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Klassenfahrt

von Nimue1979
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Bob Andrews Justus Jonas OC (Own Character) Peter Shaw
14.09.2021
06.06.2022
69
77.534
23
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Dieses Kapitel
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06.05.2022 935
 
Peters Sicht
„Und es war die richtige Entscheidung, oder?“, sprach ich Luke an, als wir mit Zähne putzen fertig waren.

„Du meinst, daß ich der Beziehung mit Katie und mir  eine Chance gebe?“, vergewisserte Luke sich.

„Ja klar. Ihr seht richtig glücklich aus“, sagte ich und setzte mich auf mein Bett.

„Das sind wir. Ich habe halt nur Angst, wie weh es tun könnte, wenn ich wieder umziehen muss. Aber du hast wohl Recht. Es bringt nichts uns beiden es jetzt schwer zu machen, um zu verhindern daß es dazu in der Zukunft kommen könnte“, antwortete Luke und setzte sich auf sein Bett.

„Sag ich doch. Wie ist das eigentlich, du bist bisexuell, das heißt du stehst auf Mädchen und auf Jungs“, fing ich ein Thema an, das mich gerade interessierte.

„Jaaa. Aber das weißt du längst, worauf willst du hinaus?“, hakte Luke mit einem Stirnrunzeln nach.

„Wie ist das in einer Beziehung dann? Kann man auf Dauer mit nur einem Mädchen oder nur einem Jungen glücklich werden, oder hat man dann immer das Gefühl, daß was fehlt?“, erkundigte ich mich bei ihm neugierig.

Luke schnaufte und antwortete darauf: „Und das fragst du ausgerechnet mich? Ich bin nicht gerade ein Beziehungsexperte, aber ich denke, wenn man in einer Beziehung glücklich ist, dann reicht einem der Partner auch, aber ich habe da keine Erfahrung. Ich hatte erst einmal eine Beziehung, ganze zwei Wochen, dann mussten wir wieder umziehen. Es hat verdammt weh getan.“

„Verstehe und das magst du nicht noch einmal erleben“, erkannte ich nun.

„Ja klar. Wir haben auch noch den Kontinent gewechselt. Da gab es keine Chance für zwei vierzehnjährige eine Beziehung zu halten. Ich habe mir vorgenommen mich nicht mehr zu verlieben, solange ich immer wieder mit meinen Eltern umziehen muss. Aber Gefühle hören einfach nicht auf das was man sich wünscht“, beklagte Luke bitter.

„War deine Beziehung ein Junge oder ein Mädchen?“, wollte ich gerne von ihm wissen.

„Ein Junge. Er lebt in Norwegen. Er heißt Tarjei und ich habe ihn beim Geländeeinradfahren kennengelernt. Wir haben ewig gebraucht, bis wir uns beide eingestanden haben, daß wir ineinander verliebt sind und kaum hatten wir es geschafft und waren offiziell zusammen, kamen meine Eltern und meinten: Wir ziehen wieder um. Auf geht's nach New York, in einer Woche gehen die Flüge“, erzählte Luke.

„Das ist wirklich hart. Ich bin froh daß meine Eltern nicht so oft umziehen“, meinte ich.

„Auf der einen Seite ist es toll, man lernt soviel kennen, Sprachen, Kulturen, Speisen, Städte, Landschaften, Menschen, Schulsysteme, Sportarten. Allein das ist schon Bildung und einfach fantastisch. Aber wenn es um echte Freundschaften und Beziehungen geht, ist es schrecklich“, führte Luke aus.

„Und wenn du die Wahl hättest, wo würdest du wohnen wollen?“, fragte ich ihn interessiert.

„So einfach ist das nicht. Ich war an vielen Orten gerne. Klar jetzt mit Katie würde ich hier bleiben wollen, aber sonst, ich würde am Liebsten in Norwegen wieder wohnen und den Rest eher als Urlaubsziele ins Auge fassen“, antwortete Luke überlegt.

„Warum, wegen-?“, hakte ich nach, hatte aber vergessen wie sein Exfreund hieß. Es war ja auch ein mir völlig fremder Name.

„Tarjei? Nein nicht wirklich, also auch ohne Katie denke ich nicht, daß wir wieder zusammenkämen. Ich bin inzwischen drüber hinweg und bei ihm ist die Zeit auch nicht stehen geblieben. Nein, ganz generell ist Norwegen großartig, die Landschaft, die Leute. Ich habe die zwei Jahre sehr gerne dort gelebt und Tarjei war nicht der einzige Grund, weswegen ich da am Liebsten nicht weg wäre“, erklärte Luke mit einem Lächeln.

„Ist es in Norwegen nicht schrecklich kalt?“, erkundigte ich mich, denn ich meinte zu wissen, daß Norwegen viel Wintersport betrieb.

Luke lachte und meinte dann: „Kälter als hier definitiv, aber ich finde die Hitze hier in Kalifornien, besonders an der Küste viel unangenehmer.“

„Naja zugegeben, wenn die 45°Marke geknackt wird, sehe ich auch zu daß ich in der Nähe vom Wasser oder einer Klimaanlage bleibe“, räumte ich ein.

„Da gehe ich nicht mehr aus dem Haus, ich brauche auch 40°C nicht. Aber es ist nicht nur das Wetter, es ist wirklich alles. Wenn du die Gelegenheit hast, fahr mal im Sommer nach Norwegen und mach dort Urlaub“, sagte Luke.

„Nur wenn du oder Jørn mitkommt. Ich verstehe kein einziges Wort norwegisch“, erklärte ich lachend.

„Nicht nötig, die Norweger verstehen gut Englisch“, versicherte mir Luke.

„Okay ich merke es mir mal.“

„Wie sieht es bei dir und Bob aus?“, wechselte Luke das Thema.

„Nun keine Veränderung seit gestern, das war ja klar, deswegen wollte ich mit ihm reden, wenn wir wieder zurück sind“, erinnerte ich ihn.

„Und wie hoch schätzt du sind deine Chancen bei ihm?“, fragte er nun neugierig.

„Gar nicht“, lachte ich bitter. „Ich bin froh, wenn wir nach dem Gespräch bald wieder da sind, wo wir vor der Klassenfahrt waren.“

„Ich sehe das anders“, stellte Luke überraschend klar.

„Inwiefern?“, fragte ich verdutzt.

„So wie Bob sich mir gegenüber verhält, habe ich das Gefühl er könnte eifersüchtig auf mich sein, weil ich soviel Zeit mit dir verbringe“, vermutete Luke.

„Hmm  möglich, aber wenn Bob wieder mehr Zeit mit mir verbringen möchte, heißt das noch lange nicht, daß da was anderes als Freundschaft ist“, entgegnete ich.

„Also wenn ich euch so sehe in der Zeit, die ihr gemeinsam habt, dann denke ich schon“, behauptete Luke zuversichtlich.

„Ich bin mir sicher du irrst dich, unsere Freundschaft ist eben etwas ungewöhnlich, aber es ist nur eine Freundschaft“, widersprach ich ihm.

„Wir werden sehen. Lass uns jetzt schlafen. Gute Nacht, Peter“, sagte Luke und legte sich in sein Bett.

„Gute Nacht, Luke“, erwiderte ich.
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