Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Wo Fleisch und Blut uns ewig bindet

GeschichteDrama, Humor / P16 / Het
Brianna "Bree" Randall/MacKenzie Fraser Claire Beauchamp Randall/Fraser Frank Randall James "Jamie" MacKenzie Fraser
25.09.2021
05.12.2021
22
69.479
 
Alle Kapitel
15 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
25.11.2021 4.679
 
Kapitel 19: Bettgeflüster

Franks Tod hatte unser Leben maßgeblich verändert und auch wenn die belastenden Streitsituationen mit ihm gestorben waren, so hatte sich eine erdrückende Stimmung über das Haus gelegt. Es waren etwa anderthalb Wochen vergangen, seit seiner Beerdigung und gerade waren die Weihnachtsfeiertage still und leise an uns vorübergezogen. Erdrückender hätte dieses Fest gar nicht ausfallen können. Während Jamie die Tage alleine im Gasthaus verbracht hatte, hatte ich versucht Zuhause so etwas wie Normalität zu imitieren, indem ich, wie in jedem Jahr zuvor, ein besonderes Essen zubereitete. Aber es war zwecklos und ich wusste im Nachhinein gar nicht mehr, wie ich mich nur der Illusion hatte hingeben können, dass das auch nur irgendetwas hätte halbwegs wieder gut machen können.

Brianna verkraftete Franks Tod nur schwer. Er war für sie die engste Bezugsperson gewesen, derjenige, dem sie alles anvertraut hatte. Auch Roger, der immer wieder nach ihr gesehen hatte in den vergangenen Tagen, konnte das nicht vollständig auffangen. Sie war auch ihm gegenüber reserviert und hatte sich nicht wieder mit ihm getroffen, seitdem das alles passiert war. Dennoch war ich froh, dass er Weihnachten mit uns verbracht hatte. Während Brianna beim Essen hauptsächlich schweigend am Tisch gesessen hatte, hatte ich mit seiner Hilfe zumindest versuchen können ein angenehmes Gespräch zu führen.

Jamie hatte Wort gehalten und sich aus Briannas Leben fast vollständig zurückgezogen. Da sie das Haus in den letzten anderthalb Wochen nicht verlassen hatte, war auch er nicht mehr hier gewesen. Ich hatte im Gasthaus vorbeigehen müssen, wenn ich ihn sehen wollte. Doch die Situation momentan erlaubte es uns kaum wirklich Zeit miteinander zu verbringen. Also beschränkten wir uns auf kurze Besuche oder trafen uns irgendwo draußen, um gemeinsam durch die Straßen von Inverness zu gehen.

Auch heute hatte ich mich zum späten Nachmittag mit ihm draußen verabredet und beeilte mich die letzten Dinge im Haushalt zu erledigen, während ich stetig die Uhr im Blick hatte. Aber dann klingelte das Telefon und unterbrach mich in meiner Tätigkeit.
Ich ging in den Flur und hob ab. Es war Roger...
„Hallo, Claire. Ist alles gut bei euch?“ erkundigte er sich.
„Hallo Roger. Schön von dir zu hören. Ja,...also...es ist alles wie gehabt, falls du das meinst.“
Ich hörte ihn leise brummen. „Hmm...“
Kurz verstummte er dann, ehe er weitersprach: „Sag, ist Brianna da?“
Ich nickte, auch wenn er es nicht sehen konnte. „Sicher. Sie hat das Haus noch immer nicht verlassen, also...“
„Gut. Würdest du sie vielleicht ans Telefon holen?! Ich muss dringend etwas mit ihr besprechen.“
„Mh, sicher...warte kurz.“
Ich legte den Hörer auf dem Sideboard ab, ging schnell nach oben und klopfte an ihre Türe.
„Bree?“
Sie reagierte zunächst nicht.
„Brianna!“ versuchte ich es erneut.
Es vergingen Sekunden, dann öffnete sie doch. Stumm, aber fragend sah sie mich an.
„Roger ist am Telefon. Er sagt er muss dringend mit dir sprechen.“
Ich sah, wie sie die Augenbrauen zusammenzog. „Okay...“ Dann ging sie an mir vorbei und nach unten.

Ich folgte ihr mit etwas Abstand, beobachtete sie von der Treppe aus, als sie den Hörer aufnahm. Es war nur ein kurzer Wortaustausch, dann legte sie auf, mit einem etwas irritierten Blick.
„Und?“ fragte ich, konnte meine Neugier nicht unterdrücken. „Was wollte er?“
Kurz sah sie weiter vor sich hin, schien selbst noch über das nachzudenken, was er gesagt hatte.
Begann dann: „Er...fragte, ob ich zu ihm kommen kann... Er müsse mir irgendwas zeigen, was er so am Telefon nicht besprechen kann... Und er meinte, er würde sich freuen, wenn ich bis morgen früh bleiben würde...“
Ich spürte, wie sich auch meine Stirn fragend in Falten legte. Was konnte nur so wichtig sein, dass er wollte, das sie unbedingt zu ihm kam?
„Und was wirst du tun?“ fragte ich dann. „Gehst du zu ihm?“
Sie zuckte mit den Schultern. „Ich denke schon...“
Ich nickte leicht. Einerseits machte es mir Hoffnung, dass sie zugestimmt hatte zu ihm zu gehen. Nach der langen Zeit, in der sie sich hier hauptsächlich alleine eingeschlossen hatte, würde es ihr gut tun wieder einmal etwas anderes zu sehen. Andererseits fragte ich mich durchaus, was Roger nur so auf der Seele brannte, was er mir gegenüber offensichtlich nicht erwähnen konnte.
„Also...“ Briannas Stimme riss mich wieder aus meinen Gedanken. „Ich geh mich mal fertig machen.“ Damit verschwand sie wieder nach oben.

Jamie wartete schon auf mich. Ich konnte ihn von weitem vor dem Geschäft stehen sehen, bei dem wir uns verabredet hatten, als ich die Straße entlang lief. Er lächelte leicht, als ich direkt auf ihn zu kam, empfing mich dann in seinen Armen und küsste mich zur Begrüßung.
„Geht es dir gut?“ fragte ich leise, als ich mich von ihm löste. Er nickte.
„Dir auch, mo nighean donn?“
Ich nickte ebenfalls. „Alles gut.“
Er strich mir sanft über die Wange. Fragte dann weiter: „Wie geht es Brianna?“
Auch wenn er sich von ihr fernhielt, er wollte stets wissen, wie es um sie stand.
„Es geht so.“ antwortete ich. „Sie hält sich immer noch die meiste Zeit alleine in ihrem Zimmer auf. Aber es scheint als beginnt sie allmählich es zu verarbeiten.“
Er nickte, versuchte abermals leicht zu lächeln. „Das ist gut.“
„Das ist es. Heute ist sie zum ersten Mal wieder zu Roger gegangen. Sie wird wohl über Nacht bleiben.“
Jamies Augenbrauen hoben sich. „So...? Schon wieder...“ Ich hörte den leichten Unterton in seiner Stimme.
„Jamie...“ ich warf ihm einen vielsagenden Blick zu.
„Du weißt was ich darüber denke...“ gab er zurück und ich konnte die Empörung leise in seiner Stimme ausmachen.
„Und DU weißt, was ICH darüber denke...“ erwiderte ich streng. „Also lass es gut sein! Ich bin dankbar, dass sie endlich wieder aus dem Haus geht.“
„Hm...“ damit beließ er es dabei.
Ich umgriff mit meinem Arm den seinen, forderte ihn damit stumm auf loszugehen. Er verstand es, zog mich etwas enger an sich. Dann liefen wir zusammen los, ohne ein wirkliches Ziel. Wir schlenderten einfach zusammen die Straßen entlang, die von einer dünnen Schneeschicht bedeckt waren.

Mehr als eine Stunde waren wir unterwegs, hielten immer wieder an den verschiedensten Ecken inne und genossen die Zweisamkeit. Und als wir schließlich vor unserem Haus ankamen, spürte ich die Kälte, die in meine Glieder gekrochen war.  
Er blieb an der Türschwelle stehen, drehte mich sanft zu sich hin, „Nun denn...“ zog mich an sich, um mich zu küssen. „...wann sehen wir uns wieder?“
Ich hielt seine Hände fest in meinen, sah auf sie hinab und strich mit meinen Daumen über seine Finger, als ich erwiderte: „Nun,...ich hatte gehofft, du kommst noch mit rein?!“
Skeptisch hoben sich seine Augenbrauen, als ich zu ihm aufsah.
„Wie ich sagte, Brianna ist nicht da.“ begann ich zu erklären. „Wir hätten das Haus für uns...“
„Oh...“ jetzt runzelte er die Stirn, fixierte meine Augen.
Ich kam ihm wieder entgegen, küsste ihn kurz und leicht auf die Lippen. „Was denkst du...?“
Sein Mundwinkel zuckte. Dann nickte er.

Ich schloss auf und zog ihn mit mir durch die Haustüre und in den Flur. Kurz ließ ich seine Hand wieder los, um mir den Mantel von den Schultern zu streifen und die Schuhe auszuziehen und sah ihm dabei zu, wie er das Gleiche tat. Mit einem leichten Lächeln ergriff ich sie dann wieder, zog ihn weiter mit mir durch den Flur, bis in den Wohnraum, wo er plötzlich abrupt hinter mir stehen blieb und mich damit auch stoppte.
„Woah,...wieso habt ihr einen Baum im Haus stehen?“ Seine Augen starrten unseren Weihnachtsbaum an und mir wurde bewusst, dass er so etwas wohl zum ersten Mal sah. „Und was habt ihr da für albernes Zeug dran gehängt?“
Er löste sich aus meinem Griff, schritt an mir vorbei und näherte sich fasziniert der geschmückten Tanne.
Ich musste grinsen bei seinem Anblick. „Das ist ein Weihnachtsbaum. Man schmückt ihn festlich zu Ehren des Weihnachtsfestes.“
Er berührte die Nadeln eines Astes. „Aber...ein Baum gehört in den Wald.“
Ich schmunzelte. „Dieser jetzt nicht mehr.“
Noch immer blieb die Skepsis in seinem Blick, auch wenn er nichts mehr erwiderte.
„Das macht man in der heutigen Zeit so, Jamie. Es ist ein Brauch. Fast jeder hat jetzt so einen Baum in seinem Haus stehen und legt seine Weihnachtsgeschenke darunter.“
Er schüttelte leicht den Kopf. „Hm... Ich weiß nicht, Sassenach... Ihr dürft im Wald nicht jagen, aber ihr dürft euch dort einen Baum holen und ins Haus stellen? Das klingt nicht gerade logisch.“
„Naja, so einfach ist es auch wieder nicht. Man kann nicht einfach so selbst einen Baum fällen... Aber...ach... Nicht so wichtig. Gefällt er dir denn gar nicht?“
„Im Wald gefällt er mir besser...oder als Feuerholz,...“ entschied er und brachte mich erneut zum Schmunzeln. „...hier erscheint er mir eher nutzlos.“
Langsam trat ich dann von hinten an ihn heran, während er den Baum noch immer begutachtete, schmiegte mein Gesicht an ihn und legte meine Hände an seine Schulterblätter, begann damit sanft über sie zu streichen.  
Er reagierte nicht weiter darauf war noch immer zu beschäftigt damit sich um den Baum Gedanken zu machen und fuhr leise fort: „Und da sind ja auch gar keine Geschenke drunter...“
„Nicht mehr...“ erwiderte ich, ließ meine Hände dabei über die Mitte seines Rückens hinab streichen. „Sie wurden alle bereits an den Feiertagen geöffnet...“ Ich berührte mit meinen Lippen kaum merklich seinen Nacken, schloss meine Augen, küsste ihn dann sacht auf die selbe Stelle und ließ dabei meine Hand an seinem Rücken wenige Zentimeter unter sein Hemd gleiten.
Und jetzt hörte ich ihn doch leise seufzen.
Langsam trat ich wenige Schritte zur Seite, sah über seine Schulter hinweg und flüsterte nahe an seinem Ohr: „Aber...vielleicht finde ich trotzdem noch etwas zum Auspacken für dich...“
Es brachte ihn dazu sich langsam wieder zu mir herumzudrehen. Seine Augen sahen erwartungsvoll in die meinen und sein Mundwinkel zog sich leicht nach oben. „So...?“
Ich biss mir provokativ auf die Lippen, fing seinen Blick ein, während ich nach seinen Händen griff und sie auffordernd an die oberen Knöpfe meines Oberteils legte. Dann näherte ich mich ihm an, hauchte ihm einen kaum merklichen Kuss auf die Lippen und wisperte: „Frohe Weihnachten, Jamie...“
Ich konnte spüren, wie es ihn durchfuhr wie einen Stromschlag. Seine Hände kamen meiner stummen Aufforderung nach, öffneten hastig die drei Knöpfe an meinem Kragen und dann griff er beherzt in meinen Nacken. Heftig zog er mich an sich heran. Sein Mund presste sich mit Nachdruck auf den meinen und brachte mich dazu meine Lippen für ihn zu öffnen. Ich seufzte auf, als er mich wieder aus dem Kuss entließ, spürte seinen Atem, als er mir zuraunte: „Ich will dich, Claire...“ Seine Finger lagen noch in meinem Nacken, gruben sich fester in mein Haar und verhinderten, dass ich von ihm weichen konnte. Noch einmal küsste er mich eindringlich, wisperte dann erneut, „Ich will dich! Jetzt!“ erwartete meine Antwort dringend und fragte nun direkt: „Willst du...?“
Ich griff meinerseits in seinen Nacken und lehnte mich gegen ihn, nickte ihm zu. „Ja,...ja...“
Doch als er eilig nach dem Knopf an meiner Hose griff und seinen Mund erneut auf den meinen pressen wollte, legte ich meine Hände auf seine Brust und hielt ihn zurück, wisperte leise: „Warte!“
Mit einem unzufriedenen Murren sah er mich an, die Augen verschleiert vor Verlangen.
Ohne ein weiteres Wort ergriff ich seine Hand und zog ihn hinter mir her als ich die Treppe ansteuerte...

Als ich über die Schwelle des Schlafzimmers trat, überfiel er mich erneut. Mit einer Hand knallte er die Türe hinter sich zu, mit der anderen packte er mich und drückte mich mit dem Rücken gegen sie. Atemlos keuchend empfing ich seinen Kuss, hörte das Klacken, als er beiläufig den Schlüssel im Schloss herumdrehte. Ich legte den Kopf in den Nacken, als er wieder von mir abließ, stöhnte leise unter den Berührungen seiner Hände, die sich unter den Stoff meines Oberteils gegraben hatten. Ich hob meine Arme, als er es hastig nach oben hinweg streifte, versuchte es ihm leichter zu machen. Seine Hände krallten sich in meine und drückten sie gegen die Türe in meinem Rücken, während er mich wieder hungrig küsste, ließen mich dann aber sogleich wieder los und er fasste abermals nach dem Knopf meiner Hose, öffnete ihn hastig. Er wurde fast hektisch, als er dann die Gürtelschnalle seiner eigenen Hose zu lösen versuchte und es doch nicht direkt schaffte. Ich schnappte nach Luft, als sein Mund sich von mir löste, tastete dann mit meinen Händen nach unten zu den seinen und schob sie bestimmt zur Seite.
Seine Augen suchten meinen Blick, als ich ihm zuwisperte: „Lass mich!“
Mit einem gezielten Griff befreite ich ihn dann von dem Gürtel und öffnete den Knopf seiner Hose. Während ich versuchte sie ihm vom Körper zu zerren, widmete er sich der selben Aufgabe bei mir. Und kurz darauf lehnte ich nur noch in Unterwäsche vor ihm an der Tür. Er hielt inne und ich lächelte ihn leicht an, sah dann, wie er langsam seine Hand annäherte und sie an die Seite meines BHs legen wollte. Doch ich ließ ihn nicht, schlug ihm leicht, aber bestimmt auf die Finger, was ihn irritiert aufsehen ließ.
„DAS mache ich lieber selbst.“ gab ich ihm zu verstehen.
Seine kurze Irritation wich einem schiefen Grinsen, als er verstand. „Vertraust du mir nicht?“
Ich warf ihm einen vielsagenden Blick zu. „Was DAS angeht, nein.“
Er prustete.
„Ich kann mir nicht jedes Mal neue Unterwäsche kaufen, wenn es dir nicht schnell genug geht.“
Wieder grinste er, näherte sich mir an und hauchte: „Oder du lässt sie künftig einfach weg...“ Küsste mich dann.
„Kommt nicht in Frage...“ erwiderte ich und küsste ihn meinerseits, während ich mit meinen Händen hinter mich griff um den BH zu lösen.
Dann fasste ich nach den Knöpfen an seinem Hemd und versuchte sie zu öffnen. Aber er entzog sich mir, als seine Hände den Bund meines Höschens fanden. Langsam glitt er an mir hinab, zog es mir von den Beinen und ließ mich nach Luft schnappen, als er mich sachte auf meine empfindlichste Stelle küsste. Meine Hände legten sich auf seine Schultern und ich lehnte den Kopf gegen die Tür hinter mir, denn er tat es wieder und wieder. Aus einem Reflex heraus schob ich ihm meine Hüften entgegen, genoss es. Doch krallte ich dann meine Finger in den Stoff an seinen Schultern, als ich spürte, wie gefährlich nahe ich bereits dem Gipfel war, zog an ihm und wies ihn an: „Jamie...! Komm hoch! Sofort!“
Er gehorchte und ich drängte ihn dazu rückwärts zu gehen...

Lüstern sah ich ihm in die Augen, als er direkt vor dem Bett zum Stehen kam, zwang mich zur Selbstbeherrschung und widmete mich wieder seinem Hemd. Er beobachtete jeden meiner Handgriffe, sah dem dünnen Stoff nach, als er neben ihm leise zu Boden fiel. Dann fing er wieder meinen Blick ein. Ich griff nach seinem Gesicht, gierte noch einmal nach einem Kuss. Er gab mir was ich wollte und ich spürte, wie seine Hände sich um meine Oberschenkel legten, mich mit sich zogen, als er sich auf das Bett setzte. Er zog mich auf seinen Schoß, ließ mich spüren wie sehr er mich wollte. Ich sah ihm tief in die Augen, sah die Ungeduld in ihnen aufblitzen. Ich hob mein Becken ein Stück an, hörte ihn dann unter mir aufkeuchen, als ich mich auf ihn hinabsenkte...

Quälend langsam begann ich mich zu bewegen, griff dabei in sein Haar und dann in seinen Nacken, um ihn an mich heran zu ziehen. Er nahm es als stumme Aufforderung und sein Mund fand meinen Hals. Ich reckte mich ihm seufzend entgegen, spürte seine Hände an meinem Rücken und meinen Schenkeln, in dem stetigen Versuch meine Bewegungen zu beschleunigen. Ich fing sein Gesicht mit meinen Händen ein, zwang ihn wieder zu mir nach oben, küsste ihn hungrig und gab schließlich nach, als er seine Hände auf meine Hüften legte. Er keuchte erregt in den Kuss hinein, als ich ihm die Führung überließ, es zuließ, dass er den Rhythmus bestimmte und uns beide immer näher an den Rand des Höhepunktes trieb...

Minuten später fand ich mich in seinen Armen wieder, eng an seinen warmen Körper geschmiegt, umfangen von der herrlichen Trägheit, die unsere Vereinigung hinterlassen hatte. Ich spürte seinen schnellen Herzschlag unter mir, sah zu ihm auf und suchte seinen Blick, streckte dann meine Hand aus und strich sachte mit meinen Fingern über seine Lippen. Er sah mich nur an, hauchte mir seinen warmen Atem stoßweise entgegen. Dann ergriff seine Hand die meine, hielt sie fest und öffnete mit leichtem Druck meine Finger. Zärtlich küsste er meine Handfläche, legte sie dann an sein Gesicht und hielt sie daran fest. Ich bewegte meine Finger sacht unter seiner warmen Hand, strich ihm leicht über die Wange und sah, wie er unter der Berührung die Augen schloss.
Es dauerte eine Weile bis ich wieder im Stande war langsamer zu atmen und spüren konnte, dass auch sein Herz sich wieder beruhigte. Die Hitze wich nach und nach aus unseren Körpern und eine leichte Gänsehaut überzog unmittelbar meine nackte Haut.  
Jamie bemerkte es, legte seine Hand an meinen Rücken und drückte mich enger an sich heran, fuhr dann mit seinen Fingern in beruhigenden Spuren über meinen Rücken, während seine andere Hand neben uns nach der Bettdecke griff und sie sachte über uns beide zog.
„Besser..?“ wisperte er leise.
Ich nickte stumm und er beugte sich zu mir hinab, küsste mich auf die Stirn und hinterließ ein seliges Lächeln auf meinen Lippen, während ich zufrieden die Augen schloss.
So lagen wir lange Zeit beieinander, genossen still die Wärme und Gegenwart des jeweils anderen.

Doch irgendwann durchbrach Jamie die Stille.
„Sassenach...?“
Ich bewegte mich nicht und sah nicht zu ihm auf, murrte nur leise gegen seine Brust: „Mhh??“
„Glaubst du...wirklich,...dass sie das auch schon tut...?“
Ich verstand nicht, wich nun doch ein Stück von ihm und suchte seinen Blick. „Wer tut was?“
„Brianna...“ platzte es direkt aus ihm heraus. „Glaubst du, dass sie...auch...mit Männern...“
Er druckste auf eine für ihn ungewohnte Art und Weise herum und ich sah, wie ihm die Röte ins Gesicht stieg. Allmählich dämmerte mir, worauf er hinauswollte und ich stemmte mich ein Stück in der Matratze auf, um ihn besser ansehen zu können.
„Du meinst,...ob Brianna mit Männern schläft?“
Er nickte, offensichtlich erleichtert, dass ich sein Gestammel verstanden hatte. „Ja.“
Ich schloss kurz die Augen, atmete tief durch und suchte nach einer Antwort, die ihn nicht direkt wieder in Aufruhr versetzte.
„Jamie...“ setzte ich dann an. „Sie ist kein kleines Kind mehr. Sie ist eine junge Frau...“
„Ja, aber...“wollte er widersprechen.
Doch ich unterbrach ihn direkt wieder. „Sie wird selbst wissen, wann sie bereit ist dazu. Sie ist auch nicht mehr viel jünger, als du es damals warst.“
„ICH war verheiratet. Und keine junge FRAU.“
Er brachte mich mit dieser Aussage dazu ihn ungläubig anzusehen. Geräuschvoll atmete ich aus. „Sag Mal, willst du mir gerade weiß machen, dass du der Meinung bist bei diesem Thema andere Rechte zu haben, nur weil du ein Mann bist...?“
Jetzt atmete er hörbar aus und setzte sich seinerseits hastig etwas in der Matratze auf, sah unruhig hin und her, während er eine Antwort suchte, um sich zu verteidigen. „Nein... Das meine ich nicht...“ Er suchte wieder meinen Blick und sah mich schief an. „Auch wenn das in MEINER Zeit durchaus so IST, Sassenach... Das weißt du genau...“
Ich wollte ihm schon wieder empört ins Wort fallen, aber er kam mir zuvor. „Aber nein, das ist es nicht.“
„Was dann?“ ungeduldig fixierte ich seine Augen.
Er kniff die Augen leicht zusammen und schüttelte leicht den Kopf, offensichtlich verwundert, dass ich nicht selbst dahinter kam, was er sagen wollte. „Ist dir nie in den Sinn gekommen, dass sie ein Kind tragen könnte, von einem dieser Männer? Wenn sie...mit keine Ahnung wem alles ins Bett steigt, ohne zu heiraten. Wer soll sich denn um sie und das Kind kümmern, wenn sie gar nicht weiß...“
Und plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen.
Hastig hob ich meine Hände, „Okay...stopp!“ brachte ihn dazu innezuhalten in seiner Ausführung. „Ist DAS deine Sorge?“
Er presste die Lippen fest aufeinander, aber sagte nichts mehr.
„Erst einmal...Brianna würde nicht mit zick verschiedenen Männern ins Bett steigen, das darfst du mir glauben. Ich kenne sie lange genug, um zu wissen, dass sie DAS nicht tun würde.“ versicherte ich ihm.
„Aber...“
Ich überging seinen Versuch wieder das Wort zu ergreifen. „Und...was Roger betrifft... Selbst WENN sie sich dazu entscheidet mit ihm zu schlafen, bevor sie verheiratet sind, so brauchst du dir darum keine Sorgen zu machen.“
Er runzelte die Stirn und zog seine Augenbrauen zusammen.
„Ich habe sie früh genug und sehr gründlich aufgeklärt und sie ist ein schlaues Mädchen. Sie weiß was zu tun ist und wird gewiss dafür sorgen, dass es nicht soweit kommt. Was das angeht vertraue ich ihr.“ versicherte ich ihm und vergaß in meinem heraussprudelnden Wortschwall völlig, dass er vermutlich kein Wort von dem verstand, was ich sagte.
Und es war so. Der Blick, mit dem er mich ansah, sprach Bände und seine Worte bestätigten dies nur: „Was versuchst du mir eigentlich zu sagen, Sassenach?“
Ich hielt einen Moment inne, schloss die Augen und atmete tief durch, versuchte einen Anfang zu finden, um ihm das zu erklären...
„Weißt du,...eine Frau muss in dieser Zeit kein Kind mehr bekommen, wenn sie das nicht will.“
Die Falten auf seiner Stirn und zwischen seinen Augen wurden noch tiefer und er sah mich verständnislos an.
„Es gibt...Hilfsmittel, um es zu verhindern. Sie kann mit einem Mann schlafen, ohne riskieren zu müssen schwanger zu werden.“
Sein Blick änderte sich kein bisschen, doch ich sprach zunächst nicht weitere, sondern wartete, damit er es sacken lassen konnte.
„Hilfsmittel...“ wiederholte er dann.
Ich nickte.
„Du meinst,...sowas wie ein Zaubermittel dagegen...“
Ich runzelte meinerseits die Stirn. „Naja, ich glaube ein Zaubermittel würde ich es jetzt nicht nennen... Das ist....“
Doch er ließ mich nicht ausreden, fragte stattdessen wissbegierig. „Nutzt...DU...denn so ein...Hilfsmittel,...wenn wir...“
Ich schüttelte den Kopf. „Nein. Und wenn ich es täte, wüsstest du es.“
