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Déjà-vu - Teil 2

GeschichteRomance, Freundschaft / P16 / Gen
Dr. Laszlo Kreizler John Moore
18.09.2021
18.09.2021
1
2.206
 
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18.09.2021 2.206
 
Hallo zusammen,

Dier 2. Teil kommt extra, da ich beim Einstellen einen Fehler gemacht habe. Ich habe sie leider auf fertiggestellt gesetzt, anstatt auf in Arbeit.

schön das ihr auf diese Geschichte gestoßen seid, da in diesem Themenbereich leider wenig los ist. Diese Geschichte wurde nicht Beta gelesen, da ich immer noch keinen Betaleser in diesem Bereich gefunden habe. Daher bitte ich euch über den ein oder anderen Rechtschreibfehler, welcher sicherlich zu finden sein wird, hinwegzusehen. Über jegliche Art von Review würde ich mich freuen, da ich denke, das man seine Geschichten so verbessern kann.

Eines ist mir noch wichtig: Falls jemand auf die Geschichte stoßen sollte, die sie nicht kennt: Die Serie spielt um 1900, als noch deutlich anders mit dem Thema Homosexualität umgegangen wurde, weshalb hier in dieser Geschichte dieses Thema negativ dargestellt wird, weshalb ich hier auch die Altersgrenze auf P16 gesetzt habe.

Ich persönlich bin gegen jegliche Art von Homophobie!

Zu guter Letzt noch: Mir gehört wie jedem hier nichts ;-)




„Guten Morgen erstmal.“

„Guten Morgen, John.“ Antwortete Laszlo tief in seine Gedanken versunken.

Er würde es nicht dabei belassen, so gut kannte John seinen Freund mittlerweile. Er musste sich jetzt entscheiden, was er tun würde, sagt er ihm die Wahrheit, oder nicht. Denn falls er dies tun sollte, wäre das möglicherweise ein guter Zeitpunkt, zumindest, insofern es diesen überhaupt gäbe.

„Wofür das Danke?“

„Laszlo, kannst du es nicht einfach gut sein lassen? Musst du immer alles wissen?“

„Nein, ich zeige nur Interesse an meinen Mitmenschen, auch wenn du dies in Frage stellst.“ Antwortete der Seelenheiler selbstsicher. Früher oder später finde ich es sowieso raus. Du kannst mir also die Arbeit sparen und es mir erzählen, oder ich frage Cyrus…“

Cyrus würde ihn nicht verraten, da war er sich sicher, aber er wollte diesen auch nicht in einen Loyalitätskonflikt bringen. Irgendwas erfinden ging auch nicht, das würde Laszlo durchschauen. Er musste wohl oder übel mit der Wahrheit rausrücken. Wenn auch nur zum Teil.

„Cyrus hat mir von vergangenen Tagen erzählt.“

„Geht’s noch etwas unpräziser? Ich muss ihn wohl doch selbst fragen...“

Laszlo war schon dabei aufzustehen, als John ihn am Arm packte. Sein Freund kannte die Geschichte ja sowieso schon.

John seufzte: „Warte, okay, ich erzähl es ja schon.“

Er sah ein kleines funkeln in Laszlos Augen aufblitzen. Na also, geht doch, stand mehr als deutlich in seinem Gesicht geschrieben.

„Cyrus hat mir von Marc erzählt.“

„Warum?“ war das Einzige was er antwortete. Eigentlich hätte er sich denken können, dass Laszlo es nicht gut sein lässt. Das war seine Natur.

„Wir haben über Gefühle und die Liebe gesprochen.“ Als würde dies alles erklären.

Laszlo schüttelte den Kopf. „Das ist aber nicht alles, oder?“

Er konnte sich wahrscheinlich denken, dass Cyrus John nicht einfach so davon erzählte, zumal die Beziehung auch noch illegal war.

