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Sammlung für die Wochen-Challenge

von Laila
Kurzbeschreibung
SammlungFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
24.09.2021
17.04.2022
17
21.896
2
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07.11.2021 2.011
 
Hallo zusammen,

hier ist wieder mein Beitrag zur Wochen-Challenge.
Der Prompt steht am Ende.
Ich lieb Halloween und die alten Sagen dazu.
Diese Geschichte habe ich schon vor ein paar Jahren geschrieben. Ich habe sie nur etwas angepasst, da das Original zu lang war.

 
The Night at Halloween

Martin Müller beschirmte sich die Augen und sah sich aufmerksam um.
Das Wetter war perfekt und strafte seiner Laune Lügen.
Die Luft war herrlich, frisch und rein. Aber nicht kalt, auch wenn es fast November war.
Die Sonne schien, als wollte sie diesen Tag loben.
Das Wetter hatte viele Leute nach draußen gelockt. Es gab immer noch Vorbereitungen für den Abend.
Heute war Halloween oder eher Samhain wie die Kelten es früher nannten. Die Nacht der Hexen und Geister. Die Nacht, in der die Welten verschmolzen und die Barriere dünn war.
Glauben konnte er jedoch nicht daran, dennoch fand er die Idee spannend. Zumal diese Glaube schon viele Jahrtausende alt war.

Heute Abend würde ein großes Fest zu Ehren vom Samhain stattfinden und er wollte es gerne besuchen. Nur leider war er allein, aber davon ließ er sich nicht stören. Vielleicht gab es ja eine netten Geist oder Vampir, der ihm die Nacht versüßte.
Der Nachmittag zog sich dahin und als es dunkel wurde, machte er sich auf den Weg zu dem Dorfplatz an dem die Feier stattfinden sollte.
Es gab gewaltige Scheiterhaufen, die mit Strohpuppen gespickt waren. An den Rändern standen Kürbisse mit schaurigen Fratzen.
Neugierig sah er einer Gruppen Menschen nach, die in langen schwarzen Gewändern und mit Masken an ihnen vorbei ging. Es sah wirklich interessant aus.
Sie stellten Druiden dar. Früher glaubten die Menschen, die Druiden wären Magier, Hexer. Sie konnten mit den Göttern reden. Heute trugen sie die Masken um die bösen Geister abzuwehren.
Wer sich hinter einer Maske versteckte konnte von den bösen Mächten nicht gesehen werden und so geschah einem auch nichts.
Das waren die Legenden die Martin darüber gehört hatte.
In eine dicke Jacke gehüllt und einem Becher Met in der Hand, stand er zwischen all den anderen Menschen und fühlte sich dennoch einsam.
Martin biss sich auf die Lippen und konzentrierte sich auf das Spektakel.
Ein Mann in schwarzer Robe entzündete zwei der Heuballen.
Kleine Flammen entstanden und fraßen langsam an ihrer Nahrung. Je dunkler der Himmel wurde, desto heller leuchtete das Feuer.
Eine Gruppe Menschen schritt in Zweierreihe an einem Durchgang durch das Stroh. Sie alle waren in lange schwarze Gewänder mit roten Nähten gekleidet. Lange, weiße oder bunte Masken verdeckten ihre Gesichter. Man konnte nicht erkennen ob es sich um Mann oder Frau handelte.
Die kleine Prozession schritt langsam voran.
Die Person an der Spitze griff nach einer brennenden Fackel und schwang sie durch die Luft. Kleine Funken stoben dabei in alle Richtungen.
Zuerst beachtete sie die Zuschauer gar nicht, dann jedoch, als sie in der Mitte angekommen waren, fächerte sie sich in einen kleinen Kreis auf und wandte sich an die Menschen.
Geschlossen verneigten sie sich und ein Mann übernahm das Wort.
„Wir freuen, dass so viele von euch hier sind und Samhain zu huldigen. Er bittet jeden von euch um ein kleines Opfer. Wir allen sollten in dieser Nacht vorsichtig und natürlich nicht alleine sein. Nicht das uns ein böser Geist oder eine Fee begegnet“, verkündete er mit einem Lächeln.
Dann verneigte er sich in alle vier Himmelsrichtungen und zündete mit einer Fackel die großen Strohpuppe an.
Die Verkleideten begannen einen wilden Tanz um die brennende Figur herum. Dabei ertönten seltsame Klänge, die Martin eine Gänsehaut bescherten.
Es war beeindruckend, aber auch erschrecken. In Deutschland hätte es so etwas nicht gegeben.

