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Pfad der Entscheidungen Alternatives Kapitel 202

OneshotAllgemein / P18 / Gen
Harry Potter Severus Snape
14.09.2021
14.09.2021
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Alternatives Kapitel 202

Alternativer Verlauf



„Wie wäre es mit einem Duell?“, fragte Gilbert und überrumpelte Harry damit ein weiteres Mal.

„Was?“

„Nicht wir.“, stellte sein Mitschüler rasch klar, „Prides wollte sich duellieren, in der Großen Halle und sein Gegner ist Alton. Es gibt nichts besseres, als zwei Gryffindor die mit ihren Zauberstäben angeben wollen.“

Harry wusste nicht ganz ob er dieses Duell so unterhaltsam finden würde wie sein Mitschüler, auch wenn Henry durchaus mit Talent seinen Zauberstab schwang. Gilbert auf der anderen Seite wollte sich nur amüsieren, zusehen wie ihre zwei Mitschüler sich lächerlich machten und durch die Luft flogen. Jedenfalls vermittelte der Slytherin dieses Bild, ob es tatsächlich der Wahrheit entsprach konnte Harry allerdings nicht sagen.

Plötzlich hallte ein äußerst lautes Geräusch den Korridore entlang und es war derart intensiv, als wäre es keine zwei Meter entfernt, dabei war nichts in Sichtweite zu erkennen. Ein paar der verstreuten Schüler auf dem Korridore erschreckten sich, andere liefen augenblicklich los um herauszufinden was geschehen war.

Auch Gilbert war neugierig und stieß Harry leicht an: „Komm, lass uns nachsehen.“, und so folgte der junge Lord seinem Hauskameraden, nicht grade erpicht auf das Durcheinander.

Die Schüler sammelten sich schließlich, wurden mehr und mehr und nach Minuten trafen auch Harry und Gilbert am Schauplatz ein. Noch konnten sie nichts sehen, die Traube an Schülern versperrte ihnen die Sicht.

Dafür war das Getuschel hörbar zu entnehmen, schon auf ihrem Weg her hatte Harry absurde Vermutungen und begeisterte, sowie auch nervige, Ausrufe gehört.

Unfassbar das es letztlich doch viel weiter entfernt gewesen war, wenn man bedachte, dass es sich um einiges näher angefühlt hatte. Gilbert schob sich zielstrebig durch die Menge, bis er etwas erkennen konnte und drehte sich anschließend zu Harry um.

„Prides konnte es wohl nicht länger abwarten.“

In einem Kreis von Schülern, einer Arena gleich, standen sich zwei Gryffindor gegenüber und kämpften, denn als Duell konnte man die förmliche Prügelei unlängst nicht mehr als solches bezeichnen.

Zwar zischten Zauber durch die Gegend, doch selbst jemand der schwer von Begriff war hätte erkannt, dass es sich hierbei nicht um ein Duell im Rahmen des Duellier Clubs handelte.

Funken stoben, die Schüler riefen und feuerten die zwei Gryffindor an, heizten die Stimmung dadurch noch mehr an. Vincent Alton und Henry Prides wälzten sich am Boden, schleuderten Zauber und Flüche aufeinander ab, scheuten auch Hände, Fäuste und Tritte nicht.

Von der Menge wurden die ersten Schüler mit umherfliegenden Zaubern getroffen, Furunkel bildeten sich, die Farbe und Länge von Haaren veränderte sich und einem wuchsen sogar Hasenohren.

Trotzdem feuerte die Menge die zwei Sechstklässler weiterhin an, es wurde gelacht und gespöttelt, nur wenige machten Anstalten das Chaos zu beenden.

Harry hörte Vertrauensschüler verärgert rufen und genervte Schüler welche äußersten, dass sie mit diesen Unsinn aufhören sollten, sowie vernünftige Freunde der Zweien, die versuchten das Ganze zu schlichten.

Nichts half jedoch, sodass sich schließlich jeder heraushielt und während ein paar der Schüler weitergingen, kamen neue dazu und verfolgten mit Freude den Kampf. Ein solches Schaubild war eindeutig aufregend, zumindest für viele Bewohner des Schlosses, auch Peeves tauchte schließlich auf und erfreute sich an dem Durcheinander.

