde ich mich die nächsten Tage einfach zu Hause einsperren und mein Pech aus der Seele weinen. Mit schmerzender Nase blicke ich gen Himmel der immer noch eine klare Sicht auf den Sternenhimmel bietet. Ein erneutes Donnern durchfährt die Luft, scheint sie in zwei zu schneiden was mir durch Mark und Bein geht. Verwundert runzle ich meine Stirn, welche nun von tiefen Falten durchzogen ist. Ein komisches Gefühl beschleicht mich, automatisch geht mein Atem ruhiger während sich mein Körper anspannt. Das ist kein normaler Donner, irgendetwas scheint nicht zu stimmen.
Für einen Moment ist es ruhig was mich an meinen Gedanken zweifeln lässt bis schließlich der nächste Laut zu hören ist. Ich zögere keine Sekunde und springe in die Richtung, aus der der Lärm zu kommen scheint. Das Donnern wird immer lauter, beängstigender und tatsächlich rutscht mein Herz bei dem Anblick der sich mir bietet zu Boden.
Die Stadt, so wie ich sie kenne, liegt in Trümmern. Die Gebäude zerfallen, überall sind unzählige Brände zu erkennen und Menschen die regungslos am Boden liegen. Das alles wird von dem lauten Donner begleitet. Erschrocken schlage ich mir die Hand vor den Mund. Das Shadow Moth soweit gehen würde um an die Miraculous zu gelangen hätte ich nie für möglich gehalten. Was für ein Mensch muss er sein, um solch eine Tat verüben zu können? Diese Opfer zu bringen?
Ein Zischen, nah an meinem Ohr, lässt mich erschrocken aus meiner Trance erwachen. Irgendetwas scheint an mir vorbei geflogen zu sein was hinter mir einschlägt und das Donnern ertönt von neuem.
War das der Feind?
Schnell drehe ich mich um, um zu erkennen was das eben war muss aber sogleich ausweichen denn dieses Etwas fliegt in einer viel zu hohen Geschwindigkeit auf mich zu. Fast schon am Boden klebend, schwer atmend rasen meine Gedanken wild durcheinander. Sie sind ein einziger Strudel aus Chaos, Angst und Verwunderung.
Schließlich ertönt ein Lachen. So tief und ekelhaft das ich meine die Person erstickt gleich an seiner eigenen Spucke.
„Der Marienkäfer ist also rechtzeitig ausgewichen. Schade, dabei dachte ich es würde ein schnelles Ende nehmen“.
Mir schaudert es.
Die Person, welche inmitten des Chaos, dem Feuer und den regungslosen Körpern steht, grinst mich feindseelig an. Vereinzelt an seinem Körper und Gesicht kann ich Blut erahnen, das wohl von seinen Opfern stammt. In der Hand hält er einen Hammer der ebenfalls rot getränkt ist. Mein Herz schlägt mir bis zum Hals als mir bewusst wird das dieses Ding gerade eben an mir vorbei geflogen ist, mich hätte erschlagen können und auch mein Blut nun daran kleben könnte.
Doch Zeit für Angst habe ich keine, ich muss stark sein für die Leute die hier leiden und ich muss stark sein eine Kräfte dafür zu nutzen, dem ganzen ein Ende zu bereiten.
Erneut nehme ich eine Kampfstellung ein, bereit seinen Angriffen auszuweichen und selbst auf Angriff zu gehen. Ihn jedoch scheint das recht wenig zu interessieren, denn sein Grinsen wird nur noch breiter.
„Keine Sorge. Ich werde nicht zulassen das du hier alles beendest!“, brülle ich dem eigentlichen Opfer Shadow Moths zu.

Was dank folgt ist eine Aneinanderreihung von Würfen des Hammers seinerseits, Ausweichmanöver meinerseits und leider keine Möglichkeit auch nur irgendwie in seine Nähe zu kommen. Chat Noir ist leider auch noch außer Sichtweite.
Ich stecke in der Klemme, habe ich mich gerade hinter einem Auto in Sicherheit gebracht und starre auf mein Lady-Phone wie es versucht einen Anruf aufzubauen.
Vergebens.
Wo steckt dieser Kater nur?
Haben ihn meine Worte so gekränkt, dass er eine weitere Konfrontation mit mir aus dem Weg gehen möchte? Dabei dachte ich, ich würde das richtige machen.
