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5 Minutes From Now

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Mix
Coriolanus Snow OC (Own Character)
23.09.2021
24.11.2022
17
27.456
4
Alle Kapitel
29 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
23.09.2021 793
 
Hey, liebe Leser und Leserinnen! Dies ist meine erste Fanfiction zu den Hungerspielen. Habe gerade die Reihe noch mal durchgeschaut und es hat mich wieder gepackt. Lasst doch gerne eine Rückmeldung da, ich hoffe es gefällt euch!

Fireworks - James Newton Howard


Prolog

In einem Distrikt, in dem es wenig Kinder gibt, könnte man meinen, Entscheidungen seien einfach zu treffen. Doch ist in diesem Jahr genau das Gegenteil der Fall.



Kapitel 1


Wahl. Dieser Begriff hallt mir durch meinen Kopf als wäre er leer. Wir sollen eigenständig wählen, wen wir in die Arena schicken
Jedes Jahr stehen Eltern und ihre Kinder mit zitternden Gliedern und Panik auf dem Veranstaltungsplatz unseres Distriktes und hoffen, sich von niemandem verabschieden zu müssen, der ihnen lieb ist. Und jedes Jahr gibt es diese zwei Familien, deren schlimmsten Alpträume wahr werden.
Und jetzt sollen wir es uns aussuchen?
»Stimmen können bis zum Sonnenuntergang abgegeben werden, wir sind gespannt auf das Ergebnis, nicht war, Cover?«, dringt die Stimme Ziggy Listers durch die Lautsprecher unseres Fernsehers zu mir hindurch.
»Gespannt wie schon seit 25 Jahren nicht mehr, Ziggy! Nun denn, möge das Glück stets mit euch sein!«, verabschiedet sich der andere Moderator, Cover Griggs, und zwinkert in die Kamera. Beinahe wäre ich erblindet, so grell glitzert sein Lidschatten dabei.
Der Fernseher schaltet sich aus und mein Blick fällt auf Oskaar, der die Fernbedienung in seinen langen Fingern hält. Seine jungen, braunen Augen bohren sich in meine und ich weiß genau, was er denkt.
Du wirst es sein, Volt.
Schluckend reiße ich mich von seinem traurigen Blick los und meiner Mutter entflieht eine Mischung aus Schluchzen und dem gehauchten Wort »Nein«, ehe ich mich von dem weichen Sessel erhebe, in dem ich es mir gemütlich gemacht habe.
Warum ich es sein werde? Weil mein Distrikt vorgesorgt hat. Es gibt ein Protokoll für Jubeljubiläen - und jedes endet damit, dass die Stärksten und Schlausten in den Ring geworfen werden.
Natürlich weiß man nie, was genau die Besonderheit beim Jubiläum sein wird, schon gar nicht, da dieses das erste ist. Doch man war sich sicher, es wird dem Distrikt einiges abverlangen, ist es erst einmal so weit.
Und hier bin ich nun, beste meines Jahrgangs, etwas, dass ich mit viel Ehrgeiz angestrebt habe. Aber nicht, um als potentieller Tribut in die Arena zu gehen.
Aus den unteren Jahrgängen stehen des Weiteren Orion und Isaiah, Cuss und Ivan, Arden und Jetson, Winry und Quill, Milla und Talon sowie Knox und Chess zur Verfügung. Letztere sind gerade einmal zwölf Jahre alt und wären seit langem die ersten, die so jung aus Distrikt 5 in die Arena starten.
Aus meinem Jahrgang wäre da noch Titus als männlicher möglicher Tribut. Damit sind wir vierzehn, zwischen denen bis heute Abend gewählt werden kann. Morgen früh wissen wir es dann genau.
Beinahe schaffe ich es nicht zur Spüle, doch im letzten Moment landet mein Erbrochenes nicht auf dem Boden, sondern in der silbernen Schale. Schwer atmend wische ich mir die Spucke vom Kinn und die Tränen aus dem Gesicht, dann lasse ich kaltes Wasser aus dem Hahn hinterherfließen.
Noch nie bin ich so nah dran gewesen, tatsächlich in die Arena zu gehen. Sechs Jahre lang habe ich es geschafft, nicht gezogen zu werden und dies wäre mein letztes Jahr in Angst gewesen. Doch jetzt bin ich eine von vierzehn - vierzehn! - wenigen. Im Grunde genommen ließe es sich noch ein wenig mehr einengen, denn dass unser Distrikt freiwillig jemanden unter 15 Jahren in den nahezu sicheren Tod schicken wird, ist sehr gering. Macht acht, aus denen zwei gehen müssen. Und dieser Gedanke jagt mir eine Eiseskälte durch den Körper.
»Vielleicht nehmen sie dich gar nicht, V. Das ist doch möglich oder?«, fragt Oskaar leise. Es klingt weniger nach einem Hoffnungsschimmer als nach dem Versuch, es sich selbst einzureden. Natürlich gibt es die Möglichkeit, dass ich gar nicht gewählt werde, doch die ist sehr gering. Sehr, sehr gering. Ich bin die Älteste und hinter Winry und Cuss die beste der Schule.
Unfair.
Das ist es, was mir durch den Kopf schießt. Andere Distrikte haben viel mehr Kinder, zwischen den gewählt werden kann. Statt acht wird dort zwischen fünfzig gewählt werden. Nicht. Fair.
Mir schwirrt der Kopf und die Worte meiner Familie prallen an mir ab wie Pfeile an einer Mauer.
Ich nehme an, dass nicht nur in meinem Distrikt die Besten herausgepickt werden und das macht es umso Angst einflößender.
Denn das bedeutet, dass dieses Jahr nicht zufällig gewählte Kinder aufeinander treffen, sondern die crème de la crème. Die Besten der Besten.
In den obersten Distrikten ist das natürlich nichts Neues, da melden sich jedes Jahr ausbelidete Maschinen freiwillig, aber dieses Jahr werden es ganze vierundzwanzig starke, intelligente junge Menschen sein, die sich bis aufs Blut bekämpfen.
Bravo, Coriolanus Snow, bravo.
 
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