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Begegnungen

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Drama / P16 / Het
OC (Own Character) Thomas Wächter
21.09.2021
13.11.2021
27
104.264
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18.10.2021 3.620
 
Peter kam in den Hangar, er hatte sich bereits umgezogen. „Hey Mann, danke das du hier bist,“ grüßte ihn Thomas. „Hey, kein Ding Mann, ich helfe wo ich kann.“ Thomas instruierte ihn und empfahl ihn irgendwas in die Taschen zustecken mit dem er sich gegeben falls verteidigen konnte. „Das ist so extrem Mann.“ „Denk dran, wir haben leuchtende Klamotten an und der Typ springt auf Uniformen an. Irgendwas triggert den daran total,“ erklärte er weiter. Michael kam zum Heli auch er hatte sich umgezogen. Ihm war die Anspannung komplett ins Gesicht geschrieben, er hatte Kami an der Leine dabei. „Puh. Mir geht ganz schön die Flöte,“ sagte er und setzte sich rein. „Nicht nur dir. Wir kriegen das hin und holen die beiden zurück.“ Thomas zog seine Handschuhe an und setzte sich ins Cockpit. „Können wir dann los?“ fragte er. Peter nahm neben ihm Platz und atmete auch noch mal tief durch, ehe er sich seinen Helm aufsetzte. Sowohl er als auch Michael hatten sich das Geschirr für die Seilwinde schon angezogen. „Ok ich versuche sehr tief über das Gelände zu fliegen. Schätze mal das wir damit ziemlich viel aufwirbeln, aber nur so falls der Knaller da oben ist, haben wir das Überraschungsmoment auf unserer Seite,“ sagte er über Funk als er die Maschine hochzog.

„Kriegen sie das hin?“ fragte Fabrizio. „Ehrlich? Es gibt keinen besseren Piloten als Thomas Wächter!“ rief Karin und sah dem Heli hinterher wie er eine scharfe Kurve flog und danach steil nach oben zog. „Er scheint sie wirklich zu lieben,“ brummte der Italiener. „Oh ja, er würde sie überall suchen, koste es was es wolle.“ „Ich will ihm auch helfen, aber er lässt mich momentan nicht an ihn ran,“ sagte Monika. „Glauben sie mir, momentan liegt sein Fokus ganz wo anders. Fragen sie ihn das nochmal, wenn er sie in Sicherheit gebracht hat. Dann ist er ganz umgänglich,“ sagte Karin.

Ralf war für kurze Zeit eingeschlafen ihm war furchtbar kalt, dieser Irre hatte ihn die halbe Nacht verprügelt und sich auch auf seine Rippen konzentriert. Seine Selbsteinschätzung war, dass er mittlerweile 2 angebrochene Rippen hatte und ein stumpfes Bauchtrauma, er würde bald innerlich verbluten, wenn niemand kommen würde und ihn medizinisch versorgen würde. Er wurde immer wieder bewusstlos, was darauf schließen ließ, dass ihn der Schmerz ohnmächtig machte. Ralf konnte mittlerweile nur noch verschwommen sehen und erkannte nur noch schwache Umrisse. Er konnte ihn nur noch hören wie er immer noch mit sich selbst sprach. Dann wurde er wieder bewusstlos, das nächste Mal als er aufwachte hörte er die lieblichen Geräusche der BK in der Nähe. Es wäre sinnlos nach Hilfe zu schreien, durch den Rotoren Lärm konnte man ihn eh nicht hören. Vor seinem inneren Auge spielten sich komische Dinge ab, er sah immer wieder Gabriele. Wahrscheinlich halluzinierte er schon und sah sie deshalb. Sie beugte sich mehrfach über ihn und lächelte ihn an. Er erinnerte sich an schöne Momente mit ihm, Zeit die sie zusammen verbrachten.

