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Aurelian: Hilfe, mein Verlobter ist ein Tsundere und noch dazu meine beste Waffe

von Yukijah
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
24.09.2021
14.10.2021
6
5.415
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14.10.2021 1.026
 
Aurelian

Nach der Pleite bei seiner Mutter war Aurelian nun auf der Suche nach seinem Vater. Hastig durchschwamm er die Gänge, welche die Blasenbauten, die den Palast Ocran bildeten, verbanden. Normalerweise fand er seinen Vater hier irgendwo. Denn dieser hatte es sich zum Ziel gemacht, dafür zu sorgen, dass Ocran niemals an Glanz verlor. So schwamm der schillernde König meist herum, auf der Suche nach etwas, das stumpf geworden war, um es aufzupolieren und der Säule, dem Ding oder wasauchimmer das Strahlen zurückzugeben. Mit dieser Vorliebe war er das glatte Gegenteil der Königin, die eher auf Schlichtheit und Pragmatik setzte.

Das gibt es nicht. Gerade jetzt, wo hochnäsige Wesen in Aquenos herumschwimmen, müsste er doch irgendwo in den Gängen sein.

Letzten Endes war es eine Wache vor dem Durchgang zu König Kosmas' privaten Räumen, die Aurelian erklärte, dass der König in seinen Gemächern war. Er wollte heute nicht gestört werden. Gleich, aus welchem Grund auch immer.
Schnaubend Wasser aus seinen Kiemen und der Nase pustend, war Aurelian abgezogen.

Mutter denkt nur an die politischen Gäste, Vater steht nicht der Sinn, seinen Sohn zu beglückwünschen. Und vor den Dienern zu prahlen, ist nach kürzester Zeit langweilig geworden.

Zwar fühlte es sich gut an, extra langsam an den Dienern vorbei zu schwimmen. Aber mehr als staunende Blicke und verhaltenes Gemurmel bekam er nicht. Und zwei Beglückwünschungen waren niemals genug.
Ein breites Lächeln umspielte Aurelians Lippen.

Gut, dann besuche ich eben Mahane. Sie muss mich einfach beglückwünschen!

Er schlug schnell mit der Flosse. Der Wasserstrom wirbelte kleine Krebstierchen auf, die am Boden der Blasen herumkrabbelten. Mit hektischen Scherenbewegungen beschwerten sie sich bei Aurelian, während sie langsam wieder nach unten sanken.

»Tut mir leid«, rief er ihnen zu. Flink schwamm er aus einem Fenster des Palastes Ocran. Sein Blick huschte hinunter zur Stadt Aquenos. Wesen trieben im Wasser umher, schwebten in Grüppchen beieinander oder verschwanden in ihren Blasenbauten. Niemand von ihnen hob den Blick, als das Licht sich auf Aurelians schillernden Schuppen spiegelte.

Dabei sollten sie wie Muränen darauf gieren, mich zu bestaunen. Was ist heute nur los? Es kann ihnen nicht gereicht haben, dass ich einmal quer durch die Stadt geschwommen bin!

Dann zuckte er die Schultern und schwamm ostwärts.

Vielleicht hat es sich noch nicht rumgesprochen. Umso besser. Dann ist mir die Aufmerksamkeit der nächsten Tage sicher.

Auf dem Weg zum Trainingsplatz, wo er Mahane antreffen würde, forderte eine Gruppe Meerwesen plötzlich Aurelians Aufmerksamkeit. Angeführt von einem Diener der Königin kam die Gruppe aus den Gästebauten des Palastes Ocran.

Aurelian wurde langsamer, musterte das Häufchen.

Das sind sicher die Delegierten aus Goldträne, so hoch, wie die ihre Nasen tragen und ihre Schwanzflossen bewegen.

Aurelian zählte achtzehn Personen. Vierzehn davon waren Krieger und deren Waffen, was durch deren Oberbekleidung ersichtlich war. Sie war aus robusterem Material, und mit Schuppenplatten verziert. Zwei von ihnen sahen aus wie vom Hochadel.

Mit einer kräftigen Flossenbewegung schraubte sich Aurelian etwas höher, um den Tross gut im Blick zu behalten, der in einigem Abstand an ihm vorbei schwamm.

