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Tattoo Lovers

von Manu82
GeschichteAllgemein / P16 / MaleSlash
Harry Styles Liam Payne Louis Tomlinson Niall Horan Zayn Malik
18.09.2021
19.10.2021
10
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14.10.2021 2.573
 
„I took an arrow to the heart
I never kissed a mouth that tastes like yours
Strawberries and somethin' more
Ooh yeah, I want it all" (Ed Sheeran,
Shivers)


Zayn POV

Seit Stunden saß ich in der selben Position, ließ zart den Bleistift über das raue Papier wandern. Durch die unterschiedliche Kraftanwendung des Stiftes, schaffte ich die Schattierung, die ich wollte. Normalerweise war eine Zeichnung spätestens nach einen Tag fertig. Wenn ich eine bestimmte Vorstellung hatte, verfiel ich in eine Art Rausch. Ließ meine Gedanken ganz weit über den strahlenden Horizont treiben, wobei die Kontrolle des Bleistiftes nicht mehr in meiner Hand lag. Doch bei dem Bild, was gerade vor meinen rehbraunen Augen lag, verhielt es sich anders. Von Anfang an, war jeder Strich, mit extremer Vorsicht gezogen, das Papier nur leicht mit meinen Händen erfasst und die Verbindung der einzelnen Komponenten, bis heute nicht beendet. Die Augen des Tieres starrten mich regelrecht an, als die letzten Farben miteinander verschmolzen. Eins war mir klar, der Träger dieser Zeichnung, ich hatte sich schon längst gefunden.

Meine steife Hand ließ das Schreibgerät fallen, als ich endlich das Meisterwerk beendet hatte. Dies sollte nicht Eingebildet klingen, für mich, war jedes gezeichnete Werk, was ich mein eigen nennen konnte, ein kleines Meisterwerk. Nur so war es mir möglich, das größte aus dieser Kunst heraus zu holen. Mehrfach rollte ich den Hals in den Nacken, was ein ungesundes Knacken verursachte, bevor mein Kopf  dort verharrte und ich die Augen schloss.
Die Stille, bevor Harry den Schlüssel im Türschloss herumdrehte, die ersten Kunden durch die Tür schritten und der Raum aus dem vibrierenden Geräusch der Tattoomaschine erfüllt wurde, ich genoss sie in vollen Zügen.

„Es ist fertig, oder?"

Ruckartig zuckte ich zusammen, wobei der Schmerz auf meiner rechten Seite wieder so stark wurde, das es mir die Tränen in die Augen trieb. Durch mehrfaches blinzeln versuchte ich die verräterische Spur zu beseitigen, sollte doch mein bester Freund von der ganzen Sache nichts erfahren. Schließlich häuften sich wegen mir die Schwierigkeiten in die letzter Zeit und da der Laden gerade erst Fuß fasste...

So gelassen wie möglich ging mein Blick deshalb nach hinten. Fast euphorisch leuchtete das grün seiner Augen. Diesen Blick kannte ich nur zu gut, weswegen ich mit einen schnellen Griff nach hinten, die Zeichnung verschwinden ließ.

„Nicht!"

Skeptisch zogen sich meine Augenbrauen nach oben „nicht, was?"

„Man Zaddy jetzt sei doch nicht so, lass es mich ansehen. So lange wie du daran gesessen hast. Ohne Witz, ich hab mehrmals nachgeschaut, ob du überhaupt noch atmest. Also darf ich?"

Ganz nah kam ich seinem Gesicht, sah mir seine Smaragde von unten herab ganz genau an. Leichtes Schimmern war zu erkennen, wobei der Wangenmuskel
plötzlich zuckte und in Grübchenbildung ging. Belustigt sah ich mir das Schauspiel an, bevor es mir wie im Affekt aus dem Mund schoss „Nein!"

„Man Zaddy!"

Schwerfällig drückte sich meine Beine durch, wobei das Pochen in der Rippenregion endlich abflachte. So wie es aussah, hatte Harry nichts von meinen Schmerzanfall mitbekommen und das sollte auch schön so bleiben. Schnell nahm ich die Blöcke zur Hand, um an meine Arbeitsplatz im hinteren Teil des Ladens zu verschwinden. Auch wenn das Geschäft gerade mal einen Tag offiziell existierte, waren wir jetzt schon für die nächsten Wochen komplett ausgebucht. Das kleine Grübchenbaby, wobei diese schon längst seinen treudoofen Hundeblick platz gemacht hatten, wich nicht von meiner Seite. Als konnte er damit meine Meinung ändern. Kopfschüttelnd unterbrach ich den Blickkontakt, der Laden würde bald öffnen und dieses kindisches Verhalten ging mir langsam echt auf den Nerv. Als ob meine Rippe mir nicht genügend Geduld kostete.
Genervt lief ich also an ihm vorbei und tat so als hätte ich die Blicke nicht gesehen. Mittlerweile kannte ich den Lockenkopf ziemlich gut und das beste, was in so Momenten half, war pure Ablenkung.
„Also wann ist der nächste Termin?"