Peter ließ sich mit Kami nach unten. „1 Meter noch dann bin ich unten,“ sagte Peter und erreichte den Boden. Er machte die Winde los. „Winde frei.“ Michael klickte sich oben ein und wurde von Thomas runtergelassen. „Wow wirbelst du einen Dreck auf,“ sagte Peter. „Ich Wirbel gleich noch jemand anders auf, wenn ich ihn finden sollte!“ gab er zurück und versuchte sich weiterhin einen Überblick zu verschaffen. „Beruhig dich, ich sag dir, wenn ich ihn finde!“ sagte Michael und klickte sich aus. „Winde frei, Thomas.“ „Ok, ich werde ein bisschen kreisen, vielleicht kann ich ja was von hier oben sehen. Ich erkundige mich mal was die Bergwacht so treibt.“ „Mach das,“ sagte Peter. Thoms drehte ab und suchte systematisch weitere Bereiche ab. „Medicopter 117 an Bergwacht. Jungs habt ihr schon was?“ fragte er. „Wir durchkämen gerade die obere Region bei der Alm, haben einen toten Polizisten gefunden,“ gab der Verantwortliche durch. „Medicopter hat verstanden, ich fliege jetzt die weiteren Quadranten ab. Habe mein Team nördlich ca. 2 km von der Seilbahn abgeladen,“ gab er durch. Er wechselte wieder auf den Funk mit seinem Team. „Befinde mich 10 Meter östlich von deiner Position, bewege mich auf den Waldansatz zu,“ sagte Peter. „Ich bin auf dem Weg rüber zum Kletterpark. Befinde mich ca. 20 Meter westlich von deiner Position,“ gab Michael durch. „Ok, sagt Bescheid, wenn ihr fast findet.“ Wieder drehte er ein Stückchen weiter ab.

Kami witterte etwas. „Ich glaube der Hund hat etwas gefunden.“ Er gab der Hündin Leine sie führte ihn weiter an die Waldgrenze. „Oh mein Gott ich habe Ralf gefunden. Thomas gib das durch. Ich befinde mich ungefähr 100 Meter, Moment mal da ist noch jemand!“ Kamis Nackenhaare stellten sich auf sie bellte und knurrte in Richtung der Bäume. „Ich gebe der Polizei Bescheid!“ sagte Thomas. „Medicopter 117 ca. 1,5km von der Seilbahn entfernt östlich von meiner Position wurde eine Sichtung durchgegeben unser Suchhund hat angeschlagen.“ „Einsatzleitung hört, wir schicken ihnen jemanden.“ „Scheiße, ich brauch deine Hilfe Michael. Ich glaube Ralf hat ein stumpfes Bauchtrauma.“ Seine Augen flackerten als er versuchte etwas zu erkennen. „Vor… vor…. Vorsichtig,“ flüsterte er. Kami riss den Angreifer der sich hinter ihm aufbaute nieder. Sie fletschte die Zähne und stand direkt über ihm. Milan hatte wieder das Pfefferspray in der Hand. Peter trat es ihm aus der Hand. „So nicht! Kami und ich haben ihn. Kommt schnell her, ich muss Ralf versorgen!“ gab er durch. „Du hast dieses Schwein gestellt?“ fragte Thomas. „Naja eher Kami, sie steht auf seinem Brustkorb und hat sich in seinen Arm verbissen.“ „Alle Achtung gutes Mädchen. Eine Spur von Lucia?“ fragte Thomas. „Nein, bisher noch nicht, ich muss mir Ralf ansehen, Peter braucht meine Hilfe,“ rief Michael der so schnell wie er konnte versuchte seinen Kollegen zu erreichen. Er rang fast nach Luft so schnell war er gerannt. Ihm bot sich kein schönes Bild als er ankam. „Oh mein Gott,“ stieß er völlig außer Atem hervor.

