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Der Pirat und die Druidin - Gefährliche Verganenheit

GeschichteAbenteuer, Romance / P16 / FemSlash
Angelica Captain Jack Sparrow OC (Own Character)
17.09.2021
05.12.2021
12
23.741
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25.11.2021 2.125
 
10

Jacks Sicht:

Den ganzen Tag dachte ich über das nach was Wulfric mir gesagt hatte. War es das was die Leute meinten, wenn sie sagten das Eila zu mehr fähig war? Ich machte mir wirklich Sorgen um sie. Gleichzeitig dachte ich daran, was Angelica dazu brachte Jemanden in Gefahr zu bringen der nicht in unsere Fehde verwunden war. War das alles wirklich nur um mir eins auszuwischen? Ich würde es noch herausfinden. Aber erst wenn Eila wieder zu sich gekommen war. Vorher hatte ich keine Nerven dafür. Es war bereits mitten in der Nacht und ich kam noch nicht zur zur Ruhe. Gedankenverloren trank ich einen Schluck Rum, als sich schwere Schritte näherten. Ich achtete nicht darauf, ich ahnte wer da kam und wahrscheinlich mit mir reden wollte. „Sie hat sich noch nicht geregt?“, fragte Wulfric und klang besorgt. Nach dem was mir über die Beziehung zwischen ihm und Eila zu Ohren gekommen war erstaunte es mich. „Manchmal könnten wir uns wirklich gegenseitig an die Gurgel gehen, das gebe ich zu, doch würde ich nie wollen, das ihr etwas ernsthaftes zustößt. Immerhin ist sie…..“, er brach mitten im Satz ab und starrte in das dunkle Wasser. Was auch immer er hatte sagen wollen, er schien entschieden zu haben das es nicht hier her gehörte. Ich hielt ihm die Flasche hin, weil ich das irgendwie für besser hielt als etwas zu sagen. Er nahm sie und trank mehrere Schlucke, ehe er sie mir wieder zurück gab. „Was war der erste Gedanke den ihr hattet, als ihr sie das erste Mal gesehen habt?“, fragte er dann. Diese Frage verwirrte mich einen Augenblick, daher zögerte ich ehe ich antwortete. „Gott sei Dank sie lebt.“, antworte ich schließlich. Wulfric lachte und auch ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. „Stimmt, ihr habt sie aus dem Wasser gezogen. Mein erster Gedanken war, dass diese Frau wahnsinnig sein muss.“, sagte er und machte mich neugierig. „Wieso das?“, fragte ich als ich es vor Neugierde nicht aushielt. „Sie hat einen beeindruckenden Auftritt hingelegt. Um Eindruck bei einem Wikingerfürsten zu schinden, das musste sie tun um zu überleben. Sie trug damals ein Kleid, das ihre Vorzüge gleichermaßen hervorhob, wie bedeckte. Barfuß, mit einem Wolf und einem Hirsch an ihrer Seite hat sie die große Halle betreten. Dieses Bild habe ich heute noch im Kopf, so als wäre es erst gestern gewesen. Wie sie langsam und voller Selbstbewusstsein nach Vorn ging. Leben und Tod gleichermaßen an ihrer Seite. Alle haben förmlich die Luft angehalten, aus Angst sie könnte den Wolf auf Jemanden hetzen.“, sagte er und schien, während er redete nicht hier zu sein. Viel mehr schien er mitten in der Erinnerung zu sein. Jetzt wo ich ihn genauer musterte fiel mir auf, das er den gleichen Ausdruck wie Eila in den Augen hatte, wenn sie sich an etwas erinnerte. Überhaupt fand ich eine gewisse Ähnlichkeit. Vielleicht lag es aber auch nur daran das er die gleiche Augenfarbe wie Eila hatte. „Erstaunlich, was Menschen alles tun, nur um zu überleben.“, war alles was ich dazu sagen konnte, gleichzeitig kam ich mir unglaublich dämlich dabei vor. Gerade weil ich versuchte, mir die Szene vorzustellen.  „Ja, man muss schon sehr kreativ werden.“, antwortete er. „Wem sagt ihr das.“, murmelte ich und warf einen Blick in Richtung Kajüte. „Ich denken ich werde mal nach Eila sehen.“, sagte ich dann und ging los. „Gute Nacht!“, rief er mir hinterher. Ich ließ es so stehen und öffnete die Tür zu meiner Kajüte. Mein erster Blick fiel auf das Bett, in dem Eila sich nicht bewegt zu haben schien. Da es schon sehr spät war beschloss ich mich schlafen zu legen. Kaum das ich neben Eila lag und die Augen schloss bekam ich einen Schlag ins Gesicht. Abrupt öffnete ich die Augen wieder. Allerdings hatte sich Eila nur bewegt und mich dabei versehentlich erwischt. Als ich, ohne weiter darüber nachzudenken wieder die Augen schloss, schreckte sie plötzlich hoch und schrie: „Jack! Nein“ Nun saß ich im Bett, nahm sie in meine Arme und versuchte sie zu beruhigen. „Ich bin hier Liebes. Hey, hey. Sieh mich an. Ich bin hier. Sieh mich an Eila.“, sagte ich und zwang sie schließlich mich an zu sehen, weil sie versuchte sich aus meinem Griff zu winden. Erst jetzt hörte sie auf sich zu wehren und wurde ruhiger. Kurz sah sie mich, mit glasigen Augen, an ehe sie sich an mich schmiegte. „Ich hatte solche Angst um dich.“, sagte sie mit erstickter stimme in meine Schulter hinein. Ich wusste, dass sie am liebsten ihren Tränen freien Lauf gelassen hätte, statt dessen riss sie sich mit aller macht zusammen. „Und du hast mir einen ziemlichen Schrecken eingejagt.“, antwortete ich, während ich sie fest hielt. Kaum hatte ich das gesagt löste sie sich von mir und sah mir in die Augen. „Ich musste es tun, sonst hätte er dich…..“, begann sie zu erklären, doch ich unterbrach sie. „Warte, du hast das bewusst getan? Wulfric meinte du könntest es nicht kontrollieren.“ Sie öffnete und schloss ihren Mund ein paar Mal, ehe sie sagte: „Ja und Nein. Ich weiß was ich tue. Ich bündel quasi alles an Energie was ich bündeln kann, um es auf ein bestimmtes Ziel zu richten, nur kann ich nicht kontrollieren wann es mir gelingt. Mit heute waren es erst drei Mal. Außerdem ist es äußerst anstrengen und ich verliere jedes Mal das Bewusstsein, daher versuche ich es nicht sehr oft.“ „Und nur um mein Leben zu retten hast du alles daran gesetzt es zu versuchen?“, fragte ich erstaunt. „Was heißt hier nur? Natürlich habe ich für dich alles daran gesetzt. Und wenn das nicht geglückt wäre hätte ich mir etwas anderes einfallen lassen, einfach weil ich dich liebe.“ Unwillkürlich musste ich grinsen. Oft war sie ein einziges Mysterium, aber manchmal konnte ich sie lesen wie ein Buch. „Was grinst du so?“, fragte sie. „Nichts.“, antwortete ich und sah ihr weiterhin in die Augen. Sie verstand und lächelte. Es ist schön, wenn man einen Menschen hat mit dem man sich auch ganz ohne Worte verständigen kann. Zwar brannten mir eine Unmenge an Fragen auf der Seele, aber die konnten auch bis morgen warten. Für den Moment war ich einfach nur froh, das Eila wieder bei Bewusstsein war und das es ihr, bis auf den Schreck, gut ging. Alles Andere konnte warten.

