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Tierklinik

KurzgeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Hidan Itachi Uchiha Kankuro Kiba Inuzuka Shikamaru Nara
19.09.2021
14.10.2021
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14.10.2021 3.629
 
So und weiter geht´s. Ging doch schneller als erwartet, nachdem ich mir erst mal klar war, was passieren sollte. Ich hoffe das ergibt alles Sinn wie ich es schreibe.  Falls nicht sagt bitte bescheid, damit ich es verbessern kann.

Viel Spannung und Spaß wünsche ich euch.



Binnen Sekunden war Kiba angezogen und stürmte aus dem Bereitschaftsraum. In diesem Moment war es ihm vollkommen gleich, ob er eigentlich gar nicht in der Klinik sein durfte und dass es womöglich Konsequenzen geben würde.

Auch Shikamaru schien das bewusst zu sein, denn er versuchte nicht ihn davon abzuhalten mit nach unten zu den Stationen zu gelangen.

Gemeinsam rannten sie über die Flure und durch die Tür mit dem Code. Kaum war diese geöffnet stürmte Kiba an dem Braunhaarigen vorbei und wenig später durch die Tür auf Akamarus Station.

Im Grunde war der Weg wirklich kurz, doch Kiba kam er dieses zweite Mal unendlich lang vor. Es war, als würden die Flure nicht kürzer, sondern länger werden, während ihm sein Blut laut in den Ohren rauschte und sein Herz sich voller Angst zusammenzog.

Und die ganze Zeit waren da die Vorwürfe, weil er nicht bei seinem Freund geblieben war und er nicht drängender gewesen war, wo ihm doch sein Gefühl schon gesagt hatte, dass etwas nicht stimmte.

Akamaru lag in seiner Metallbox und reagierte nicht, als sie reinstürmten. Panisch öffnete Kiba die Tür und kniete sich davor.

„Hey, hey! Ich bin ja da alles wird gut, wir helfen die jetzt, aber hör auf mit dem Scheiß“, sprach er zu Akamaru und konnte ein Zittern in seiner Stimme nicht verhindern.

Shikamaru hatte bereits auf dem Weg nach unten die Bereitschaftsärzte und seine Mitbewohnerin angerufen und klapperte gerade im Behandlungsraum herum.

Die auffliegende Tür und der schwarzhaarige Tierarzt, ließen Kiba blitzschnell zur Seite springen. Ohne seine Anwesenheit zu kommentieren, trugen dieser und Shikamaru seinen Hund rüber auf den Behandlungstisch und begannen mit der Untersuchung.

Vollkommen steif und innerlich vor Angst schreiend, stand Kiba daneben und verstand kein Wort von dem, was die beiden anderen Männer sagten.

Sein Blick war wie in einem Tunnel auf Akamaru gerichtet. Es war das schlimmste Gefühl, dass er je erlebt hatte. Jemand geliebtes schwerverletzt und geradezu leblos vor sich zu haben, aber nichts, absolut nichts tun zu können um ihm zu helfen.

Er hatte nicht einmal bemerkt, dass er stumm zu weinen angefangen hatte, bis Shikamaru ihn sanft am Arm anfasste, ihm ein Taschentuch reichte und sagte: „Rede mit ihm, berühre ihn wie du es immer macht. So kannst du ihm mehr helfen, als du vielleicht glaubst.“

Kiba nickte und trat näher an den Behandlungstisch. Während Dr. Uchiha mit dem Ultraschallgerät am Bauch arbeitete, begann er Akamarus Kopf zu kraulen und ohne genau zu wissen worüber, leise mit ihm zu reden.

„Er…erinnerst du dich daran, als ich noch mit Naruto zusammen war und wir mit ihm gemeinsam ans Meer gefahren sind? Es war dein erstes Mal und ich werde deinen verdutzen Gesichtsausdruck, als das Wasser plötzlich salzig war, nie vergessen. Das müssen wir echt mal wieder machen.  

Ach und Gaara hat mit mir geschimpft, weil wir seine Willkommensfeier verpasst haben. Ich glaube da blüht uns noch so einiges, aber wenn du wieder deinen süßen Blick aufsetzt, wird er bestimmt schnell besänftigt sein, du kennst ihn ja. Im Grunde genommen ist er ein echt lieber Kerl, der einfach nur ein bisschen zu grimmig aus der Wäsche schaut.“

„Herr Inuzuka?“, Kiba blickte erschrocken auf. Kurzzeitig war er selber in seiner Erzählung gefangen und hatte alles um sie herum vergessen.

