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Behind the Masks: SMS-Liebe

von Milk-Toto
GeschichteLiebesgeschichte, Erotik / P18 / Het
Adrien Agreste / Chat Noir Marinette Dupain-Cheng / Ladybug
30.09.2021
14.10.2021
5
9.997
5
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10.10.2021 1.909
 
Die Party ist bis jetzt ein voller Erfolg. Sogar mehr als das!
Nino hat uns verschwiegen das diese Party nur für geladene Gäste ist. Gäste, die nur so in Geld schwimmen, ihren Reichtum an den überteuerten Getränken loswerden wollen und durchaus als Sponsor fungieren möchten. Während alle, trotz der eisigen Kälte draußen, in ihren feinsten Roben um mich herum verteilt ihren Gesprächen nachgehen, fühle ich mich in meinem Jumpsuit ziemlich fehl am Platz. Alya hat mir jedoch versichert das ich ‚umwerfend‘ und ‚sexy‘ aussehe. Doch das lässt mich nur bedingt erleichtert ausatmen.
Zu meiner Überraschung findet die Party in einer Art Pavillon statt, welches extra dafür aufgestellt wurde. Am Eingang haben wir spezielle Armbänder bekommen die, oh welch Glück, All Inklusive für mich bedeuten. Ein Blick auf die Preisliste hat mir auch schon gereicht und mir bewusst gemacht, dass ich mir unter normalen Umständen nie was hätte davon leisten können. Das Nino uns diese Chance verschafft hat lässt ihn zu meinem Helden des Tages werden.
Die Bewegung vor mir holt mich aus meinen Gedanken heraus und ich blicke dem freundlichen Kellner zu, der mir eben mein Getränk hingestellt hat. Darin schwimmen viele kleine Goldplättchen.
„Und wie findest du es bis jetzt?“. Mit meinem Gesicht drehe ich mich zu der Stimme um und direkt neben mir steht Adrien dessen Getränk noch teurer aussieht als meins. Ich lächle ihn schwach an.
„Also ehrlich gesagt ist das alles ziemlich…erdrückend“, gebe ich lachend von mir woraufhin mein Kumpel einstimmt. „Das ist es wohl. Aber für dich ist es eine riesengroße Chance“.
Seine Worte lassen mich aufhorchen und fragend schaue ich ihn an. „Wie meinst du das?“
„Nunja…“, er zeigt mit dem Finger auf eine Frau mittleren Alters die mir ziemlich vertraut vorkommt. „Das ist Madame Capúr. Eine Designerin aus London deren Marke selbst die meines Vaters in den Schatten stellt“.
So langsam begreife ich was Adrien mir sagen will weshalb meine Augen immer größer werden.
Hastig schnappe ich nach Luft und schüttle schnell den Kopf. Auch nur daran zu denken diese Mode-Göttin anzusprechen um ihr meine Entwürfe zu geben, welche ich noch nicht ein Mal griffbereit habe - das sollte ich mir wirklich angewöhnen!-, bringt mich schon ziemlich ins straucheln. „A..aber…nein! Das wäre deinem Vater gegenüber nicht fair. Außerdem habe ich nichts dabei um ihr meine Ideen zu zeigen!“.
Mein Gegenüber beginnt aus vollem Herzen zu lachen was mir einen kurzen Stich versetzt. Nicht, weil ich Adrien vermisse oder liebe, nein. Es erinnert mich an jemanden aber meine Gedanken finden keinen Halt.
„Mach dir darüber keine Gedanken! Seit wann spielt mein Vater fair?“, er legt aufmunternd eine Hand auf meine Schulter die mich etwas beruhigt und freier fühlen lässt. Seine Worte sprechen die Wahrheit aus. Gabriel Agreste ist nicht die Person die fair spielt dafür aber mit allen Mitteln versucht seinen Willen durchzusetzen. Dennoch bleibt das Problem meiner Entwürfe. Sie anzusprechen ohne etwas brauchbares in den Händen zu halten, wäre eine Schade und für die Dame wohl eher ein Schlag ins Gesicht. Ich habe schon viel über sie gelesen, ihre Designs studiert und mir das ein oder andere Stück im Outlad besorgt. Trotzdem hat es immer noch einen Haufen Geld gekostet.
„Madame Capúr“, höre ich plötzlich Adriens freundliche aufgesetzte Stimme. Ganz der Geschäftsmann zu dem sein Vater ihn erzogen hat. Meine Augenbraue schnellt vor Staunen nach oben und verharrt in dieser Position bis Adrien‘s Hand auf mich deutet. „Das ist die Junge Dame deren Entwürfe ich Ihnen habe zukommen lassen! Mademoiselle Dupain-Cheng!“. Mir weicht jegliche Farbe aus dem Gesicht als die Dame nach seiner Ansprache auf mich zu kommt, mich für einen Moment mustert und dann tatsächlich freundlich lächelt.
„Sieh an…auch heute im Stil der so stark heraussticht!“.
War das soeben ein Lob?!
Um nicht weiter wie ein Trottel da zu stehen, reiche ich der Frau meine Hand und stelle mich vor was der Beginn einer für mich Lebensveränderten Unterhaltung wird.

„Oh mein Gott!“, kreischt Alya plötzlich neben mir auf, was mich aus meinem Hochgefühl reißt. Mit schmalen Augen blicke ich zu ihr herüber, merke ich erst jetzt, dass sie während meiner Erzählung an ihr Handy gegangen ist. Eigentlich nicht anders zu erwarten. Es war und bleibt immer ein Teil ihres Lebens vor allem als Journalistin. Dennoch hätte ich mir gewünscht, sie hätte sich ein wenig mehr auf meinen Erfolg konzentriert. Ich habe es geschafft Madame Capúr für mich zu begeistern woraufhin sie mich zu sich nach London eingeladen hat um eine gemeinsame Modelinie raus zu bringen. Innerlich bin ich immer noch am Schreien vor Glück.
Doch das wird mir schnell gedämpft als Alya mir ihr Handy vor die Nase hält und das Bild zeigt, was sie so hysterisch hat werden lassen. Mit einem Mal ist all mein Glück wie auf einen Schlag zerstört. Als würde sich unter mir ein Loch auftun und versuchen mich zu verschlingen. Und eben dieses Loch zeigt ein Bild von Ladybug und Chat Noir, wie sie sich innig, völlig in dem Moment versunken küssen. Mein Mund wird Staub trocken.
Adrien, welcher bis eben zufrieden meiner Geschichte gelauscht hat gibt ein monotones „Oh“ von sich als auch er das Bild zu Gesicht bekommt. Ich muss genauso ein gleichgültiges Gesicht dazu machen, so, als würde es mich nicht interessieren. Aber es interessiert mich gewaltig und macht mich ungemein wütend. Welcher Idiot erlaubt es sich, SO ein Bild online zu stellen?
Und als wäre das noch nicht genug, beginnen nur Minuten später Sondersendungen über ‚die Liebe zweier Helden‘. Am liebsten würde ich im Erdboden versinken.
Wichtig ist für mich jedoch die Sache mit Chat zu klären, weshalb ich Alya einen Anruf meiner Eltern vortäusche und dann ganz schnell die Party verlasse.

LB: Wir müssen reden. Sofort!
CB: Wie M‘Lady wünscht

Gefühlt eine Ewigkeit stehe ich auf dem Hotel de Ville welches wir als unseren Treffpunkt ausgemacht haben. Mein Partner kommt entspannt zu mir herüber geschlendert, grinst mich vielsagend an und nimmt an der Kante des Gebäudes Platz. Vor uns ragt ein riesiger Bildschirm, der den von mir verursachten Kuss in überdimensionaler Größe zeigt. Sofort schießt mir die Röte ins Gesicht.
Mit einem gewissen Abstand nehme ich neben Chat platz und starre auf den Bildschirm vor uns. Mein Herz klopft so schnell das ich glaube er könnte es hören, was das ganze noch peinlicher machen würde.
Mit einem leichten räuspern gebe ich dann meine Gedanken preis, bin ich doch neugierig was der Kater zu der ganzen Situation zu sagen hat. Natürlich kam der Kuss von meiner Seite aus. Aber er hat ebenso Schuld an dem Dilemma! Er hätte den Kuss nicht erwidern müssen oder darauf achten das…was mache ich mir hier eigentlich vor?
Mein Partner hat keine Schuld an all dem, nur ich. Ich, die ihre Gefühle nicht mehr unter Kontrolle hatte und uns nun diesen Schlamassel eingebrockt hat. Die Schuld auf ihn zu schieben wäre nur feige und beschämend.

„Meine beste Freundin hat kein anderes Thema mehr“, bringe ich schließlich hervor.

„Ohja, da kenne ich auch so jemanden“.

„Ich glaube sogar sie hat es als Hintergrundbild! Uns Chat Noir!“.

Zu meiner Verwunderung fängt der Junge neben mir an zu lachen. Das Lachen, welches mir so vertraut ist und mein Herz ins Stolpern bringt obwohl es das nicht sollte. Nicht jetzt.

„Hör auf zu lachen!“, kurz boxe ich ihm gegen den Arm. „Sie ist eine schamlose LadyNoir Shipperin…“

Doch mein Satz bewirkt das Gegenteil. Mein Partner lacht nun noch lauter, hält sich dabei den Bauch während über seine Maske Tränen der Freude rollen. Ihn so ausgelassen zu sehen zaubert mir doch tatsächlich ein Lächeln aufs Gesicht. Jedoch hält dieses nicht lange als ich mir wieder in Erinnerung rufe, weshalb ich eigentlich hier bin. Wir müssen das klären, auf der Stelle!

„Deine Freundin hat einen guten Geschmack.“
Ich blicke ihn verwirrt an.
„Ich bin ebenfalls sehr angetan von Ladynoir!“

„Chat…“

„Im Ernst! Ich habe sogar diese eine FanFiction vor einigen Tagen gelesen.“

„Cha-aat…“

„Und da habe ich herausgefunden was mit einer Sünde gemeint ist!“

„CHAT!“

Endlich hört er mit seiner Fantasie auf und schaut mich nun fragend an. „Ja M‘Lady?“.
Das er mich nun mit diesem liebevollen Blick straft, trifft mich mitten ins Herz. Am liebsten würde ich ihm für diesen Blick um den Hals fallen, ihn küssen, seine Haut kosten und ihm mit meinem Körper zeigen, wieviel Liebe in mir für ihn steckt.
Doch auch jetzt stoppt mich meine Sturheit. Das Versprechen gegenüber Meister Fu, dass unsere Identitäten immer voreinander geheim bleiben. Ein Versprechen, das ich am liebsten zurück nehmen würde um all den Problemen aus dem Weg zu gehen. Aber es lässt sich nicht ändern, nicht mehr.
Ein tiefer Seufzer gleitet über meine Lippen.
„Du weisst dass das nie passiert wird…richtig?“. Meine Stimme ist kaum mehr ein Flüstern. Vielleicht damit ich hoffen kann, er hätte es nicht gehört und ich könnte noch Mal in Ruhe darüber nachdenken. Jedoch ist Chat eine Katze, und diese haben bekanntlich gute Ohren.
„Warum sagst du das?“. Er klingt verletzt. Sofort schnellt mein Blick in seine Richtung. „Ist es, weil du meintest es wäre nur ein Mal?“.
Ihm jetzt so nah zu sein kann ich nicht. Ich erhebe mich aus meiner Position und schlinge dabei meine Arme um meinen Körper. Einerseits um die kühle Nachtluft nicht an mich zu lassen, andererseits um das aufkommende Zittern der Frustration zu unterdrücken. Meinen Blick habe ich zu Boden gerichtet.
„Es ist…ich fühle nicht das gleiche für dich Chat..“.
Am liebsten würde ich mir für diese Lüge in den Arsch treten oder auf der Stelle von einem Blitz erschlagen!
„Das Bild sagt aber etwas anderes“, mein Partner hat sich nun ebenfalls aufgerichtet, steht mit dem Rücken zu dem großen Bildschirm und deutet mit dem Daumen über seine Schulter genau auf diesen.
„Es war nur ein Kuss. Es hat nichts bedeutet!“, um meinen Worten Ausdruck zu verleihen, verschränke ich meine Arme nun ineinander und blicke Chat dabei leicht genervt an. Diese Fassade aufrecht zu halten fällt mir ungemein schwer.
Doch es bewirkt auch hier wieder das Gegenteil. Mein Partner kommt zu mir herüber geschlendert. „Wie kommst du darauf?“. Er greift nach meiner Hand, hält diese fest in seiner. „Vielleicht bedeutet dieser Kuss ja alles…“.
Überrascht blicke ich zu ihm auf, bemerke ich erst jetzt wie nah er mir wieder gekommen ist. Meine Knie werden weich, geben mir das Gefühl jeden Augenblick zu versagen. Um diesen Gefühlen Einheit zu gebieten, lege ich meine freie Hand an seine Brust. So suche ich mir auch gleichzeitig den Halt.
„Chat…ich kann nicht..“.
„Ich weiß, M‘Lady“, er hebt meine Hand an seine Lippen, haucht einen sanften Kuss darauf und blickt mir dabei intensiv in die Augen. „Ich meine was ich gesagt habe. Deine Freundschaft bedeutet mir alles“.
Seine sanfte, einfühlsame Stimme raubt mir den letzten Nerv. „Also sei unbesorgt. Ich verspreche dir, ich werde dieses Thema nicht mehr zur Sprache bringen“.
Noch ein Mal zwinkert er mir in dieser Position zu, lässt dabei von mir ab und geht nun einige Schritte zurück. Kurz schaut er zum Bildschirm herüber der weiterhin das Gesprächsthema Nummer 1 auf die Leinwand bringt. Sein Blick wird wehmütig doch er fängt sich schnell um mich dann anzulächeln. Verschmitzt verbeugt er sich vor mir.
„Nun denn M‘Lady! Es wird spät und die Katze braucht seinen Schönheitsschlaf - gute Nacht Bugaboo!“.
Mit diesen Worten wendet er sich schließlich ganz von mir ab und verschwindet in der Dunkelheit der Nacht.
Und ich fühle mich wieder so endlos leer und schwach.
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