Die Feier zog sich dahin und Martin wanderte ein wenig umher.
Immer wieder hatte er sich einen Becher Met geholt und diesen gegen die Kälte und die Einsamkeit genossen. Aber vielleicht war es doch etwas viel gewesen, schwankend ging er auf den kleinen Wald zu. Er brauchte einen Moment Ruhe, die Musik dröhnte in seinen Ohren.
Hier war es dunkel und Martin stolperte blindlings über eine Wurzel. Fluchend richtete er sich auf und ging langsamer weiter. Das nächste Hindernis sah er wieder nicht, als er davor trat, verlos er das Gleichgewicht und sank zu Boden.
„Ach verdammt“, brummte er.
Mit einer Hand befühlte er sich den Fuß und lehnte sich an einen Baum, dabei schloss er kurz die Augen, als er sie wieder öffnete war es hell um ihn herum. Irritiert sah sich Martin um.
Er drehte sich einmal um die eigene Achse, aber es blieb hell. Es war Tag und der Baum war verschwunden.
„Was zum Teufel?“
Fluchend machte er ein paar Schritte.
„So viel habe ich nicht getrunken. Es kann nicht Tag sein“, knurrte der junge Mann.
Wieder sah er sich um und warf dabei einen Blick in den Himmel.
Im nächsten Moment saß er im Gras. Der Schmerz in seinen Fuß war völlig vergessen.
Der Himmel war von lilanen und rosanen Streifen durchzogen. Deutlich konnte er die Umrisse eines Planeten am Himmel erkennen.
Martin schluckte hart und Angst fraß sich durch seinen Leib und ließ ihn zittern. Benommen setzte er sich auf und schlang die Arme um seine Knie.
Das hier konnte nur ein böser Traum sein. Er hatte einfach nur zu viel getrunken und träumte nur wirres Zeug.
Aber tief in seinem Inneren wusste Martin, dass dies kein Traum sein konnte. Tief in seiner Panik gefangen, bemerkt er nicht die Wesen, die sich ihm näherte.
Ein Mann, ganz in Schwarz gekleidet kam langsam auf ihn zu geschlendert. Ein feines Grinsen lag auf seinen Zügen, so einen schönen Menschen hatte der Werdrache schon lange nicht mehr gesehen.
Ein kleiner Mensch, das war interessant und dann sah dieser auch noch so gut aus.

