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Dramione - Echo der Vergangenheit

von writer05
Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Erotik / P16 / Gen
Blaise Zabini Draco Malfoy Ginevra Molly "Ginny" Weasley Hermine Granger
24.09.2021
25.01.2022
23
43.365
10
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
14.01.2022 1.980
 
Hermine richtete ihren erwartungsvollen Blick auf McGonagall, die ihre skeptischen Augen über die Aufzeichnungen gleiten ließ.

,,Und, was sagst du dazu?", hakte Hermine vorsichtig nach. Ein breites Lächeln legte sie auf die Lippen der alten Lehrerin.

,,Ich bin beeindruckt, Hermine. Ich finde es wirklich toll, dass du dich so gut mit Mister Malfoy verstehst. Auch wenn er nicht anwesend ist." Beim letzten Satz verrutschte ihr Lächeln leicht, und als hätte er nur auf diesen Moment gewartet, öffnete sich die Tür hinter ihnen und ein blonder Schopf trat in den Raum.

,,Ah ja, wenn man vom Teufel spricht."

,,Teufel?", fragte Malfoy verwirrt.

,,Ach nur ein Muggelsprichwort", half McGonagall ihm aus. ,,Aber schön, dass Sie uns mit Ihrer Anwesenheit beehren. Beeindruckend, wie wichtig Ihnen dieser Posten ist."

,,Nun ja, wissen Sie... ich hatte noch etwas wichtiges zu erledigen." Hermine konnte nicht genau einordnen, ob in seiner Stimme Belustigung war, aber auch wenn sie sein Gesicht nicht sah, konnte sie sich das selbstgefällige Lächeln bildlich vorstellen.

,,Naja, wie auch immer. Ich hatte es bereits Miss Granger gesagt, aber ich bin sehr erfreut über die Leistung, die sie beide erbracht haben. Das Fest wird kommendes Wochenende statt finden, und ich glaube es erklärt sich von selbst, dass sie beide zusammen auf den Ball gehen werden." Sowohl Hermine, als auch Malfoy schienen sich verhört zu haben.

,,Wie bitte?", fragten sie beide in einem fassungslosen. McGonagall setzte wieder dieses Lächeln auf, das Hermine bereits vor einigen Wochen gesehen hatte. Sie kannte es nur zu gut, und sie wusste, dass sie keine Chance gegen sie hatten, egal was sie sagen würden.

,,Es wäre doch schade, wenn sie beide sich so viel Mühe gemacht haben und dann nicht zusammen auf den Ball gehen würdet." Er war der bittersüße Ton, der es bei Hermine sofort klicken ließ. Malfoy schien noch nicht ganz zu begreifen, was los war, also unterbrach Hermine ihn noch im Ansatz.

,,Ja, stimmt. Sie haben völlig recht. Es wäre wirklich schade." Malfoys Kopf schnellte in ihre Richtung und gerade als er anfangen wollte zu protestieren, trat sie ihn leicht gegen sein Schienbein.

,,Gibt es sonst noch etwas?", fragte sie ruhig nach.

,,Nein, das war alles. Nochmal danke für ihre Mühe. Ihr dürft gehen." Die Schulleiterin widmete sich wieder den Papieren auf ihrem Schreibtisch, und Hermine sah es als Zeichen zu gehen.

Den gesamten Weg nach unten, konnte sie förmlich spüren, wie sich Malfoys Augen in ihren Rücken brannten. Als die letzte Stufe überwunden war, drehte sie sich um und schaute in ein zugleich zorniges, als auch erwartungsvolles Gesicht.

,,Was bei Salazar sollte das denn bitte? Das geht weit über das vereinbarte hinaus." Hermine überkreuzte ihre Arme und schaute ihn streitfreudig an.

,,Erstens haben wir nie etwas vereinbart. Du hast mir gestern nur Feststellung aufgezählt, und zweitens wollte ich es nicht riskieren McGonagalls Zorn auf mich zu ziehen- und glaub mir, du willst es auch nicht. Sie hat letztens schon so komisch reagiert, als ich verhindern wollte den Posten als Schulsprecherin anzunehmen. Aus irgendeinem Grund denkt sie, dass wir die Feindschaft zwischen Slytherin und den anderen Häusern schlichten können." Er schnaubte.

,,Na schön, wenn es unbedingt sein muss. Aber glaub ja nicht, dass ich mit dir tanze oder so." Hermines Augen funkelten ihn böse an.

,,Oh ja, weil es ja auch so schlimm ist mich zu berühren, wenn ich nicht nackt bin. Du bist manchmal so ein Arsch, Malfoy." Sie hatte die letzten Worte wohl etwas zu laut gesagt, da ein Echo durch den Gang ging. Kurz darauf ertönte ein Pfeifen. Ruckartig drehte Hermine sich um und schaute die immer größer werdende Gestalt an. Es war Blaise, der mit einem breiten Lächeln auf den Lippen auf sie zukam.

,,Meine Güte, ihr versteht euch ja mal wieder prächtig."

,,Wie auch immer. Ich muss jetzt gehen." Ohne sich zu verabschieden, drehte Malfoy sich um und stampfte davon. Dabei kam ihr ein Schwall von seinem Parfum entgegen, und obwohl sie ihn gerade in die Kammer des Schreckens einsperren könnte, erwischte sie sich dabei, wie sie für einen kurzen Moment zu lange einatmete. Sofort riss sie ihre Augen auf. Sie durfte nicht so reagieren. Sie durfte das alles, was passiert war nicht so nah an sich heran lassen. Sie hatten miteinander geschlafen, und das hat einiges in ihr aufgewühlt, aber trotzdem war es Malfoy. Hermine musste jeden Moment darauf gefasst sein, dass er sie verletzten würde.

,,Was ist denn mit dem los?", riss Blaise sie aus den Gedanken.

,,Das wüsste ich auch gerne. Heute morgen war noch alles okay." Ertappt kniff sie ihre Augen zusammen und hoffte, Blaise würde nicht falsche Schlüsse ziehen. Im nächsten Moment wurde ihr klar, wie lächerlich das war. Woher sollte er etwas wissen? Sie lebten schließlich zusammen, da sieht man sich auch morgens.

,,Oh, das heißt also, ihr redet mittlerweile miteinander. Was ein Fortschritt. Ich bin beeindruckt, Granger." Innerlich stieß sie erleichtert Luft aus.

,,Mhm, was ein Fortschritt." Wenn er nur wüsste, was die beiden für einen Fortschritt gemacht haben, würde er es ihr nur mit Veritaserum glauben.

,,Worum ging es denn gerade?"

,,Um den Ball, den McGonagall geplant hat. Sie möchte, dass wir beide zusammen dahin gehen."

,,Dann stimmt es also mit dem Ball. Ich habe davon gehört. Aber nein, ich glaube nicht, dass es wegen dir ist. Er hat sich länger nicht mehr über euren Zustand aufgeregt. Ich kann mir vorstellen, dass es an seiner Familie liegt. Da ist im Moment viel los." Verwirrt zog Hermine ihre Augenbrauen zusammen.

,,Was meinst du?"

,,Ach ich weiß es selber nicht so genau. Sein Vater ist total außer sich und schickt andauernd irgendwelche Briefe aus Askaban, in denen er über Voldemorts Rückkehr schreibt."

,,Wie bitte?!", stieß Hermine empört aus. ,,Es ist unmöglich, dass Voldemort nochmal zurück kommt. Er ist Tot und diesmal vollständig."

,,Ja, das wissen wir auch alle. Aber du kennst Lucius er hat Todesangst vor Voldemort, und offenbar möchte er darauf vorbereitet sein, falls er nochmal zurück kommt."

,,Wenn du meinst. Aber kannst du mich bitte trotzdem auf dem laufenden halten mit Malfoy."

,,Ja klar, aber warum interessiert es dich? Voldemort kommt nicht mehr zurück." Unsicher schaute Hermine sich um, um nach einer guten Antwort zu suchen.

,,Reines Interesse. Ich lebe schließlich mit dem Feind zusammen. Wir sehen uns die Tage, ja? Ich muss dringend einige Sachen erledigen." Ohne, dass er noch etwas entgegen konnte, machte sie sich genauso abrupt auf den Weg, wie Malfoy es einige Minuten vorher getan hatte. Sie ist gerade noch so aus der Sache heraus gekommen. Hermine wusste genau, wie Blaise tickte, und es war ein Wunder, dass er nicht bemerkt hatte, was zwischen ihnen lief, geschweige denn das gehört hatte, was Hermine gesagt hatte. Trotzdem wunderte sie sich über die Tatsache, dass Lucius Malfoy denkt, dass Voldemort zurück kommen könnte. Er sollte doch selber am besten wissen, dass alle Horkruxe und am Ende Voldemort selbst zerstört wurden. Warum machte er sich solche Sorgen, und was hatte Malfoy damit zu tun? Klar, er war ein Todesser, aber die Malfoys waren einer der wenigen, die überlebt hatten. Sie würden ohnehin nichts ausrichten können, und schon gar nicht Malfoy. So dumm wäre nicht mal er, und würde nochmal alles aufs Spiel setzten. Sie beschloss ihn zur Rede zu stellen. Hermine wollte sicher gehen, dass er oder seine Familie keine Bedrohung für Hogwarts, oder die Zauberwelt darstellten. Sie schrieb ihm einen Brief und forderte ihn unter falschen Vorwand auf zur Eulerei zu kommen.

Eine viertel Stunde später konnte Hermine seine Schritte hören.