Lichtblitze schwirrten umher, hinterließen Brandspuren auf dem Boden und Querschläger fanden ihren Weg bis hin zur Decke. Harry fragte sich was vorgefallen war, denn für einen Proleten hatte er Henry nie gehalten. Sicherlich, er kannte den Gryffindor noch nicht sehr lange und ebenso auch noch nicht sehr gut, doch von dem was er wusste war, dass Henry ein offener, freundlicher Zauberer war, schelmisch und lebensfroh, zumindest solange Mr Prides nirgendwo zu erkennen war.

Wenn Alton und Henry sowieso vorgehabt hatten sich zu duellieren, musste es umso mehr einen Grund für diese Auseinandersetzung geben.

Überraschenderweise sah Harry den anderen Gryffindor, Featherstone, nicht, was seltsam war, denn ähnlich wie Isaac und Lucian, sah man Tom und Henry selten ohne den jeweils anderen; zumindest hatte Harry seine zwei Mitschüler selten getrennt voneinander gesehen.

Der Spaß der Schüler nahm ein jähes Ende, als zuerst einer und dann weitere sich über den Geräuschpegel der Menge hinwegsetzten, um lauthals zu verkünden, dass Lehrer auf dem Weg waren. Das gegebene Chaos wandelte sich daraufhin, wurde noch größer und jeder der die Worte hörte und es noch schaffte, rannte wie wild davon.

In alle Richtungen verabschiedete die Traube von Schülern sich schließlich, taten ihr bestes um nicht länger vor Ort zu sein wenn die Lehrer eintrafen. Insbesondere als jemand in der Menge auch noch rief: „Es ist Black, es ist Black!“, war das Vergnügen gänzlich vorbei.

„Lass uns verschwinden.“, flüsterte Gilbert an Harrys Seite und der junge Lord stimmte innerlich vollauf zu. Obwohl sie nichts getan hatten, wäre es doch ziemlich idiotisch einfach zu verweilen, denn sollte sich Black wahrlich nähern, würde es jeden im Umfeld treffen insbesondere, da der Direktor sowieso schon keiner guten Laune war.

Die zwei Sechstklässler Vincent und Henry bekamen währenddessen nichts mit, waren sie viel zu fokussiert auf ihren Kampf und realisierten deshalb erst was um sie herum geschah, als sowieso schon alles zu spät war.

Eilig entfernte Harry sich mit Gilbert, doch da Peeves noch immer anwesend war und auch weiterhin seinen Beitrag mit größter Entzückung zum Chaos leistete, stolperte Gilbert neben ihm, weil ein anderer, kleinerer Schüler gegen ihn stieß.

Harry sah es, war für einen Wimpernschlag abgelenkt und erschrak selbst zutiefst, als plötzlich etwas auf seinen Kopf schlug. Er kannte dieses Gefühl was folgte, war vertraut damit und dennoch kam sein Bewusstsein nicht hinterher. Stattdessen fühlte er wie kalte Tropfen von seinem Kopf aus ihn überzogen und es war kein angenehmes Erlebnis, auch wenn es weitaus schlimmeres gab.

Das Gefühl von einem rohen Ei welches auf seinem Kopf aufgeschlagen wurde und kalt an ihm hinunter tropfte, zählte jedoch eindeutig nicht zu seinen liebsten Begebenheiten.

Für Gilbert erschien es, da auch er durch sein stolpern für einen Moment abgelenkt gewesen war, als wäre der junge Lord einfach unsichtbar geworden und verschwunden. Dabei ruhte keine Unsichtbarkeit dahinter, sondern ein Desillusionierungszauber. Ein nicht gerade einfacher Tarnzauber, welcher allerdings bei einer Meisterung äußerst nützlich war.

„Seien Sie still.“, flüsterte der Verursacher im Vorbeigehen in sein Ohr und Harry verstand nicht, warum der Mann ihm half, wo es doch eigentlich seine Aufgabe gewesen wäre ihn nicht entkommen zu lassen.