Die mit den goldenen Haaren hat sicher was mit der Königin von Goldträne am Hut. In den Geschichten werden die Herrscherinnen des Königinnenreiches immer mit goldenem Haar dargestellt. Wobei ich die roten Haare dieses Kriegers mit der Haifischflosse passender finde, für ein Herrscherinnengeschlecht, dessen Reich insgeheim die Blutträne genannt wird.

Aurelian musterte die Personen. Er bemerkte zwei weitere, ebenso teuer gekleidete Wesen.

So wie die schwimmen, sind sie die Waffen der Delegierten. Sie bewegen sich anmutig, aber im Vergleich zu mir sieht es aus, als würden sie durchs Wasser taumeln.

Er kicherte. Gerade wollte er sich wegdrehen, als ihm eine rosafarbene Schwanzflosse, die zum Ende hin schwarz wurde, inmitten der Besucher auffiel.

Von seiner Art sich zu präsentieren, könnte ich schwören, Mutter würde es bevorzugen, mit diesem Krieger zu verhandeln, als mit der Goldlocke und dem alten Sack an der Spitze des Trüppchens.

Wenn sich die anderen Meerwesen um den Krieger mit der schwarz-rosafarbenen Schwanzflosse herum bewegten, als gehöre ihnen der Ozean, war seine Art zu schwimmen edel und präzise und allem voran ausdrucksstark. Seine Schwanzflosse besaß einen gezielten Schlag. Während andere mehrere Schläge brauchten, um dieselbe Strecke zurückzulegen, tat er einen einzigen. Der Körper des Meermannes war durchtrainiert, aber im Vergleich zu den meisten seiner Kameraden wirkte er nicht aufgeblasen. Rosafarbene Haare, die zu den Spitzen schwarz wurden, umflossen den Fremden und Aurelian glaubte, auch Perlenschmuck in seinen Haaren zu erkennen. Aber am meisten faszinierte ihn der Malvenkorallenschimmer der braunen Haut des Fremden.

Er ist wirklich attraktiv. Wäre er ein Königssohn, würde man ihn mit Sicherheit an eine zukünftige Königin verheiraten. Oder einen hochrangigen Adelssohn wegen irgendeines politischen Blödsinns.

Aurelians Wangen nahmen einen leichten Rosaton an. Für den Moment vergaß er sein eigentliches Ziel. Fasziniert beobachtete er den Krieger, dessen Haut ein Malvenkorallenschimmer zierte, bis er gemeinsam mit dem Rest des Trupps in einer breiten, sich mittig befindenden ovalen Blasenbaute, verschwand.

Und weg ist er.
Wie schade. Ich habe noch nie so schöne Farben an einem Fisch gesehen – außer bei mir natürlich.


Der junge Prinz schlug mit seiner Schwanzflosse und nahm den Weg zum Trainingsplatz wieder auf. Er umrundete gerade einige hoch gewachsene Korallen, die bereits zu blassem Kalkgerippe geworden waren, als kleinere Fische aufstoben. Ein Schwarm schillernder Barsche kam ihm entgegen, teilte sich, um Aurelian auszuweichen. Kleine Flossen streiften ihn an den Armen, kitzelten ihn. Erheitert glucksend sah er den Barschen nach.

Starke Armen schlangen sich um ihn.
Bevor er reagieren konnte, wurde er in den Schwitzkasten genommen.

»Gratuliere, du kleiner Dummfisch«, vernahm er die Worte per Telepathie in seinem Kopf. Gleich darauf wurde eine Faust auf seinem Kopf gerubbelt.

»AAHH! Lass das!«, beschwerte sich Aurelian. Er schlug energisch mit der Flosse, grub die Finger in die helle Haut. »Mahane, das ist peinlich!« Vergebens versuchte er, sich aus dem Griff seiner älteren Schwester zu winden.

»Nicht für mich«, lachte Mahane auf, löste aber den Griff.

Rasch brachte Aurelian Abstand zwischen sich und Mahane. Sie grinste ihm mit spitzen Zähnen entgegen.



*****
Was werden sie als nächstes tun?

1. Aurelian beschwört seine Waffe und sie finden endlich heraus, wer es ist.
2. Sie schwimmen essen.
3. Aurelian fordert Mahane zum Kampf auf.
 
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