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Willkommen in der Fickt-Euch-Allee

von Tiargo
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Bob Andrews Justus Jonas Kelly Madigan Peter Shaw Skinner "Skinny" Norris
23.09.2021
25.11.2021
8
24.239
15
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25.11.2021 3.214
 
Immer wieder wälzte Skinny sich auf der ungemütlichen Luftmatratze hin und her, doch sein Körper verweigerte ihm wieder zur Ruhe zu kommen. Missmutig blinzelte er zwischen den Lidern hervor in das bereits viel zu helle Zimmer. Die fadenscheinigen Gardinen hielten kaum etwas von dem Licht draußen und Skinny verfluchte sie nicht zum ersten Mal.

Seine Finger tasteten nach der Schachtel mit den Kippen und allein der Gedanke daran den ersten Zug zu nehmen, von der Veranda aus die Ruhe der Umgebung noch einen Moment genießen zu können, schien seinen Ärger ein wenig verrauchen zu lassen. Skinny kämpfte sich auf die Beine, sein Blick streifte durch den Raum auf der Suche nach einer Jogginghose, doch er blieb an Shaw hängen. Skinny spürte wie ein Stich der Erregung durch seine Mitte zuckte, als er den anderen ausgestreckt auf dem Bauch liegen sah, ein Bein angewinkelt, nur ein Zipfel der Bettdecke lag über seiner Hüfte. Erinnerungen an den letzten Abend wurden lebendig, an die Gewalt, als der Streit eskaliert war. Daran wie er Shaw auf das Laken gedrückt hatte, der Stoff an seinem harten Schwanz gerieben hatte, wie er den anderen mit jedem Stoß tiefer in die Matratze gestoßen hatte und wie Shaw erstickt nach mehr gebettelt hatte.

Skinny atmete tief durch, griff nach einer Hose die über dem Schreibtischstuhl hing und schlüpfte hinein. Doch wenn er ehrlich war, hatte er keine Lust sich wie ein alter Mann auf die Veranda zu stellen, also drehte Skinny sich um, öffnete das Fenster und kletterte im nächsten Moment über Shaw hinweg.

Peter regte sich unter ihm, drehte sich auf den Rücken, während er verschlafen murmelte: „Was machst du da, Skinny?“

„Eine rauchen.“

Verwundert sah der andere ihn an, blinzelte den letzten Schlaf aus seinen Augen, doch dann schien er zu verstehen. Ruckartig setzte er sich auf.

„Scheiße Skinny, ich habe dir schon bestimmt hundert mal gesagt, dass du nicht in meinem Zimmer rauchen sollst.“

„Ich kann mich auch drei Zentimeter weiter aufs Vordach setzen, wenn du drauf bestehst.“

„Ach vergiss es einfach.“, fauchte Shaw, ließ sich dann gegen das Kopfteil sinken.

Skinny lehnte mit dem nackten Oberkörper am Fensterrahmen, hin und wieder zog er vergessen an der Zigarette, während sein Blick starr auf dem verfluchten Camaro gerichtet war. Und die Idee mit dem Kaffee veränderte sich und nichts wollte er lieber als den Wagen abzufackeln, das Mahnmal auszulöschen mit dem Rutherford ihn verfolgte, ihn beständig daran erinnerte, dass die Frist abgelaufen war.

Skinny strich sich einige der aschblonden Strähnen aus der Stirn, dann wandte er leicht den Kopf und ein Lächeln zupfte an seinen Mundwinkeln. Shaws Augen waren auf ihn gerichtet, sein Blick folgte der Zigarette, schien einen viel zu langen Moment an seinen Lippen hängen zu bleiben. Er hatte den selben Ausdruck auf dem Gesicht wie im Polizeipräsidium.

Und wieder schienen die Bilder der letzten Nacht lebendig zu werden, der Protest der von einem Stöhnen erstickt wurde, ein Kampf den sie brauchten, um Macht und Kontrolle und als Ventil.