„Wir müssen leider operieren. Wie ich befürchtet habe, scheint die Milz oder Leber verletzt zu sein. Es hat sich Blut im Bauchraum gesammelt und macht es schwer, die exakte Stelle zu lokalisieren. Vorhin konnte man das leider noch nicht genau sehen, da die Verletzung wahrscheinlich zu klein war.“

Stumm nickte Kiba, während er Shikamaru dabei beobachtete, wie dieser seinem Hund erneut begann den Bauch, großflächiger als eh schon, zu scheren.

>Lass das, wie sieht er denn aus, wenn sein Bauch so kahl ist< war einer der vielen unsinnigen Gedanken, welche in seinem geschockten Hirn umherwirbelten.

Plötzlich öffnete sich die Tür des Behandlungszimmers und der grauhaarige Arzt, sowie eine junge Frau mit langen hellblonden Haaren, traten ein.

„So ich bin da, jetzt wird alles gut“, rief der hereinkommende Tierarzt, was die Frau nur mit den Augen rollen ließ. „Oh, was macht der Besitzer hier?“, fragte der Arzt verwundert und verließ, ohne auf eine Antwort zu warten, den Raum durch die gegenüberliegende Tür wieder.

Dann ging auf einmal alles sehr schnell. Akamaru, der ohnehin nicht bei sich war, bekam die Narkose und wurde auf einen rollbaren Tisch gelegt. Dann schob die blonde Frau ihn in den OP, zu dem Kiba keinen Zugang mehr hatte.

Kiba stand kurz vor einem Nervenzusammenbruch und merkte mehr und mehr, wie seine Stimmung ins Negative abdriftete.

Er war ein impulsiver, direkter und besonders ungeduldiger Mensch und wenn er mit etwas überfordert war, neigte er dazu nach vorne zu preschen, ohne auf die Konsequenzen oder anderen Menschen zu achten.

Wie oft schon hatte sein loses Mundwerk ihn in eine Prügelei und sogar schon mal zu einer Trennung seiner damaligen Freundin geführt.

Wo war Kankurou, wenn man ihn mal brauchte. Zittern und um Beherrschung ringend stand er alleine vor dem OP und wollte am liebsten hineinstürmen, den Arzt am Kragen packen und anschreien, dass er Akamaru gefälligst zu retten hatte. Wenn nicht, würde Kiba ihn umbringen.

Durch seinen Schleier aus Panik, Verzweiflung und Wut spürte er plötzlich eine sanfte Berührung. Erst am Rücken, dann am Arm und schließlich auf seinen Wangen.

Blinzelnd versuchte er die Tränen zu vertreiben, welche ihm die Sicht nahmen und erkannte kurz darauf Shikamaru dicht vor sich stehen.

Dieser hatte die Hände auf seine Wangen gelegt und blickte ihn fest an. Ohne ein Wort zu sagen, reichte alleine diese Berührung aus, um ihn wieder zu erden.

„Kiba, beruhig dich. Unsere Ärzte sind die Besten der Stadt und auch wenn Hidan ein freches Mundwerk hat, macht er seine Arbeit mit größter Sorgfalt. Ich kann dir nicht versprechen, dass alles gut verlaufen wird, so eine Operation ist ein großer Eingriff und besonders die Narkose birgt Risiken, aber Akamaru ist ein Kämpfer, du musst nur an ihn glauben.“

„Aber…, wenn er stirbt… ich weiß nicht was ich dann machen soll. Du verstehst das nicht, Akamaru ist mein ein und alles. Das wichtigste in meinem Leben. Nicht mal ein anderer Mensch war mir je so wichtig…“ stotterte er, ohne wirklich zu wissen was er damit eigentlich sagen wollte.

„Du hast Recht, ich kann eure Verbindung nicht nachempfinden, aber ich kann sie sehen und spüren. Du musst an diese Verbindung glauben und ihm deine Zuversicht fühlen lassen. Akamaru braucht jetzt deine Liebe. Komm, lass uns ins Wartezimmer gehen, es wird etwas dauern“, bestimmt zog Shikamaru ihn an der Hand hinter sich her und die setzten sich auf das weiche Sofa im Wartebereich.

Als der Braunhaarige ihre Hände wieder lösen wollte, hielt Kiba sie fast schon panisch fest. Er wusste nicht was es war, aber er brauchte die Nähe des anderen gerade einfach.

