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Keine Zukunft

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Krimi / P16 / Gen
Andrea Schäfer Anna Engelhardt Ben Jäger OC (Own Character) Semir Gerkhan Tom Kranich
23.09.2021
27.01.2022
94
105.254
4
Alle Kapitel
295 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
14.01.2022 1.419
 
Hallöchen meine Lieben!
Zunächst einmal möchte ich mich bei meinen treuen Reviewerinnen
für die lieben Worte bedanken!
Vielen, vielen Dank fürs motivieren :-)) !!!
Heute geht es dann auch schon weiter.
Euch ein schönes Wochenende!
Herzliche Grüße!
Historycrime
*************



Erschrocken fuhr er zusammen und hob sofort schützend seine Arme über den Kopf. Vor ihm stand sein Sohn und blickte ängstlich auf ihn herab.
„Bist du böse?“ Fragte der Kleine nun überaus selbstbewusst und Ben musste lächeln, da dieser den Selben trotzigen Blick wie seine Mutter drauf hatte.
Dessen Zunge schlug ein bisschen oben an die Zähne an, so dass Mats Aussprache ein klein wenig lispelnd klang, da er den s-Laut nur schwerlich über die Lippen brachte.
Vielleicht war es auch die Aufregung, denn er hatte als Kind genau das selbe Problem und Ben musste unwillkürlich an seine Mutter denken, welche alles erdenkliche für ihn getan hatte, um ihm das wieder abzugewöhnen.
Merkwürdigerweise war bei ihm das Lispeln in dem Augenblick verschwunden, als sie ihn und Julia verlassen hatte. Wenn er das nun so im Nachhinein betrachtete, war dieses Lispeln vielleicht auch nur, um die volle Aufmerksamkeit seiner über alles geliebten Mutter auf sich zu ziehen.
Sein Sohn war ihm äußerlich so ähnlich, dass ihm bei dessen Anblick ein wohliger Schauer über den ganzen Körper huschte.

„Nein….ich bin einer von den Guten, ich bin wie deine Mama auch Polizist!“ Misstrauisch beäugt, versuchte Ben sich vom Boden abzustützen, um in den Stand zu kommen. Dabei durchfuhr ihn ein schrecklicher Schmerz und ein leiser Schmerzenslaut ließ Mats zusammenzucken.
„…hast du ein Aua…., soll ich pusten? ….das hilft bei Mami auch immer!“ Der Kleine war wirklich zu süß, wie er ihn jetzt erwartend anschaute.
„Au ja, sehr gerne…..aber das wäre auf dem Bett …..bestimmt viel besser, da kommst du geschickter ran….“ Seine Knochen waren steif vom harten Fußboden und er wäre fast wieder zu Boden gegangen, wenn sein Sohn ihn nicht mit seinen kleinen Händen festgehalten hätte.
Der kleine Knirps hatte für sein Alter schon eine enorme Kraft und somit schwankte er, möglichst ohne Gewicht auf Mats zu verlagern, in Richtung Bett.
Ben fühlte sich augenblicklich etwas besser, als er auf der weichen Matratze lag und Mats anfing wie wild zu pusten.
Als der Kleine sein Shirt hochziehen wollte, um auch dort zu pusten, hielt er ihn sanft davon ab. Die von den Handlangern angebrachten Verbände waren schon wieder mit Blut, Eiter und Wundwasser durchdrängt und er wollte ihm diesen Anblick auf jeden Fall ersparen.
Das würde das Kind nur noch mehr verängstigen!
Schnell hob er ihm seine lädierten Handgelenke hin über die Mats nun ganz behutsam streichelte und immer wieder pustete.
Dabei ließ dieser ihn keine Sekunde aus den Augen!

Nun hielt Mats abrupt inne und schaute ihn fragend an.
„Bist du mein Papa?“ Entsetzt blickte er auf den kleinen Stepke und fühlte sich dermaßen überrumpelt, dass es ihm zunächst die Sprache verschlug.
Was sollte er jetzt sagen?
Die Wahrheit?
Wahrscheinlich hatte man dem Dreikäsehoch schon genug Notlügen über ihn aufgetischt, dass es vielleicht jetzt an der Zeit wäre, diesem die Wahrheit nicht länger zu verschweigen!
Es kam ihm so vor, als hätte sein Sohn das kriminalistische Gespür von Annika und ihm geerbt, anders konnte er sich das nicht erklären.
Und warum sollte Mats es von Kalvus erfahren?
Nein, dann lieber von ihm!
Mühsam setzte er sich auf und klopfte mit der Hand auf den Platz neben sich.
„Komm setz dich zu mir!“ Und tatsächlich krabbelte sein Sohn hoch und nahm neben ihm Platz. Jetzt schaute dieser ihn erwartend aus seinen schönen braunen Augen, in denen sich seine zu spiegeln schienen, an.
„Ja, ich bin dein Papa und es tut mir so unendlich leid, ……dass ich bisher nicht bei dir sein konnte!“ Ganz automatisch schossen ihm die Tränen in die Augen und er versuchte die aufsteigende Panik hinunterzuschlucken.
„….dann darfst du jetzt aber nicht wieder tot sein und verreisen…..!“ Meinte Mats dann vorwurfsvoll und strich ihm immer wieder tröstend über die verschwitzte Wange.
„Das verspreche ich dir hoch und heilig….!“ Ben hob beschwörend seine drei Finger und machte ein ganz ernstes Gesicht dazu. Noch immer konnte er seinen Tränenfluss nicht stoppen und eine erneute Schmerzenswelle übermannte ihn.
Er wusste, dass er seinem Sohn gerade etwas versprochen hatte, was er höchstwahrscheinlich nicht halten konnte. Aber schon allein die Worte an ihn, ließen seinen Kampfgeist wieder aufleben.
„Meinst du, dass ich dich mal in die Arme nehmen darf?“ Fragte Ben mit einem bittenden Blick.
„Aber nur, wenn du irgendwann mit mir Fußballspielen gehst!“ Stellte Mats keck seine Forderung und war auch schon komplett auf die Matratze geklettert und legte sich neben Ben in dessen offenen Arm.
Glücklich drückte er seinen Sohn an sich und auch wenn ihm jede noch so kleine Berührung Höllenqualen bereitete, wollte er ihn nie wieder los lassen.
Es war so ein unbeschreibliches Gefühl, denn in jeden Winkel seines geplagten Körpers rauschten Millionen von kleinen Glückshormonen, welche ihm wieder neue Kraft gaben.

