Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Als der Adler die Schlange erlegte

GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Altaïr Ibn-La'Ahad
15.09.2021
15.09.2021
1
1.323
 
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
 
15.09.2021 1.323
 
Ich bin Altaîr Ibn La Ahad. Zurzeit bin ich Großmeister der Assassinen.
Eigentlich kennt jeder meine Geschichte. Besser gesagt GLAUBT jeder sie zu kennen.
Jeder dachte das es Zufall war das ich herausfand das unser damaliger Meister Al Mualim ein Templer war aber das stimmt so nicht.
Ich wusste schon viel früher das er uns verrät.

Warum ich nichts sagte oder tat? Ich werde es euch erzählen.

Alles begann mit unserem Auftrag ein Artefakt aus Salomons Tempel zu holen. An und für sich eine normale doch gefährliche Aufgabe. Doch nachdem Malik und Kadar  gegangen waren hielt mich der Meister zurück und meinte "Ich möchte das du Robert de Sabble tötest und zwar ganz offen. Seine Männer sollen sehen das wir keine Angst vor ihnen haben" befahl er mir. "Ihr wisst ich bin immer bereit unser Kredo anders auszulegen aber wird diese Aktion nicht unserer Bruderschaft schaden?" erwiderte ich verblüfft.
Ich war verwirrt. Was er wollte ging gegen alles was uns ausmachte. Skeptisch musterte ich ihn. Der Glanz in seinem unversehrten Auge war gierig und mordlüstern. Ich schüttelte mich. Aber es war ein Auftrag, ich durfte mich nicht gegen ihn stellen.
So nickte ich nur und wandte mich ab.

Auf der Reise nach Jerusalem überdachte ich immer wieder seine Worte, seine Haltung. Keine meiner Gefährten sprach mich wegen meiner Einsilbigkeit an, dachte doch jeder das ich Eitel und Arrogant war. Sogar Malik der mir immer ein guter Freund gewesen war.
Natürlich stimmte es zu einem gewissen Grad, aber ich war nicht immer so gewesen. Früher war ich schüchtern und in mich gekehrt da ich ein ´Ausgestoßener` war. Das Kind einer Christin.
Ich war ein Schandfleck in den Augen der anderen. Immer musste ich beweisen das ich besser war als die anderen damit sie mir wenigstens etwas Respekt entgegenbrachten. Nur Malik und sein Bruder behandelten mich normal.
Nur bei ihnen wagte ich es meine Kapuze abzunehmen und mein Aussehen zu enthüllen.
Bronzefarbene Haut, viel heller als die meiner Kameraden nannte ich mein Eigen. Braune Harre und braune, fast ins goldene gehende Augen rundeten mein fremdes Erscheinungsbild ab.Anscheinend hieß ich wegen dieser raubtierhaften Augen und der leicht krummen Nase Altaîr- der Adler.

Ich war so froh das ich jemanden hatte der mich nahm wie ich war. Doch auch das änderte sich als ich Al Mualims Schüler wurde.
Er hatte mein Talent erkannt und unterzog mich und Abbas einem unerbittlich hartem Training. Immer wieder vermittelte er mir das mich andere nur behindern würden und das ich außergewöhnlich war. So legte ich mir den Mantel der Arroganz und Überheblichkeit über so dass er mir bald zu eigen war.
Es funktionierte. Ich wurde schneller Meisterassassine als meine Mitschüler. War respektiert und gefürchtet. Niemand wagte mich zu verspotten, es war ein gutes Gefühl.

Innerlich jedoch war ich im Zwiespalt. Ich vermisste die Unbeschwertheit von Kadar und die lustig, stichelnden Einwände Maliks. Und jetzt wurde mein Zwiespalt größer. Warum galt diese Isolation nur mir? Warum predigte der Meister sonst immer das nur Zusammenarbeit Früchte trug? Es war widersinnig.
Ich konnte mir sein Verhalten nicht erklären.
Durch meine Grübeleien abgelenkt wurde ich von dem alten Mann im Tempel überrascht. Ich tötete ihn rein aus Reflex.
Starr stand ich da als mir bewusst wurde das ich gerade einem Unschuldigen das Leben genommen hatte. Doch als Malik mir genau das vorwarf zog ich mich hinter meiner Arroganz zurück. Ich war schließlich DER Assassine. Fehler waren für andere bestimmt, so dachte ich damals.

Weiter ging es ins Tempelinnere. Kadar hing an meinen Lippen. Er vergötterte mich. Es schmeichelte mir, wohingegen Maliks abweisendes Verhalten mich erzürnte.
Er sollte mich beachten, mich respektieren, mich als Anführer sehen der ich war.
Kurz darauf sahen wir eine reich verzierte Truhe mit einem kegelförmigen Gegenstand darauf. Kadar meinte es wäre die Bundeslade. Ich stritt es ab. Ich glaubte nicht an solche Sachen. Ich war nie gläubig gewesen. Hätte es einen Gott gegeben hätte er mich nicht als Kind so leiden lassen.

Nun kamen die Kreuzfahrer. Unwillkürlich fragte ich mich woher Al Mualim gewusst hatte das de Sabble dabei sein würde aber er war schließlich der Meister. Er musste mehr wissen als wir.
Ich tat also wie mir befohlen worden war. Ich griff Robert an.
Das er mich packte und anscheinend genau wusste das ich eine versteckte Klinge trug machte mich handlungsunfähig. Dadurch war er in der Lage mich wegzuschleudern so dass ich in das Gerüst krachte welches hinter mir zusammenbrach und mir den Rückweg versperrte.

Ich schrie auf. Malik! Kadar! Sie waren noch da drin. Sie hatten keine Chance gegen so viele Gegner. Verzweiflung überkam mich. Ich hatte meine Freunde in den Tod geschickt.
Wohl oder übel begab ich mich nach Masyaf zurück. Dort angekommen erstattete ich Bericht, sagte das meine Brüder tot waren, doch weit gefehlt. Malik war entkommen.
Schwer verletzt und wütend stand er da, beschuldigte mich an Kadars Tod schuld zu sein.
Ich wollte verneinen, sagen das ich genau das tat was mir aufgetragen worden war als der Meister sich gegen mich wandte.
Ich war geschockt. Wie konnte er nur? Ich tat das was er sagte und er fiel mir in den Rücken. Ich schäumte. Doch sagen durfte ich nichts. Er war der Meister. In den Augen der anderen war meine Überheblichkeit und Arroganz Schuld an unserer Misere.

Ich tat also das einzige das ich konnte und vertrieb mit  Hilfe der anderen die eingefallenen Horden. Doch anstatt nun alles aufzuklären klagte mich Al Mualim öffentlich an.
Ich schwieg. Ich wusste er musste mich laut unseren Regeln töten. Wenn er es tat dann hatte ich mich geirrt und etwas falsch verstanden. Kurz darauf fühlte ich die Umarmung des Todes aber dann...

Ich erwachte. Alles war eine Scharade gewesen, eine Farce. Ich verstand es nicht. Warum lies mich der Meister am Leben? Was sah er in mir? Und da wurde es mir klar. Ich war ein Werkzeug. Ein perfekt geformtes dass man nicht einfach aufgab.
Was gab es leichteres als ein kindliches, einsames Gemüt nach seinen Wünschen zu formen. Es willenlos und treu zu machen.
Doch jetzt waren mir die Hände gebunden. Ich war ab jetzt nur noch ein Novize. Ein Kind das gerade erst am Anfang stand. Niemals hätte mir irgendjemand geglaubt. So biss ich die Zähne zusammen und spielte das Spiel mit.

Oh wie sehr ich alles herausschreien wollte. Erklären wollte das der Mann der uns führte irgendetwas verbarg. Etwas das unsere Bruderschaft bedrohte. Doch noch wusste ich nichts genaues.
Ich brauchte Informationen, brauchte Verbündete. Ich würde sie langsam von mir überzeugen müssen, ihnen zeigen das ich mich ´geändert` hatte. Außerdem musste ich sicher gehen das es nicht noch andere Personen gab die Al Mualim unterstützten.

Ich begann mit dem Harem. Bei meiner Ausbildung war mir schon aufgefallen das der Meister seine Frauen nicht gut behandelte und da mein Vater mich gelehrt hatte dem anderen Geschlecht Ehrerbietung zu zeigen, trotz landläufiger Meinung das diese nichts Wert seien, war ich über diese Behandlung bestürzt gewesen.
Als ich es dann einmal wagte ihn darauf anzusprechen hatte er mich fast umgebracht. Erwacht war ich in den Armen von Alaya, seiner jüngsten Éroberung`. Sie versorgte meine Wunden  und dankte mir für mein Einschreiten obwohl sie mich ermahnte mich da rauszuhalten.
Ich tat ihr den Gefallen. Stellte mich nicht mehr gegen ihn aber ich schmuggelte Salben, Bücher und andere Dinge in den Harem um den Frauen wenigstens ein bisschen Freude zu bereiten.

Das kam mir nun zugute. Alaya erklärte sich sofort bereit meine Augen und Ohren zu sein und verpflichtete auch diejenigen der weiblichen Wesen von denen sie sicher war das sie nichts verraten würden.
Sie würden seine Unterredungen mit mir verfolgen und Hinweise auf seinen Verrat sammeln.
Ich verneigte mich vor ihnen. Ich hatte nie verstanden warum wir keine Frauen aufnahmen. Ich hatte schon einige gesehen die sich verteidigen konnten und sie waren subtil.
Viel besser darin Informationen und Gegenleistungen zu erhalten. Die perfekten Informanten. Sie konnten sicher auch gute Assassinen werden.
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast