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Duskwood-Truthseeker

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Romance / P18 / Het
16.09.2021
16.09.2021
1
2.320
1
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
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16.09.2021 2.320
 
Disclaimer:
Ich verdiene mit dieser Geschichte kein Geld. Alle hier erwähnten Charaktere, außer Emma und eventuell folgende Nebencharaktere, sind Eigentum von Everbyte, dem Entwickler und Herausgeber von Duskwood. Jegliche Handlungen hier, die nach Episode 8 aufbauen, bauen auf der bisherigen Geschichte auf (zumindest versuche ich es) und nachfolgende Handlungen sind mein geistiges Eigentum. Daher bitte ich von der Verwendung meiner Ideen abzusehen, außer ich werde persönlich gefragt.
ACHTUNG: Episode 9 von Duskwood ist noch in Arbeit, daher ist der Inhalt dieser Fanfiktion lediglich auf meinen Hirngespinsten aufgebaut.

Ich versuche die Handlung sinnvoll weiter zu spinnen, jedoch mit deutlich mehr romantischen Interaktionen und Annäherungen zwischen Jake und Emma. Es können lemons im Verlauf der Geschichte folgen, jedoch werde ich vorwarnen und diese extra markieren, damit ihr diese auch überspringen könnt.
Mein Studium beginnt bald, daher kann es passieren, dass Uploads einige Zeit mit sich ziehen, jedoch ist die Story in meinem Kopf fertig gesponnen. Nur der Feinschliff und das Festhalten dieser Ideen fehlt.

Über höfliches Feedback, Meinungen und/oder Korrekturen, sowie Hinweise, freue ich mich.



Kapitel 1


    Der Schrei, der sich aus meiner Kehle lösen wollte, blieb mir im Halse stecken. Fassungslos starrte ich auf das Display des Handys. Mein Puls stieg in unermesslichere Höhen. Die Verfolgungsjagd von Jessy und Thomas mit anzusehen, hatte für Schweißausbrüche gesorgt. Der Anruf vom Mann ohne Gesicht vertrieb die aufgekommene Erleichterung über die Flucht meiner Freunde.
    Seine Drohung war diesmal an mich gerichtet.
    In der Vergangenheit hatte er meine neu gewonnen Freunde als Druckmittel benutzt und nur mithilfe von Jake hatte ich die Angst überwunden.
    Jetzt aber betraf es mein eigenes Wohlbefinden!
    Mein Atem ging hektisch und ich entsperrte zittrig das Handy.
    Sollte ich Jake schreiben?
    Die Antwort wurde mir durch eine Nachricht von meinem Lieblingshacker abgenommen.
    Jake: »Lyanna, geht es dir gut?«
    Meine Finger zittern und diese Bewegung übertrug sich auf meinen Körper. Der Kopf war wegen dieses Anrufs leer gefegt. Mir
fielen keine Worte ein und ich sah weiterhin auf die Nachricht von Jake. Ein Symbol signalisierte mir, dass er eine Weitere tippte.
    Jake: »Ich habe den Anruf mitgehört.«
    Jake: »Du brauchst keine Angst haben! Ich kümmere mich darum. Das ist ein Beweis, dass wir ihm zu nahe gekommen sind.«
    Es vergingen weitere Sekunden, in denen ich nicht in der Lage war eine Antwort zu schreiben.
    Jake: »Lyanna, ich bin auch besorgt, doch wir dürfen nicht aufhören. Hannah verlässt sich auf uns. Ich werde dich beschützen! Der Täter wird nicht in deine Nähe kommen.«
    Ich senkte den Kopf auf meine Hände und seufzte tief. Ich wünschte, ich könnte Jake glauben. Ich stand auf, verriegelte die Haustür und ließ die Jalousien an den Fenstern herunter. Das Zittern meiner Hände wollte sich nicht legen.
    Ein lautes Klingeln riss mich aus der Hektik und ich ging misstrauisch zurück zu meinem Handy.
    Was, wenn es erneut der Täter war?
    Sollte ich den Anruf ablehnen?
    Ich hatte das Gefühl, das ich in dieser Situation nicht mehr ertragen konnte.
    Das Bild auf meinem Handy beruhigte mich kaum.
    Jake rief an. Ich konnte jetzt nicht mit ihm sprechen. Ich war zu aufgelöst und ich wollte nicht, dass er es bemerkte.
    Jake: »Bitte nimm den Anruf an.«
    Erneut klingelte das Handy. Ich seufzte tief, fuhr mir durch meine wirren Haare und tippte auf das grüne Symbol. Zuerst war nichts zu hören. Ich schwieg, denn ich hatte Angst, dass meine Stimme versagte.
    Dann sprach Jake, seine Stimme verzerrt, wie ich es von ihm gewohnt war: »Lyanna, ich mache mir Sorgen. Bleib bitte zuhause und öffne für niemanden die Tür. Lilly hat die Polizei informiert und sie sind auf dem Weg zu der Scheune. Wir haben ihn bald.«
    Ich blieb stumm und Tränen lösten sich aus meinen Augenwinkeln. Der Stress der letzten Zeit forderte seinen Tribut. Auf Jakes Sätze folgte Stille und ich sah auf das Gerät. Entgegen meinen Erwartungen lief der Anruf, er hatte nicht aufgelegt.
    Wollte er noch etwas sagen?
    Gespannt wartete ich darauf, dass er weitersprach. Ein Räuspern folgte und statt dem Bedienfeld nahm Jakes Figur das Display ein. Er trug wie immer seinen schwarzen Hoody, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen. Er hatte die Videoübertragung aktiviert.
    »Lyanna, sag bitte was!«
    Ich riss die Augen auf. Das wäre das erste Mal, das Jake meine Stimme hören würde. Ich nahm mein Handy, bedeckte sicherheitshalber mit einem Finger die Frontkamera und schrieb in unseren Chat.
    Lyanna: »Ich schaffe das schon. Ich bin nur etwas durch den Wind. Laut dem Mann ohne Gesicht ist Richy tot.«
    In dem Videotelefonat nickte Jake behutsam.
    »Ich weiß, aber das können wir gerne später besprechen. Möchtest du nicht lieber direkt mit mir sprechen?«
    Erneut tippte ich eine Antwort.
    Lyanna: »Ich habe Angst.«
    Jake sprach: »Wovor hast du Angst? Ich beschütze dich.«
    Ein kleines Lächeln zupfte an meinen Mundwinkeln. Es war süß, dass Jake dachte, dass ich nur vor dem Mann ohne Gesicht Angst hatte. Es kam ihm nicht in den Sinn, dass ich mich vor seiner Reaktion fürchtete.
    Ich schrieb eine weitere Nachricht.
    Lyanna: »Du kennst meine Stimme nicht. Du weißt nicht, wie ich aussehe.«
    Erneut nickte Jake.
    »Worauf möchtest du hinaus?«
    Die Verzerrung seiner Stimme sorgte jedes Mal dafür, dass ich mich nach seiner richtigen Stimme sehnte.
    Emma: »Ich habe Angst, dass dir meine Stimme nicht gefällt, und ich habe keinen Stimmenverzerrer, so wie du.«
    Er lachte.
    Machte er sich über mich lustig?
    »Okay, lass uns einen Handel machen. Ich schalte den Verzerrer ab und du sprichst mit mir.«
    Röte zog sich über mein Gesicht. Ich wollte seine Stimme hören, doch ich war ein schüchterner Mensch. Niemand aus Duskwood wusste, wie ich aussah oder wie ich mich anhörte. Sie kannten nicht einmal meinen richtigen Namen. Ob Jake wusste, wie ich wirklich hieß? Diese Frage stellte ich mir regelmäßig. Er nutzte zwar den Namen, den ich den anderen genannt hatte, doch er war ein Hacker.
    Ich schrieb ihm.
    Lyanna: »Weißt du meinen richtigen Namen?«
    Er nickte.
    Lyanna: »Okay.«
    Lyanna: »Sag meinen Namen!«
    Auf dem Handy sah es so aus, als würde er zögern.
    »Emma.«
    Er wusste tatsächlich meinen Namen und er hatte ohne den Verzerrer gesprochen!