Kommentarlos ließ Shikamaru ihre Hände ineinander liegen und lehnte sich an die Rückenlehne des Sofas. Schweigend saßen sie beieinander und Kiba spürte, wie er wieder langsam in seine dunklen Gedanken versank.

>Wenn er doch besser aufgepasst hätte, oder sie gar nicht in die Stadt gegangen wären. Wenn er vorhin doch nur etwas gesagt hätte oder bei Akamaru geblieben wäre. Wenn er doch bloß an Gott geglaubt und zu ihm gebetet hätte….

„Wer ist eigentlich Gaara?“ kam plötzlich eine Frage und holte ihn ins Jetzt zurück. Irritiert hob Kiba fragend eine Augenbraue. „Woher weißt du von Gaara?“

„Du hast vor der OP mit Akamaru über ihn gesprochen und auch über einen gewissen Naruto“, antwortete der Braunhaarige und ließ ihn leicht beschämt den Blick abwenden.

In diesem Moment fiel ihm nämlich wieder ein, was und vor allem, wie er es gesagt hatte. Daraus war, wenn man aufgepasst hatte, hervorgegangen, dass er mal was mit einem Kerl hatte.

Schnell beschloss er einfach auf die ungefährliche Frage zu antworten. „Gaara ist der Bruder von meinem besten Freund Kankurou, der vorhin auch hier war. Er ist heute aus Amerika zurückgekommen, wo er ein paar Jahre studiert hat. Eigentlich wollten wir eine kleine Feier machen, aber die habe ich verständlicherweise vergessen.“

„Hmm… und Naruto? Ist das auch ein Bruder?“, fragte Shikamaru ruhig weiter und er schüttelte den Kopf. Nein, Bruder eher nicht, aber das musste der andere ja nicht wissen.

„Er ist auch ein Freund von mir“, sagte er deshalb ausweichend und blickte in die andere Richtung. Prinzipiell hatte er eigentlich kein Problem damit, dass er auch auf Männer stand, aber die Erfahrung hatte ihm gezeigt, dass nicht jeder so offen damit umging und er wollte Shikamaru nicht gleich verschrecken.

Wobei das stimmte nicht, denn eigentlich wollte er ihn gar nicht verschrecken, weil er den Braunhaarigen trotz ihrer kurzen gemeinsamen Zeit irgendwie echt gerne hatte und ihre Freundschaft beibehalten und vertiefen wollte. Das hieß im Umkehrschluss jedoch…

„Ok, das war nicht die ganze Wahrheit. Naruto und ich waren mal anderthalb Jahre ein Paar, aber jetzt sind wir nur noch Freunde. Ich kann verstehen, wenn dir das jetzt unangenehm ist, vor allem weil wir vorhin in einem Bett geschlafen haben…“

Unauffällig wollte er ihre Hände wieder lösen, denn diese von ihm gar nicht direkt als schwul erkannte Geste, dürfte dem anderen nun ziemlich peinlich sein.

Perplex sah er kurz darauf auf seine Hand, welche noch immer fest von der Shikamarus umschlossen wurde. Ob der Braunhaarige es nicht merkte? Austestend öffnete er erneut, diesmal deutlicher, seine Handfläche und zog seinen Arm leicht zurück. Doch noch immer machte der andere keine Anstalten ihre verschränkten Hände zu lösen.

War das jetzt ein Statement? Was sollte das bedeuten? Kiba war mehr als verwirrt und als er in das Gesicht des Braunhaarigen blickte, musste dieser bei dem Anblick lächeln.

Shikamaru war ein sehr durchdachter Mensch, hatte immer einen Plan und wusste was er tat oder tun musste und was sein Gegenüber tat oder tun würde.

Jedoch nicht bei Kiba. Dieser wilde Mann, hatte ihn den ganzen Abend schon aus dem Konzept gebracht. Zuerst mit dieser unglaublichen Verbindung zu seinem Hund, dann der verbissenen Art, unbedingt hierbeleiben zu wollen, der fröhlichen und liebenswerten Begeisterung bei ihrem gemeinsamen Kochen und dann dieser intensive Gesichtsausdruck eben, als Akamaru in den OP geschoben wurde.

Etwas zog ihn zu diesem Mann und Shikamaru, auch wenn er sich sonst für nichts begeistern konnte, wollte herausfinden was es war. Die sexuelle Orientierung des anderen störte ihn nicht, auch wenn er selbst bislang nur zwei Beziehungen mir Frauen hatte.