Der Professor beachtete die fliehenden Schüler allerdings auch nicht, hielt sie ebenso wenig auf wie er es bei Harry hätte tun sollen und ging einfach zum Ursprung des Chaos. Auch Gilbert entkam dadurch, wenngleich sein Augen für einen Moment noch suchend umherblickten, bevor er sich den Nachzüglern anschloss um zu verschwinden.

Der Korridore war wie ausgestorben, sämtliche Schüler waren geflohen und auch Peeves verzog sich trällernd. Zwei Vertrauensschüler waren noch anwesend, neben drei Gryffindor und den Lehrern, welche herbei gestürmt waren.

Professor Denbridge war der erste vor Ort und schickte, noch ehe sein Kollege die übrigen Schüler erreichte, die zwei Vertrauensschüler fort. Weder die Ravenclaw Schülerin, noch der Hufflepuff Schüler ließen sich diese Worte zweimal sagen und gingen daher rasch von dannen. Auch wenn das zweier Gespann von Asperglade und Denbridge keine Katastrophe war, hielt sich die Balance doch recht gut wenn sie beide auftraten und es weitaus schlimmere Konstellationen gab, war es dennoch kein Zuckerschlecken.

Denbridge war unter den Schülern sehr beliebt, wegen seiner ruhigen und freundlichen Art, hörte zu und gab selbst der schwachsinnigsten Erklärung ihren Raum. Was allerdings nicht bedeutete, dass der Professor ein naiver Tölpel war, welcher alles ohne umschweife vergab oder Dinge gar auch nicht erkannte; niemand tanzte ihm auf der Nase herum. Was er neben ungesunden, niederschmetternden Rivalitäten nicht leiden konnte, besonders in Bezug auf Blutlinien, die eigene Herkunft und Hogwarts Häuser, waren Prügeleien jedweder Art. Ein zivilisiertes Duell war eines, doch eine stümperhafte Schlägerei etwas gänzlich anderes.

Professor Asperglade dagegen umhüllte keine freundliche Gelassenheit, sondern eine spöttelnde Strenge. Er war weitaus kühler als sein Kollege, verteilte Punkte und zog sie gleichermaßen ohne Gnade auch wieder ab. Sein Unterricht war straff und wenn man zu spät kam wirkte es sich immerzu auf die Hausaufgaben aus, manchmal auch auf den Punktestand der Stundengläser. Seine Schüler respektierten ihn, ein paar fürchteten ihn auch und für manch einem war er sogar ein Vertrauter. Wenn einer der jungen Menschen Hilfe benötigte half Asperglade ihnen, auf seine eigene Art und Weise. Für die Rivalitäten der Häuser interessierte er sich nur wenig, auch wenn er durchaus Lieblinge hatte, was jedoch nicht bedeutete, dass er sie bevorzugte. Sah er Potenzial oder Talent förderte er es, ob der Schüler es nun wollte oder nicht. In den Augen der meisten Hogwarts Schüler war er zudem ein Rätsel, ein mysteriöser Mann. Nach Harrys Ansicht ähnelte Asperglade Snape zwischendurch, doch wann immer ihm dieser Gedanke kam schwand er auch recht schnell wieder, wenn der frisch anerkannte Meister etwas tat was so überhaupt nicht dem hochgewachsenen, mürrischen Tränkemeister entsprach.

Was die Professoren Denbridge und Asperglade wiederum gemeinsam hatten war, dass sie Dummheiten nicht tolerierten und es sehr ernst nahmen, wenn sich ihre Schüler dabei auch noch in Gefahr begaben. Ihre Herangehensweise war zwar wiederum verschieden, sowie auch ihre Reaktionen, doch letztlich war ihnen das Wohl der Schüler wichtig und ein achtsamer Umgang mit den Gefahren der Welt, sowie der eigenen Magie.

„Sie dürfen ebenfalls gehen, Miss Hopkins.“, entließ Abel die Gryffindor an der Seite ihrer Freunde, als sein Kollege ihn letztlich erreichte.

Die Sechstklässlerin verweilte aber, blickte ihre beiden Freunde an und wandte sich den Lehrern erneut zu.

„Aber…“, begann sie, wurde jedoch sogleich kühl von Asperglade unterbrochen.

„Wenn Sie noch länger hier herumstehen, werden Sie die erste Schulwoche mit Nachsitzen verbringen.“

„Schon in Ordnung, Miss Hopkins.“, lächelte der Professor für Alte Runen freundlich, „Wir werden Sie rufen, wenn etwas unklar ist.“

Die Gryffindor verließ die Runde, nicht vollkommen überzeugt und am liebsten wäre sie geblieben, hätte ihren Freunden beigestanden und sie gleichermaßen selbst gerne angefahren für diese dumme Aktion.

Der Korridore war wie ausgestorben, der Tumult, die Schüler, verschwunden. Innerhalb weniger Augenblicke hatte sich das Chaos gelichtet und übrig blieben nur Denbridge, Asperglade und zwei sichtbare Schüler.

„Würden die Gentlemen uns erklären, was vorgefallen ist?“, fragte Abel, bevor sein Kollege über die zwei Gryffindor herfallen konnte.

Aber die Herren schwiegen, Vincent Alton blickte störrisch zur Seite und Henry Prides sah starr auf den Boden.

„Zwanzig Punkte Abzug von Gryffindor, für jeden.“, sprach Kenneth kühl, sich dieses trotzige Verhalten unter keinen Umständen gefallen lassend, „Sie haben drei Sekunden für eine Erklärung. Prides, Sie zuerst!“

Doch weder Henry noch Vincent äußerten einen Ton.

„Meine Herren.“, versuchte Denbridge es erneut, weitaus weniger kühl als sein Kollege, wenngleich ebenso streng. Allerdings kam er nicht dazu seinen Satz zu beenden, hallten eilige und stramme Schritte an ihre Ohren.

Eigentlich hatten sowohl Asperglade, als auch Denbridge die beiden Gryffindor fortschaffen wollen, damit genau das nicht passierte was nun unausweichlich war.

Schulleiter Black trat in Erscheinung, finster dreinblickend und fuchsteufelswild. Er war jedoch nicht alleine, kam hinter ihm Gilbert in Sicht, mit leicht eingezogenen Schultern und schließlich eine kleine Dame, welche dabei gewesen war abzureisen.

In diesem Moment war Harry sehr froh unsichtbar zu sein, denn in dieser Konstellation fehlten nur noch Snape und McGonagall. Ein Albtraum.
Dabei war er diesmal gar nicht betroffen, welch ein Wunder.

Phineas Begleitung in Form der Meisterin für Dunkle Künste war wohl auch der einzige Grund, weshalb er nicht sogleich die Beherrschung verlor. Jedenfalls nahm jeder der Anwesenden es an, denn üblicherweise wäre der werte Herr Schulleiter bereits über die zwei Schüler hergefallen; wie ein Dementor über eine köstliche Seele.

Nichtsdestotrotz war der Black äußerst erzürnt und selbst ein schelmischer Unruhestifter wie Peeves würde sich in dieser Sekunde wohl eher verziehen, anstatt seine Späßchen zu treiben.

Die zwei Gryffindor empfanden dahingehend auch gleich, denn mit jedem Schritt des nährkommenden Schulleiters, krampfte sich immer mehr und mehr in ihnen zusammen. Obwohl Phineas jedoch unermesslich zornig war, flackerte seine Magie nicht wie wild und eine solche Kontrolle war ein regelrecht Meisterwerk an Selbstbeherrschung fand der verborgene Harry.

„Schulleiter.“, ergriff Abel als Erster das Wort, nur einen Bruchteil ehe Kenneth es tat und hatte damit augenblicklich die Aufmerksamkeit des Blacks inne.

„Ein derartiger Tumult und Sie haben lediglich die zwei halbwüchsigen Flegel hier aufgehalten?“, die dunklen Augen des Blacks starrten den Professor für Alte Runen nieder.

