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Kyourandotou - Zeit des Aufruhrs

von Vangueis
Kurzbeschreibung
GeschichteÜbernatürlich, Historisch / P18 / Gen
OC (Own Character)
25.09.2021
28.05.2022
20
26.018
4
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36 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
09.01.2022 1.363
 
Wenige Minuten bevor die Sphäre zerbrach, Anwesen von Kiyomasa Hyouga


Haruakira zog den letzten Strich auf dem SIegel, dass er vorbereitet hatte. er legte den Pinsel beiseite und stand auf.

“Kiyomasa.” sagte der Weißhaarige trocken.

Der Provinzverwalter blickte auf, als er angesprochen wurde. Er hatte den Berater des Tennou bei seiner Arbeit zugesehen und in seinem Kopf hatten sich bereits Zeilen eines Haiku gebildet. Doch nun wurde er angesprochen und Haruakira pappte ihn plötzlich einen Talisman an die Stirn.

“Die sind eigentlich für Raikou.” kommentierte Haruakira. “Aber sie wollen sicherlich mal meine Arbeit mit eigenen Augen sehen können. Ich leihe mir mal eben ihren Innenhof aus.”

Der Jujutsuist verließ zielstrebig den Raum und Kiyomasa hatte zu tun, aufzustehen und hinterherzukommen. Doch der Weißhaarige hatte einen Nerv getroffen - der Provinzverwalter wollte tatsächlich einmal sehen können, was jemand, der das, was er nicht sah, töten konnte so tat. Er kam keuchend im Innenhof seines Anwesens an und erblickte Haruakira, der in der Mitte stand. Die Schriftrollen mit dem Siegel hatte sich der Mann in den Gürtel gesteckt und begann mit einem weiteren Talisman in der Hand eine Art Tanz durchzuführen, die Kiyomasa an die Riten der Miko erinnerte. Und wie Haruakira tanzte breiteten sich blaue ‘Flammen’ von ihm aus, die Kiyomasa dank des Talisman sehen konnte. Die Stimme des Weißhaarigen ertönte:

“Himmelskönig des Ostens, Dhṛtarāṣṭra. Hüter des Landes, Jikokuten.”

Haruakira blieb stehen und klatschte in Hände, nur um diese zum Handzeichen Pyou - dem Siegel des großen Donnerschlags.

“Shishou : Seiryuu!”

Es fing an zu Nieseln, als die Worte Haruakiras Lippen verließen und einen Brüllen wie ein Donnerschlag ertönte, als ein azurblauer Drache geschwind vom Himmel herabstieg. Die anmutige Kreatur schob ihren Kopf sanft neben Haruakira, der aufsprang und sich an den Hörnern des Drachen festhielt. Er blickte den verdatterten Provinzverwalter aus seinen violetten Augen an und rauschte auf dem Kopf des Drachen gen Himmel. Kiyomasa Hyouga fiel auf den Hintern und blickte mit Tränen in den Augen den unheimlich schnellen Drachen nach.

“So schön…”

O’ blauer Drache
Regensturm und Donnergroll
Wie schön du doch bist


_____



Wenige Augenblicke, nachdem die Sphäre zerbrach, verlassener Schrein

Haruakira blickte auf den Gehörnten herunter. Er spürte deutlich, dass es ein Fluchgeist war und dennoch - eine Note Menschlichkeit schwang doch mit. Er wies Seiryuu gedanklich an, in den Angriff überzugehen. Der blaue Drache des Ostens bäumte sich kurz auf und begann dann mit aufgerissenem Maul auf den Gehörnten zu zurasen, als Haru absprang und noch in der Luft in der Luft klatschte, sodass Seiryuu in eine schwarze Flüssigkeit zerplatzte und versickerte. Der blaue Drache war zu groß und würde vermutlich auch die angeschlagenen Raikou und Tsuna treffen, wenn Haru ihn wirklich kämpfen lassen würde.

“Himmelskönig des Westens, Virūpākṣa. Er der alles sieht, Koumukuten.” dachte Haru, klatschte erneut als er hinter dem Gehörnten landete und formte das Handzeichen Sha, das Siegel des inneren Löwen.

“Shishou : Byakko!!”

Fauchend formte sich der weiße Tiger des Westens aus der Flüssigkeit, die gerade noch Seiryuu gewesen war und fiel über den Gehörnten her. Die Zähne der Raubkatze gruben sich in die Schulter, als Byakko den Gehörnten zu Boden riss. Währenddessen löste Haru eine der Schriftrollen von seinem Gürtel und rollte sie auf. Sie zerpuffte in einer Rauchwolke, als seine Fluchkraft in sie strömte und ihrer statt hielt er eine gewundene Eisenstange die etwa so lang wie sein gesamter Arm war fest. An einem ihrer Enden war ein Seil angebracht, dass in einer kleinen Quaste endete. Der Gehörnte warf Byakko von sich und sprang auf. Er blickte Haruakira wie ein in die Enge getriebenes Raubtier entgegen, als seine goldene Haarpracht zu glühen begann und er sie schwenkte wie ein Windrad. Fluchkraft sammelte sich in dem Haar und es wurde fest wie Stahl und scharf wie Schwerter, als es sich wie ein Speer auf Haru zubewegte. Dieser blockte das Haar mit der Eisenstange ab, ließ sie durch seine Hand rutschen und packte das Seil. Nun wirbelte er seinerseits die Stange wie ein Windrad und schleuderte sie auf den Gehörnten zu, nachdem sie vor Fluchkraft nur so glühte. Als die Stange die rechte Brust des Gehörnten traf, platzte sein rechter Oberkörper unter einem blutigen Sprühregen, wie als hätte man eine Traube zwischen seinen Fingern zerquetscht. Blasenwerfend wuchs der Oberkörper und der Arm allerdings nach, was Haru ein anerkennendes Pfeifen entlockte.

