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Ohne Raum und Zeit

von Danilea
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Gen
28.09.2021
12.08.2022
33
62.309
4
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Dieses Kapitel
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05.08.2022 1.771
 
„Ich bin auf dem Weg nach Hannover. Andreas und ich haben uns im Double Tree Hilton eingebucht. Wir wollen nochmal über das Angebot zum Synchronprojekt sprechen.“ Lissa seufzte. „Aber du weißt, dass ich da sowieso eine klare Meinung zu habe. Entweder müssen wir eben diese extreme Art von Fernbeziehung händeln, oder…“ Lissa machte eine Pause. „Oder wir schaffen es eben nicht.“

Ihre Worte hingen in der Luft und es schien, als versuche Katrin, die am anderen Ende der Leitung war, die Härte dieser Aussage ein wenig abzumildern, als sie sehr sanft das Wort ergriff. „Hör mal, vielleicht malst du nicht gleich den Teufel an die Wand, okay? Also, zunächst ist es tatsächlich Andreas´ Entscheidung, da muss ich ihm Recht geben. Wenn er den Job sausen lassen will, weil ihm sein Privatleben wichtiger ist, dann ist das so. Das kann schon vorkommen. Und vielleicht freust du dich dann einfach mal darüber.“ mahnte Katrin leise, ehe sie fortfuhr. „Und wenn es sich anders entscheidet, dann werdet ihr versuchen, eine Lösung zu finden. Urlaub, den du in den Staaten verbringst und vielleicht ein paar Heimatbesuche durch ihn. Es ist ja nur für ein Jahr.“

„Nur! Das sagst du so leicht. Das ist eine Ewigkeit! Ich bin ja jetzt schon überfordert damit, dass wir ständig getrennt sind. Und im Vergleich dazu würden wir uns ja praktisch gar nicht mehr sehen, wenn Andreas in die USA gehen würde.“ Lissa platzte mit ihrer Antwort nur so heraus. Katrin seufzte. „Ich kenn das. Glaub mir. Für mich war das auch nicht immer leicht, schon gar nicht seit ich die Kinder hab´. Aber warte doch erstmal ab.“
Katrin bemühte sich wirklich, Lissa aufzumuntern und ihr Mut zu machen. Sie sorgte sich ein wenig um ihren Bruder und ihre Schwägerin in Spe. Lissa schien doch deutlich mehr Schwierigkeiten mit der Fernbeziehung zu haben. Zugegeben – ein Jahr war eine lange Zeit. „Na, komm erstmal in Hannover an. Dann macht ihr euch einen netten Tag zusammen und dann seht ihr weiter.“ schlug Katrin vor. Lissa nickte stumm und verabschiedet sich dann von Katrin.
Nachdem sie aufgelegt hatte, kramte sie die Bestätigungsmail vom Hotel hervor. Es stimmte schon, einen gemütlichen Tag würden sie wohl haben. Sie hatten extra ein schönes Hotel herausgesucht, dass nicht ganz so businessmäßig ausgestattet war und trotz allem nah am Bahnhof gelegen war. Lissa reiste mit dem Zug an und es machte wenig Sinn, wenn sie erst noch ewig durch die Stadt fahren musste, um zum Hotel zu gelangen.

Sie wusste gar nicht so recht, worüber sie noch reden sollten, schließlich hatten beide ihren Standpunkt klar gemacht. Aber es tat beiden einfach gut, einander zwischendurch zu sehen. Auch, wenn es nur für diesen einen Tag und eine Nacht sein würde, ehe sie in die nächste zweiwöchige Durststrecke starteten. Besser als nichts. Es war so schön gewesen, als sie erneut zusammen für ein paar wenige Termine auf Tour gewesen waren. Das hatte Lissa fast vergessen lassen, wie schlecht sie sich zuvor gefühlt hatte.
Sie blickte auf ihre Uhr. 12:34. Sie würde in etwa einer Dreiviertelstunde in Hannover ankommen und Andreas hatte versprochen, sie vom Bahnsteig abzuholen. Er war schon mit dem Auto am Hotel angekommen, er hatte ihr vor etwa einer halben Stunde eine Nachricht geschickt. Lissa freute sich auf ihn. Egal, ob die Umstände ihrer Beziehung gerade nicht besonders rosig waren. Sie hatte Sehnsucht nach ihm und dachte nun einfach nur an die ersten gemeinsamen Stunden im Hotel.

                                                                                        *
Sein Kuss war sanft und doch besitzergreifend. Er schaute sie lange an, nachdem sich seine Lippen langsam von ihren gelöst hatten. Dann lächelte er. „Ich wollte dich ja eigentlich ins Restaurant entführen. Oder wenigstens in eine Bar. Wie wär´s mit einer Weinbar?“ Er stützte sich auf seinen Ellenbogen und schaute sie fragend an. Lissa musterte ihn prüfend, ehe sie ihn einfach nur wieder küsste. Sie wollte eigentlich gar nicht darüber nachdenken, ob und wo sie etwas essen oder trinken wollte. Sie wollte nur mit Andreas zusammen sein. Zeit mit ihm verbringen. Und ganz aktuell wollte sie, wenn sie ehrlich war, auch einfach nur mit ihm im Bett bleiben. Auch wenn sie es natürlich besser wusste, hatte sie in diesem Augenblick einfach das Gefühl, dass sie nur mit Andreas in diesem Zimmer, in diesem Bett bleiben musste, und alles würde gut werden. Und so zog sie ihn erneut an sich, küsste und ermutigte ihn, das, was er zuvor mit ihr gemacht hatte, ein weiteres Mal zu tun.

Nachdem er sie vom Bahnhof abgeholt hatte, waren sie sofort ins Double Tree Hilton gefahren und hatten nach Lissas Check In ihr Zimmer im ersten Stock aufgesucht. So klischeehaft das sein mochte, sie landeten immer zuallererst miteinander im Bett. Aber wie hätte es auch anders sein sollen, wenn man sich viel zu oft zwei Wochen oder länger nicht sah?
Lissa hatte Andreas´ Zärtlichkeiten zutiefst genossen. Seine blauen Augen hatten Liebe und Leidenschaft gespiegelt, sein Atem an ihrem Hals hatte ihr signalisiert, wie sehr er sie vermisst hatte und seine Hände unter ihrem Shirt hatten unmissverständlich klargemacht, dass er sie begehrte. Ganz zu schwiegen von seinem Mund, der immer wieder ihren gesucht hatte. Die rhythmischen Stöße, mit denen er sie schließlich immer wieder sanft aber bestimmt in die Kissen gedrückt hatte  und sein unterdrücktes Keuchen, ließen keinen Zweifel daran, wie groß auch seine Sehnsucht gewesen war.

Nachdem Lissa und Andreas erneut in die großen Kissen des King Size-Bettes gefallen und sich geliebt hatten, lagen sie schließlich atemlos und matt nebeneinander. „Los, geh mit mir etwas unternehmen.“ drängte Andreas nun doch. „Zuerst eine Runde durch die Innenstadt. Dann was trinken.“ Er küsste ihren Hals. „Ich will den Tag noch ein bisschen mit dir erleben. Und reden will ich auch.“ bat er nachdrücklich. „Na gut.“ stimmte Lissa zu. „Gib mir ein paar Minuten.“ fügte sie hinzu und verschwand dann im Bad.
Zum Glück war es noch hell, als Lissa und Andreas es schließlich aus dem Hotelzimmer und in die Stadt geschafft hatten. So konnten sie mit dem Auto einen Ausflug zu den Herrenhäuser Gärten machen und einen kleinen Spaziergang genießen. Die Luft war ungewöhnlich mild und die Sonne schien, so dass sie gemütlich schlendern konnten, ohne zu frieren. Im Anschluss fuhren sie zurück in die Innenstadt und unternahmen einen Bummel durch die Einkaufsstraße. Dabei entdeckten sie auch eine kleine Weinbar, in der sie schließlich einkehrten, als es dunkel wurde.

Sie bestellten Rotwein und eine Käseplatte mit Baguette und machten es sich in einer Sitzecke im hinteren Teil der Bar bequem. Von dort konnte man durch ein großes Fenster das Treiben auf der Einkaufsstraße verfolgen und hatte es gleichzeitig bequem und warm. Nachdem sie ein paar Schlucke Wein getrunken und von den Käsehappen probiert hatten, lenkte Andreas schließlich das Gespräch noch einmal auf das eine große Thema, das sie nun seit einigen Tagen mieden und das doch unvermeidlich war.