Michael ließ sich neben Ralf fallen und öffnete seine Tasche. „Thomas wie weit ist die Polizei? Ich brauche Peter!“ „Polizei und Bergwacht sind noch 500m von euch entfernt,“ gab der Pilot durch. Das unebene Gelände machte es den Rettungskräften nicht einfach so schnell vorzudringen. Er tastete seinen bewusstlosen Kollegen vorsichtig ab. „Verdammt! Frag nach ob die einen Notarzt oben haben? Wenn nicht sollen die mit ihrem Heli Karin holen!“ befahl Michael. „Ok.“ Thomas stellte den Funk wieder auf die andere Frequenz. „Medicopter 117 für Bergrettung, ist noch ein Notarzt vor Ort? Wir benötigen dringende Unterstützung! Over.“ „Bergrettung an Medicopter. Der Notarzt ist noch nicht eingetroffen und braucht mindestens noch eine halbe Stunde. Over.“ „Medicopter an Bergrettung fliegen sie zu unserer Basis und nehmen sie Frau Dr. Thaler auf! Wir brauchen hier ihre Unterstützung!“

Karin hörte alles über Funk mit und rannte los um sich ihren Overall anzuziehen. Monika sah zu ihrem Mann rüber. „Ich möchte da mitgehen, so wie sich das anhört, brauchen sie einen Chirurgen,“ sagte sie. Ihr Herz schlug schon lange nicht mehr so schnell und heftig. Sie erinnerte sich an ihre Assistenzzeit zurück in der sie oft im RTW unterwegs war. „Willst du das wirklich?“ Sie lächelte ihren Mann an. „Ich möchte helfen, es fühlt sich richtig an,“ sagte sie und küsste Fabrizio. „Dann komme ich ins Krankenhaus,“ sagte er und lächelte. Karin kam wieder in ihrem leuchtend roten Overall und nahm ihre Arzttasche. „Ich möchte sie begleiten,“ sagte Monika. Sie sah ihre Kollegin verwundert an, die High Heels anhatte und diese bereits ausgezogen hatte. „Äh ok.“ „Ich bin Chirurgin, ich kann meine Füße nicht stillhalten und warten. Ich bin zwar schon lange nicht mehr als Notarzt unterwegs gewesen, aber vielleicht kann ich mit meinen Fähigkeiten helfen,“ erklärte sie. Karin erinnerte sich daran, dass Lucia erzählte, dass ihre Schwägerin eine Traumatologin war bevor sie in die Onkologie wechselte und sich mit der Entfernung von Tumoren befasste. „Haben sie eventuell Stiefel für mich? Ich denke nicht, dass ich mit denen hier weit kommen werde,“ sagte sie und lächelte freundlich. „Schuhgröße 38? Ich habe noch ein Ersatzpaar, kein Problem.“ Ein Helikopter der Bergwacht landete und beide Frauen rannten mit den Taschen zu ihnen. Setzten sich in die Kabine. Karin zeigte ihr an das sie das Headset aufsetzen sollte. Monika war die Anspannung deutlich anzusehen, sie atmete ein paar Mal tief durch und schloss die Augen als sie vom Boden abhoben. „Alles gut, einfach weiter ruhig atmen. Das komische Gefühl ist gleich vorbei,“ beruhigte Karin. „Ihr Wort in Gottes Ohren. Oh Gott, das ist wohl das Adrenalin das mir gerade durch den Kopf schießt.“ Sie versuchte das Beste daraus zu machen und versuchte sich selbst zu beruhigen.

„Thomas schick mir die Seilwinde runter, wir müssen Ralf hier wegbringen. Ist der verdammte Notarzt schon da?“ fragte Michael nochmal. „Karin ist soeben eingetroffen. Ok Michael ich schick sie dir!“ Die Polizisten kamen endlich zu der Stelle um den Täter abzuführen. Vier bewaffnete und vermummte hielten ihre Waffen im Anschlag. „Nehmen sie den Hund da weg!“ rief ihnen einer von ihnen zu. Peter pfiff Kami zu sich und sie ließ ab von ihm. „Gutes Mädchen.“ „Aufstehen! Machen sie ja keine Mätzchen!“ Ein anderer verpasste Milan Handschellen. Der lachte nur dreckig, als er abgeführt wurde und sah Michael nochmal in die Augen. „Viel Spaß beim Suchen!“ lachte er und kassierte gleich einen heftigen Hieb in den Rücken. „Geh weiter!“ „Hast du nicht gehört? Geh weiter!“ Wieder schubste ihn einer der Beamten. Michael biss sich auf die Zähne und presste nur heraus: „Wo ist sie? Wo ist unsere Kollegin? Du Schwein!“ Aber Milan lachte nur und setzte sich in Bewegung.