Nachdenklich fuhr sich Harry durch die wild anstehenden Locken, wobei sich einzelne Strähnen ihr Eigenleben entwickelten und sich Gegen alle Naturgesetzte aufstellten „Hmm... in einer halben Stunde, der...."

„Lass mich raten, Schmetterling?"
Schielend gingen meine Augen nach oben. Ich sah mich als Künstler, liebte die Kunst am lebenden Objekt. Die Beschaffenheit des Körpers, war so ganz anders wie ein Blatt Papier. Nicht nur, die Stelle, jede Haut war verschieden. Der Untergrund lebte und genau das war die Herausforderung. Aber die ließ sich nicht so ausleben, wie ich es gerne hätte, denn das Motiv entschied immer noch der Träger.

„Ach komm Zaddy das wird Lustig" Der starke Arm meines Freundes legte sich schwungvoll um mich, während wir nach hinten liefen, wobei vor meinen Augen immer noch die fertige Zeichnung geisterte.....

Louis POV

Unsicher rutschten meine Vans hin und her, als mir die dunkelgraue Fassade des Gebäudes, was sich so von den anderen Unterschied, ins Auge stach. Mehrfach ließ ich jede Silbe, des Ladenschildes über meinen Mund gleiten um sicher zu gehen, dass ich wirklich richtig lag. Tatsächlich, es war das Tattoostudio, dessen Karte in meinen zitterten Händen halb zerknüllt  wurde. Was wollte ich jetzt eigentlich hier? Vorhin war ich mir noch so sicher gewesen, euphorisch eine Spur zu diesen geheimnisvollen Zayn zu haben. Aber jetzt, wo ich hier stand, er wahrscheinlich direkt hinter der Eingangstür auf seinen nächsten Kunden wartete. „Ich kann das nicht," sagte ich schwerseufzend zu mir selbst, bevor mein Kopf so schwer wurde, dass ich ihn immer mehr hängen ließ. Wahrscheinlich hatte er mich eh schon längst vergessen.

„Warum ausgerechnet er?"

Zögerlich und mit zusammengebissen Zähnen hallte die Frage von Niall in meinen Kopf nach, während ich zögernd Richtung Tür schritt. „Ja warum eigentlich?" Damit griff meine zitternde rechte Hand nach dem Türgriff und schob sie auf.

Wärme umschloss meinen Körper, während ich zaghaft eintrat. Neugierig sah ich mich um, Grau und Weiß definierten den Raum und fanden sich im kompletten Farbkonzept wieder. In meinen Gedanken waren Tattoo Studios immer dunkel gewesen, was dachte ich da? Schwarz es war das tiefste schwarz. Dass es aber auch ganz anders sein konnte, verblüffte mich. Helles neutrales Grau, mit weißen Akzenten und dunklen Möbeln. Einerseits waren die Stile wild gemixt, bildeten aber andererseits die perfekte Einheit. Tonlos lief ich weiter, als ein Rascheln bei meinen Füßen meine volle Aufmerksamkeit einforderte. Gezielt ging mein Blick nach unten, wobei ich ein Blatt Papier entdeckte. Mit nervösen Fingern drehte ich es um und überflog die Zeichnung die sich darauf verbarg. Meine Augen wurden groß. Das konnte doch nicht? Niemals war dies ein Tattoo. Leicht, als würde es kaputt gehen, fuhren meine Finger den gezeichneten Linien nach. Es sah so lebendig aus, das Fell, als würde es im Wind stehen, das Geweih, so edel und mächtig bis hin zu den Augen, sie erinnerten an das rehbraun, das rehbraun von Zayn....

„Na wen haben wir denn da?"
Mein Herzmuskel stellte eindeutig für einen Moment die Funktion ein, als diese Stimme erklang. In diesem Moment, wusste ich nicht, warum ich es tat. Aber die Hand lag so schnell auf dem Papier vor mir und im nächsten Moment, hatte ich es schon unter meinen Pullover geschoben. Bevor ich mich völlig unschuldig aufstellte und in die Richtung drehte, wovon ich vermutete, dass dort die Ursache der Geräusche zu finden waren.

„Hallo Hübscher" zwinkerte mir der groß-gewachsene Lockenkopf entgegen. Nervös schritt ich Richtung Theke, wo der Typ gelassen seine Füße platziert hatte, während der Rest von ihm auf einen Lederdrehstuhl ruhte.
„Kann ich etwas für dich tun? Hast du dich verlaufen?"

„Bitte?" Was sollte der Spruch denn jetzt, hatte da einer heute zuviel Testosteron zum Frühstück? Skeptisch sah ich ihm entgegen.

„Na was möchtest du hier?  Ich hätte wohl nicht gedacht, dass sich so ein scheues Reh wie du hierher trauen würde." Grübchen bildeten sich auf seinem Gesicht als er mich neugierig musterte.

Ok, ich gab es zu. Gestern, als er Ni dermaßen in die Enge trieb, ich hatte ihn dafür fast gefeiert. Niall war oft so Vorlaut. Eine kleine Abreibung hatte ihn nicht geschadet. Aber da ich jetzt wohl zur nächsten Zielscheibe wurde, brachte mich gehörig auf die Palme. Streckend und auf die Zehenspitzen stellend, sahen mir die dunkelgrünen Augen entgegen. Wie hieß er nochmal? Harry? Stimmt Harry war doch nicht älter als ich? Was gab ihn dann das Recht so über mich zu urteilen? Er kannte mich doch garnicht. Na warte, den würde ich es zeigen. Ich krempelte die Ärmel meines Pullovers hoch um ihm zu zeigen, dass ich es ernst meinte. „Was fällt dir eigentlich...."

„Haz, du bist ja immer noch hier!"
Erschrocken fuhr ich zusammen als mich die markante Stimme komplett einnahm. Mein kompletter Körper stand unter Strom und der Geruch dieses After Shaves, wenn es eins war, ließ es in mir drin ganz anders werden. Warum verdammt nochmal reagierte mein Körper so? Leicht fing ich an mir auf die Lippen zu beißen, als sich mein Kopf wie von selbst drehte und ich direkt in die rehbraunen Augen der Person hinter mir blicken konnte. „Oh Fuck! Sah der gut aus, das war garnicht gut......i-ch äh....i-ich

Starr sahen meine blaue Augen in dieses perfekte Gesicht. Das Gesicht was keine Regung zeigte.
„I-Ich muss...dringend...."
Seine tätowierte Hand streckte sich nach mir aus. Würde bald meine Haut treffen. Aber war ich dazu bereit? Diese Explosion an Gefühlen mit jeder Faser nochmal zu spüren? Panisch stolperte ich zurück. Meine kaputten Schuhe begannen zu qietschen, während ich die Tür fixierte. Ich brauchte Luft und zwar sofort. Mit letzter Kraft erreicht mein zitternder Körper das ersehnte Ziel, griff nach der Klinge, als diese plötzlich wie von selbst aufsprang. Beinah wäre mein Kopf mit der Tür kollidiert.
Kurz stoppte ich, blickte nochmal nach hinten und stammelnd etwas zu Zayn zu sagen, für mich war es wichtig. Ob er es verstand, war eine andere Sache.
„b-biss d-dann"
Damit stürmte ich aus der Tür, um um mein Leben zu rennen.
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„Na ganz große Klasse Tomlinson," laut keuchend schlenderte ich durch die Straßen. Das wäre meine Chance gewesen und was tat ich, ich ergriff die Flucht, wobei ich noch fast mit der Glasscheibe der Tür kollidiert wäre. Peinlich Berührt ging mein Kopf in den Nacken, als ich hoch in den blauen Himmel sah. Warum konnte nicht einmal etwas so laufen, wie ich es geplant hatte?

„Ich hätte wohl nicht gedacht, dass sich so ein Scheues Reh wie du hierher trauen würde."

„Scheues Reh", kam es murmelnd aus meinen Mund. Ja ein scheues Reh, das war ich und hasste mich dafür. Gefrustet bildetet meine Hände Fäuste, wobei sich mein Druck darauf immer mehr verstärkte. Ein Schmerz durchfuhr mich, aber ich wollte diesen. Ich wollte spüren wie mir wieder der Weg verbaut wurde und zwar von niemand anderen als mir selbst.
„Louis mein Junge. Wie gehts dir Engelchen?" Suchend ging mein Kopf hin und her, hatte mich nicht jemand gerufen?
„Solltest du nicht zuhause sein? Denk an deine Gesundheit und nimm das bloß nicht auf die leichte Schulter." Irgendetwas kam mit an der Stimme bekannt vor. Plötzlich tauchten zwei blasse blauen Augen vor meinem Gesicht auf, die hinter einer Hornbrille versteckt waren. „Marry" weiter kam ich nicht, schon wurde ich schwungvoll in ihre zierliche Arme gezogen.