Er wusste auch nicht, ob diese Anziehung mehr war als allgemeines Interesse, aber das würde sich mit der Zeit sicher zeigen. Zuerst einmal musste klar sein, dass die Offenbarung Kibas kein Problem zwischen ihnen darstellte, denn offenbar schien dieser der Annahme zu unterliegen.

Kiba öffnete und schloss mehrmals seinen Mund und fand doch keine Worte. Eigentlich wollte er fragen, was das zu bedeuten hatte, aber aus einem unerfindlichen Grund konnte er es nicht.

Irgendwas in den Augen des anderen sagte ihm, dass er keine richtige Antwort bekommen würde und so beließ er alles wie es war und beschloss den Dingen ihren Lauf zu lassen. Es würde sich schon zeigen, wie sie zueinanderstanden.

„Hälst du mich echt für so oberflächlich? Warum sollte es mich stören, wenn du schwul oder bi bist? Ich finde es gut, dass du so offen zu mir bist, also entspann dich wieder,“ sagte Shikamaru mit beinahe genervt klingendem Ton.

Schweigend saßen sie noch immer Hand in Hand beieinander, aber weil Kiba die Stille schon in normalen Situationen oft nicht mochte und erst recht nicht, wenn er sich verzweifelt versuchte auf etwas anderes als die OP zu konzentrieren, begann er nun seinerseits den anderen auszufragen.

„War das eben deine Mitbewohnerin? Sah doch ganz nett aus, warum klang es bei dir so, als wäre sie ganz furchtbar?“

„Glaub mir, wenn du sie erst mal richtig kennenlernst und nicht nur ihr Äußeres siehst, wirst du merken das sie alles andere als süß ist“, seufzte der Braunhaarige, fügte aber noch an „Versteh mich nicht falsch, sie ist schon ganz ok, aber sie hat eben Temperament, dass öfter mal mit ihr durchgeht und dann wird sie zum richtigen Biest.“

„Kaum zu glauben, dass du mit der noch nichts hattest. Ich glaube jeder Mann würde ihr sabbernd hinterherglotzen“, sagte Kiba in Gedanken versunken. Sein Fall war die blonde Frau nicht, aber dennoch konnte er nicht abstreiten, dass sie hübsch war.

„Nein, sie ist nicht mein Typ denke ich. Außerdem kennen wir uns schon seit wir laufen können und für ihr Temperament bräuchte sie jemanden, der sie zu bändigen weiß. Das wäre mir viel zu anstrengend“, antwortete ihm Shikamaru und brachte Kiba zum Lachen.

„Echt, wie kann man nur so gemütlich sein. Vielleicht könntest du mir ja eine Scheibe davon abgeben. Mir wird immer gesagt ich solle mal ruhiger werden und erst nachdenken bevor ich handle.“

„Du bist wirklich sehr direkt, aber das muss ja nichts Schlechtes sein. Immerhin weiß man dann direkt, woran man bei dir ist. Ich würde eben Kaffee machen, möchtest du auch einen?“, fragte ihn der Braunhaarige und Kiba stand einfach nickend mit diesem zusammen auf.

Eigentlich hätte er ihre Hände jetzt wohl lösen sollen, aber er wollte es nicht. Oder konnte er es nicht? Shikamarus Hand war angenehm warm und gab ihm den nötigen Halt um nicht zu verzweifeln.

Wie es wohl im OP aussah? Das noch kein Tierarzt rauskam ist doch ein gutes Zeichen oder? Besorgt blickte Kiba zu Tür des Operationssaals. Inzwischen war fast eine Stunde rum. Doch wie lange dauerte so eine OP?

„Mach dir keine Sorgen, wenn was ist meldet sich Ino bei uns. Es scheint alles gut zu laufen.“ Sie waren an der Kaffeemaschine angekommen und leider musste Kiba nun doch ihre Hände lösen, weil man mit einer Hand so schlecht Kaffee kochen konnte.

Nervös steckte er seine Hände erst in die Taschen seines Hoodies, nur um sie kurz darauf wieder raus zu nehmen und an den Seiten hängen zu lassen. Dann ballte er sie zu Fäusten, bevor er die rechte Hand durch seine Haare gleiten ließ.

Unruhig beobachtete er das schwarze Gebräu dabei, wie es durch die Maschine lief. Warum war er plötzlich so nervös? Vielleicht sollte er Shikamaru bitten mal nachzusehen, ob alles gut war.

Gerade zog er nach nur wenigen Sekunden seine Hände wieder aus den Hosentaschen, als die bereits vertraute Wärme seine Fingerspitzen berührte, kurz bevor die Hand des anderen seine eigene wieder fest umschloss.

Leicht beschämt blickte Kiba zur Seite, erwiderte aber den leichten Händedruck. Shikamaru indes goss den fertigen Kaffee in zwei große Becher und fragte: „Milch oder Zucker dazu?“

„Etwas Zucker bitte“ antwortete er und zusammen gingen sie schließlich wieder zurück zu dem Sofa. Nun da beide seiner Hände beschäftigt waren, und er bekanntlich nicht lange still sein konnte begann Kiba nach wenigen Minuten wieder zu reden. Normal war das nicht, selbst für ihn, aber hier machte ihn die Ruhe gerade einfach fertig.

„Wie lange dauert so eine OP normalerweise? Ich weiß das es ein großer Eingriff ist und dass es nicht so schnell geht, aber… ich weiß auch nicht. Es würde mich beruhigen, wenn ich wüsste was auf mich zukommt.“

„Das kann ich dir leider auch nicht sagen. Ich schätze anderthalb vielleicht zwei Stunden, aber da ich nicht weiß, was genau alles verletzt ist, könnte es auch länger dauern… Wie ist Naruto so?“

Vollkommen überrumpelt von dem Themenwechsel und der ziemlich privaten Frage, blinzelte Kiba einige Male, bevor er Shikamaru direkt ansah. Was wollte er wissen? Wie Naruto als Kumpel war, oder in ihrer Beziehung oder wollte der andere ihn womöglich einfach nur ablenken? Wenn ja, war es ihm gelungen, denn verlegen trank er schnell noch einen Schluck von seinem Kaffee.

„Wir sind uns ziemlich ähnlich. Beide laut und wild, nur Quatsch im Kopf und immer frei heraus. Das ist allerdings auch einer der Gründe, warum es mit der Beziehung letztlich nicht gehalten hat. Als Kumpel sind wir richtig dicke und verstehen uns ohne Probleme.

Aber als Partner war es einfach zu… instabil? Ne… weiß auch nicht. Wir haben uns nicht über unsere Gefühle und Gedanken ausgetauscht, immer eher so an der Oberfläche verstehst du? Ich kann das schlecht erklären… Aber wir waren uns beide einig, dass die Beziehung zwischen uns nicht das Richtige war und wir lieber unsere Freundschaft vertiefen wollten.“

Ob Shikamaru auch nur ein Wort von dem verstanden hatte, was er eben versucht hat zu erklären? Scheinbar ja, denn er nickte leicht und schien in Gedanken über das Gesagte versunken.

Das mit Naruto war keinesfalls eine schlechte Zeit, ganz im Gegenteil. Durch ihn hatte Kiba erst herausgefunden, dass er bi war und es ok war auf Männer zu stehen. Außerdem harmonierten sie auf gewisse Weise schon miteinander.

Nur ihr „Kennenlernen“ hätte gerne anders sein können. Wie kleine Jungs war ihr erster Kuss unter Alkoholeinfluss gewesen. Peinlich Sache, aber im Nachhinein wusste Kiba, dass sie beide anders nie auf die Idee gekommen wären einander zu küssen.

Plötzlich ging die Tür zum Operationssaal auf und der schwarzhaarige Tierarzt trat heraus. Panisch klammerte sich Kiba an Shikamarus Hand und blickte diesem entgegen. Erst als der Gegenüber anfing leicht zu lächeln, löste sich ein Teil seiner Anspannung wieder.

„Soweit sieht alles gut aus. Es gab eine Verletzung der Leber sowie Milz, die wir schließen konnten. Vorerst ist also das Schlimmste überstanden. Morgen oder vielmehr heute im Laufe des Tages werden wir ihn nochmals untersuchen, um zu sehen ob alles hält und es keine weiteren Probleme gibt.“

Kiba nickte und der Tierarzt ging wieder zurück in den OP. Kurze Zeit später wurde endlich Akamaru rausgeschoben und zurück in seine Box gelegt, Überall waren Kabel und sogar aus seinem Maul ragte ein Schlauch.

Binnen Sekunden war Kiba an der Seite seines Partners und versuchte zeitgleich niemandem im Weg zu sein. Doch er musste Akamaru einfach berühren um sich endlich bewusst zu machen, dass er noch lebte.

„Shikamaru, er bleibt die nächsten Stunden an einem langsamen Tropf, um die Narkose besser abzubauen. Wie sieht es mit dem Kragen aus?“, fragte Hidan.