Ralf wachte wieder auf als Kami über sein Gesicht leckte. „Lu… Lu… cia,“ stotterte er und zeigte in die Richtung aus der Michael gekommen war. „Ka…Kam..i. Such!“ „Michael geh du mit Ralf, ich folge dem Hund,“ sagte Peter und rannte los. „Ok, Thomas wir müssen uns beeilen. Ralf geht es verdammt schlecht!“ „Verstanden.“ Er ließ die Winde runter und Michael klickte sich, sowohl Ralf dort ein. „Kannst hochziehen.“ „Ok.“ Karin und Monika nahmen ihn in Empfang. „Er ist unterkühlt und verliert immer wieder das Bewusstsein, ich muss wieder los,“ rief Michael und zeigte an das er hochgezogen werden konnte. „Alles klar, wir kümmern uns um ihn.“

Monika schnitt mit einer Schere die das Shirt auf. „Spannungs Pleura, stumpfes Apdominaltrauma. Verdacht auf mehrere Gebrochene Rippen,“ sagte sie beim abtasten. Karin untersuchte sein Gesicht. „Frakturen im Gesicht, Schürfwunden und Verdacht auf Schädelhirntrauma. Ralf hörst du, du darfst nicht einschlafen! Ok bleib bei mir!“ „Ich bereite Drainage vor, wir müssen ihn entlasten,“ sagte Monika. „Ok, ich lege einen Zugang!“ „Gibt es hier in der Nähe ein Unfallzentrum?“ fragte die Ärztin. „Das nächste ist in Rosenheim oder Ottobrunn,“ sagte Karin. „Geben wir ihm Schmerzmittel, hier kann ich ihn nicht aufmachen. Eine der Rippen haben sich wohl in die Lunge gebohrt. Ich kann nur den Druck lindern!“ „Ich gebe ihm 5mg Fentanyl und 4mg Atropin.“ Dr. Rosati hatte bereits einen kleinen Schnitt gemacht um das riesige Hämatom an der Bauchdecke zu entlasten um die Durchblutung wieder ein bisschen auf die unteren Extremitäten zu fördern. Ralf schlug wieder die Augen auf. „Hallo,“ sagte Karin leise, sie hatte ihm ein Stifneck angelegt. „Habt ihr sie?“ „Lucia, die Jungs suchen noch nach ihr,“ sagte sie. „Klettergarten, sie ist gefallen,“ flüsterte er leise. Wieder flackerten seine Augen, es war schwierig für ihn überhaupt wach zu bleiben. „Komm bleib bei mir!“ „Geben sie ihm noch 2mg Diazepam, er sollte sich nicht so anstrengen, geben wir ihm Sauerstoff und schließen eine Ringerlösung an, er braucht Flüssigkeit.“ Karin nickte und rief Thomas über Funk. „Thomas, Lucia muss unterhalb des Klettergartens sein, da wo die großen Steine sind!“ „Scheiße da komme ich mit dem Heli nicht hin,“ gab er zur Antwort. Wieder konnte man in seinen Worten hören, wie es in ihm brodeln würde.