„Hallo Hübscher, hast du dich verlaufen?“ fragte er als er direkt vor Martin stand.
Überrascht von der Stimme blickte Martin auf und erstarrte.
Vor ihm stand ein Mann, so schön wie die Nacht und lächelte auf ihn herab. Der Fremde sah aus, als wäre er einem Modekatalog entsprungen in den edlen schwarzen Sachen und den langen dunklen Haaren.
Hastig schluckte Martin.
Drake konnte sich ein Grinsen kaum nicht verkneifen.
Der Mensch war hübsch und genau sein Geschmack. Vielleicht musste er in dieser Nacht ja gar nicht weiter suchen.
„Wo bin ich? Wer bist du?“ fragte Martin.
Seine Stimme war leise und vibrierte vor Angst.
Langsam ging Drake in die Knie und sah ihn an.
„Meine Name ist Drake. Sei willkommen in der Anders Welt. Du musst aber keine Angst haben“, erklärte Drake sachlich.
Große braune Augen starrten ihn an.
„Anders Welt? Was bitte soll das sein? Ich will zurück auf mein Zimmer. Ich finde das hier echt nicht lustig“, fauchte Martin auch sofort.
Der Fremde lachte dunkel. Die grünen Augen glühten dabei regelrecht.
„Das ist auch kein Spaß. Aber vorerst kannst du nicht nach Hause. Kennst du denn die Anders Welt gar nicht? Was bringt man euch denn zu Hause bei?“
Neugierig musterte ihn der Wehrdrache.
Er roch immer noch die Angst der Menschen. Aber er wollte ihm nichts tun. Es war ein leichtes ihn zu erschrecken. Aber der Kleine war niedlich und er hatte schon lange keinen Menschen mehr im Bett gehabt.
„Wieso bitte kann ich nicht Hause? Ich will hier weg. Zeig mir lieber den Weg als mir so einen Schwachsinn zu erzählen.“
Die Angst verflog und machte der Wut Platz.
Den Kopf schief gelegt, sah Drake ihn an, dann streckte er die Hand aus und berührte Martin an der Wange.
Der junge Mann wich reflexartig zurück. Aber nicht nur wegen der Berührung, sondern weil der anderen Mann regelrecht glühte. Hitze schoss Martin in die Wangen und sein Körper begann zu kribbeln.
„Du bist hier in der Anders Welt. Der Welt der Geister, Fae und Kobolde. Hier gib es das, was ihr Menschen Monster nennt oder auch Hexen. Es ist Samhain und unsere Welten berühren sich. Du wirst nicht der Einzige diese Nacht bleiben. So wie du aber schaust, denke ich, du hast keine Ahnung wovon ich rede.“
Eigentlich hatte Drake gar nicht so ehrlich sein wollen, aber er konnte nicht anders. Es machte einfach immer wieder Spaß. Die Panik und Unverständnis in den Augen der Menschen zu sehen.
So auch jetzt.
Martin keuchte und stand dann hastig auf.
Vielleicht war es ja doch nur ein Traum. Immerhin sah dieser Mann perfekt aus und wie es schien gefiel er auch Drake.
„Komm, lass uns etwas trinken und tanzen mein Hübscher. Die Nacht des Samhain ist noch nicht zu Ende.“
Sicher, Drake könnte ihm jetzt sagen, dass er zurück gehen könnte aber wo blieben dann der Spaß?
„Du bist heiß“, schnurrte er und kam noch ein Stück näher.
Wie erstarrt stand Martin da und starrte ihn an. Was sollte er denn tun?
Dieser Drake hatte wunderschöne Augen und ein berauschendes Lächeln. Er war genau der Typ Mann, denn er mochte.
Langsam kam er noch näher bis sich ihre Nasen berührten.
Seine Arme umschlangen den fremden Leib.
„Ich bin übrigens ein Wehrdrache.“
Fassungslos starrte Martin ihn an und nickte dann.
„Na klar, ein Drache. Ich glaube das auch sofort. Was solltest du auch sonst sein?“
Immer noch erstaunt schüttelte er den Kopf.
„Ich beweise es dir. Schau zu.“
Damit trat Drake ein Stück zurück. Für die Verwandlung brauchte er mehr Platz.
Ein blendet weißes Licht umhüllte Drakes Körper regelrecht.
Wie gebannt starrte Martin darauf, nahm wahr, dass das Licht immer größer wurde. Langsam formten sich Umrisse und dann stand er da. Ein großer, grün-blau schimmerte Drache.
Ein Wesen wie aus einem Film.
*Und glaubst du mir nun? *
Die Frage klang spöttisch und Martin zuckte erneut zusammen, als er sie in seinem Kopf wahrnahm.
Aber dann nickte er langsam. Vor ihm stand ein wunderschöner Drache und er wollte ihn gerne berühren. Vorsichtig trat er näher und legte eine Hand auf den schuppigen Leib.
Dieser Drake war wunderschön und Martin fühlte sich in dem Bann gefangen. Viel zu lange war es her, dass jemand Interesse an ihm hatte.
Als hätte es Drake gespürt verwandelte er sich zurück und zog Martin an ihn. Dann küsste er ihn einfach.
„Bleib bei mir“, bat er nach einer Weile.
Martin starrte ihn einfach nur an und leckte sich über die Lippen.
„Kann ich denn wieder nach Hause? Ich kenne diese Welt nicht, ich verstehe es nicht“, gab er leise zurück.
„Ich erkläre es dir. Ich habe ein wunderschönes großes Haus. Dort wird es dir gefallen und wir können zusammen sein. So ein Mensch wie du ist mir noch nie begegnet“, erklärte Drake, dann sah er sich um.
„Diese Welt ist voller Magie. Es gibt Hexen und Kobolde, sowie Geister und anderen Wesen.“
Martin sah ihn lange an. Sein Herz schlug viel zu schnell. Was wäre, wenn er blieb?
„Dann kann ich nicht zurück? Bitte sag etwas dazu? Ich kann nach einer Nacht nicht so eine Wahl treffen.“
Der Zweifel blieb.
Drake seufzte.
„Du kannst zum nächsten Samhain zurück in deine Welt. Dann sind die Tore offen.“
Die Worte waren leise und Martin spürte, dass Drake ihn nicht gehen lassen wollte, also nickte er.
Was war schon ein Jahr?
„Ich bleibe hier. Zeig mir die Wunder dieser Welt, du wunderschöner Drache.“
Glücklich strahlte Drake ihn an und zog ihn heftig an sich.
Ihre Nasen berührten sich und kurz darauf fanden sich ihre Lippen zu einem langen Kuss.
Erst später zog Drake ihn mit zu dem Fest und stellte Martin seine Freunde vor.
Sie tanzten stundenlang miteinander und küssten sich. Sie würden noch viele Abende zusammen haben.
Der Ausflug nach Irland hatte sich für Martin gelohnt. Er war nicht mehr alleine.

ENDE



Passend zu Halloween der neue Prompt :D
Kalenderwoche 44 von Luxet umbra:
Je dichter Halloween kommt, umso mehr verschwimmen die Grenzen zwischen irdischer und überirdischer Welt. Am 31.10 sind sie fast gänzlich verschwunden und lassen somit ein Verschmelzen zu. Was passiert an diesem Tag? Bekommt ihr unerwarteten Besuch? Stolpert ihr versehentlich in eine andere Welt? Bedenkt aber, dass sich die Tore zur anderen Dimension ab Mitternacht wieder beginnen zu schließen. Wer nicht pünktlich vor Sonnenaufgang zurück ist, der muss bleiben, wo er dann gerade ist.
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