„Louis, ich hoffe es geht dir gut? Ich hatte solche Angst um dich mein kleiner Schatz" weinerlich hörte sich ihre Stimme an, als sich mich noch enger an sich zog, wobei ihr warmer Atem, an meiner rechten Ohrmuschel ein leichtes Kitzeln verursachte.

„A-alles b-bestes" kam es gequält stockend aus meinen Mund, für eine Frau im reiferen Alter, hatte Marry einiges auf den Kerbholz. Mir lieb sprichwörtlich die Luft weg.

„Oh" Die blassen Augen von Marry wurden groß, bevor sie ihren Umklammerung löste. „Tut mir leid Louis, manchmal neige ich dazu zu übertreiben" Wie oft hat mir das Liam auch schon an den Kopf geworfen, bei seinen Namen fingen ihre Augen an zu leuchten, was mich schmunzeln ließ. Ich weiß nicht wie sie es schaffte, aber der Frust war wie verflogen, die Fäuste schon längst verschwunden.
Ein Knistern weckte meine Aufmerksamkeit als mir die Papiertüten, direkt auf den Boden vor ihr auffielen, die das bekannte Label HL trugen. Sie musste sie voller Euphorie, fallen gelassen habe.
„Kann ich dir helfen Marry?"

„Schatz, das brauchst du doch nicht, ich wohn doch um die Ecke," wild streckte sich ihre faltige Hand in die Höhe um mir zu verstehen zu geben, dass ich mir nicht die Mühe machen musste. Doch meine Hände waren schneller und die Tüten ruckzuck in meinen Armen. Wenn ich helfen konnte, tat ich es gern, auch wenn es nur eine Kleinigkeit war, wie Einkaufstüten zu tragen.
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„Und das du gut auf dich aufpasst Engelchen." Damit kniff sie mir nochmals fest in die Wange. „Es wird zu der Jahreszeit früh dunkel, versprich mir, dass du direkten Weges nach Hause gehst? Londons Straßen sind nicht ohne." Die blassen blauen Augen sahen mir intensiv entgegen. Während ich drauf und dran war, ihre Haustüre zu durchschreiten.

„Ich verspreche es Marry" dabei gingen meine Mundwinkel wie automatisch nach oben. Marry war wirklich so niedlich, ihre Fürsorge erwärmte mein Herz. Das Gefühl von Geborgenheit strahlte diese Frau aus und ich zog es auf wie ein nasser Schwamm. War mir das Gefühl doch ziemlich fremd geworden. Stürmisch umarmte ich den kleineren Körper nochmals, was so untypisch für mich war. Schränkte meine Schüchternheit mich im Alltag täglich extrem ein.

„Mach's gut mein Junge" winkend ging ihre Türe zu. Marry hatte recht, mein Kopf ging Richtung Himmel, der mittlerweile ein dunkelblau angenommen hatte. Ich sollte mich wirklich nach Hause begeben, Niall würde mich sonst wirklich umbringen, wenn sowas wie gestern nochmal vorkam. Bildlich spießten mich die Koboldaugen quasi auf, was mich frösteln ließ. Nein, das wollte ich wirklich nicht, damit beschleunigte sich mein Gang in die ankommende Dunkelheit.

„Ich bin mir sich, hier war ich eben schon" suchend ging mein Kopf hin und her. „Shit!" Warum achtete ich nicht auf den Weg, als ich panisch das Studio verließ? Frustriert ging mein Griff in das wuscheliges Haar. Das brachte nichts, ich hatte mich verlaufen. „Das darf doch nicht war sein"  Nicht ein Gebäude kam mir hier bekannt vor, ich hätte schwören können, nicht mal die Gegend zu kennen. Skeptisch musterte ich die Straße genau, allen Anschein nach war das hier nicht die beste Gegend. Zitternd ging mein rechte Hand zu meinen Handy, was sich auf der gleichen Seite in meiner Jackentasche befand. Navi, natürlich, dass würde mich ganz einfach den Weg weißen. Manchmal waren Dinge so einfach, dass man nicht darauf kam. Kopfschüttelnd scannte ich den Bildschirm, sah mir die Straßennahmen genau an, als sich plötzlich ein dunkler großer Schatten über mich warf. Mich quasi verschluckte.

„Na wen haben wir denn da?" Es knallte, als mein Handy den Boden küsste, bevor ich japsend in zwei bekannte Gesichter sah.
Na große Klasse und schon stellte sich nochmals die Frage...

Warum konnte nicht einmal etwas so laufen, wie ich es geplant hatte?

Aus die Maus...
Hellou bei neusten Part Tattoo Lover.
Wen Lou wohl da getroffen hat und welche Absichten haben diese Personen?

Wir werden es sehen, im nächsten Kapitel.
Bis dahin schönen Donnerstag

Manu♥️♥️♥️♥️
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