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Behind the Masks: SMS-Liebe

von Milk-Toto
GeschichteLiebesgeschichte, Erotik / P18 / Het
Adrien Agreste / Chat Noir Marinette Dupain-Cheng / Ladybug
30.09.2021
14.10.2021
5
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30.09.2021 2.006
 
Der Regen prasselt in stetigem Rhythmus auf mein Dachfenster während der Wind heulende Laute von sich gibt. Im Vergleich zu dem Wetter welches sich draußen abspielt, ist es hier in meiner Wohnung mollig warm. Dennoch habe ich mir über meinen kuscheligen Pulli und die dicke Socken noch eine warme Decke geschlungen. Passend dazu dampft aus meiner Ladybug Tasse der aromatische Duft des Cappuccino den ich mir vor einigen Minuten gemacht habe.
Dabei schaue ich angestrengt auf meine Skizze des nächsten Entwurfs, welchen ich für Mr. Agreste anfertigen soll. Ich kann von Glück reden das der angesehenste Modedesigner an mir und meinem Können Interesse gezeigt hat. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass sein Sohn schon in der Schulzeit einige meiner Entwürfe für Shootings getragen und präsentiert hat. Schon zu dieser Zeit war Monsieur Agreste von angetan und hat mich, zu meiner Freunde, vor allen Anwesenden gelobt. Nicht zuletzt vor Chloé die versucht hat mein Design zu stehlen.
Aber all das liegt in der Vergangenheit- ich habe den Sprung von der Schule ins Berufsleben gemeistert, arbeite für ein angesehenes Modeimperium und bin immer noch die Heldin von Paris. Wobei mich diese Tatsache in gewissen Punkten zurück wirft und meine Verzweiflung jeden Tag ansteigen lässt. Trotz dessen, dass Chat Noir und ich mittlerweile unser Leben riskieren um Paris von Shadow Moth zu befreien, kommen wir diesem kein Stück näher. Ganz im Gegenteil. Wir haben sogar das Gefühl, dass seine Angriffe immer stärker werden, die Akumas welche er los schickt immer aggressiver werden und er eher uns auf die Schliche kommt. Und eine Sache verwundert mich immer wieder aufs neue: sein Angriffsmuster, die Bösewichte welche er erschafft, sind im Vergleich zu den letzten fünf Jahren anders. Raffinierter, Zielsicherer und deutlich bedrohlicher.
Gedankenverloren kaue ich auf meinem Bleistift als mich das leise ‚Pling‘ meines Handy aus den Gedanken reißt. Da an meine Skizze eh nicht mehr zu denken ist, schnappe ich mein Mobiltelefon und lese die Nachrichtenanzeige auf dem Display, was mich zu einem sanften Schmunzeln bewegt.
Chat hat mir geschrieben.
Vor nicht mal einer Woche habe ich ihm als Ladybug meine Mail Adresse gegeben und ihm gesagt das ich über den Nachrichtendienst „Trodat“ zu erreichen bin. Natürlich nur für den Notfall!
Entgeistert hat er mich angesehen und diesen kleinen Zettel so fest an seine Brust gedrückt das ich kurz geglaubt habe, er würde ihn gleich inhalieren. Der Massanger läuft zum Glück über Mail Adressen die Ersatzweise für unsere Nummern eingesetzt werden können. Ein großer Vorteil für uns, da wir nun auch außerhalb unserer Patrouille im Kontakt bleiben können um uns so über verdächtige Aktivitäten oder Veränderungen in der Stadt auf dem laufenden zu halten.
Doch mein Partner hat, ich hätte es auch ahnen müssen, mehr im Sinn als nur über unsere Aufgabe als Helden in Kontakt zu treten.
Immer noch leuchtet mich sein Name mit der Pfote welche er als Profilbild genommen hat an. Mit zwei schnellen Fingertippser auf die Nachricht in meinem gesperrten Handy, öffnet sich diese wie von Zauberhand. Ein Hoch auf die Technik und die Gesichtserkennung.

CN: Wusstest du M‘Lady, dass wenn man seine Zähne putzt es die einzige Zeit ist in der man sein Skelett säubert?

Ich blinzle die Nachricht an, in meinem Kopf beginnen sich die Zahnräder zu drehen und als die Nachricht in meinem Hirn durchgesickert ist, kann ich nicht anders als zu lachen. Dieser Kater hat die unglaublichsten und gleichzeitig dümmsten Sprüche auf Lager die ich kenne.
Dennoch muss ich mein Ego ihm gegenüber aufrecht erhalten, ihm klar machen das er sich nicht alles erlauben kann und wir immer noch nur Partner sind. Wobei ich mir selbst eingestehen muss, dass sich etwas zwischen uns geändert hat. Viel geändert hat.
Mein Augenmerk liegt öfter auf ihm, vor allem seitdem meine Liebe für meinen damaligen Klassenkameraden abgeebbt ist. Sehr zur Verwunderung meiner besten Freundin Alya.
Doch ich konnte nicht anders. Erst galt seine Liebe Kagami welche aus unvorhersehbaren Gründen die Beziehung beendet hat, dann hat er mit einer Austauschstudentin angebandelt zum Wohlwollen seines Vaters. Da wurde mir bewusst das ich niemals auch nur eine Chance habe neben ihm zu stehen, seine Hand zu halten und ihm gerecht zu werden. Eigentlich eine traurige Tatsache, aber noch armseliger wäre es mit diesem Wissen weiter einer Liebe nachzulaufen, die keine Zukunft hat.
Stattdessen habe ich mit meiner körperlichen und geistigen Reife besonnen und den Blick für das geöffnet, was schon längst vor mir liegt. Natürlich war das jetzt keine Entscheidung die ich über Nacht getroffen habe, nein. Es hat seine Zeit gedauert bis meine Gefühle für Adrien vollkommen in meinem Herzen eingeschlossen wurden und ich offen für neues war. Letztendlich hat es der Kater doch geschafft sich einen Weg zu mir zu bahnen, doch diese Einsicht möchte ich ihm nicht offenbaren. Nicht nachdem ich ihn all die Jahre von mir gestoßen und mit meinen Worten verletzt habe. Es steht mir einfach nicht zu.

LB: Chat…im Notfall! Nur im Notfall!
LB: …..
LB: Na toll. Jetzt kann ich nicht aufhören darüber nachzudenken

Schnell sind die Nachrichten getippt und versendet. Ich kann mir schon vorstellen das er dümmlich auf sein Handy grinst weil er mich mal wieder aus der Reserve gelockt hat und ich auf sein Spielchen eingegangen bin. Eine Angewohnheit an ihm, die er ziemlich gut beherrscht.
„Er hat dich ganz schön um den Finger gewickelt“, höre ich die sanft Stimme hinter mir. Seufzend lasse ich meinen Kopf in den Nacken fallen so das ich kopfüber in Tikkis kleine Knopfaugen blicke. Der Regen der nun aufgehört und eine Spur von Tropfen auf meinem Fenster hinterlassen hat, lässt diese wie Schatten in meine spärlich beleuchtete Wohnung reflektieren. Dadurch sieht es so aus, als würde der kleine Kwami inmitten von unzähligen Tautropfen sitzen und ihren Keks mampfen.
„Du hast keine Ahnung wie sehr…“, gebe ich kleinlaut zu.
„Willst du ihm nicht sagen was du fühlst? Immerhin empfindet er doch auch das gleiche für dich, oder“.
Tikkis Worte wiegen wie Blei auf meinen Schultern, drohen mich nach unten zu ziehen und in eine endlose Tiefe zu stürzten. Eigentlich würde ich ihr Recht geben, doch mein Verstand verbietet es mir diesem Kater der mir so viel entgegenbringt mein Herz zu offenbaren. Nachdenklich schüttle ich meinen Kopf was meine Freundin mit den Augen rollen lässt. Auch sie hat sich in den letzten Jahren verändert. Ihre fürsorgliche Art ist noch ausgeprägter als sonst aber auch ihre Art die Dinge einfach mal ruhen zu lassen ist mit der Zeit gewachsen. Und dafür danke ich ihr aus vollem Herzen.
Mein Handy gibt wieder ein verräterisches ‚Pling‘ von sich was mich dazu bewegt, verstohlen auf das Display zu schielen.
„Marinette, du solltest auf dein Herz hören“, rät mir das kleine Wesen, was dann in kürzester Zeit von ihrem Platz verschwunden und durch einer der Wände hindurch ist. Eine Fähigkeit die ich sehr beneide: verschwinden was es einem passt.
Doch ich muss meiner Freundin insgeheim Recht geben. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als meinen Gefühlen freien Lauf zu lassen.

CN: Wie sonst erhalte ich die ungeteilte Aufmerksamkeit meiner M‘Lady?
LB: Vielleicht in dem du mich ganz normal fragst ob wir auf Patrouille gehen?
CN: ….
CN: Gehen wir heute auf Patrouille?
LB: Wie immer zur gleichen Zeit gleicher Ort ;)

Als Antwort erhalte ich dann noch ein feuerrotes Herz, welches mein eigenes dazu verleitet schneller zu schlagen.
Doofe Gefühle!
Doch im komme nicht drum herum diesem Mann zu begegnen und meine Miene aufrecht zu erhalten auch wenn ich ihm so viel zu sagen habe. In meine Decke geschlungen stehe ich von meinem Platz auf, lege Zeichenblock und Stift beiseite und wickle mir die Decke noch ein Stück enger um meinen Körper. Mit einem kurzen Blick auf die Uhr, die in meiner Küche hängt, schätze ich ab wieviel Zeit mir noch bleibt. Wenn ich durchgehe was ich eigentlich noch alles machen wollte bevor ich meinen Partner treffe, entfährt mir ein tiefer Seufzer. Ich habe es mal wieder geschafft den ganzen Tag in meiner eigenen kleinen Welt, bestehend aus Zeichnen, Radieren und schimpfen, zu verbringen. Mit einem Blick zu meinem Sofa auf dem ich eben saß zeigt sich mir auch das Ausmaß meines Radiermarathons.
Saugen muss ich also auch noch.
Das kann ich allerdings auch später oder morgen erledigen, immerhin wird in den nächsten Tagen neuer Radier-Fussel dazu kommen. Zufrieden mit diesem Gedanken schlendere ich in mein kleines aber durchaus ausreichendes Bad und entledige mich meines warmen Kokons. Sofort wird meine Haut von einer Gänsehaut geziert, die mich erschaudern lässt.

Das Wasser fließt in warmen Strömen über meinen Körper was mich wohlig brummen lässt. Im Hintergrund läuft leise meine Playlist „Sleep Fruits Musik“ von Spotify, welche mich mit ihren Klängen einlullt. Der warme Nebel der sich durch die Feuchtigkeit bildet trägt dazu bei, dass ich mich immer weiter entspanne, meinen Kopf von alle dem Stress der letzten Woche lossage und mich dem hingebe, was ich in den letzten Tagen so sehnlichst wünsche.
Meine Gedanken gleiten zu meinem Partner, seinen muskulösen in Leder gekleideten Körper und seiner rauen Stimme. Allein der Gedanke an eine Berührung von ihm lässt Schauer durch meinen Körper jagen, welche sich in meinem Schoß sammeln und zu einem fast schon schmerzhaften Pochen werden. Ich stelle mir vor wie er mich sanft küsst, immer fordernder wird, seine Krallen über meinen Körper gleiten lässt. Durch dieses Kopfkino gleitet ein leises Stöhnen über meine Lippen was von dem Rauschen des Wassers gedämpft wird. Der Dampf benetzt meine Lippen, vernebelt meine Sinne und gesteuert von meiner Lust beginne ich sanft aber in gleichmäßigem Rhythmus mich selbst zu streicheln. Weiterhin habe ich Chats Gesicht vor meinen Augen, stelle mir vor wie er meinen Körper mit Küssen bedeckt, immer tiefer gleitet und sein heißer Atem meine intimste Stelle trifft bevor er diese mit seinen warmen Lippen umschließt und mich in Ekstase versetzt.
Ungeniert lasse ich meine Finger in mich gleiten, reize meine Lust vollkommen aus während mich der Gedanke an meinen Partner immer weiter zu meinem Höhepunkt treibt. Das anbahnende Ziehen in meinem Unterleib breitet sich immer weiter aus, bis es schließlich in einer zuckenden und erregten Erlösung endet, die mich laut aufstöhnen lässt.
Erschöpft lasse ich mich nach hinten an die kalte Duschwand fallen, während das Wasser weiterhin auf mich hinab regnet und meine heißen, geröteten Wangen trifft.
Doch auch wenn ich jetzt meinen Höhepunkt erreicht habe, ist meine Lust welche ich empfinde noch immer vorhanden, so sehr sehne ich mich nach Chat.
Frustriert lasse ich von mir ab und wasche die Scham, die nun durch meinen Körper geht, ab.

Der Wind umspielt meine Haare und ich kann von Glück sagen, dass der Regen nicht passender hätte aufhören können. An der Kante des Palais Garnier lasse ich meine Beine baumeln, blicke auf die Stadt die sich zu meinen Füßen erstreckt und beobachte das rege Treiben unter mir.
Während ich gedankenverloren meine Augen auf die Welt unter mir richte, bemerke ich erst durch das Aufstellen meiner Nackenhaare das sich eine gewisse Person nähert. Ich brauche mich gar nicht herum drehen um zu erkennen wer nun neben mir Platz nimmt, mit einen Kaffee und eine Tüte voll herrlich duftender Croissants der Bäckerei meiner Eltern.
Sofort fixieren mich diese grünen Augen in denen ich mich verliere, strahlen mich an als würde sie mein Innerstes erahnen können.
„Guten Abend M‘Lady“, das Lächeln umspielt seine Lippen und mein Blick bleibt viel zu lange an diesen Haften. Ein amüsiertes Grinsen seinerseits folgt und mit schießt sofort die Röte ins Gesicht, welche sich auch durch meine Maske und dem seichten Licht nicht verbergen lässt.
Als würde er meine Gedanken durchschaut haben, kommt er mir gefährlich Nahe, streicht eine Haarsträhne welche sich in mein Gesicht verirrt hat nach hinten und drückt mir schließlich den Becher mit Kaffee in die Hand.
Für einen Moment hat mein Herz ausgesetzt da der Gedanke das er mich jetzt küssen würde so intensiv war, das ich glaube in Ohnmacht zu fallen. Eilig wende ich meinen Blick ab, nippe an dem viel zu heißen schwarzen Gebräu und wispere gegen den Becher „Hallo Kätzchen…“, denn zu mehr bin ich bei meinen Gedanken gerade nicht imstande.
 
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