„Wann können wir zu Mami gehen?“ Er wünschte sich nichts sehnlicher als diesen Ort des Grauens endlich zu verlassen und auch die Vorstellung, Annika wiederzusehen, gefiel ihm sehr.
„Bald mein Sohn, bald…….“ Als er ein Knacken an der Türe hörte, setzte er sich schnell auf und schob Mats ruckartig hinter sich.
Er spürte, wie dessen kleiner Körper an seinem Rücken bebte und zitterte vor Angst.
„Keine Angst Mats, der Mann tut dir nichts!“ Sagte er laut in Richtung des gerade eintretenden Kalvus.
Ein kleines Nicken des Holländers zu dessen Bodyguard ließ den Muskelprotz hervorschnellen und dieser zerrte ihn nun grob von seinem Sohn weg.
Es folgte ein brutaler Schlag auf seine ramponierten Rippen und dieser ließ Ben dann in die Knie gehen.
Da wo eben noch die vielen Glückshormone ihren Platz gefunden hatten, breiteten sich gerade wieder böse Schmerzen aus und ließen ihn leise wimmern.
„Muss das…..sein…vor ihm?“ Ben war völlig entsetzt über dessen Verhalten!
Der Knirps würde bestimmt einen psychischen Knacks fürs Leben bekommen!
„Bring ihn …..bitte….raus….!“ Flehte er seinen Widersacher an.
Es war ihm egal was sie mit ihm anstellen würden, aber nicht wenn Mats zuschauen musste.
Mit einem fiesen Grinsen trat Kalvus nun vor Ben und zerrte seinen Kopf an den Haaren hoch, so dass er seinem Widersacher nun direkt in dessen eiskalten Augen blicken musste.
„Nein, mein Freund….dein Sohn soll sehen, was für einen Versager er als Vater hat. Ein Daddy welcher nicht einmal in der Lage ist sein eigen Fleisch und Blut zu schützen…., geschweige den sich selbst zu verteidigen!….Los steh auf und wehr dich!“ Forderte sein Peiniger ihn nun auf.
Sein Sohn schaute ihn mit ängstlichen Augen an und dicke Tränen bahnten sich seinen Weg über dessen blassen Bäckchen.
„Sieh nur ganz genau hin Mats, was für ein Schwächling er ist.“ Das konnte Ben sich unmöglich gefallen lassen und versuchte nun mühsam auf die Beine zu kommen.
Nach dem Schlag auf seine Rippen hatte er das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen und musste ununterbrochen husten.
„Lass ihn….du bist böse….,“ schmetterte der Kleine nun lautstark in den Raum. Mats wollte ihm schon zu Hilfe eilen, jedoch stoppte ihn Ben mit einer schnellen Handbewegung ab.
„Bleib da drüben,….bitte Mats…..!“ Tatsächlich blieb dieser wo er war.

Nachdem Ben nun schwer schnaufend und immer noch nach Luft ringend vor dem Holländer stand, versuchte er so selbstbewusst wie möglich zu wirken. Er hatte eine unbändige Angst davor, dass dieser Schlächter seinem Sohn etwas antun würde.
Er traute diesem alles und wirklich alles zu!
Es blieb ihm gar nichts anderes übrig als in die Offensive zu gehen und da ihm ein Angriff in körperlicher Form wahrscheinlich nur noch mehr Qualen bereiten würde, versuchte er es zunächst verbal.
„Du bist doch der Schwächling…..kannst nur gegen …….Kinder und Verletzte, ……du bist so erbärmlich, hast sogar jetzt…..noch Angst vor mir, dass ich dein ……“ Weiter kam Ben jedoch nicht!
Wutentbrannt drückte Kalvus ihn mit dem Rücken an die Wand und quetschte erbarmungslos seinen Hals zu. Bens Kräfte waren nicht mehr ausreichend, um diesem Gegenwehr zu leisten. Immer mehr wurde ihm die Luft zum Atmen genommen und er versuchte noch ein letztes Mal Blickkontakt zu seinem geliebten Sohn aufzubauen.
Doch dieser sprang nun geistesgegenwärtig aus dem Bett und Ben konnte gerade noch sehen, wie der Kleine ausholte und mit seinem kleinen Füßchen dem Drogenboss von hinten in die Kniekehle trat.
Jaulend ließ Kalvus ihn los und ging nun seinerseits in die Knie.
Nun legte sich endgültig ein Schatten über seinen Verstand und trotz, dass er dagegen ankämpfte, ließ dieser ihn nicht mehr los.
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