Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Klassenfahrt

von Nimue1979
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Bob Andrews Justus Jonas OC (Own Character) Peter Shaw
14.09.2021
06.06.2022
69
77.534
23
Alle Kapitel
90 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
19.04.2022 991
 
Als wir Zimmerzeit hatten, woran Jørn uns wie jeden Abend erinnerte, fühlte es sich noch mehr wie in einem Gefängnis an. Luke hatte mit dem Vergleich gar nicht so Unrecht.

Da ich vorher keine Zeit hatte, räumte ich jetzt meine Sachen aus dem Rucksack in den Schrank. Justus beobachtete mich dabei, obwohl er vorgab zu lesen. Als ich am Ende fertig war und ins Bett gehen wollte, stand er auf, setzte sich zu mir aufs Bett und setzte mir sprichwörtlich die Pistole auf die Brust: „Ich merke sehr wohl, daß es dir nicht gut geht mit irgendwas und zugegeben, gab es die letzten Tage keine vernünftige Möglichkeit miteinander zu reden. Aber jetzt gibt es sie. Bitte sage mir was los ist.“

Ich seufzte und dachte nach, ob ich jetzt das alles mit Justus besprechen wollte und redete mich etwas heraus: „Das ist kompliziert und eine längere Sache.“

„Ich bin nicht schwer von Begriff und wir haben die ganze Nacht Zeit“, meinte Justus entschlossen.

Das war schon sehr lieb von Justus und eigentlich wollte ich ja auch mit ihm reden, aber ich wusste gar nicht, wo ich anfangen sollte. Eine Weile dachte ich nach, während Justus mich abwartend ansah. Dann brachte ich es auf dem wesentlichen Punkt: „Ich habe mich in Peter verliebt.“

„Ooh und ich gehe davon aus, du hast mit Peter noch nicht darüber geredet?“, vermutete Justus und lag damit wie meistens vollkommen richtig.

„Es gab überhaupt keine Gelegenheit und es macht auch keinen Sinn. Peter steht nicht auf mich, sondern hat was mit Luke am Laufen“, informierte ich ihn.

„Whoa... Erstmal eins nach dem Anderen. Seit wann bist du in Peter verliebt?“, bremste Justus mich aus und erkundigte sich interessiert.

„Ich weiß nicht, vielleicht schon länger, mir ist es erst bewusst geworden in den letzten Tagen. Ich bin total eifersüchtig auf Luke“, antwortete ich unschlüssig.

„Verstehe, aber ich glaube nicht, daß es einen Grund für deine Eifersucht gibt “, versuchte mich Justus zu trösten.

Doch da irrte sich Justus  und das teilte ich ihm auch mit: „Ich hab es doch gesehen Justus, als ich den Baum hochgeklettert bin, da habe ich gesehen, wie die beiden miteinander Sex hatten.“ Auch jetzt wühlte mich diese Erinnerung noch total auf.

Einen Moment stutzte Justus, dann schüttelte er den Kopf und widersprach mir überzeugt: „Nein Bob. Das ist ganz bestimmt ein Missverständnis. Ich habe die zwei auch immer wieder gesehen. Ich sehe da kein Anzeichen dafür, daß Peter und Luke zusammen sind. Als Peter dich am Abend drauf massiert hat oder auch wenn Peter zum Wecken kam, da war nie eine Spur Eifersucht auf Lukes Mine. Ich habe die beiden fast jeden Morgen beim Duschen gesehen, die gehen vollkommen normal miteinander um.“

„Ich hab es doch gesehen“, korregierte ich ihn kopfschüttelnd.

„Du warst nur wenige Sekunden dort oben, vielleicht haben die zwei nach dem Duschen nur rumgealbert und es sah halt verfänglicher aus, als es war“, schlug Justus  eine Möglichkeit vor.

„Justus ich habe gesehen, wie die beiden nackt im Bett lagen. Sie haben geknutscht währenddessen. Ich habe die eindeutigen Huftbewegungen gesehen und ich habe gehört wie Peter gekommen ist. Eindeutiger geht es ja wohl kaum noch“, stellte ich entschieden klar, warum das definitiv kein Missverständnis war.

„Dann war es vielleicht was einmaliges, etwas was für die beiden nicht von großer Bedeutung war. Ich bin mir ganz sicher, daß ich keine Anzeichen von Verliebtheit gesehen habe. Du musst mit Peter reden“, erwiderte Justus beharrlich.

Mit dem Reden hatte Justus nicht Unrecht, an dem Punkt war ich ja auch schon angekommen, nur eben war das aktuell nicht so möglich. „Ja kann sein, aber wohl nicht solange wir hier sind. Ich möchte nicht auf der Klassenfahrt thematisieren, daß ich mich in Peter verliebt habe, was natürlich mit sich zieht, daß dann alle wissen, daß wir wohl schwul sind“, erklärte ich ihm.

„Bob ich möchte es dir nicht schwer machen, aber auch wenn Peter und Luke etwas miteinander rumgemacht haben, heißt das nicht zwangsläufig, daß die beiden ebenfalls homosexuell sind“, sagte Justus. „Und trotzdem solltest du unbedingt mit  Peter offen darüber reden.“

„Und was soll es sonst bedeuten, wenn nicht, daß sie schwul sind?“, fragte ich irritiert nach. Für mich stand das von Anfang an, direkt so fest.

„Manchmal probiert man in unserem Alter etwas aus und da spielt die sexuelle Orientierung nicht immer eine Rolle. Daß du dich verliebt hast in Peter, finde ich dagegen viel aussagekräftiger und Peter war auch schon mit Kelly zusammen“, argumentierte Justus.

Ich seufzte und brachte es auf den Punkt: „Letztendlich ist es egal, wer von uns Recht hat, egal ob deine Vermutung stimmt und er hetero ist und mit Luke etwas ausprobiert hat, oder ob meine Vermutung stimmt und er und Luke zusammen sind. In beiden Fällen bekomme ich sobald ich es Peter sage einen Korb. Vielleicht sollte ich mir das auch ersparen.“

„Nein, Bob, solltest du nicht. Ihr musst darüber reden. Wir  haben doch immer offen miteinander geredet. Es ist keine gute Idee damit nun aufzuhören. Und wenn du Gefühle für Peter entwickelt hast, dann sollte Peter das Wissen und sei es nur um dich zu verstehen und darauf Rücksicht zu nehmen“, widersprach Justus mir schon wieder, legte aber tröstlich seine Hand auf meine Schulter.

„Ich weiß, daß du an sich Recht hast, aber das ist nicht so leicht, wie sich das sagt“, räumte ich ein.

„Ja und es wird immer schwerer, je länger du wartest“, prophezeite Justus.

„Ist gut ich rede mit Peter, sobald wir Zuhause sind, hol mir meinen Korb ab und  verkrieche mich Zuhause in mein Zimmer“, versprach ich düster.

Justus sagte darauf nichts, sondern zog mich in eine kurze ungewohnte Umarmung, die sich gut anfühlte.

„Ich bin müde und würde jetzt gerne schlafen“, beendete ich unser Gespräch.

„Gute Nacht, Bob“, sagte Justus, stand auf und ging in sein Bett.

Ich erwiderte die Worte, griff nach meinem Buch und versuchte mich mit Lesen vor dem Einschlafen von meinen Gedanken abzulenken.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast