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IT'S A CHELSEA THING | Kai Havertz

GeschichteRomance / P18 / Gen
Die deutsche Nationalmannschaft OC (Own Character)
15.09.2021
21.11.2021
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15.09.2021 1.252
 
Vertieft in meine Unterlagen, schob ich mir den nächsten Löffel Cornflakes in den Mund.

Mein Studium muss gut werden, sagte ich mir die ganze Zeit selber, während ich zu ruhiger Musik arbeitete. Mein Abi hatte mir einen großen Vorteil verschafft und anhand meiner Leistungen war mein Ziel zu einer professionellen Journalistin zum Greifen nah. Mein Leben würde sich um so viel mehr zu einem besseren verändern.

Lächelnd und in Gedanken versunken schob ich die weiße Porzellanschale vor mir zur Seite und machte den Fernseher an. Die alltägliche Lage, sowie der Sport wurde gezeigt. Als zukünftige Journalistin musste ich eben auf dem Stand der Dinge bleiben. Das war mein Traum!

Der Sportmoderator begann einen für mich ewig langen Monolog zu verfassen. Von der Bundesliga wechselte er zu der Nationalmannschaft.

Ich sah selten Fußball, es sei denn mein Vater oder mein kleiner Bruder zerrten mich vor den Bildschirm. Eine andere Wahl hatte ich dann nicht mehr.

Die Torschüsse wurden gezeigt, die Fans im Münchner Stadion jubelten, ich grinste.

»Havertz, in der neunundachtzigsten Minute«, schrie der Kommentator.

Ein junger, braunhaariger Spieler im weißen Trikot war auf der Bildfläche zu sehen. Sein Rücken zierte eine große schwarze sieben. Er jubelte und rannte über den Rasen. Einige seiner Mannschaftskollegen kamen auf ihn zu freuten sich mit ihm.

Ich kannte Havertz nicht, aber das war mir in dem Moment auch nicht so wichtig. Er war wie jeder anderer. Fokussiert auf das, was er tat und eine ordentliche Menge an Geld nahm er dazu auch noch ein. Es lag nicht in meinem Metier so etwas gut zu finden. Ich war einfach nicht der Typ für soetwas.

Nach dem Wetter schaltete ich wieder ab. Ich warf einen Blick auf mein Handy.

1 verpasster Anruf

Genervt rollte ich mit den Augen, denn mein Handy war auf lautlos. Doch genau in dem Moment leuchtete mein Display auf und die Nummer rief mich erneut an.
Ich ging ran.

»Lisa, schön dich zu hören, was gibt's?«, fragte ich meine Tutorin am anderen Ende der Leitung.

»Jenna«, sagte sie und ich konnte das Grinsen in ihrem Gesicht hören. »Ich hab eine spannende Aufgabe für dich«

Mein Blick viel zurück auf meinen Tisch. Die Bücherstapel tummelten sich nur aufeinander oder lagen verstreut herum.

»Was für eine Aufgabe?«, stammelte ich ein wenig durch den Hörer. »Ich hab zur Zeit viel zu tun«

»Die Zeit wirst du nutzen, Jenna«, lachte Lisa. »Ein paar Studenten und du werden morgen in die Allianz Arena gehen und ein paar Spieler der Nationalmannschaft nach dem Match interviewn. Die passenden Fragen werde ich dir später zumailen«

Ich lachte kurz auf. »Ich soll was?«

***

Am nächsten Tag bereitete ich mich vor. Lisa's Praktikum in meinem Studium war die Chance für mich. Ich war gespannt auf die Spieler und fühlte mich dazu geehrt, diese Rolle übernehmen zu dürfen.

Ich schwang mich auf mein Fahrrad, klemmte meine Tasche auf den Gepäckträger und radelte los. München war eine so schöne Stadt, ich fühlte mich hier eindeutig wohl.

Knappe 20 Minuten später kam ich an der Allianz Arena an.
Es war riesig hier und die Fassaden überwältigend. Hier war einiges los, das Spiel gegen Portugal lief schon seit knappen siebzig Minuten und der Abpfiff war nah.

Ich ging in Richtung Personaleingang und konnte von Weiten ein paar der anderen Studenten ausmachen. Jeder von ihnen hielt ein schwarzes Brett in der Hand. Sie begrüßten mich herzlich. Ein Mann wieß mich ein und drückte mir ebenso eines der Bretter in beide Hände.

Wir gingen eine schmale Treppe hinauf, links einen hellen Gang entlang. Der Lautstärkepegel stieg und ich fragte mich wie es wohl war, einen direkten Blick auf das Spielfeld zu werfen.

Ja, ich gab zu: Ich war nervös.

Nichtsdestotrotz folgte ich den Anweisungen des Teams, denn sie kannten den Werdegang.

Dem Gang folgend, endeten wir in einer größeren Halle. Ich konnte aus geringerer Entfernung den Platz sehen.

Das Spiel war aus, ich trottete ein paar Studenten nach und wartete auf die Spieler.

Ein paar gingen kontaktlos an mir vorbei, manchmal sahen zu mir auf und lächelten. Ronaldo war auch zu sehen. Innerlich ärgerte ich mich, er war ein Fußballgott.

ich sah durch die Gegend, Julian Brandt schien zu verstehen und kam geradlinig auf mich zu. Er war einer der wenigen Spieler, die ich kannte.

Schnell warf ich einen Blick auf mein Klemmbrett, schaltete mein Diktiergerät ein und begrüßte ihn mit einem kurzen Lächeln.

Das Interview lief ziemlich gut und Julian gab mir themenbezogene Antworten. Ich war begeistert, es machte wirklich Spaß.

Manuel Neuer war der nächste, er schien gestresst und verließ das Interview schon nach der 2. Frage. Er hatte wohl wichtigeres zu tun.
Naja, hauptsache ich bekam dieses Praktikum, mehr hatte ich nicht im Sinn.

Gerade bei dem Gedanken zu gehen, weil ich niemanden mehr sah, kam plötzlich ein großer braunhaariger junger Mann auf mich zu. Er fuhr sich desöfteren durch die Haare und seine tropfenden Haarspitzen hingen ihm leicht ins Gesicht. Sein Trikot klebte an ihm und ließen seine Muskeln in Geltung bringen.

Ich sah zweimal hin, ich konnte nicht leugnen, dass es nicht gut aussah.

»Du führst Interviews, richtig?«, sagte er dann zu mir.

Ich sah ihn mit großen Augen an. Sein Trikot zierte eine große schwarze sieben. Ich erinnerte mich an gestern.

»Ja, tue ich«, presste ich hervor. Ich brauchte ein paar Anläufe, denn ich wusste wer vor mir stand.

»Havertz oder?«

Mein Gegenüber schmunzelte leicht. Ich glaubte zu sehen, dass er mir meine Verwirrtheit ansah. »Ja, der bin ich«

Volltreffer.

»Ähm, also gut«, stammelte ich. »Fangen wir an, bist du bereit?«

»Sicher«

Ich drücke auf das Diktiergerät und las meine Fragen vor:

»Wie fühlt es sich an, dass Spiel gewonnen zu haben, zumal du gleich 2 Tore geschossen hast?«

Kai lachte auf. »Unbeschreiblich. Wir haben so lange darauf hingearbeitet das hier zu erreichen und als Team mit so einer guten Zusammenarbeit konnte es nur klappen. Die Tore machen mich natürlich stolz, das motiviert mich sehr und gibt mit ein gutes Ego«, sagte Kai überzeugend und grinste.

Er fuhr sich ein weiteres Mal durch die Haare und sah mich an.

Ich fuhr fort. »Wie bereitet ihr euch so generell auf die Saison vor? Tägliches Training oder eher doch nur gelegen?«

Meine Handflächen begannen sich zu erwärmen und ich versuchte meine Reaktion zu unterdrücken.

»Eine sehr gute Frage, zwinkerte er. »Motivation ist ein sehr gutes Stichwort. Die brauchst du, das ist die halbe Miete. Herr Flick ist als neuer Bundestrainer seht engagiert und hält uns auf Trapp. Aber auch genau das brauchen wir, um tägliches Training kommen wir des öfteren natürlich nicht herum. Es ist einfach ein krasses Gefühl von so vielen Fans bejubelt zu werden und das Gefühl zu bekommen, dass man beachtet wird, wenn man einfach gut spielt.«

Ich war beeindruckt, er war eine sehr offene Person und schien mir ehrlich.

Die daraufhin folgenden Fragen verliefen genauso gut, es machte mir um ehrlich zu sein großen Spaß mit Kai zu reden ...

Nach ein paar Minuten verabschiedete er sich wieder, gab mir einen letzen Blick und verließ die Fläche.

Ich machte mich daraufhin ebenso wieder auf den Nachhauseweg, bedankte mich bei der Security, verabschiedete mich beim Personal und radelte zurück.
Es war schon dunkel und die Allianz Arena leuchtete in kräftigen Farben. Die meisten der Zuschauer waren schon weg, einige betrunken und lallten wirres Zeug.

Angekommen, sank ich auf mein Bett und war überwältigt. Ich wusste nicht, ob ich noch klar denken konnte, der Tag war einfach unbeschreiblich und ich war um eine Erfahrung schlauer.

Das war also Kai Havertz.
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