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Lost

GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Het
Caroline Forbes Niklaus "Klaus" Mikaelson
15.09.2021
15.09.2021
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Menschlichkeit…

„Ich schulde dir noch eine Antwort.“

Atmen zu müssen, um nicht zu sterben. Jeden Tag mit der Angst zu leben, dass es jederzeit vorbei sein könnte.
Bedeutete das Menschlichkeit?


„Würde es bedeuten, dass wir zusammen wären und Kinder hätten.“

Jeden Tag ein kleines bisschen zu sterben. Zu altern. Bis irgendwann nichts mehr von einem übrig war.
War es das, was einen Menschen ausmachte?


„Dass wir zusammen alt werden und zusammen begraben werden. Dann ja. Dann würde ich das Heilmittel nehmen.“

Oder waren wir im Grunde gar nicht so verschieden?
War es die Fähigkeit zu fühlen, die Menschlichkeit ausmachte?
Und wenn dem so wäre, wären wir dann nicht auch Menschen, solange wir fühlten?



Rebekah sah den Mann ihr gegenüber lange an.
Er war vor 150 Jahren gestorben und doch stand er jetzt hier.
Und ebenso wie er, sollte auch sie nicht hier sein. Bereits vor 1000 Jahren hätte sie sterben sollen. Vielleicht an einer Krankheit, vielleicht durch einen Unfall. Oder aber friedlich im hohen Alter in den Armen eines Mannes, der sie liebte.
Wieder ein Mensch werden. Nach mehreren Jahrhunderten schien dies nun wieder im Bereich des Möglichen zu liegen. Es gab ein Heilmittel für Vampirismus und sie war so kurz davor es zu finden.
Nichts gab es, das sie sich sehnlicher wünschte.
Wieder ein Mensch sein.

„Ich habe ihn beerdigt.“, sagte sie, nachdem sie ihre Stimme wiedergefunden hatte und blickte Stefan an.

„Trotz seines Verrats.“
Sie hatte einst geliebt. Den Mann, der hinter ihr Geheimnis gekommen war. Der wusste, was sie und ihre Brüder waren.
Und der sie hatte auslöschen wollten.

„Ihn dort beerdigt, wo wir geplant hatten zu heiraten. Was für ein armer Trottel tut so etwas.“

Für einen Augenblick war es still.
Leise knisternd züngelten die Flammen im Kamin an den Holzscheiten empor. Unaufhaltsam wurden sie vom Feuer verschlungen.
Ihr Licht tauchte das Wohnzimmer der Salvatore Villa in angenehme Wärme.
Unaufhaltsam bahnte sich die Erkenntnis ihren Weg an die Oberfläche.
Rebekahs Gesichtzüge entglitten ihr.

„Aber das ist es, was du wissen wolltest, richtig?“, brachte sie tonlos hervor, als sie begriff.
Begriff, warum Stefan hier war.
„Denn ich habe ihn mit seinem Schwert beerdigt.“
Begriff, dass sie auch nach 1000 Jahren noch immer so naiv war. Dass sie noch immer glaubte, Gefühle wie Freundschaft oder Liebe könnten echt sein.

„Tut mir leid kleine Schwester, aber du hast Recht.“

Sie fuhr herum.
Der Mann, der ins Wohnzimmer trat, ruhig, anmutig. Tot.
Er war ihr Ebenbild.
Blaue Augen. Blondes Haar.
„Du bist tatsächlich ein armer Trottel.“

„Niklaus…“
Für einen unnötigen Atemzug lang konnte sie ihren Bruder einfach nur ansehen.
Entsetzen spiegelte sich auf ihrem Gesicht wider. Entsetzen und warmes, weiches Licht, reflektiert von goldroten Flammen, die im Hintergrund tanzten.

„Tut mir leid Rebekah...“
Stefans Worte drangen nur langsam zu ihr durch.
Und obwohl sie wusste, dass sie aufrichtig waren, hatten sie keine weitere Bedeutung mehr für sie.

Ihr Blick haftete an dem silbernen Dolch in der Hand ihres Bruders.

„Na los, nur zu.“, sagte sie entschlossen und wünschte, ihre Stimme klänge weniger brüchig. Sie sah ihn an. Wich nicht zurück.
„Lacht sie aus, die, die zu leicht geliebt hat.“
Es hätte keinen Sinn.
Er war schneller. Stärker. Unsterblich.
Er würde sie töten.
Sie straffte sich und ihre Stimme klang fester.

„Ich würde mein Leben nie gegen deins tauschen wollen.“, sagte sie, wohl wissend, dass es ihre letzten Worte wären. Vorerst.

„Niemand wird jemals Geschichten über einen Mann erzählen, der nicht fähig war zu lieben.
Schau mir in die Augen und tu es du Feigling!“
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