„Mit den Gedanken noch bei letzter Nacht?“, wollte Skinny grinsend wissen.

Er konnte sehen wie viel Kraft es Shaw kostete seinem Blick nicht sofort auszuweichen.

„Du hältst dich wohl für unwiderstehlich.“

Skinny zuckte mit den Schultern, ließ seinen Blick wieder über die friedliche Nachbarschaft gleiten, sah hinüber zu dem blauen Sportwagen, während er die Zigarette an die Lippen führte, der leichte Nebel des Rauchs vor seinen Augen aufstieg.

Er konnte das Geld nicht zahlen und sie hatten noch nichts gegen Rutherford in der Hand. Was würde sein ehemaliger Boss mit ihm anstellen, wenn er davon erfuhr? Und Skinny machte sich keine Illusionen, dass weder die Vorstadtidylle, noch Shaw seine Männer davon abhalten konnten Skinny die Rechnung zuzustellen. Sein Herz schlug schneller, als er an Foxx dachte und wie von selbst strich er mit der freien Hand über seinen Oberkörper, über die Prellungen die langsam verblassten, die Schmerzen die kaum noch spürbar waren.

Es gab keinen Ort an den er flüchten konnte, niemand der ihm wirklich Schutz vor dem einflussreichen Mann und seinen Schlägern bieten konnte. Er konnte nur die letzten Stunden seiner Schonfrist so angenehm wie möglich gestalten, bevor er seine Abreibung bekommen würde.

Achtlos drückte Skinny die Kippe an der Hauswand aus, ließ den Stummel in ein leeres Marmeladenglas fallen, das auf dem kleinen Vordach stand. Er machte einen Satz über das Bett. Sah auf Shaw hinunter und Skinny genoss dass er Peter nun noch deutlicher überragte.

„Wann hörst du endlich auf dagegen anzukämpfen?“

Der andere fuhr in die Höhe, funkelte Skinny wütend an.

„Das gestern Nacht war das letzte Mal.“

Doch Skinny achtete kaum auf die Worte die den Mund des anderen verließen, betont langsam ließ er den Blick an Shaw hinunter gleiten. Über die muskulöse Brust und den flachen Bauch, das V seiner Hüftknochen darunter das seinen Blick zu seinem Schwanz lenkte. Skinny leckte sich über die Lippe, nahm wahr wie Shaw seinem Blick folgte und mit einem leisen Fluchen wollte der andere sich abwenden. Doch Skinny dachte gar nicht daran ihn jetzt gehen zu lassen, er griff nach Shaws Arm, doch mit einem harten Ruck entriss der andere sich ihm. Wütend fuhr das Satzzeichen herum und Skinny schaffte es den Schlag abzufangen. Er schleuderte Shaw herum, drängte ihn mit dem Rücken gegen die Schranktüren.

„Was soll das, Skinny? Lass mich los.“

Doch Skinny dachte gar nicht daran auch nur einen Zentimeter zurückzuweichen.

„Du Arsch, lass den Scheiß.“

Skinny grinste kalt, genoss es Peter überlegen zu sein, zu spüren, dass er die Kontrolle hatte. Der Griff seiner Finger verstärkte sich in Peters Nacken, dann beugte er sich vor und küsste den anderen Jungen fast schon aggressiv.

Doch entschieden stieß Peter ihn von sich, sein Atem ging schwer, als wäre es eine Kraftanstrengung gewesen.

„Ich kann nicht noch mal mit dir schlafen. Ich liebe Kelly.“

Doch Skinny kam langsam wieder auf das Satzzeichen zu.

„Da hat sie ja Glück, dass das hier rein gar nichts mit Liebe zu tun hat.“

Skinny schlang seine Finger in Shaws Haare, zwang seinen Kopf in den Nacken, presste seine Lippen auf die des anderen. Er konnte spüren wie Shaw unter ihm mit sich rang, doch als Skinny ihm spielerisch in die Lippe biss, gab der andere ein Aufkeuchen von sich. Ein kurzes Lächeln huschte über Skinnys Lippen, doch dann zwang er den anderen wieder in einen Kuss, genoss wie bereitwillig der andere sich ihm öffnete, ihn den Kuss vertiefen ließ.

Kurz ließ Skinny von Shaw ab, wollte Luft holen, doch dann begegnete er seinen grauen Augen im Spiegel, sah das kalte Lächeln das an seinen Mundwinkeln zupfte und ohne noch einmal darüber nachzudenken zog er Shaw an sich, drehte den anderen herum, so das er sich in der reflektierenden Oberfläche ansah.

„Gefällt dir was du siehst?“, wollte Skinny wissen.

Doch Shaw wich seinem Blick aus, schaffte es nicht sie beide anzusehen. Doch Skinny flüstere ihm rau ins Ohr: „Wenn du ehrlich wärst, müsstest du zugeben, dass du das hier willst, mehr als alles andere.“

Hart zog er Shaw gegen sich, seine Finger packten grob zu, als er sich an dem anderen rieb, ihn spüren ließ wie er selbst anschwoll.

„Na los, beweis mir wie wenig es dir gefällt. Stoß mich weg.“

Und er spürte was für einen erbitterten Kampf der andere mit sich ausfocht, dass er nichts lieber wollte, als Distanz zwischen sie zu bringen, gut zu sein, das richtige zu tun. Und doch wusste Skinny, dass er dem Rausch des Moments verfallen würde. Jedes Mal mit dem er sich ihm erneut ergab, machte es schwerer die Mauer zwischen ihnen wieder aufzubauen.

Eine Hand krallte sich tief in Shaws Hüfte, während die andere sich fest um seinen Schwanz schloss, er spürte wie der große Junge unter ihm anschwoll.

„Du willst das hier genauso. Ansonsten hättest du mich schon längst rausgeschmissen. Und du wärst deinen Freunden nicht mal groß ne Erklärung schuldig, es weiß doch jeder, dass ich mich nicht benehmen kann.“
Skinny sah wie Peter schluckte.

„Aber du musst immer daran denken, wie gut es sich anfühlt wenn ich in dir stecke. Was würden deine Freunde wohl dazu sagen, wenn sie wüssten, dass du meine kleine Schlampe bist? Wie bereitwillig du die Beine für mich breit machst?“

Immer wieder glitt seine Hand über Shaws Schwanz, fuhr seine Fingerkuppe über seine Spitze.

„Soll ich aufhören?“

Peter keuchte, schaffte es sich anzusehen was der Spiegel ihm zeigte. Dann neigte er kaum merklich den Kopf, als müsste er sich daran erinnern wie man nickte, was Skinny nur dazu brachte das Tempo ein wenig zu erhöhen. Entschieden drängte er sich gegen ihn, ließ Shaw spüren wie sehr ihn die Situation anmachte.

„Du musst schon deutlicher sagen was du willst.“, wies Skinny das Satzzeichen an.

„Bitte Skinny…“, brachte der andere stockend hervor.

„Hör auf?“, schlug Skinny vor. „Fick mich?“

Der Atem des anderen ging stoßweise, während sein Blick starr auf Skinnys Finger im Spiegel gerichtet war. Und Skinny meinte sehen zu können wie sich die Worte hinter seiner Stirn mit jeder Bewegung seiner Hand, jeder Drehung des Handgelenks mehr verflüchtigten.

Plötzlich ließ Skinny von Peter ab, trat einen Schritt zurück und er konnte sehen wie der Körper des anderen seiner Bewegung unwillkürlich ein Stück folgte. Und das Pulsieren in seinem Schwanz schien anzuschwellen. Hart drückte er gegen den Stoff, rieb beinahe schmerzhaft daran.

Skinny wandte sich um, holte Lube und Kondome aus dem Nachtschrank.