Auch nach dem dritten Versuch erlöst mich kein Durchkommen am Ende der Leitung weshalb ich überlege, meinen Glücksbringer jetzt schon zum Einsatz zu bringen. Doch nach all den Jahren weiß ich, dass ich meinen Partner dafür brauche- seine Hilfe und sein Vertrauen. Frustriert lasse ich den Kopf in den Nacken fallen. Am liebsten würde ich schreien, all meinem Ärger über mich selbst Luft machen jedoch erinnert mich das klirrende Geräusch von Hammer auf Metal, dass ich hierfür keine Zeit habe.
Das Auto gibt nach, lässt sich schutzlos werden und schon sehe ich, wie der Hammer auf mich zu rast.
Verdammt!
Ich war unvorsichtig und habe nun keine Möglichkeit mehr rechtzeitig auszuweichen. Dennoch verlagere ich meinen Körper etwas zur Seite was zur Folge hat, dass ich zwar nicht tödlich, aber dennoch schmerzhaft von dem schweren Klotz getroffen werde.
Der Schmerz zieht meinen Arm entlang, als der Hammer in meine Schulter einschlägt und mich nach hinten weg drückt. Keuchend komme ich auf dem Boden zum liegen. Ein Schrei ist nicht möglich da mir hierfür die Luft weg bleibt.
Wenn ich jetzt nicht aufstehe, bin ich erledigt. Dann treibt mich der Schmerz in eine tiefe Dunkelheit.

Erschrocken öffne ich meine Augen, möchte hoch fahren doch der Schmerz lässt es nicht zu.
„Langsam M‘Lady!“.
Die Vertraute Stimme meines Partners treibt mir die Tränen in die Augen und als er sein Gesicht über meines beugt, brechen alle Dämme. Beruhigend streicht er mir das Nass von meinen Wangen während sein Lächeln sich verschmitzt in mein Herz stiehlt.
„Du hast mir ganz schön Angst gemacht als du da so lagst..“, seine Stimme ist ein sanftes flüstern das beruhigen auf mich einwirkt, den Schmerz vergessen lässt und mich beruhigend aufatmen.
Doch dieses Gefühl ist nicht von Dauer. Vorsichtig setzte ich mich auf. Chat Noir ist mir dabei eine Stütze während er eine Hand hinter meinen Rücken legt. Die Wärme die er dabei ausstrahlt, sickert durch unsere Anzüge in meinen Körper. „Wo ist der Hammer-Typ?“
„Du meinst der Möchtegern Thor? Den habe ich mit meinem Stab erst Mal zur Seite befördert“, mit hochgezogener Augenbraue schaut er mich fragend und zugleich abwartend an. „Wie geht es deinem Arm?“, fragt er mich schließlich.
Ah, dahin weht der Wind.
Natürlich, anstatt das ich mich um meine Verletzung kümmere, sorge ich mich eher um andere. Doch genau das ist meine Aufgabe als Ladybug! Ich kann mich in so Situationen nicht um mich selbst kümmern.
Vorsichtig hebe ich den Arm an, zucke jedoch zusammen und mit einem Blick auf die Schulter ist es klar: wahrscheinlich hat die Kraft des Wurfs meine Schulter zertrümmert.
„Es geht schon, Kätzchen“, ich lächle ihn aufmunternd an und versuche so von meinem Problem abzulenken. Aber ich kenne Chat Noir - so einfach lässt er sich nicht abwimmeln. Oder belügen.
Es folgt ein knappes Nicken von ihm. Doch an seinem Blick erkenne ich klar und deutlich das er mit dieser Antwort alles andere als zufrieden ist.
„Wir müssen uns um den Angreifer kümmern. Wenn das so weiter geht, weiß ich nicht ob mein Miraculous ausreicht!“
Mein Partner hilft mir auf die Beine, dabei streicht seine Hand meinen Rücken die Seite entlang und lässt mich erschaudern. Anscheinend hat er meine Reaktion bemerkt denn sein Blick wandert von Besorgnis zu verwirrt. Aber ein Glück lässt er es unkommentiert.
Das mein Körper selbst in so einer Situation auf ihn reagiert, lässt mich an mir und meinem Verstand zweifeln. Um das was zwischen uns steht nicht seltsamer wirken zu lassen, fasse ich all meinen Mut zusammen, schließe meinen Partner in die Arme und flüstere ihm zu.
„Pass bitte auf dich auf…ich…ich brauche dich!“.
Und auch jetzt verlassen die Worte welche auf meinem Herzen liegen nicht meine Lippen. Immer wieder stammle ich Dinge vor mich hin, die ich eigentlich so nicht sagen möchte.
Chat erwidert meine Umarmung.
„Immer M‘Lady! Du und ich, gegen den Rest der Welt!“.
Dann beginnt ein Kampf, bei dem ich wirklich geglaubt habe, wir würden ihn verlieren.
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast