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Van Cuddlefart

von Ikari
Kurzbeschreibung
OneshotAbenteuer, Fantasy / P12 / Gen
27.09.2021
27.09.2021
1
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Van Cuddlefart

Van Cuddlefart war ein edler und zugleich alberner Adelsname. Den Titel trug eine
Künstlerfamilie aus Gilneas. Das Oberhaupt der Familie, Victorius van Cuddlefart, war
begnadeter Maler und brachte die Landschaft um sich herum mit Leichtigkeit magisch auf
eine Leinwand. Die Gemahlin, Hanka van Cuddlefart war eine erstaunliche Alchemistin, die
viele Tränke und Mixturen aus dem Gedächtnis heraus ansetzen konnte. Ihre Düfte waren in
ganz Gilneas bekannt. Jeder wollte die wohlriechenden und zum Teil aphrodisierenden
Parfüme sein Eigen nennen. Und dann gab es den ältesten und einzigen Sohn und
Nachfahre der Familie: Kimaron van Cuddlefart.
Dieser war unheimlich stolz auf den Namen, eiferte schon in frühen Jahren seinen Eltern
nach und spezialisierte sich auf die Erforschung seltener Artefakte vergessener Kulturen. Er
begann früh hinaus in die Welt zu reisen um kostbare Stücke zu sammeln und diese
irgendwann in einem eigenen Museum ausstellen zu können. Und um an diese Schätze zu
gelangen musste er die Sitten und Riten der alten Einwohner lernen und kennen. Und so
breitete er sein Gebiet der Forschung auch auf Flora und Fauna aus, sowie vergessene
Zivilisationen. Denn nur mit diesem Wissen konnte er auch irgendwann das seltenste
Artefakt in seinen Händen halten.
Mit 20 hatte Kimaron das östliche Königreich sowie Kalimdor durchkämmt. Mit 25 begann er
Pandaria zu erkunden. Dieses Land war mysteriös und wundervoll und hatte ihn von der
ersten Minute, als er seine Pfote auf die Insel setzte, in seinem Bann gezogen. Kimaron
lernte einige Jahre bei Freibeutern das Segeln und die Meere kennen, ging dann aufgrund
seiner Mission seinen eigenen Weg. Das Kämpfen mit Dolchen und Pistolen hatte sein
einstiger Kapitän ihm beigebracht und stellte sich häufig als sehr nützlich heraus.
Als Kimaron sein 33. Lebensjahr vollendete segelte er Richtung Nordend. Ein eisiges und
kahles Land, wenn man den Geschichten glauben schenkte.
Seine Crew bestand aus freiwilligen Piraten und Räubern, die sich ein wenig dazuverdienen
wollten. Sein Schiff, The Primus Lupus, welches er selbst nach dem Kauf in Sturmwind so
getauft hatte, leistete ihm stets treue Dienste. An Gold mangelte es Kimaron nicht, denn
seine Familie war reich und er erhielt von seinen Eltern immer genügend dieser wertvollen
Münzen, wenn er es brauchte.
Und so war der Tag gekommen, als er im Hafen der boreanischen Tundra anlegte und an
Land ging. Seiner kleinen Crew gab er jeweils ein Säckchen Gold und verabschiedete sich
mit einer würdevollen Verbeugung.
Kimaron richtete sein prall gefüllten Rucksack, nahm noch einen großen Schluck aus seiner
grünen Feldflasche und wischte sich die Schnauze mit dem Handrücken ab. Seine wilde
schwarze Mähne wehte im kühlen Meereswind, welches über die Hafenstadt blies und den
Geruch von Fisch in der Luft mit sich riss. Sein braune Ohren zuckten, als er die Möwen
hörte und kurz daraufhin ein Schrei. Dass sein Magen geknurrt hatte und er am liebsten
einen frischen Fisch zwischen seinen Fängen hätte, musste er erstmal ignorieren.
„Dreckiger Dieb!!! Er hat meine Tasche!!!“, schrie eine ältere Menschendame und zeigte
Richtung Steg in der Nähe des Gasthauses. Dies erkannte Kimaron am großen Schild über
der Eingangstür. Doch dann fixierten seine gelben Augen einen flinken Nachtelfen, der
grinsend mit einer großen braunen Ledertasche davon flitzte.
Instinktiv setzte Kimaron Schattenschritt ein, teleportierte sich so hinter den Räuber und