,,Also schieß los, Granger. Was sind deine Vorschläge?", fragte er genervt und lehnte sich mit seiner arroganten Miene gegen die Wand.

,,Ich habe keine Vorschläge, Malfoy. Ich will reden."

,,Und worüber?"

,,Über deinen Vater. Ich habe gehört, dass er denkt, dass Voldemort zurück kommt. Ist etwas an der Sache dran?" Ein Hauch von Panik huschte ihm übers Gesicht, jedoch war dies nach einer Sekunde wieder verschwunden. Er drückte sich von der Wand ab, und kam ihr bedrohlich nahe.

,,Nein, an der Sache ist nichts dran. Mein Vater dreht einfach nur durch." Sie konnte nichts in seinem Blick sehen, was sie annehmen ließ, dass er log.

,,Wenn du das sagst."

,,Ja, sind wir dann hier fertig?" Gerade wollte er sich von ihr abwenden, als sie ihm am Arm packte, und ihn wieder zu sich drehte.

,,Nein, das war es noch nicht." Sie räusperte sich, um ihre Stimme zu klären, und schaute zu ihm auf. ,,Ich kann verstehen, dass es für dich nicht schön ist, wenn wir zusammen in der Öffentlichkeit auftreten, aber ist es wirklich so schlimm mit mit zu diesem Ball zu gehen, und einen läppischen Tanz mir zu tanzen? Es geht um das Wohl der Schule." Den letzten Satz hatte sich nur hinterher geschoben, damit es sich nicht so jämmerlich anhörte, wie sie sich fühlte, und sie war sich sicher, dass er das ebenfalls wusste.

Er trat näher an sich heran, und legte seine Hände auf ihre Taille. Sein Gesicht kam ihren immer näher. Doch anstatt sie zu küssen, stoppte er wenige Zentimeter vor ihrem Gesicht. Gierig schaute er auf ihre Lippen, und biss sich auf die seinen.

,,Nein, so schlimm ist es nicht. Doch ich befürchte, dass ich, wenn ich dich einmal berühre, nicht mehr loslassen kann." Überrascht schaute Hermine auf und schaute in seine Augen, die mittlerweile genauso dunkel waren, wie sein Anzug, den er trug.

,,Wie meinst du das?", fragte sie flüsternd, da ihre Stimme zu mehr nicht im Stande war.

,,Genauso, wie ich es gesagt habe." Hermine konnte ihren Blick nicht mehr von ihm losreißen, und glaubte allmählich den Verstand zu verlieren. Sie hatte das Gefühl, als wäre sie Wachs in seinen Händen, den er je nach belieben verformen konnte, wie es ihm passte. Bei ihm hatte sie sich selbst nicht mehr unter Kontrolle.

Er legte seine Hand auf ihre Wange, und schaute ihr genauso tief in die Augen. Etwas liebevolles flackerte in ihnen auf. Hermine wollte jetzt nichts lieber, als seine weichen Lippen zu spüren. Also wehrte sie sich nicht dagegen, als ihr Körper die Kontrollen übernahm, und ihre Lippen auf seine legte. Der Kuss war so unschuldig, aber gleichzeitig so intensiv, dass sie für einen Moment glaubte, dass er nicht echt wäre. Doch das war er, denn ihr ganzer Körper kribbelte, ihr Herz schlug ihr bis zum Hals, und Luft bekam sie auch nicht mehr. Es war echt, viel zu echt, und viel zu intensiv. Aber vor allem waren viel zu viele Gefühle im Spiel. Sie hatten gesagt, dass es keine geben wird, aber sowas konnte man eben nicht kontrollieren. Er löste sich von ihr, und erst jetzt bemerkte Hermine, dass sie ihre Augen geschlossen hatte. Langsam öffnete sie sie, und konnte sehen, wie Malfoy seine ebenfalls öffnete.

Es war nur ein Bruchteil einer Sekunde, in der sie in dieser Position verharrten. Dann machte Malfoy plötzlich kehrt, und rannte beinahe aus der Eulerei. Völlig verdattert blieb Hermine zurück, die nicht wusste, ob sie weinen oder lachen sollte. So war das nicht geplant und zwar ganz und gar nicht.

,,Bei Merlin, ich bin so dämlich", sagte sie zu sich selbst. Wie konnte sie es nur so weit kommen lassen? Sie hätte ihn von Anfang an nicht küssen sollen, und schon gar nicht mit ihm schlafen sollen. Und jetzt, jetzt war sie sich ziemlich sicher, dass sie kurz davor ist sich in ihn zu verlieben. Sie hätte niemals gedacht, dass eine einzige Nacht so viel in ihr auslösen könnte. Doch was sollte sie jetzt machen? Sie war sich sicher, dass er etwas ähnliches wie sie gefühlt haben musste, und offenbar reagierte er nicht sonderlich gut darauf. Sogar ganz im Gegenteil, und das machte die Sache nur noch komplizierter.
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