    Ich atmete tief ein, wappnete mich innerlich und sagte leise: »Ja.«
    Es war schwer, die Stimme nur aufgrund eines Wortes zuzuordnen. Das war uns beiden klar. Eventuell ging es ihm ähnlich wie mir und er war mit der Situation überfordert.
    Er räusperte sich.
    »Ich ... muss gestehen, dass ich unsicher bin. Du bist die erste Person aus der Gruppe, die weiß, wie meine Stimme klingt. Nicht einmal Hannah habe ich mich offenbart.«
    Ich hatte mich daran gehindert, mir seine Stimme oder sein Gesicht vorzustellen. Die Angst, dass meine Erwartungen am Ende enttäuscht werden, war zu hoch. Er sprach mit ruhiger und tiefer Stimme. Sie beruhigte mich und ich merkte, wie die Erleichterung durch mich rauschte. Durch unseren Chat musste Jake ahnen, dass er mir eine Menge bedeutete. Ich vertraute ihm, deswegen glaubte ich ihm, dass es ihm ähnlich erging.
    Ich nickte, bis mir auffiel, dass er mich nicht sehen konnte. Stockend sprach ich.
    »Wieso hast du mich vorher nie mit meinem richtigen Namen angesprochen?«
    Jake hob die Hand, als möchte er sich durch die Haare fuhren. Ihm fiel die Kapuze auf und er senkte die Hand unverrichteter Dinge.
    War er nervös? Weswegen?
    Ich wusste, dass er Zugriff auf unsere privaten Dateien hatte. Ich habe damit gerechnet, dass er bei mir keine Ausnahmen machte. Am Anfang war er mir gegenüber misstrauisch gewesen. Es hätte mich stark gewundert, wenn er nicht mein Handy durchforstet hätte.
    »Ich habe deine Dateien auf dem Handy durchgesehen und auch in deinen Online-Konten nachgeforscht. Du weißt ja, womit ich mich beschäftige. Es tut mir leid. Ich dachte, es sei dir lieber, wenn ich dich mit Lyanna anspreche.«
    »Das heißt, du kennst mein Gesicht bereits?«
    Er nickte.
    Ich konnte mir vorstellen, dass er unter der Kapuze errötete.
    Ich fand trotz der Angst vor dem Mann ohne Gesicht und der Unsicherheit bezüglich Jake meinen Humor wieder.
    »Nenn mich Emma. Dann ist die Situation hier unfair.«
    »Wie meinst du das, Emma?«
    Interessiert beugte er sich vor. Ich wusste, dass er meine Forderung nicht erfüllen würde. Jedoch wollte ich ihm zeigen, dass ich weiterhin an ihm interessiert war.
    »Ich weiß nicht, wie du aussiehst. Du weißt aber, wie ich aussehe.«
    Er seufzte.
    »Es ist zu gefährlich. Dein Handy ist zwar weiterhin von Nymos geschützt, aber das ist zu riskant. Es tut mir leid.«
    »Ich weiß.« Ein Seufzen entkam meinen Lippen.
    »Deine Stimme kannte ich nicht, Emma. Sie gefällt mir, wie die Bilder, die ich von dir gesehen habe. Ich glaube aber, dass du in der realen Welt mehr strahlst.«
    Mein Gesicht wurde knallrot. Ich hüstelte und Jake lachte leise.
    »Du machst mich nervös.«
    »Ich weiß und auch das tut mir leid. Es zeigt mir erneut, wie gefährlich das Ganze für uns ist. Ich brauche dich, um Hannah zu finden.«
    Innerlich fiel ich etwas zusammen.
    Bemüht amüsiert sagte ich: »Dann ist der Fall klar. Wenn Hannah gefunden wurde, gehen wir getrennte Wege.«
    »Ich glaube nicht, dass ich das kann.«
    Mein Herz raste.
    »Wie meinst du das?«
    »Emma... Ich denke öfter an dich, als mir lieb ist. Ich gehe Risiken ein, nur um mit dir reden zu können. Wenn Hannah wieder auftaucht, ändert das nichts an meinen ... Gefühlen.«
    Ein leises Quietschen entwich mir und peinlich berührt schlug ich mir die Hände vor mein Gesicht.
Jake lachte erneut.