„Auf alle Viere.“

Verwirrt drehte Peter sich zu ihm um, suchte seinen Blick. Doch Skinny nickte nur ruckartig mit dem Kopf, bedeutete dem anderen, dass er keine Lust hatte sich wiederholen zu müssen. Er beobachtete wie Shaw langsam auf die Knie ging und mit einem letzten Blick zu Skinny das Gewicht auf die Hände verlagerte.

„So ists brav.“

Mit der freien Hand strich Skinny über den unteren Rücken, spürte wie Shaw unter seiner Berührung erschauerte. Und Skinny musste sich auf die die Lippe beißen, sich dazu zwingen es nicht zu überstürzen. Er kniete sich zwischen die Beine des anderen, drückte ein wenig Gel auf seine Finger. Er spürte den Widerstand der Muskeln, drängte sich dagegen, bis sie nachgaben, er in den anderen eindrang.

Shaw gab ein heiseren Stöhnen von sich was Skinnys Ungeduld nur weiter anstachelte. Leicht drückte er die Finger auseinander, rieb seinen Ständer dabei an Shaw um sich selbst ein wenig Erleichterung zu verschaffen. Hastig bewegte er seine Finger in dem anderen, weitete ihn, beobachtete wie Shaw sich gegen ihn bewegte, sah im Spiegel wie seine Lider flatterten, als Skinny die richtige Stelle in ihm traf.

Er zog seine Finger aus dem anderen, nahm zufrieden wahr wie Shaw einen beinahe gequälten Laut von sich gab. Die scharfen Zacken stachen in sein Fleisch, als Skinny nach der Kondomverpackung griff, sie aufriss. Er befreite sich von dem Stoff der Jogginghose, streifte sich das Kondom über, dann drängte er Shaws Oberkörper mit sanfter Gewalt etwas weiter nach unten, drückte seine Spitze gegen den Eingang, drang tief in ihn ein. Peter gab ein lautes Stöhnen von sich, als Skinny sich in ihm bewegte, erst langsam, doch schnell steigerte er sein Tempo, hörte das peitschende Klatschen als Haut auf Haut traf. Skinny leckte sich über die Lippen, stieß erneut hart zu und er genoss das Stöhnen das der andere von sich gab. Hart zog er an den dunkelblonden Strähnen, zwang Shaw seinem Spiegelbild zu begegnen.

„Stell dir vor, wenn Cotta dich jetzt so sehen könnte, auf allen Vieren, wie du dich bereitwillig von einem Kriminellen ficken lässt.“

Peter stöhnt unter ihm auf, doch Skinny beugt sich ein wenig weiter vor, raunte: „Stell dir die Dinge vor die du tun müsstest um das wieder gut zu machen.“

Und das leise Wimmern, das seine Worte dem anderen entlockten, stachelte Skinny an, trieb ihn höher. Es gab nichts was er sagen oder tun konnte, was Shaw ihn nicht mit machen ließ und die Erkenntnis berauschte Skinny.
„Glaubst du er würde dir dafür den Hintern versohlen?“

Skinny schlug ihm fest mit Hand auf den Po und ein lauter Klaps hallte durch das Zimmer, gefolgt von einem weiteren ergebenen Aufstöhnen.

„Bitte Skinny…“, brachte Shaw atemlos hervor. „Das ist… ist nicht fair.“

„Ich habe nie gesagt, dass ich fair spiele.“

Er löste seine Finger aus Peters Haaren, ließ die Strähnen durch seine Finger gleiten, bevor seine Hände hart Shaws Hüfte packten, ihn fixierten, während er einige Male langsam und tief in ihn stieß. Er konnte spüren wie Peter sich ihm wieder entgegendrängen wollte, doch er genoss es ihn mit dem ruhigen Rhythmus zu quälen, es auszukosten wie der andere nach mehr bettelte.

„Du magst es, wenn ich dich hart nehme?“, wollte Skinny wissen.

Shaw keuchte, drückte den Rücken noch etwas stärker durch, als Skinny tief in ihn stieß.