„Thomas an Michael seid ihr schon im Klettergarten?“ fragte er. „Michael hört, wir suchen das Areal noch ab, Ich von oben und Peter von unten. Das ist hier verdammt weitläufig.“ Ein weiteres Such Team der Bergwacht meldete eine weibliche Leiche. Thomas tobte mittlerweile da oben in der Luft. Er fluchte und schimpfte vor sich hin. „Verdammte scheiße, verdammt, verdammt! Dieses Arschloch er hat sich wirklich an ihr vergriffen!“ keifte er vor sich hin. Am liebsten würde er jetzt runter ins Tal fliegen und den Typen totprügeln. Ja ihm war gerade absolut danach, er konnte sich kaum mehr konzentrieren und würde jetzt am liebsten einem eine reinhauen. Die Entwarnung kam ein paar Minuten später. „Die Tote ist die vermisste Kollegin von der Polizei.“ Der Pilot atmete tief durch und versuchte sich zu sammeln. Er sagte sich selbst, dass er tief ein und ausatmen musste. „Thomas ich hab sie, ich kann sie sehen.“ In Peters Funkspruch war nicht viel zu hören, da Kami extrem laut bellte. „Michael hast du den Bergungssack dabei?“ „Ja,“ antwortete er, wo bist du?“ „Thomas ist direkt über mir. Sie ist am Leben, Atmung ist sehr flach. Sie hat am Kopf eine Wunde und eine bereits geschiente Fraktur am Schienbein und ziemlich kalt. Ich vermute sie hat ein Schädeltrauma. Linke Pupille reagiert, die rechte vermindert.“ „Ich bin sofort da,“ rief Michael und sprang kam an die Stelle, er ließ den Sack herunter und Peter legte sie ganz vorsichtig da rauf. „Du musst sie zuerst hochziehen, wir beide kommen da nicht raus! Ich nehme das Stabilisierungsseil,“ sagte er. Michael nickte ihm zu. „Thomas ganz langsam, sachte, 1 Meter, 2, mach nicht so schnell!“ „Scheiße, ich kann die Kiste nicht mehr so ruhig halten der Wind frischt ganz schön auf!“ „Wir haben es gleich. Noch 2 noch 3, jetzt wird’s wieder breiter. Du hast sie draußen!“ Michael warf Peter das Sicherungsseil vom Bergungssack zu, dass er sich und Kami daran hochziehen konnten. „Ich kann euch nicht alle zusammen aufnehmen! Machen wir 2 mal 2. Michael und Lucia zuerst!“

Karin lächelte Monika an. „Sie haben sie!“ Die beiden Blondinen atmeten tief durch und lächelten sich an. „Gut gemacht Dr. Thaler,“ sagte sie und klatschte mit ihrer Kollegin ab. „Sie aber auch Dr. Rosati,“ gab sie zurück. Ralf war so weit stabil sie würden beide ausfliegen. „Karin an Thomas, ihr müsst Ralf auch mitnehmen, besorg eine Freigabe für das Traumazentrum in Rosenheim. Ralf ist so weit stabil,“ gab sie durch. „Ok.“ Wieder wechselte er die Frequenz. „Medicopter 117 an Rettungsleitstelle. Wir benötigen eine Krankenhausfreigabe für das Traumzentrum Uniklinik Rosenheim. Anmeldung für 2 Patienten. Over.“ „Leitstelle an Medicopter 117, haben verstanden Freigabe erteilt. Den Kollegen eine gute Besserung. Over and out.“ „Danke Medicopter 117 over and out.“
Er sah sich immer wieder um als die Kollegen wieder in der Kabine saßen. „Wie stehts um sie?“ fragte er besorgt. „Sie ist ziemlich unterkühlt, wir müssen sie aufwärmen.“ Michael leuchtete ebenfalls in ihre Augen und sah auch das die Pupillen unterschiedlich reagierten. „Ich schätze nach einem CT wissen wir mehr. Vermute Schädelhirntrauma, ich hab ihr Schmerzmittel gegeben, sie ist stabil,“ fügte er hinzu. Thomas setzte zur Landung an. Karin und Monika liefen geduckt zum Heli. Peter half ihnen Ralf auch in den Heli zu tragen und stieg dann selber vorne im Cockpit ein. Die Lage war sehr angespannt, Thomas sah immer wieder nach hinten, wenn Michael sich auch nur bewegte. Nun hatte er es mit beiden zutun. „Wie lange brauchen wir noch bis nach Rosenheim?“ „Etwa 10 Minuten.“ Innerlich verfluchte er den Helikopter das er nicht noch schneller fliegen konnte. Er war so sehr nervös das er fast nicht mehr auf das Fliegen selber achtete, in seinen Gedanken spielten sich so viele Szenarien ab, die ihn fast zum Erschaudern brachte.