„Er ist bislang nicht an seine Wunden oder die Kabel gegangen, also denke ich es sollte ohne gehen“, antwortete der Braunhaarige ruhig dem Tierarzt mit den grauen Haaren.

„Na wenn du meinst, ich werde dir tierisch auf die Nerven gehen, sollte ich deswegen nochmal operieren müssen.“ Mit einem knappen Nicken in seine Richtung, verließ der Mann die Station und ließ ihn und Shikamaru alleine.

Dieser stellte etwas an der Infusion um und als Akamaru endlich begann seinen Kopf zu heben, zog er ihm den, wie er es nannte, Tubus aus dem Maul. Dieses grauenhafte Ding war wohl während der OP für die Narkose notwendig.

Lange, sehr lange saß Kiba bei Akamaru. Streichelte und schmuste ihn und versuchte ihn zu beruhigen, als er aus der Narkose aufwachte.

Zwar wachte sein Freund auf, war aber noch immer so müde und angeschlagen, dass Shikamaru schließlich sagte: „Wir sollten ihn jetzt erst mal in Ruhe lassen, damit sein Körper sich erholen kann.

Lass uns nach oben gehen. Im unwahrscheinlichen Fall das noch etwas sein sollte, bekommen wir wieder Bescheid. Kiba, ich sehen es deinem Blick an, was du sagen möchtest, aber das geht nicht. Sei froh, dass die Doktoren dich nicht hochkant rausgeschmissen haben. Wenn du jetzt hier in der Klinik übernachten willst, wird es aber unter Garantie Ärger geben.

Ich kann verstehen, dass du dir Sorgen machst, aber sieh es mal aus Akamarus Sicht. Er ist vollkommen fertig und erschöpft. Ich denke, so gerne er dich auch hat, er möchte nur schlafen.“

Protestierend öffnete Kiba seinen Mund, als Akamaru ihn sanft mit der Schnauze anstupste. Ohne hinzusehen, hätte er gewusst, was sein Freund ihm sagen wollte. Seufzend schloss er für einen Moment die Augen. Sie hatten ja Recht und dennoch fiel es ihm unsagbar schwer, seinen Hund hier alleine zurückzulassen.

„Ihr seid grausam, aber von mir aus, dann gehe ich eben. Aber wenn ich wiederkomme, will ich eine ordentliche Begrüßung von dir, dass das klar ist“, maulte er an Akamaru gewandt, welcher sanft mit dem Schwanz wedelte.

Nach einer letzten Umarmung, machten sich die beiden Jungs zurück auf den Weg in den Bereitschaftsraum. Auch Ino, welche zwischenzeitlich den Operationssaal aufgeräumt und gereinigt hat, war wieder nach Hause gegangen und so war die Klinik auf einmal wieder ganz still.

Oben angekommen, legten sie sich erneut nebeneinander ins Bett, doch Kiba fand keine Ruhe. Immer wieder wälzte er sich hin und her, mit der Angst gleich wieder dieses furchtbare Alarmsignal zu hören.

Plötzlich war ein genervtes Schnalzen zu hören, bevor sich Shikamarus Arme von hinten um ihn legten und an sich drückten.

„Wa…“ „Du nervst, also halt jetzt endlich still und lass mich wenigstens noch etwas schlafen, sonst bin ich morgen früh noch total fertig.“

Erschrocken versteifte er sich, daran hatte er überhaupt nicht gedacht. „Kiba, es ist wirklich alles in Ordnung. Du hast alles richtig gemacht und Akamaru geht es gut, also ruh dich aus, die nächsten Tage werden noch anstrengend genug.“

Ja das war ihm schon klar, nur machte ihn die ungewohnte Nähe des anderen plötzlich viel nervöser, als sämtliche Gedanken davor. Sein Herz klopfte schnell und er hoffte inständig, dass Shikamaru es nicht merkte.

Doch der regelmäßige Atem, die feste Berührung und die angenehme Wärme des Braunhaarigen, schafften es tatsächlich ihn allmählich zu beruhigen.

Kiba bemerkte gar nicht, wie er schließlich doch langsam in den Schlaf glitt und sich vorher unbewusst noch etwas näher an den anderen schmiegte.



Bin die nächste Zeit bissl eingespannt und kann nicht sagen, ob ich überhaupt zum Schreiben komme. Zudem sind ja noch andere Projekte offen, aber ich verspreche ich beeile mich so gut ich kann hier weiter zu machen.
LG Temari
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