    »Ich schrieb, dass du die einzige Person bist, die mich zum Lachen bringt, und hier hast du den Beweis. Außerdem möchte ich dich zum Essen einladen, du erinnerst dich.«
    »Ja, du fragtest mich, ob ich chinesisch mag.«
    Er nickte und wurde wieder ernst.
    »Ich weiß, dass die Drohungen dir Angst machen. Solange du aber an dem Ort bleibst, an dem du dich befindest, kann er dir nichts tun. Verlasse nur in notwendigen Fällen das Haus und schreibe jeden Tag etwas in den Gruppenchat, damit alle wissen, dass es dir gut geht.«
    »Ja, das mache ich. Wie geht es nun weiter?«
    »Wir warten darauf, was die Polizei sagt. Ich versuche weiterhin mehr über Michael Hanson und Amy Bell Lewis herauszufinden. Du kümmerst dich um unser Geisterforum und Darkness.«
    »Glaubst du, ähnlich wie ich, dass die Polizei nicht weiter kommen wird?«
    »Ich hoffe, dass der Täter nicht genug Zeit hat, seine Beweise verschwinden zu lassen. Zum Glück haben Jessy und Thomas Fotos von dem Raum mit den Kerzen gemacht. Ich schätze unseren Mann ohne Gesicht so ein, dass er trotz einer Inhaftierung nicht sagen wird, wo sich Hannah und Richy befinden.«
    Bedrückt sagte ich: »Sofern Richy noch lebt.«
    »Lass uns davon ausgehen, dass er am Leben ist.«
    »Du meinst, der Täter hätte uns sonst seine Leiche hinterlassen?«
    »Genau.«
    »Jake? Ich habe dir versprochen nicht nach Duskwood zu gehen.«
    »Weswegen sprichst du das an?« Er klang misstrauisch.
    »Sollte die Polizei ihn nicht schnappen, dann gehe ich nach Duskwood. Ich kann die anderen nicht im Stich lassen. Ich bin um ihr Wohlergehen besorgt, auch wenn ich keinem von ihnen vollkommen vertrauen kann. Vor Ort kann ich selbst nach Hinweisen suchen und verhindern, dass sie mich anlügen. Ich kann besser auf sie aufpassen. Ich werde ihnen aber nicht sagen, dass ich mich dann in Duskwood befinde.«
    Jake zuckte bei meiner Ansprache zusammen.
    »Emma, das kann ich nicht zulassen! Das ist zu gefährlich. Wenn du dort bist, kann ich mich nicht auf das Wichtige konzentrieren.«
    »Ich weiß, Jake. Mein Entschluss steht fest. Ich warne dich hiermit vor, damit du dich darauf vorbereiten kannst. Konzentriere dich, so wie ich, nur auf Hannah. Ich bin unwichtig.«
    »Deine Sicherheit ist nicht unwichtig.« Ärger schwang in seiner Stimme mit.
    »Jake, ich werde nach Duskwood gehen, wenn dieser Fall eintritt. Es reicht mir zu wissen, dass du momentan in Sicherheit bist.«
    Wütend schnappte er: »Hoffentlich findet die Polizei unseren Mann ohne Gesicht. Bitte denk nochmal darüber nach! In Duskwood ist es schwerer für mich, dich zu beschützen.«
    »Ich weiß. Danke für den Anruf und dein Vertrauen Jake.«
    »Ich danke dir, Emma.«
    Wir beendeten den Anruf und ich dachte über unser Telefonat nach. Ein Kribbeln zog durch meinen Körper. Ich hatte Jakes Stimme gehört. Diese Tatsache verstärkte meine Gefühlsachterbahn. Je mehr ich von Jake erfuhr, desto tiefer sank ich in meine Gefühle, die ich nicht verhindern konnte. Ich war mir so gut wie sicher, dass Jake nicht an Hannahs Entführung schuld war. Auch dass er ein gesuchter Hacker war, ein Verbrecher oder Whistleblower, schreckte mich nicht ab.
    Ich verfasste eine Nachricht, die ich in unseren Gruppenchat mit den anderen schickte.
    Lyanna: »Bitte sagt Bescheid, wenn sich Neues ergibt. Passt auf euch auf und bleibt ab jetzt immer zusammen. Hoffentlich beeilt sich die Polizei.«
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