Die anderen fuhren mit dem Auto nach Rosenheim. Fabrizio bretterte die Straßen entlang, ihm war es vollkommen egal wie schnell er unterwegs war. Er wollte nur sicher gehen, dass es seiner kleinen Schwester gut ging. Monika hatte ihm zuvor berichtet wie der Stand der Dinge war, er schüttelte den Kopf. Er hatte seinen besorgten Eltern versprochen, dass er sich darum kümmern würde. Sie brauchten in dem dichten Abendverkehr fast über 1 Stunde um am Krankenhaus anzukommen. Die anderen saßen in der Notaufnahme. Thomas war vollkommen außer sich und lief nervös auf und ab. Keiner konnte ihn so wirklich beruhigen. Karin lief zu ihm und nahm ihn in den Arm. „Hey, sie kümmern sich um sie,“ sagte sie mit ihrer beruhigenden Stimme und streichelte ihm über den Rücken. „Ich hab sie gesehen, es sah schlimm aus. Sie haben sie gleich in den OP geschoben,“ sagte er leise. Michael und Peter saßen an der anderen Wand im Wartebereich sie starrten auf den Boden. Mark und Jens trafen auch ein um ihren Kollegen Beistand zu leisten. „Hey weiß man schon was?“ „Nein sie sind immer noch drin. Ralf ist im OP und Lucia auch,“ teilte Michael mit. „Ich geh mal fragen wie weit sie sind,“ sagte Monika und ging zur Information. Fabrizio saß ebenfalls dort und starrte auf die Tür zum OP es war einfach nur grausam auf dieser Seite des Krankenhauses zu sitzen, einfach nur zu warten und zum nichts tun verdonnert werden. Er sah wie sehr die Kollegen hier zusammenhielten und für einander da waren. Karin setzte sich neben ihn und lächelte ihn an. „Wie geht es ihnen?“ fragte sie. „Ich fühle mich schrecklich. So nutzlos.“ „Sie sind keinesfalls nutzlos. Ihre Schwester hat uns so viel von ihnen erzählt und was sie für ein toller Bruder sind.“ Er hob den Blick und sah sie sprachlos an. So etwas hatte seine kleine Schwester über ihn gesagt? „Sie spricht von mir?“ fragte er überrascht. „Ja.“ „Wow sie ist jetzt nicht so die Mitteilsame Person. Ich weiß eigentlich gar nichts über sie. Ich habe sie vor ein paar Tagen nur in dieser Reportage gesehen und festgestellt, dass meine kleine Schwester verdammt mutig ist.“ Karin lächelte. „Oh ja, das ist sie.“

„Früher kam sie immer zu mir, wenn sie zuhause wieder Stress hatte. Unsere Eltern hätten gerne gehabt, dass sie etwas Solides studiert und einen anderen Weg einschlägt. Ist nicht einfach für sie gewesen.“ „Ich finde sie hat das Beste draus gemacht. Wissen sie, Thomas liebt sie über alles, wir lieben sie über alles. Sie ist auch ein Teil unserer Familie,“ sagte Karin einfühlsam und lächelte. Monika kam wieder und machte ein ernstes Gesicht. Fabrizio sah sie besorgt an. „Was ist? Wann kommt sie raus?“ fragte er. „Es gab Komplikationen. Sie haben ein Subdurales Hämatom entfernen müssen. Sie haben den Druck verringern müssen,“ sagte sie. „Was heißt das?“ fragte Thomas besorgt. „Sie hatte eine Hirnblutung, das heißt zwischen Hirnhaut und Gehirn. In einer Vene hat sich ein Gerinnsel gebildet, das haben sie entfernen müssen,“ sagte Monika. Fabrizio und Thomas wurden kreidebleich. „Die haben ihr Gehirn aufgeschnitten?“ fragte Thomas entsetzt und hielt sich die Hand vor den Mund. „Nein sie haben ein kleines Loch gebohrt und sind mit dem Counter rein.“ Monika kürte es ab. „Sie liegt jetzt auf der Intensivstation,“ sagte sie und ging zu Thomas um ihn zu beruhigen. Er sah einfach nach oben in das grelle Licht, der Deckenbeleuchtung und griff sich mit beiden Händen in die Haare.

Der Arzt kam heraus und informierte das Team auch über Ralfs Zustand. „Ihr Kollege Herr Staller, wir haben ihm die Milz entfernen müssen und ein Teil seiner Leber. Das Nasenbein war gebrochen wir haben es lediglich geschient. Zu Frau Rosati, da gab es ein paar Komplikationen, wir mussten den Hirndruck vermindern, die nächsten 36 Stunden sind jetzt ausschlaggebend. Wir haben sie in ein künstliches Koma versetzt, damit sich ihr Körper regenerieren kann. Das wichtigste ist dem Baby ist nichts passiert.“ Fabrizio ließ das alles über sich ergehen ohne zu antworten. Er saß einfach nur da und starrte auf die Bewegungen der anderen ohne ihnen überhaupt zu zuhören. „Dem Baby? Kann ich zu ihr?“ fragte Thomas. „Ja aber nur kurz, wie gesagt sie muss sie braucht vollkommene Ruhe,“ sagte der Arzt. Die drei Notärzte tauschten gegenseitig die Blicke aus. Jemand sollte mit Thomas mitgehen und ihn beruhigen, er sollte sie nicht alleine sehen sollen. Karin würde mit ihm gehen, vielleicht würde er daran zerbrechen, wenn er sie jetzt so sehen musste. Monika nahm die Hand ihres Mannes und zog ihn aus dem Stuhl. „Wir kommen mit ihnen,“ sagte sie leise und faste Thomas an die Schulter.

Sie mussten durch eine Schleuse gehen und sich Schutzkleidung überziehen um keine Keime auf die Station zu bringen. Eigentlich kannten sie das alle schon, sie waren schon so oft hinter den Kulissen unterwegs, aber wenn es einen aus der Familie traf, war es nicht das gleiche. Thomas sowohl als auch Fabrizio atmeten tief durch, bevor sie in den Raum gingen. Gefolgt von den beiden Ärztinnen, die sich am Rand hinstellten. All die Maschinen und die Schläuche, das stetige Piepen des Herzmonitors. Sie hatten ihren Kopf verbunden, ihr ganzer Körper wies an den Stellen wo keine Decke war viele blaue Flecken auf. Fabrizio und Monika gingen auf die rechte Seite und hielten ihre Hand. Thomas war auf der linken und hielt ihre Hand. „Schatz, hörst du. Du wirst wieder. Ich liebe dich. Ich weiß das du mich hören kannst und mich jetzt verfluchst, dass ich nicht zur OP gefahren bin, aber ich konnte dich doch nicht allein lassen,“ sagte er ganz leise. Monika fiel der Ring an ihrer Hand auf und lächelte. Er hatte also endlich jemand geschafft die wilde kleine Schwester zu bändigen. Natürlich hätte sie gehofft das unter nicht so derartig schlechten Umständen zu erfahren. Fabrizio strich ihr mit zittriger Hand über die Wange, ihm kamen die Tränen. Seine Schwester lag dort an all den Maschinen und wurde intubiert, so dass sie durch einen Schlauch beatmet wurde. Der Arzt kam wieder in den Raum. „Ich muss sie jetzt bitten zu gehen. Sie braucht wirklich Ruhe.“ Thomas konnte sich fast nicht von ihr trennen. Karin schob ihn vorsichtig wieder nach draußen.
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