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Klassenfahrt

von Nimue1979
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Bob Andrews Justus Jonas OC (Own Character) Peter Shaw
14.09.2021
06.06.2022
69
77.534
23
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Dieses Kapitel
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13.05.2022 496
 
Bob sprach mich an, kaum daß ich mit dem Zähneputzen fertig war: „Luke ist jetzt mit Katie zusammen?“

Es war noch nicht einmal eine richtige Frage, aber es war mir auch so vollkommen klar, was er von mir wissen wollte. „Ja seit heute morgen wohl“, bestätigte ich ihm.

Statt irgendwas zu sagen, stand Bob auf, ging ans Waschbecken und putzte sich nun ebenfalls die Zähne. Mich ärgerte dieses Verhalten von Bob sehr.  Doch da ich wusste, daß es ein Zeichen davon war, daß er gerade von der Situation überfordert war und das keine böse Absicht war, daß er mich anschwieg, ließ ich ihn damit erstmal soweit durchkommen, daß ich nicht von ihm forderte irgendwas zu sagen. Dennoch konnte ich mich nicht ganz zurückhalten und stellte klar: „Du hast definitiv irgendetwas fehlinterpretiert und auch wenn ich der Sache mit Peter und dir keine Chance gebe, verdammt nochmal, rede mit Peter und zwar so schnell wie möglich. Solche Mißverständnisse können überhaupt nur entstehen, wenn man nicht miteinander redet. Das gefährdet unsere Freundschaft, wenn du nicht mit ihm darüber redest, was du denkst oder fühlst.“

Bob nickte nur und schien entschlossen heute so lange und gründlich die Zähne putzen zu wollen, wie noch nie zuvor. Mich provozierte das etwas, aber ich riss mich zusammen. Endlich sagte er: „Du hast ja Recht, sobald sich eine gute Gelegenheit findet, werde ich mit ihm reden.“

Ich beließ es bei einem: „Gut.“ Bob machte sich wohl selbst schon ganz verrückt, wenn ich ihn so ansah. Vermutlich war meine Wut, die in mir aufgekommen war nicht fair, aber ich war gegen dieses Gefühl gerade machtlos. Also schluckte ich alles was ich jetzt sagen könnte herrunter und sagte nichts.

Wie weit weg Bob mit seinen Gedanken war, ließ sich leicht feststellen, denn er las mal wieder ewig lang in seinem Buch ohne auch nur einmal eine Seite umzublättern.

Normalerweise war es Bob, der von uns beiden als Erstes einschlief, für gewöhnlich mit dem Kopf auf seinem Buch, nicht so heute. Heute starrte er immernoch seine Buchseite an, als ich entschied das Licht zu löschen, um zu schlafen.

Als ich nachts noch einmal aufwachte, lag Bob nicht einmal mehr im Bett, sondern stand am Fenster und starrte raus auf die dunkle Landschaft dahinter. „Du solltest auch besser schlafen“, sprach ich Bob sanft an. Meine Wut war inzwischen verpufft, zurückgeblieben war Mitleid. Mir tat es wirklich Leid, wie sehr Bob unter dieser Situation litt, auch wenn er mit seinem Schweigen es verschuldet hatte.

„Ich weiß“, erwiderte er und legte sich tatsächlich wieder in sein Bett und dann schlief er auch scheinbar wirklich kurz darauf ein.

Das konnte nicht so weitergehen, beschloß ich. Ich gab Bob morgen noch eine Chance, aber wenn Bob es dann nicht hinbekam, würde ich das übernehmen und für Klarheit sorgen. Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Morgen Abend würde Bob mit Peter geredet haben, dafür würde ich sorgen. Und mit diesem festen Entschluss schlief ich wieder ein.
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