Angelicas Sicht:

Ich hatte die ganze Nacht damit zugebracht mich aus der Zelle zu befreien. Doch endlich hatte ich es geschafft. So leise schlich ich mich nach oben an Deck. Die Sonne begann gerade auf zu gehen, daher schliefen noch alle. An Deck angekommen musste ich zu meinem Bedauern feststellen, dass ich nicht, wie ich gedacht hatte, von Bord konnte. Das Schiff hatte gestern noch abgelegt. Verdammt! Was nun? Gerade, als ich darüber nach dachte, was ich jetzt tun sollte merkte ich das ich nicht allein hier an Deck stand. Wie erstarrt blieb ich stehen und sah sie an. Ihr Haar leuchtete wie Feuer in der aufgehenden Sonne. Eila stand da, so als ob gestern nichts gewesen wäre. Sie hatte nicht einmal einen Kratzer. Zumindest so weit ich es sehen konnte. Sie hatte ihre Arme um ihren Körper geschlungen und sah auf das Meer. Es schien als würde sie über etwas nachdenken. So wie sie da stand wirkte sie vollkommen normal. Das komplette Gegenteil zu dem was ich gestern gesehen hatte. Gerade wusste ich noch viel weniger als so schon, was ich von ihr halten sollte. Was sie eine Hexe? Hatte Jack sie deswegen geheiratet? Hatte sie ihn verzaubert? Wenn ja. Wieso? Immerhin hielt es Jack nicht gerade mit der Treue. Er würde sich nie freiwillig auf eine Frau fest legen. Anders wiederum hatte sie ihm das Leben gerettet, und so wie sie gestern ausgesehen hatte, mit dem Risiko ihr eigenes dafür zu lassen. Das widersprach sich also. Plötzlich sah sie zu mir. Vor Schreck blieb mir das Herz beinahe stehen. Ich rechnete damit, das sie Alarm schlagen würde, doch das tat sie nicht. Sie sah mich einfach nur an. Langsam kam sie auf mich zu. Ihr Blick was schwer zu deuten, und ich hatte Mühe mir nicht anmerken zu lassen das ich nervös war. „Ich denke wir sollten reden.“, sagte sie, vollkommen emotionslos. „Du fragst gar nicht wie ich….“, begann ich, doch sie unterbrach mich. „Ich kann es mir denken.“, sagte sie. „Weißt du eigentlich mit wem du dich da eingelassen hast?“, fragte sie und sah mich im einem Blick an, bei dem ich das Gefühl bekam, wie würde bis auf dem Grund meiner Seele schauen wollen. Zusätzlich verschränkte sie die Arme vor der Brust, wie eine Mutter, die ein ernstes Wort mit ihrem Kind sprach. Ich öffnete dem Mund um ihr zu antworten, schloss ihn jedoch gleich wieder. Wenn ich ehrlich zu mir war wusste ich keine Antwort auf diese Frage. Ich war lediglich zu diesem Mann gegangen, weil man mir gesagt hatte das er mir helfen konnte. „Ich brauchte Hilfe und habe sie mir von ihm erhofft.“, antwortete ich schließlich. „Ich kann mir denken was für Hilfe du von ihm wolltest. Du wolltest Hilfe dabei Jack zu finden beziehungsweise dabei ihn ein für alle mal los zu werden.“, sagte sie und klang beunruhigend ruhig. Es stimmte was sie sagte. „Wieso?“, fragte sie, als ich nichts sagte. „Wieso ich Jack umbringen will?“, fragte ich nun sie, worauf hin sie die Hände in die Hüften stemmte. „Nun, er hat meinen Vater getötet. Würdest du da keine Rache wollen?“, fragte ich sie. „Was hat Gregor dir versprochen, dafür das du Rache an Jack nehmen kannst?“, fragte sie. Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich war sprachlos. Woher wusste sie das? Nein. Sie hatte einfach nur gut kombiniert. „Ach komm schon. Es muss einen Grund geben, wieso du nicht schon längst versucht hast Jack um zu bringen, und ich verwette meinen Hintern darauf das es etwas mit mir zu tun hat. Also.“, redete sie weiter, als ich nichts sagte. In ihren Augen begann sich ein Sturm zusammen zu brauen, was mich gleichermaßen beeindruckte, wie einschüchterte. Lass dir nichts anmerken Angelica. „Er sagte mir du könntest meinen Vater wieder zurück bringen. Hätte ich mich an Jack gerächt, bevor ich dich Gregor gebracht habe hättest du mir womöglich……“, sagte ich und wieder unterbrach sie mich. „Dieses Arschloch!!!“, schimpfte sie. Ihre Augen wurden immer dunkler und der Sturm darin wurde immer stärker. Etwas das Jack, zweifellos, faszinierte, wenn er ihr in die Augen sah. „Natürlich hättest du es zu spüren bekommen! Eine solche Reaktion ist ja auch wohl normal oder? Er ist immerhin mein Mann und ich liebe ihn, auch wenn es dir schwer fällt das zu glauben. Was Gregor angeht, so hat er dich benutzt.“, sagte sie und ging. „Warte! Was meinst du damit?“, rief ich und hielt sie am Arm fest. Mit fragendem Blick drehte sie sich um und sah mich an. „Ich kann deinen Vater nicht zurück bringen und würde es auch nicht wollen.“, sagte sie, völlig emotionslos. „Wieso nicht?“, fragte ich und konnte meine aufkommende Verzweiflung nicht verbergen. „Erstens, weil dein Vater ein Mensch war, den man Bestenfalls nicht wieder unter die Lebenden bringen sollte, zweitens, weil man für ein solches Ritual ein Opfer benötigt. Könntest du damit Leben einen Unschuldigen zu opfern? Drittens ist das schwarze Magie, und davon sollte man immer die Hände lassen. Gerade was das Zurückholen von Seelen an geht. Man kann nie wissen was man am Ende auf diese Erde holt. Es kann gut gehen oder aber in einem kompletten Fiasko enden. Das weiß Gregor. Er hat dich nur benutzt Angelica.“, erklärte sie mir. Ich lies sie los und sah zu Boden. Ich musste mich sammeln und wollte nicht das sie sah was in mir vor ging. „Ich kann mir vorstellen was in dir vor geht, aber……“, dieses Mal unterbrach ich sie. „Was weißt du schon?“, fuhr ich sie an und sah auf. Bei dem Blick in ihre Augen merkte ich das sich der Sturm darin gelegt hatte. Statt dessen sah ich darin so etwas wie Mitgefühl. „Ich hatte nie eine Familie und Jack hat mir meinen Vater genommen, gerade als ich ihn kennen gelernt hatte!“, fuhr ich sie weiter an. „Rache bringt dir deinen Vater nicht zurück.“, sagte sie ruhig und ging. Dieses Mal ließ ich sie und sah ihr hinterher. Ich sah wie Jack aus der Kapitänskajüte kam und auf mich zu gehen wollte. Er war wütend, das konnte ich sehen und ich machte mich auf einen saftigen Streit mit ihm gefasst, doch Eila hielt ihn auf. Sie legte ihm eine Hand auf die Brust, sah ihm in die Augen und schüttelte leicht den Kopf. Was auch immer er vor gehabt hatte, er ließ davon ab, auch wenn er nicht glücklich damit zu sein schien. Wieder einmal fragte ich mich wer genau diese Frau war.
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