“Ein Umkehrfluch? Und so schnell? Bist ja schon ein großer Junge!”

Byakko sprang von hinten wieder auf den Gehörnten zu und vergrub seine Zähne im linken Bein der Gestalt. Haru, der die Eisenstange wieder zu sich gezogen hatte, holte mit dieser aus und ließ sie kurz vor dem dritten Auge des Gehörnten anhalten, während sich seine freie Hand unter einem knackenden Geräusch im Brustkorb des Fluchgeistes versenkte.

“An deiner Stelle würde ich keine Faxen machen, denn dann zermatsche ich mit Dashinben deinen Kopf.” hauchte Haru ausdruckslos, während sich seine violetten Augen in die seines Gegenübers einbrannten.

“Da- Dashinben!?” stammelte der Gehörnte.

“Oh, du kannst reden und kennst sie sogar? Ich bin echt stolz auf dich, da du ja auch verstehen wirst, dass ich dir nun ein paar Fragen stellen werde.” sagte Haru zuckersüß und drückte ein wenig mit seiner Hand auf das Herz des Gehörnten, das panisch pochte.

Ein doppeltes Druckmittel - Dashinben, die Götterschlagende Peitsche - ein mächtiges Fluchwerkzeug vom Kontinent - die den Kopf des Fluchgeistes jederzeit pulverisieren könnte und die Hand am Herzen, die einen Herzstillstand erzwingen könnte.

“Was hast du–”

“Haru!” unterbrach ein Schrei den Weißhaarigen.

Tsuna, der von Raikou gestützt wurde deutete schwach mit seinem Schwert, dass er mit einer verkohlten und teilweise immer noch glühenden Hand hielt, hinter Haruakira und den Gehörnten.

“Pass auf..!”

Eine riesige Spinne bäumte sich neben Haruakira auf und raste auf ihn zu. Er riss zwangsweise das Herz des Gehörnten aus dessen Brust und hieb mit Dashinben auf die Spinne, die sofort zerplatzte. Dieser kurze Augenblick hatte gereicht, dass der Gehörnte Byakko von sich schleuderte und nach hinten sprang.

“Shuten Doji, merkt euch diesen Namen!” grunzte der Gehörnte. “Ich werde diese Erniedrigung nicht vergessen–!!”

Haru schleuderte Dashinben in die Richtung des Gehörnten namens Shuten Doji, nachdem der Spinnenfluchgeist zerfallen war, doch bevor die Eisenstange den Gehörnten erreichte, löste dieser sich in einen Schwarm von Zikaden auf, die in der Nacht verschwanden. Haru eilte noch hinterher, doch er biss sich auf die Lippen und wandte sich um, um nach Raikou und Tsuna  zu sehen. Der Junge der sich Raikou stützte atmete rasselnd. Raikou war auch verletzt, doch sie war hart im nehmen. Auch wenn kein Experte auf dem Feld war, konnte er erkennen, in was für einen schlechten Zustand der Junge war. Bestimmt mehrere Knochenbrüche, eine Lungenverletzung und noch dazu die vollkommen verkohlte Hand, die nun endlich das Schwert fallen lies.

“Haru… der Kerl.. der war genau wie meine Schwester…” hauchte Tsuna, bevor Haru ihn auf die Stirn tippte und zum Einschlafen brachte.

“Ohne ihn wäre auch ich hier gefallen.” kommentierte Raikou mit der Trockenheit eines Kriegers.

“Reden wir später darüber.” sagte haru sanft, der seine Augen geschlossen hatte. “Es muss sich erst jemand um eure Wunden kümmern. Byakko.”

Der weiße Tiger des Westens trabte zu Haru. Der Weißhaarige hob Tsuna vorsichtig auf den Rücken des Tigers und half Raikou ebenfalls aufzusitzen. Er reichte Raikou auch das Schwert von Tsuna, welches sie sich neben das Ihre in den Gürtel steckte.

“Bring die beiden sicher zurück zum Provinzverwalter. Ich komme gleich nach.” sagte Haru, woraufhin der Tiger schnurrte und geräuschlos davonlief.


Haru betrat den verlassenen Schrein und erblickte auf einem Sockel ein Magatama-Amulett, von dem Fluchkraft ausging. Ein schwacher Fluchgegenstand, der wohl kaum so starke Fluchgeister wie diesen Shuten Doji anlocken würde - er war also aus einem anderen Grund hier gewesen. Er schnippte mit den Fingern und das Amulett zerbarst. Zumindest würden jetzt keine Kinder mehr entführt werden, auch wenn für die bereits entführten jede Hilfe zu spät kam, wenn sich Haru die zerfledderten Kleider und sterblichen Überreste im und um den Schrein so ansah. Zumindest würde er ihnen ein Gebet sprechen können.

“Namu Amidas…” raunte der Weißhaarige und als er das Gebet abgeschlossen hatte, erblickte er das Knochenschwert.

Er rollte seine zweite Schriftrolle auf und versiegelte die Waffe. Er steckte sie in seinen Gürtel und machte sich auch an den Rückweg.


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