„Ich werde das Angebot übrigens definitiv nicht annehmen. Egal, was du sagst. Ich habe mir das wirklich ausgiebig durch den Kopf gehen lassen und finde einfach, dass es das nicht wert ist. Ich will es nicht. Punkt.“ Seine Meinung stand fest. Und er blickte Lissa fest in die Augen, um ihr zu zeigen, wie ernst ihm das alles war. Lissa senkte den Blick und atmete tief durch. „Ich werde mich immer fragen, ob du es nicht doch bereuen wirst.“ gab sie wieder einmal zu denken. „Lissa…“ Andreas seufzte. „Was soll ich noch sagen, damit du mir endlich glaubst, dass alles gut ist, wenn ich in Deutschland bleibe?“ Er rang mit den Händen und ließ sie schließlich geräuschvoll auf seine Schenkel fallen. „Ich glaube manchmal, ich kann sagen, was ich will. Du hörst gar nicht richtig zu.“ Seine Stimme klang bemüht beherrscht.
Lissa nahm seine Hand und strich vorsichtig darüber. „Siehst du, deswegen wollte ich im Hotelzimmer bleiben.“ Sie lächelte Andreas schief an. „Dann hätten wir einfach nicht mehr darüber gesprochen und nur genossen, dass wir einander endlich wieder nah sind.“ Andreas strich ihr übers Haar. „Und mir war klar, dass du versuchen würdest, das Thema zu umgehen. Ich frage mich nur, wo das hinführen soll. Am Ende müssen wir eine Lösung finden.“ sagte er beharrlich.
Lissa nickte. „Aber vielleicht nicht heute.“ gab sie zurück.

Als die beiden drei Stunden und drei weitere Gläser Wein später wieder im Hotel ankamen, schoben sie sich knutschend durch die Zimmertür. Sie hatten es irgendwann aufgegeben, über das leidige Thema Fernbeziehung und Synchronprojekt zu sprechen und stattdessen beschlossen, mehr Wein zu bestellen. Irgendwie brachte es nichts, sich den Kopf zu zerbrechen und sie hatten ohnehin schon so wenig Zeit gemeinsam, weshalb sie das taten, was zwangsläufig wohl die meisten Paare in ihrer Situation getan hätten: Verdrängen.

Lissa zog Andreas ins Badezimmer und entledigte sich ihres Shirts. Dann zog sie ihm seines über den Kopf und machte sich an seiner Jeans zu schaffen. Andreas ließ sie gewähren, genoss sichtlich ihre Berührungen. Er nestelte ebenfalls an ihrer Kleidung herum, und schließlich standen sie nackt voreinander. Lissa ging hinüber zu der großen ebenerdigen Dusche und stellte das Wasser an. Dann zog sie Andreas zu sich heran und küsste ihn leidenschaftlich. Er ließ sich nicht lange bitten und erwiderte ihren Kuss, während er voller Verlangen über ihren Po und ihre Schenkel strich. Er drängte Lissa sanft gegen die Duschwand und ließ seine Hände dann fordernd über ihre Brüste fahren. Hörbar sog er die Luft zwischen den Zähnen ein, als Lissa wie automatisch ein Bein anwinkelte und damit ihren Schoß an seinen drängte.

Seine Erregung war deutlich zu spüren und sie rieb sich verlangend an ihm. Sie stöhnten beide in den Kuss hinein und dann hielt Andreas es nicht länger aus. Er dirigierte  Lissa so mit seinen Händen, dass sie sich umdrehte und er sich nun von hinten an sie drängen konnte. Während er ihren Nacken und ihre Schultern mit heißen Küssen bedeckte, drang er von hinten in sie ein. Sie seufzte laut auf und griff hinter sich an seinen Po. Ziemlich schnell erhöhten beide das Tempo ihrer rhythmischen Bewegungen und während Andreas Lissas Brust mit der einen und ihren Venushügel mit der anderen Hand liebkoste, vergaß Lissa alles um sich herum und gab sich laut und hemmungslos hin. Andreas verlor das letzte bisschen Beherrschung und drängte sich lustvoll an Lissa, während er seufzend zum Höhepunkt kam. Er überzog abermals ihre Schultern mit Küssen und schließlich ruhten beide sich aneinandergedrängt unter dem warmen Prasseln des Wassers von ihrem Quickie aus.
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