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Klassenfahrt

von Nimue1979
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Bob Andrews Justus Jonas OC (Own Character) Peter Shaw
14.09.2021
06.06.2022
69
77.534
23
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Dieses Kapitel
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16.05.2022 1.005
 
Peters Sicht

Wie auch gestern schon liefen beim Morgenlauf Katie und Luke zusammen und nutzten ihre Gelegenheit die Zeit gemeinsam zu verbringen, jetzt wo sie ein Paar waren. Die Planung für heute versprach ihnen ja schon fast, daß sie sich so gut wie gar nicht sehen konnten. Katie würde den ganzen Tag den Mädchenflur gestalten und Luke den Jungenflur. Wenn nicht diesmal das Mittagessen gleichzeitig stattfinden würde, so wie es gestern war, würden die zwei sich vermutlich erst am späten Nachmittag wieder treffen. Für so Frischverliebte war das wohl eine gefühlte Ewigkeit. Ich ließ sie vorlaufen und hatte auch kein Problem damit etwas gemütlicher zu machen und gemeinsam mit Dean und Jørn zu laufen.

Wir waren zeitlich heute morgen durch das gemütlichere Laufen ziemlich spät dran und sollten uns beeilen, um pünktlich zum Frühstück zu erscheinen. Auf das gemeinsame Frühstück und Abendessen legten die Betreuer sehr viel wert. Dennoch fiel es Luke schwer sich von Katie zu trennen, um mit uns noch schnell duschen zu gehen.

Justus kam uns fertig aus den Duschen schon entgegen und ich wusste, daß er die Gelegenheit genutzt hatte die Dusche heute morgen für sich ganz alleine zu haben und wenn es heute nicht noch schweißtreibend zuging, würde er damit auch heute wieder dem abendlichen Duschen ausweichen.

Wir waren zu spät dran, um Bob heute morgen zu wecken. Es waren nur noch fünf Minuten bis wir im Speisesaal sein mussten, als wir aus dem Duschraum traten und so hatte Justus die Aufgabe heute längst übernommen und sie warteten sogar bereits auf uns, bereit zum Losgehen. „Peter, ich müsste mal mit dir reden“, begrüßte mich Bob ernst und sah aus, als hätte er schlechte Nachrichten zu überbringen.

Ich schluckte, ging zu ihm und antwortete ganz selbstverständlich, aber mit einem fiesen Gefühl im Bauch: „Ja klar immer! Um was geht es?“

„Nein, nicht hier und jetzt. Ich möchte nur mit dir alleine reden und auch nicht nebenbei, sondern wenn wir etwas Zeit haben“, stellte Bob Begingungen auf, die gerade nicht zu erfüllen waren. Das Gefühl, daß irgendwas schlimmes war hielt an.

„Sehr gerne, ich fürchte aber das wird schwierig“, erwiderte ich mit dem Gedanke an den vollen Tagesplan.

Bob sagte darauf erstmal nichts, sah irgendwie gequält aus, wenn ich nur wüsste, um was es ging. Erst als Luke uns an die Zeit erinnerte, sagte Bob nur leise und es klang irgendwie enttäuscht:  „Ich weiß.“

Beim Frühstück hatte Dean mit Katie den Platz getauscht, so daß Luke und Katie auch noch das Frühstück miteinander hatten. Mir fiel auf, daß Bob nicht viel sagte heute Morgen, aber er die zwei viel beobachtete. Oder schaute er nur zufällig in die Richtung und war in Gedanken in Wirklichkeit bei dem, was er mit mir bereden wollte?

Während Hope kurz noch was zum Tag heute sagte, ergriff ich kurz Bobs Hand, drückte sie und schenkte ihm ein aufmunterndes Lächeln, was scheinbar bei ihm ankam. Es fühlte sich für mich total schön an. Doch dann ging es los und wir trennten uns erstmal wieder.

Ich hatte zwei Zimmertüren und Rahmen zum Lackieren, musste die Zimmer lüften, die Türen feststellen, ein Schild an der Tür befestigen, damit niemand an die Tür ging, solange der Lack nicht getrocknet war, das Abklebmaterial entfernen und dann die restlichen Lackdosen mit Derek in den Keller bringen. Danach hatte ich die tolle Aufgabe Bob zu helfen seine Zeichnungen an die Wand zu bringen. Justus hatte sie schon mit Bleistift vorgezeichnet und ich beschränkte meine Aufgaben darauf Bob die Farbeimer zu öffnen, ihm Farbe aufzufüllen und zu reichen, wieder zu verschließen und die Pinsel zwischendurch auszuwaschen. Dennoch machte es mir Spaß, einzig und allein, weil ich viel Zeit mit Bob verbringen konnte, nur wir fanden keine Zeit, in der wir nur zu zweit waren, um das Gespräch zu führen, das er am Morgen angekündigt hatte.

Wir wurden erst kurz vor dem Abendessen mit sämtlichen Arbeiten fertig. Das Ergebnis war super. Das konnte sich echt sehen lassen. Mit lauter Farb- und Lackspritzer auf der Haut und warum auch immer in den Haaren, wäre ich definitiv lieber duschen als essen gegangen, doch das stand nicht zur Wahl. Im Gegensatz zu mir hatte es Justus geschafft nicht einen Farbklecks abbekommen zu haben. Und auch bei Luke und Bob reichte es aus, sich einmal die Hände waschen zu gehen.

Da die Mädchen bereits vor uns fertig geworden waren und noch ein paar Minuten Zeit war, bis es Essen gab, kamen die Mädchen in Begleitung von Kim und Hannah zu uns in den Flur, um sich unser Ergebnis anzuschauen, worüber sich wohl Luke und Ian am meisten freuten. Wir machten alle einen kleinen Umweg auf dem Weg zum Speisesaal und schauten uns an was die Mädchen gestern und heute in ihrem Flur geleistet hatten. Während wir das Thema Hobbys umgesetzt hatten, hatten die Mädchen sich auf das Thema Blumen geeinigt. Und auch wenn das nicht mein Thema war, musste ich zugeben, daß das Ergebnis richtig toll aussah und der Flur dadurch richtig farbenfroh und freundlich wurde.

Nach dem Essen ging es wie allzuoft hier, direkt weiter zum nächsten Programmpunkt. Anstatt freier Zeit hatten wir alle Reisetagebuchgruppe im Gemeinschaftsraum. Es gab zum Abschluss noch richtig viel zu tun, bis Hannah verkündete, daß sie nun alles zusammen habe und sie uns zum Duschen entließ. Luke verabschiedete sich nur sehr ungern von Katie und wünschte ihr mindestens fünfmal eine gute Nacht. Ich sagte dazu nichts.

Ich brauchte heute so lange, wie niemand sonst unter der Dusche, die Lackspritzer wollten nicht von der Haut und die Farbe nicht aus den Haaren, was mich total nervte. Als ich endlich mich wieder sauber fühlte, war ich längst allein, wickelte mir ein Handtuch um, trat auf den Flur raus. Derek, der mit seinem Buch auf dem Flur saß und las, schaute mahnend auf die Uhr und meinte: „Jetzt aber schnell, die Nachtruhe hat bereits begonnen.“

„Ich habe Schwierigkeiten gehabt den Lack von den Armen zu bekommen. Gute Nacht“, entschuldigte ich mich bei ihm und huschte in mein Zimmer. Endlich durften wir die Türen wieder schließen.
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