verpasste diesem einen Nierenhieb. Dieser ließ sogleich die Tasche fallen und krümmte sich
vor Schmerzen.
„Ist ja schon gut, ich gebe auf! Die alte Schachtel hat bestimmt eh nicht genug Gold,
nimm…“, jammerte dieser los und Kimaron bleckte siegessicher seine scharfen Zähne. Er
streckte seinen Arm zur Tasche aus, als er sich herunter beugte, doch zu spät erkannte er
aus dem Augenwinkel das fiese Grinsen und schon im nächsten Moment blitzte etwas in
seinem rechten Augenwinkel auf.
„Narr!!!“, schrie der Nachtelf und hatte zwei Dolche gezückt. Einen konnte er ausweichen,
doch der Zweite traf Kimaron. Innerhalb von Sekunden wurde sein rechtes Auge schwarz,
dann fühlte er etwas Warmes an seiner Schnauze herunterlaufen. Vorsichtig tastete er mit
seiner Pranke zum dumpfen Schmerz, welcher immer präsenter wurde und stechend
nachhallte. Als er diese schnell von der pochenden Stelle wegzog und mit dem linken Auge
begutachtete, wurde Kimaron klar, was passiert war. Der andere Schurke hatte ihm sein
Augenlicht geraubt.
Wie in einem Blutrausch, zückte nun auch der Worgen seine Waffen und attackierte nun den
Anderen, dessen schockierte Blick das Einzige war, was er noch machen konnte. Mit einem
Hieb hatte Kimaron eins der langen Ohren abgeschnitten und mit dem anderen zwei Finger
der zum Schutz erhobenen Hand.
Er brüllte und wollte erneut zustechen als der Nachtelf in seinen Beutel am Gürtel griff und
eine Rauchbomben zündete.
Hustend wedelte er vor seinem Gesicht herum, aber es half nichts. Erst einige Minuten
später war der Rauch weitestgehend verschwunden und Kimaron konnte auf seine Beute
blicken. Die Ledertasche der alten Menschenfrau, ein halbes Nachtelfenohr und zwei Finger.
Er beugte sich herab und griff nach einem dieser Finger, an dem ein prachtvoller goldener
Ring prankte in dessen Fassung ein schwarzen Edelstein funkelte. Mit ein wenig Kraft zog er
diesen ab und schmiss das Überbleibsel, was er nicht mehr benötigte, zu Boden. Grob
wischte Kimaron den Ring an seiner braunen Forscherjacke ab und steckte sich diesen
selbst an seine rechte Hand an.
„Um Gottes Willen!! Es tut mir so leid!“, die alte Dame war herbeigeeilt und ihr Blick war
voller Sorge.
„Es tut mir so leid, ich wollte nicht, dass Sie verletzt werden!“, sprach die weiter und schien
kurz davor in Tränen auszubrechen. Doch Kimaron nickte kurz, übergab die Tasche und
versuchte sich an einem freundlichen Lächeln, was als Worgen eine Herausforderung für
sich war.
„Kein Problem, mir geht’s gut und Sie haben ihre Tasche zurück. Passen Sie auf dich auf.“,
und daraufhin drehte sich der dunkelfellige Worgen herum und marschierte ohne ein
weiteres Wort oder Blick ins Gasthaus.
Einige Tage verbrachte er dort, ließ sein Auge versorgen und studierte die heissen
Schwefelquellen der Tundra. Die Gastwirtin hatte ihm sogar eine schwarze Augenklappe
geschenkt, welche er dankend angenommen hatte und mit dem Spruch: „Nun bin ich wohl
ein echter Freibeuter“, leicht lachend kommentierte.
Sein nächstes Ziel waren die Grizzlyhügel. Dort soll die Faune besonders beeindruckend
sein, wenn man beachtete, dass Nordend eigentlich ein karger Kontinent war. Er würde
einige Skizzen heimischer Tierarten anfertigen, wie zum Beispiel die dort lebenden
Wildpferde, und den riesigen Baum, der dort einst stand, untersuchen.
Und so packte er sein Proviant in seinen Rucksack, schnallte den Gürtel fester, kontrolliere
den Sitz seiner Waffen und Krempeln das weiße Hemd hoch, als er aus dem Gasthaus trat
und zu seinem Reittier trat.
„Na, dann schauen wir mal, was uns in den Grizzlyhügel erwarten wird.“, sprach Kimaron,
schwang sich auf seinen Wolf und gab diesem die Sporen.
 
 
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