„Das war keine Antwort.“, sagte Skinny und ließ seine Hand erneut auf die gereizte Haut fahren. Shaw zuckte zusammen, ließ den Kopf nach vorne fallen und die nächsten Worte kamen nur leise über seine Lippen.

„Ja, ich mag es.“

Grob setzte Skinny nach, als er fragte: „Was magst du?“

Peter stöhnte, Haut traf auf Haut und es dauerte einige Sekunden ehe er sagte: „Ich mag, wenn du mich hart fickst.“
„Das war was ich hören wollte.“, sagte Skinny zufrieden.

Laut stöhnte Shaw unter ihm, als Skinny wieder einige Male schnell in ihn eindrang. Dann legten sich seine langen Finger fest um Shaws Schwanz, glitten im selben Rhythmus an ihm entlang in dem er in den anderen stieß. Shaws Stöhnen steigerte sich, während er in Skinnys Faust zuckte und Skinny biss sich auf die Zunge, als er spürte wie sich der andere um ihn herum zusammenzog, ihn seinem eigenen Höhepunkt entgegentrieb. Und im nächsten Augenblick kam Peter warm über Skinnys Hand. Noch einige Male setzte Skinny nach, bevor auch er in dem anderen kam.

Skinny atmete tief durch, bevor er sich aus dem anderen zurückzog. Dann streifte er das Kondom ab, verknotete es und und schmiss es in den Müll, bevor er nach den Taschentüchern griff, seine Finger notdürftig sauber wischte und sich wieder anzog.

Immer noch schwer atmend lag Peter auf dem Boden, er hatte sich auf den Rücken gedreht, die Augen geschlossen. Er zuckte zusammen, als Skinny ihn mit einer Packung Taschentücher traf.

„Ich setz dann mal Kaffee auf.“, sagte Skinny, als er das Zimmer verließ.

***

Skinny beobachtete Peter, wie er gedankenverloren auf seinem Bissen herum kaute. Eine Parade mit Blaßintrumenten hätte durchs Wohnzimmer marschieren können, doch das wäre dem anderen wohl nicht mal dann aufgefallen, wenn sie Fahnenschwänken vor ihm auf dem Tisch tanzen würden.

Doch dann ging ein Ruck durch den Jungen, seine Augen verengten sich, als er Skinny ansah, sich über die Lippe leckte, als er die angebissene Brötchenhälfte auf den Teller legte.

„Du meintest doch gestern Abend, dass mir was in der Beziehung mit Kelly fehlt.“

„Du meinst bevor ich dich aufs Bett gedrückt habe?“

Nervös fingen Peters Finger an den Saum der Tischdecke in Falten zu legen, als er Skinnys Blick auswich, leicht nickte. Doch dann schaffte er es wieder aufzusehen, kurz streiften seine Augen Skinny, bevor er hinaus in den Garten sah.

„Ich habe mich gefragt was ich bei dir bekomme und bei Kelly nicht. Und es ist nicht nur der Sex.“

„Sondern?“, wollte Skinny lauernd wissen. Er war sich nicht sicher, ob er die Antwort wirklich hören wollte.

„Glaub mir, Kelly kann auch die Kontrolle an sich reißen, wenn sie will, da seid ihr euch gar nicht so unähnlich.“, sagte Peter mit einem lachen, doch dann wurde er wieder ernst.

„Es ist nur dieses ständige kritisieren. Nie bin ich gut genug, egal was ich mache, immer versage ich in ihren Augen. Keine Ahnung, es tut meinem Selbstwertgefühl einfach verdammt gut wie sehr du mich willst.“

Skinny lehnte sich zurück, verschränkte die Arme vor der Brust.

„Es freut mich, dass ich euch in eurer Krise helfen konnte.“

Und er schaffte es nicht die Bitterkeit aus seiner Stimme zu verbannen, das Gefühl zu haben, dass Shaw ihn nun wirklich vor die Tür setzen würde, er nicht mehr brauchte was Skinny ihm anbot. Doch etwas in ihm sträubte sich dagegen das mit Shaw aufzugeben.