Abel wurde unwohl, insbesondere da er das letzte Gespräch noch prägnant vor Augen hatte und die Gegenwart der Meisterin verbesserte sein Wohlbefinden nicht. Auch in Kenneth kam Unruhe auf. Mit Black könnte er noch umgehen, aber Madam Lofairy war ein ganz anderes Thema.

„Unsere Aufmerksamkeit galt dem Ursprung.“, kam Asperglade seinem Kollegen diesmal zuvor und stand ihm bei, „Die fliehenden Schüler waren Unbeteiligte.“, und dann fügte er noch ein respektvolles, „Sir.“, an, während er rigoros vermied die ältere Dame anzusehen.

„Wie dem auch sei.“, sprach Phineas schließlich und sein Blick schweifte ein letztes Mal zu seinen Angestellten, bis er sich den zwei Schülern vor ihm widmete.

An Hogwarts gab es immer wieder Streitereien, bei dieser Anzahl von jungen Menschen und besserwisserischen Schülern war es auch kein Wunder. Die Jugend war zudem oftmals heißblütig und wild, konnte sich noch nicht ausreichend beherrschen; weder im Temperament noch der Magie.

Aber warum mussten sich die Vorfälle vermehrt häufen, wenn ausgerechnet ein Gast die Ländereien besuchte? Dabei hatte er diesen Nervensägen doch deutlich mitgeteilt, welch ein Benehmen er erwartete und trotzdem, trotzdem, duellierten sich zwei Schwachköpfe mitten im Gang. Prügelten sich wie gewöhnliche Muggel es taten!

„Professor Denbridge.“, durchbrach er die Stille eisig, „Geleiten Sie Mr Rose zu seinem Hauslehrer und Professor Asperglade, den Korridore entlang verweilen ein paar entflohene Schüler. Tragen Sie Sorge, dass die jungen Damen und Herren bei ihren jeweiligen Hauslehren ankommen.“

Im Gegensatz zu den beiden Professoren vor ihm, hatte er jeden einzelnen Pechvogel aufgehalten, der ihm in die Arme gelaufen war. Kurz darauf war ihm dann Lady Lofairy begegnet, mit dem Slytherin Sechstklässler Rose am Schlawittchen.

Er war zu dem Zeitpunkt gerade auf dem Weg zu der Dame gewesen, um sie angemessen zu verabschieden bzw. sie zum Tor zu begleiten, als er laute Rufe hörte und schließlich davon hetzendes Getrampel.

Lady Lofairy musste ihn für einen unfähigen Schulleiter halten, bei all den Zwischenfällen während ihres Aufenthaltes. Welch eine niederschmetternde Schmach!

„Phineas.“, sprach eben jene Dame ihn an und etwas steif drehte er sich zu ihr, sodass sie fortfuhr, „Sorgen Sie sich nicht um Gilbert, ich werde mich seiner annehmen.“

Bei Salazar Slytherin, nicht auch noch das! Am liebsten wäre er in dieser Sekunde einfach verschwunden, war es ihm äußerst unangenehm.

„Mr Rose ist ein Schüler, Lady Lofairy.“, fing er ruhig an, fast schon ein wenig zögerlich. Wie sollte er dieser hoch-geachteten Hexe auch mitteilen, dass er ihrem Wunsch nicht nachkommen konnte? Ihr etwas abzuschlagen war immerhin unerhört und dennoch konnte er einen seiner Schüler nicht einfach einer Außenstehenden überlassen.

„Ich kann ihn unmöglich in Eure Obhut geben.“

Merlin war es ihm unangenehm! Da würde er glatt eine Diskussion mit seiner Frau Mutter vorziehen. Die Dame sah ihn ohne zu blinzeln an und so gerne er diesem Blick auch ausgewichen wäre, tat er es nicht.

Er war ein Black, einst Lord Black und seit einigen Jahren Schulleiter von Hogwarts. Das Privileg der Schwäche besaß er nicht, konnte es sich nicht erlauben; insbesondere in diesen, unendlich langen, Sekunden.

Auf einmal zeigte Lady Lofairy jedoch ein Lächeln, Verständnis in ihren Augen: „Hogwarts hat mit Ihnen einen wirklich großartigen Schulleiter. Natürlich können Sie mir nicht einfach einen Ihrer Schüler überlassen, jedenfalls nicht ohne Erlaubnis der Eltern.“

Gilberts Hoffnung indessen schwand immer mehr und letztlich, redetet er sich ein, würde es auch keinen Unterschied machen. Ob nun Direktor Black, Professor Walsh oder Meisterin Margo, keiner von ihnen wäre angenehm. Als stünden drei Drachen vor einem und man müsste entscheiden, mit welchen von ihnen man sich nun unterhalten wollte.

Wobei er, wenn er wählen könnte, seine Wahl auf seinen Hauslehrer fallen würde, denn sowohl Black, wie auch Margo, waren um ein vielfaches einschüchterner.

„Silpy!“, befahl der Schulleiter mit fester Stimme und kaum war die letzte Silbe gesprochen, ploppte es bereits an der Seite des Mannes.

Tief verneigte sich eine alt aussehende Hauselfe: „Schulleiter Sir haben gerufen. Wie kann Silpy dem Master zu Diensten sein?“

„Überbringe Baron und Baronesse van Rose diesen Brief und warte auf Antwort, ehe du sofort zurückkehrst, um sie mir mitzuteilen!“, und dabei erschien ein Blatt Pergament in der Luft, welches der Black mit seinem Zauberstab berührte.

Tinte erschien schwungvoll auf dem Papier, ganze Zeilen bildeten sich innerhalb eines Augenblicks und schließlich faltete das Pergament sich von selbst ordentlich zusammen, wodurch gar kein Umschlag mehr vonnöten war.

Als letztes erschien ein Siegel aus Wachs und die Namen der Adressaten erschienen gleichzeitig schimmernd auf der anderen Seite.

Die Hauselfe erhob sich halb, ohne sich jedoch aufzurichten und nahm den Brief aus der Luft: „Sehr wohl, Sir. Silpy wird Eurem Wunsch sofort nachgehen.“, da ploppte es erneut und sie war verschwunden.

„Professor Denbridge.“, wandte Black sich an seinen Angestellten, gewohnt zu koordinieren und Anweisungen zu erteilen, „Helfen Sie Professor Asperglade mit den Schülern.“

Schweigend machten die Professoren sich auf den Weg, die armen Pechvögel von Schüler einsammeln gehend und wenngleich Harry gerne geblieben wäre, um das Schauspiel noch ein wenig mehr beobachten zu können, folgte er Professor Asperglade.

Wie sonst sollte er den Zauber auch wieder loswerden? Vielleicht könnte er ihn sprengen, doch eine solche Tat würde auf jeden Fall Aufmerksamkeit erzeugen und darauf war er nicht sonderlich erpicht.

„Mr Rose.“, drehte Phineas sich dem Slytherin und blickte ihn warnend an, „Begleiten Sie Lady Lofairy ins Lehrerzimmer und sollte ich, bis zum Eintreffen der Antwort Ihrer Eltern, auch nur ein schlechtes Wort vernehmen, werden Sie sich anschließend zu einer Unterredung in meinem Büro einfinden. Haben Sie mich verstanden?“

Gilbert fehlte beinahe die Stimme. Was für eine Aussicht! Aber als würde er, wo er doch eh schon in Schwierigkeiten steckte, noch mehr Probleme bereiten. Nur ein vollkommener Idiot wäre so dumm.

„Ja Sir.“

Nach einer kurzen Entschuldigung, für die Unannehmlichkeiten und Verzögerung ihrer Abreise, wandte sich der Schulleiter den zwei Gryffindor zu, welche für das ganze Chaos verantwortlich waren.

Niemand sonst war mehr auf dem Korridor unterwegs, nur er und diese zwei Dilettanten von Schülern.

„Hat Ihre Generation nunmehr vollkommen den Verstand verloren?“, bellte Phineas sie an, durchbrach die angespannte Stille und die beiden Schüler zuckten augenblicklich zusammen.
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