„Laszlo. Wir haben darüber gesprochen, ob man sich in einen Menschen verliebt, oder ins Geschlecht. Was sagst du dazu?“

„Das hättest du mich auch direkt fragen können, wenn dich meine Meinung dazu interessiert. Wie dir Cyrus sicher gesagt hat, denke ich, man verliebt sich grundsätzlich in einen Menschen, das Geschlecht ist hier eindeutig zweitrangig. Ich denke Liebe ist immer Geschlechtsneutral. Was sagst du dazu?“

„Naja, es klingt auf jeden Fall logisch, aber wenn du dich in der Gesellschaft umschaust, ist jeder Mann mit einer Frau zusammen, oder?“

„Das mag sein, kann aber auch daran liegen, dass alles andere illegal ist. Ich bin überzeugt, wäre gleichgeschlechtliche Liebe legal und auch akzeptiert, würde das deutlich anders aussehen.“

„Warum tust du dann nichts dagegen?“

„Was soll ich denn tun, John? Ich bin nicht Gott, ich kann leider auch nicht alles.“

Unter anderen Umständen hätte John diese Einsicht eindeutig kommentiert. Aber in diesem Gespräch konnte er aber vielleicht mehr über Laszlos Gefühle erfahren. Wenn er denn welche hatte, woran John schon mehr als einmal gezweifelt hat.

„Hast du dich denn schon einmal in einen Mann verliebt?“

„Warum fragst du? Bist du es denn?“

Der Plan ging nach hinten los, jetzt lag der Ball bei ihm und der Frage konnte er nicht mehr ausweichen. Schweigen, war auch keine Option, Laszlo würde es als Ja werten. Und ein: Ich hab zu erst gefragt, naja, das erklärte sich von selbst.

„Wenn ich dir diese Frage beantworte, beantwortest du mir die meine?
Er muss ja nicht erwähnen um wen es geht, er könnte einfach mit Ja antworten, denn ein Nein würde sein Freund durchschauen, dazu kannte er ihn schon zu lange.

„Okay, also, bist du in einen Mann verliebt?“

„Ja, und du?“ Johns Herz schlug in der Zwischenzeit bedeutend schneller, ebenso waren die Temperaturen in der Küche um mindestens zehn Grad angestiegen.

„Liebe ist meiner Meinung nach schwer zu definieren, ab wann ist es für dich Liebe?“

„Laszlo, wir haben eine Abmachung.“ mahnte John, was Laszlo wahrscheinlich recht egal war.

„Zum einen, muss ich wissen, ab wann etwas für dich Liebe ist, schließlich kann ich sonst deine Frage nicht wahrheitsgemäß beantworten. Außerdem schuldest du mir immer noch eine Antwort auf meine erste Frage.“

„Was…?“ fragte John verwirrt.

„Deine Einstellung zur gleichgeschlechtlichen liebe, John?“

„Cyrus hat mir klar gemacht, dass man sich nicht aussuchen kann in wen man sich verliebt und das daran nichts abnormal ist, auch wenn das die Gesellschaft anders sieht. Zum anderen denke ich, Liebe spürt man, schließlich weiß man, ob man jemanden Liebt, oder nicht. Also?“

„Ja, mir ist dieses Gefühl bekannt, auch wenn du daran zweifeln magst.“ Er sah John jetzt direkt in die Augen.

„Wieso sollte ich?“

„Weil du mich in Wahrheit für einen kaltherzigen Bastard hältst. Wenn ich dich zitieren darf.“

Aus Laszlos Gesicht, war die ganze Zeit nichts abzulesen, er hatte ihn genau beobachtet, bis zu diesem Augenblich. Bei den letzten Worten war die Maske kurz verrutscht, Enttäuschung und Traurigkeit machten sich auf Laszlos Gesicht breit, wenn auch nur kurz.

„Laszlo, das habe ich nicht so gemeint, wir haben gestritten und ich habe dir irgendetwas an den Kopf geworfen um dich zu verletzen.“

John fühlte sich schlecht, er hätte ihm das nicht vorwerfen sollen. Es ist einfach passiert, als sie sich wieder einmal gestritten hatten.

Jetzt spürte es die Blicke seines Freundes auf sich, der ihn genau studierte. Er versuchte jegliches bedauern in seinen Augen wiederzugeben, Laszlo zu zeigen, wie Leid es ihm tat, was er da gesagt hatte.

„Es tut mir leid, wirklich Laszlo.“

Aber Laszlo schien noch nicht vollkommen überzeugt, also legte er vorsichtig die Hand auf die seines Freunds.

„Laszlo, ich hätte das nicht sagen dürfen, es tut mir wirklich leid.“

Die Stimmung hatte sich vom einen auf den anderen Moment komplett geändert. Laszlo, war irgendwo weit weg, in Gedanken. Er sah traurig aus, traurig, wie Cyrus, als er ihm von Marc erzählte, ihm kamen seine Worte wieder in den Sinn, sagen sie es ihm, bevor es zu spät ist und er wusste was zu tun war, da sein Freund die Hand immer noch nicht weggezogen hatte und das obwohl er jetzt wusste, dass er in einen Mann verliebt war.

„Ich habe das gesagt, weil ich eifersüchtig war, eifersüchtig, auf diese Frau, für du dich überhaupt nicht interessiert hast. In diesem Augenblick, habe ich das nicht verstanden, es sah so aus, als…“ John brach den Satz ab, das Gestammele war ja unerträglich…“

„…Laszlo, du bist der, in den ich mich verliebt habe, so sind wir auf das Thema gekommen, Cyrus hat es bemerkt.“ Die Szene der vergangenen Nacht erwähnte er vorerst lieber nicht. Das wäre hier fehl am Platz. Es wäre besser, wenn Laszlo das nie erfahren würde.

Das riss Laszlo aus seinen Gedanken. Er sah ihn jetzt wieder direkt an.

„Warum hast du mir das nicht gesagt?“

War das jetzt positiv oder negativ, so hatte noch niemand auf eine Liebeserklärung reagiert. Aber Laszlo war nicht irgendjemand, dass hätte er sich auch denken können.

„Naja, zuerst dachte ich es sei nicht normal, ich kenne niemanden, dem das schon einmal passiert ist. Ich hatte Angst davor, aber mein Gespräch mit Cyrus hat das geändert.“

Laszlo sah ihn nur an. Er saß wie auf heißen Kohlen. Machte sein Freund das mit Absicht? Wahrscheinlich. Trotzdem wäre eine Antwort nett. Andererseits, ihre Hände lagen immer noch aufeinander. Momentan kamen so viele Unterschiedliche Gefühle in John hoch, dass er regelrecht überfordert war. Er brauchte eine Antwort, jetzt, diese Folter war nicht weiter auszuhalten.

„Und jetzt, Laszlo?“

Laszlo zog seine Hand ein Stück nach hinten, John befürchtete das sein Freund aufstehen und gehen würde, ehe er begriff, dass er sich anders hinsetzte. Erst jetzt wurde ihm bewusst, dass er Laszlos rechte Hand hielt, da er rechts von ihm saß. Er wusste, wie empfindlich Laszlo in dieser Hinsicht was Berührungen anging war, deshalb konnte er sich denken, wie oft er den Impuls unterdrückt haben musste diese wegzuziehen, was nur gutes bedeuten konnte.

„Entschuldige, das war keine Absicht.“

„Ich weiß.“

Laszlo saß mittlerweile frontal zu ihm, seine rechte Hand hatte er im Schoß abgelegt, und die linke bewegte sich zielsicher in Richtung seines Gesichtes. Dort angekommen, streichelte Laszlo vorsichtig über Johns Wange.

Er selbst genoss diese Berührungen uns saugte jede einzelne in sich auf, lehnte sich leicht nach vorne um Laszlo zu küssen. Der verstand sofort und sie verloren sich in einem innigen Kuss. Sein Freund hatte während des ganzen Kusses, die Hand immer noch seitlich an Johns Kopf verweilen lassen.

„Wie geht es jetzt weiter?" fragte John, der die Unsicherheit in seiner Stimme nicht ganz verbergen konnte.

Schließlich hatte er noch immer keine sprachliche Antwort erhalten, auch wenn die physische mehr als deutlich war. Wieder hielt er Laszlos Hand.

„Wir müssen aufpassen, keiner, wirklich keiner darf je davon erfahren.“

„Cyrus weiß Bescheid… also zumindest, was meine Gefühle angeht.“

„Er wird uns nicht verraten, dass weiß ich.“

„Wie kannst du dir so sicher sein, bei den anderen aber nicht?“

„Weil die anderen nicht erlebt haben, was er erlebt hat.“

„Ja.“

„Dann weißt du auch, warum er uns nicht verraten würde. Er hat bis zu dem Zeitpunkt noch niemand so sehr geliebt wie Marc und soweit ich weiß auch danach nicht mehr. Wir werden das Schaffen John. Wir können uns jederzeit hier sehen. Es würde niemanden wundern, wenn du mich besuchst, jeder weiß das wir befreundet sind, nichts desto trotz müssen wir vorsichtig sein.“

„Aber was ist mit Sarah und den anderen?“

„Wir verhalten uns einfach wie immer.“

„Vor allem Sarah wird nicht lockerlassen, früher oder später wird sie es herausfinden.“

„Du willst es ihr doch nicht etwa sagen, oder John?“ An Laszlos Blick hatte er erkannt, dass dieser das auf keinen Fall zulassen würde.

„Nein, ich mein ja nur… ich denke ihr könnten wir vertrauen.“

„John, ich weiß, dass du sie magst, aber in dieser Sache können wir niemandem Vertrauen.“

„Wie meinst du das?“

„Niemand außer Cyrus darf es je erfahren?“

„Warum Cyrus?“ Warum war Laszlo die so wichtig?

„Zum einen, kann er es sich sowieso denken, zum anderen weiß er genau, was passieren kann. Er würde es nie einem anderen Menschen erzählen.“

Laszlo kannte Cyrus schon lange, und ebenso wie sein Freund mochte er ihn. Aber wie passte er da rein. Warum war er, der einzige, dem er alles anvertrauen würde, obwohl John sich sicher war, auch ihre übrigen Freunde würden dies nicht öffentlich machen. Warum ausgerechnet Cyrus?

„Du kennst doch seine Geschichte, oder? Du weißt, wie Marc gestorben ist?“

„Ja, aber was hat das eine mit dem anderen zu tun?“

John stand wirklich auf dem Schlauch. Er wurde von einer Gruppe Jugendlichen verprügelt, so übel sich das anhört, das hätte jedem anderen auch passieren können.

„John, er wurde nicht ohne Grund verprügelt.“

„Was? Das heißt, es war geplant? Wurde er etwa aufgrund seiner Beziehung zu Cyrus…“

„Ich will dir keine Angst machen, aber Ja, ihm war gegenüber seinem Bruder etwas rausgerutscht, nichts eindeutiges, dem genauen Wortlaut kenne ich nicht mehr, jedenfalls hat sein Bruder, dies seinen Freunden erzählt, ob beabsichtigt oder nicht, spielt keine Rolle, jedenfalls hat es gereicht, damit diese so lange auf ihn einschlugen, bis er tot war.“

Wow, das hatte er in der Tat nicht gewusst, aber jetzt war ihm klar, warum Laszlo verlangte, absolut niemanden einzuweihen, wenn sogar der eigene Bruder dazu fähig war einen zu verraten, waren Freunde wohl noch er dazu bereit.

„Ich verstehe.“

„Cyrus hatte sich an dem Abend auf den Weg gemacht, Marc zu suchen. Da er nicht aufgetaucht war, hatte er sich sorgen gemacht und ihn Stunden lang gesucht – und schließlich gefunden. Deshalb John weiß ich – dass ich ihm in dieser Hinsicht zu 100% Vertrauen kann. Er würde alles tun, um uns zu schützen.“

Für John war das kurzzeitig alles zu viel. Zwar kannte er die Geschichte, nicht aber das komplette Ende. Ihm schon vorhin klar gewesen, dass es nicht einfach für Cyrus war, darüber zu reden, jetzt aber verstand er erst, wie viel Überwindung es ihn wirklich gekostet haben muss. Und alles um ihm zu helfen. Er musste sich zu gegebener Zeit revanchieren.

„Ich verstehe. Wir werden niemandem etwas sagen. Was soll ich sagen, falls Cyrus fragt, ich glaube nämlich nicht, dass er immer so lange braucht um den Frühstückstisch zu decken.“

Laszlo nahm Johns Hand und gemeinsam gingen sie die Treppe hinauf, so konnte sich Cyrus jegliche Frage ersparen. Bei Gelegenheit, würde er sich bei revanchieren, denn er wusste, wie viel Überwindung ihn dieses Gespräch mit John gekostet haben musste.
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