„Ich weiß, dass ich mit Kelly reden muss. Aber was du gesagt hast, als du mich gegen den Schreibtisch gedrückt hast stimmt auch. Wenn ich mit dir zusammen bin, muss ich kein guter Freund sein, für niemanden. Ich muss nicht daran denken was moralisch richtig wäre. Nicht nur Kelly gegenüber, sondern auch Justus und Bob.“

Peter seufzte und Skinny registrierte, dass es er immer noch nicht schaffte ihn anzusehen.

„Manchmal habe ich das Gefühl sie sind alle perfekt und ich sollte mich glücklich schätzen unter ihnen sein zu dürfen, aber...“

Peter brach ab und als Skinny ein fragendes „Ja?“ einwarf, schaffte er es kurz die Augen zu heben, doch bereits im nächsten Augenblick glitt sein Blick wieder hinaus auf die grünen Blätter der Sträucher.

„Das klingt jetzt bestimmt doof, aber oft denke ich, dass ich ihren Erwartungen nicht gerecht werden kann.“

Dann beugte er sich vor, seine großen Hände umschlossen den Becher, einige Male ließ er den Teebeutel darin auf und ab hüpfen, bevor die nächsten Worte über seine Lippen kamen.

„Und sie können so verdammt vereinnahmend sein. Ich habe da erste Mal seit einer Ewigkeit wieder das Gefühl ein eigenständiger Mensch zu sein. Nur eine Kleinigkeit in meinem Leben selbst bestimmen zu können, etwas das nur mir gehört, ohne das Justus, Kelly oder meine Eltern Einwände einbringen können.“

Skinny kaute auf seiner Unterlippe, dann fragte er: „Und was empfindest du für sie?“

Eine weitere Antwort von der er nicht wusste, ob er sie wirklich hören wollte. Er dachte daran wie er jede Beteuerung des Satzzeichens er würde seine Freundin lieben abgetan hatte. Doch der warme Tonfall des anderen machte deutlich, dass er sich in diesem Punkt wohl geirrt hatte.

„Ich liebe Kelly.“

Shaws Blick veränderte sich, wurde weicher und Skinny wurde flau im Magen, als er ihm zuhörte, beinahe meinte er, der Schnüffler würde über eine Fremde reden.

„Kelly kann der nervigste Mensch der Welt sein, aber trotzdem halte ich es keine zwei Tage ohne sie aus. Jedes Mal, wenn ich ne Drachenkopfpflanze sehe, muss ich daran denken wie sie ihre liebevoll ertränkt hat und beinahe in Tränen ausgebrochen ist, als klar war, dass die Wurzelfäule bereits zu weit fortgeschritten war um die Pflanze zu retten. Immerhin hat sie Shadow, nen Hund den ich wegen eines Falls mal aufgenommen hatte, nicht zu Tode gepflegt. Sie war Tag und Nacht hier um sich um ihn zu kümmern. In der Zeit lief es wirklich gut zwischen uns, als hätte sie einen Teil ihrer Unsicherheit verloren, weil ich am Ende des Tages immer zu ihr nach Hause gekommen bin. Und es wird nie langweilig ihr zuzuhören, wie begeistert sie von ihrem Training erzählt. Sie hat dann dieses Leuchten in den Augen, das mich anspornt besser werden zu wollen. Und wir hatten so viel Saß, als wir noch zusammen Sport gemacht haben.“

Doch dann lehnte Shaw sich zurück und das erste Mal sah er Skinny in die Augen.

„Ich weiß, dass es nicht fair ist. Nicht dir gegenüber und vor allem Kelly gegenüber. Aber, Skinny, ich brauche die Freiheit die mir das mit uns gibt. Und mir ist klar geworden, dass ich das was zwischen uns läuft nicht aufgeben will, aber genauso will ich die Beziehung mit Kelly nicht verlieren.“

Skinny nickte und wieder stahl sich ein Grinsen auf sein Gesicht.

„Es ist nur Sex, Schisser.“
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