Wieder zog er die Augenbrauen fragend zusammen. „Wieso?“
Ich stockte kurz. „Nun,...weil...DU derjenige wärst, der es...anziehen müsste...“
Irritiert runzelte er die Stirn, „Wieso muss ICH etwas anziehen, damit DU nicht...“ Seine Augen flackerten von links nach rechts und zurück. „Und überhaupt...was soll es denn bringen, wenn ich mir etwas anziehe, wenn wir beide...?“
Ich widerstand dem gemeinen Drang loszulachen, „Naja,...entscheidend ist ja, WO...du es anziehst....“ konnte mir aber dann ein unterdrücktes, leichtes Grinsen nicht mehr verkneifen, während ich kurz vielsagend an ihm hinabsah.
Ich konnte sehen, wie sein Mund ganz langsam aufklappte, während er meinem Blick folgte. Und als er wieder aufsah, drang sein Atem mit einem undefinierbaren Laut über seine Lippen, als er ihn mit einem Mal ausstieß und mich mit großen Augen ansah. Er hatte verstanden.
„D-Du meinst...“ stammelte er ungläubig vor sich hin.
Ich nickte langsam. „Mhmm..“
„Uff...“ wieder stieß er den Atem geräuschvoll aus, sah dabei wirr im Zimmer umher, als hätte ich ihm gerade den Henker vorgestellt.
Zugegebenermaßen amüsierte mich seine Reaktion köstlich, aber ich beschloss dennoch mehr Licht ins Dunkel zu bringen. „Warte...“
Schnell rutschte ich an den Bettrand, griff nach der Schublade des Nachttischs und öffnete sie, begann darin zu suchen. Ich spürte, wie er sich hinter mir ganz aufsetzte und versuchte über meine Schulter hinweg etwas zu erkennen. Dann wurde ich fündig, zog ein kleines Päckchen heraus und wand mich damit triumphierend wieder zu ihm herum. Hastig rutschte er zurück auf seine Bettseite, legte sich wieder etwas weiter zurück in das Kissen und stützte sich auf seinem Ellbogen ab, aber ließ mich nicht aus den Augen, als ich das Päckchen aufriss.
Dann hielt ich es ihm unter die Nase. „Hier!... Man nennt es Kondom.“
Seine Augen fixierten das fremde Ding mit Skepsis. „Aha...und wie soll das kleine Ding nun hilfreich sein, wenn ich...?“
Ich schmunzelte. „Es ist dehnbar... Und, naja, du weißt doch wie das funktioniert? Wodurch eine Frau schwanger wird...“
Er nickte, natürlich wusste er es. „Aye... Aber...“
„Nun, was denkst du, was passiert, wenn du DAS anhast, während du...“ führte ich weiter aus.
Ich konnte sehen, wie es in ihm arbeitete, sah dann, wie sich die Falten auf seiner Stirn plötzlich glätteten. „Ahh...“ Jetzt dämmerte es ihm.
Doch dann flackerte das Misstrauen erneut in seine Augen auf und er heftete seinen Blick wieder auf den Gegenstand in meiner Hand. „Aber...wenn ich mich in dieses kleine Ding zwänge, dann...spüre ich ja gar nichts mehr...“
Es brachte mich kurz zum Lachen. „Oh, du wirst trotzdem genug spüren.“
Er blieb skeptisch.
Sein Gesichtsausdruck entlockte mir erneut ein Grinsen und langsam näherte ich mich ihm an, stoppte direkt vor seinen Lippen und hauchte leise. „Möchtest du es ausprobieren?“
Er zog die Augenbrauen hoch und stieß einen undefinierbaren Laut aus.
Meine Augen huschten über seine Lippen und ich küsste sie sacht, „Ich...könnte dir helfen, wenn du willst...“ legte meine Hand dann sachte auf seine Hüfte und ließ sie langsam zu seinem Oberschenkel gleiten, während ich seinen Blick suchte.
Wieder gab er einen erstickten Laut von sich, schluckte hörbar und griff dann hastig nach meiner Hand, um sie zu stoppen, stammelte leise; „Ähm,...nein... Ich glaube, lieber nicht...“
Schmunzelnd entfernte ich mich wieder von ihm, seufzte leise und ließ mich dann wieder ganz zurück in die Kissen sinken.
Ich hörte ihn neben mir atmen, spürte, wie auch er sich dann wieder zurück lehnte. Einen Augenblick herrschte Stille zwischen uns.
Aber dann hörte ich wieder seine Stimme: „Oder,...willst DU, dass ich...? Ich meine, bisher gab es sowieso keine Möglichkeit, um es zu verhindern. Oder zumindest dachte ich das... Aber jetzt...“
Ich wand meinen Kopf zu ihm herum, sodass ich ihn ansehen konnte und er tat es mir gleich.
„Wäre es dir lieber, wenn wir...sicher gehen, dass du kein Kind mehr bekommst?“
Ein Lächeln huschte über meine Lippen. Es rührte mich auf eine Art, dass er in Betracht zog es doch zu nutzen, wenn ich es wollte, auch wenn er sich eigentlich so dagegen sträubte.
„Die Chance ist sowieso nicht mehr so hoch, Jamie.“ antwortete ich leise. „Ich bin nicht mehr so jung...“
„Aber sie ist da...“ entgegnete er ebenso leise und streckte seine Hand aus, um mir das Haar aus dem Gesicht zu streichen.
Ich nickte, „Richtig.“ lehnte mich in seine Berührung und legte meine Hand auf seine, als sie auf meiner Wange verweilte, fragte dann selbst. „Aber wenn es so kommen sollte... Fändest DU...es sehr schlimm, wenn wir noch ein Kind bekämen...?“

Ich sah das Zucken in seinem Mundwinkel und dann die Empörung in seinem Gesicht, als er mich ansah. „Fragst du mich das ernsthaft?“
Es verunsicherte mich noch mehr und ich suchte in seinen Augen, senkte meinen Blick dann hinab, als ich keine wirkliche Antwort in ihnen fand.
Er rückte näher an mich heran und ich spürte seine Finger an meinem Gesicht, die mich dazu brachten ihn wieder anzusehen. „All die Jahre habe ich mir gewünscht mit dir ein Kind großzuziehen, Sassenach. Und du fragst, ob ich es schlimm fände...“  Ich presste die Lippen zusammen, wusste nicht, was ich erwidern sollte und stammelte nur leise vor mich hin: „Ja,...aber...es ist so lange her. Es ist viel passiert seither. Und wir,...alles ist gerade so kompliziert...“  
„War es das je nicht?“ unterbrach mich seine warme Stimme.
Ich verstummte wieder.
Seine Hand glitt weiter, über meinen Hals, bis in meinen Nacken und er zog mich an sich heran, lehnte seine Stirn gegen meine.
Es brachte mich wieder etwas zur Ruhe und ich hörte ihn leise weitersprechen.
„Es spielt keine Rolle...“ wisperte er mir entgegen. „Die Chance mag sehr klein sein, aber wenn es uns doch noch vergönnt sein sollte, zusammen Eltern zu werden... dann glaube mir, ich würde es nicht bereuen.“
Gerührt biss ich mir auf die Lippen, lehnte mich ihm dann noch mehr entgegen und schloss meine Augen. Ich spürte, wie seine Finger zärtlich über meinen Nacken streichelten und dann seinen warmen Mund, der mich lang und innig küsste...
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast