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Klassenfahrt

von Nimue1979
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Bob Andrews Justus Jonas OC (Own Character) Peter Shaw
14.09.2021
06.06.2022
69
77.534
23
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Dieses Kapitel
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08.04.2022 1.858
 
Heute war es unruhiger, als die letzten Morgen, auch Jeremias war schon wach und suchte sich seine Kleidung aus dem Rucksack. Scheinbar lag der Aufbruch heute in der Luft. Niemand überraschte es, als wir beim Frühstück gesagt bekamen, das heute morgen packen auf dem Programm stand.

Ich packte meinen Rucksack und brachte ihn zum Transporter und dann landete ich irgendwie über einen Umweg in der Gruppe, die die Sandwiches fürs Mittagessen schmierte. Wir waren nur zu dritt und so dauerte es etwas, bis wir genügend für alle fertig hatten. Wir verteilten die Sandwiches, als die letzte Gruppe von der Nachtwanderung zurückkam.

Während des Essens wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt und als hätten sie sich gegen mich verschworen war weder Justus noch Peter bei mir in der Gruppe, sondern Luke, Ryan, Brian, Ian, Dean, Katie, Kelly, Angelina, Paige, Sarah und Phoebe. Das erste Stück gingen wir alle  zusammen und dann teilten wir uns in unseren Gruppen auf.

Sofort bildeten sich lauter Zweierpärchen, obwohl gar nichts diesbezüglich gesagt wurde, die sich miteinander beim Laufen unterhielten. Brian und Ian, Ryan und Dean, Luke und Katie, Sarah und Angelina und Paige und Phoebe, blieb Kelly über. Das hatte mir gerade noch gefehlt, aber ich wollte nicht unangenehm  auffallen und lief stumm neben ihr her.

Es war Kelly, die das Schweigen brach: „Ich habe mich mit Peter ausgesprochen und wir haben uns wieder vertragen.“

„Ich weiß“, erwiderte ich nur kurz.

„Dann könnten wir uns doch auch eigentlich wieder vertragen“, schlug sie vor.

Ich sah irritiert auf und ihr direkt ins Gesicht, als ich zu ihr sagte: „Ich habe keine Ahnung, warum sich Peter wieder mit dir vertragen hat. Du hast dich seit der Trennung ihm gegenüber unmöglich verhalten.“

„Stimmt, das tut mir jetzt Leid. Ich habe mit ihm mal richtig geredet und verstehe jetzt wieso es so kommen musste. Ich war total verletzt, doch nun- ich hab's verstanden und es ist okay, ich nehme es nicht mehr persönlich“

„Was meinst du?“

„Das heißt ihr habt noch gar nicht miteinander geredet seitdem?“

„Nein, das Programm hier scheint nur dafür dazusein, daß ich keine Gelegenheit bekomme mich auch nur mal fünf Minuten mit Peter alleine unterhalten zu können“, klagte ich genervt.

Kelly sah mich überrascht an, dann sah sie mich so seltsam an, fast schon mitleidig und sagte: „Rede unbedingt mal offen mit Peter. Ich glaube das wäre für euch beide wichtig.“

Gerade als ich noch einmal nachhaken wollte, blieben wir auf einer Wiese stehen und bekamen eine Aufgabe gestellt: Lasst ein Foto von euch machen, auf dem alle drauf sind, aber nur vier dürfen dabei mit den Füßen den Boden berühren.

Direkt stachelte Kelly an, das wäre zu einfach und wir würden auch 0 schaffen. Sie schlug vor zählen zum timen und dann alle gleichzeitig, in den Handstand gehen, ein Rad schlagen oder einfach in die Luft springen. Ich war für Letzteres.

In der Theorie war das ganz einfach, in der praktischen Umsetzung war das deutlich schwerer, das alles zu koordinieren. Zunächst einmal verzögerten wir den Start, die mit dem Handstand starteten auf eins, die mit dem Rad auf zwei und die die sprangen auf drei und Tina sollte direkt danach das Foto machen. Es dauerte gefühlte Hundert Anläufe, bis wir das so hinbekamen und dann obendrein das Foto auch noch so gut war, daß man das auch erkennen konnte.

Ich zeigte Tina ein paar Funktionen, ihrer Kamera, die die noch gar nicht kannte, um die Qualität von Bewegungsaufnahmen zu verbessern. Als es dann funktionierte und wir ein ziemlich lustiges Bild in Tinas Kamera hatten, machten wir uns wieder auf den Weg über die Wiese. Diesmal im großen Pulk und lachten noch ziemlich viel. Die Anderen waren jetzt richtig gut gelaunt, nur ich konnte nicht alles andere so gut ausblenden.

Bevor wir die Wiese verließen, um wieder in den Wald zu gehen, setzten wir uns nochmal ins Gras zusammen um Siebenernicken zu Spielen. Es war ein simples Konzentrationsspiel, die einzige Schwierigkeit bestand darin, daß alle sich konzentrieren mussten. Doch das war für unsere Gruppe kein Problem. Nachdem wir das erste Mal bei der siebzehn hängen blieben und von vorne anfangen mussten, strengten sich alle an und wir schafften es tatsächlich bereits im zweiten Durchgang.

Danach kamen wir wohl auf die gleiche Strecke der Anderen. Wir sollten uns einen Abhang abseilen, dazu sollten wir die Ängstlichen mit den Mutigen kombieren. Anhand der Spuren war deutlich zu sehen, daß die Anderen vor uns hier waren.

Tom beruhigte uns: „Das heißt gar nichts, die Aufgaben, die ihr schon erfüllt habt, müssen die Anderen am Schluss machen und sie haben am Ende den längeren Weg, aber so ist es hier und bei der nächsten Ausgabe entzerrt. Und selbst wenn wir später ankommen sollten, so schlimm ist das nicht.“

Wir bildeten Teams, wobei das jetzt nicht schwierig war, wir hatten niemanden der so wirklich ängstlich war, nur Sarah war ein wenig unsicher, weil sie das noch nie gemacht hatte und durfte wählen mit wem sie sich am Sichersten fühlen würde und wählte Luke. Die restlichen Teams würden schnell zusammengewürfelt, während Luke Sarah instruierte, was sie tun sollte. Ich sollte direkt nach Luke und Sarah zusammen mit Kelly runter.

Wie gedacht funktionierte das alles reibungslos. Wir setzten uns unten ins Gras und fragte Kelly: „Wie hast du das vorhin gemeint, daß es für uns beide wichtig wäre?“

„Bob, ich glaube nicht, daß ich mich da einmischen sollte und es ist auch nur so ein Gefühl, daß ich vorhin hatte. Ich glaube einfach ihr solltet euch mal über die Dinge unterhalten, über die ihr sonst scheinbar nicht so redet“, antwortete sie und redete dabei nur um das Thema herum.

„Welche Dinge meinst du?“

„Zum Beispiel darüber, warum bei euch das mit den Freundinnen nicht so klappt“, antwortete sie und wirkte wieder so, als wisse sie etwas, was sie nicht wissen dürfte. Doch ich fragte nicht weiter nach und bekam auch keine Gelegenheit mehr dazu. Die Anderen kamen nach und nach zu uns und wir gingen weiter zum See. Gerne hätte ich mir Kelly ein Team gebildet, um herauszufinden was sie wusste oder glaubte zu wissen, aber wir sollten uns aufteilen in sportlich und nicht sportlich und in gleichstarke Teams zusammenfinden. Da ich zu den eher unsportlichen gehörte, bildete  ich ein Team mit Kelly, unsportlicher als ich war nur noch Paige, die mit Luke ein Team bilden sollte.

Katie war nett und ehrgeizig. Sie brachte einen gewissen Wettbewerb in die Sache rein. Es war irre anstrengend, aber sie wollte vor Luke und Paige am anderen Ufer ankommen. Es wurde ein Kopf an Kopf Rennen, daß wir nur ganz knapp gewannen. Es hatte ja auch Spaß gemacht, dennoch waren Paige und ich am Ende, während Luke Katie sofort zu einer Revange aufgefordert hatte, wenn wir gefügt hätten.

Wir mussten nicht mehr weit laufen, bis wir endlich die Jugendherberge erreichten. Die andere Gruppe saß davor und spielte wohl ein Spiel, das wir bisher noch nicht gespielt hatten. Wir kamen an und Peter ging rein, - Mal wieder! Luke setzte sich mit Katie neben Justus. Und ich setzte mich auf Justus andere Seite.  Justus steckte uns daß Peter die fünf ihm gezeigt hatte. Ich verfolgte das Spiel zwischen Josh und Amber aufmerksam um zu wissen, was auf uns zukam.

Das Spiel war nett, gefiel mir wirklich. Immer ein Mädchen und ein Junge innerhalb unserer Gruppe mussten Fragen übereinander beantworten, je besser man die Fragen beantworten, desto schneller war man durch und konnte in die Jugendherberge. Ich wünschte mir Kelly als Partnerin, sie kannte ich dadurch, daß Peter und sie mal zusammen waren, für diese Art der Fragen super. Doch Runde für Runde wurde ich nicht bei den Losen gezogen. Luke war längst in der Jugendherberge und Justus direkt danach, hatte mir noch eine sechs gedeutet, aber langsam räumte ich mir keine Chancen mehr ein mit irgendeinem,  mir das Zimmer teilen zu können, mit dem ich das gerne wollte. Immerhin war Kelly noch als Spielpartnerin verfügbar.

Doch als ich als Vorletzter gezogen wurde, zog Hannah obwohl nur noch Kelly und Phoebe übrig waren ausgerechnet Phoebe.

Es ging in mehrere Runden ich wusste von Phoebe nicht viel und sie von mir auch nicht. Immerhin wusste sie dann, daß ich gerne lese und ich von ihr, daß sie gerne Theater spielte. Unerwartet bekam ich Zimmer zwei und sechs zur Auswahl angeboten. Ich dachte an Justus Hinweis und wählte die Nummer sechs und durfte endlich mit Phoebe in die Jugendherberge, während Ryan und Kelly auf den Stühlen Platz nahmen.

Die Jugendherberge war fürchterlich, alles langweilig und grau in grau, machte die mir direkt schlechte Laune, obwohl Derek freundlich bei meinem Rucksack wartete und mir mitteilte, das wie uns hier in zehn Minuten treffen würden, um zum Abendessen zu gehen. Ich folgte der Wegbeschreibung und fand das Zimmer mit der Nummer 6 ohne große Mühe. Justus lag auf einem Bett in einem ebenso tristen Zimmer und las. „Oh mein Gott ist das schrecklich, da bekommt man ja Depressionen“, maulte ich direkt.

Peter und Luke traten hinter mir ins Zimmer und Luke stimmte mir zu: „Absolut, das hat den Charme von einem Gefängnis.“

Ich hatte aber keine Lust mit Luke zu reden und wechselte das Thema: „Es sind eben nur noch Ryan und Kelly übrig gewesen. Ich geh nur schnell noch aufs Klo, dann müssen wir auch schon zum Essen runter gehen.“

Der Speisesaal war der Hammer, auch wenn keinerlei Möbel darin waren. Die Wände waren ganz frisch bemalt, passend zum Thema mit vielen Einzelmotiven von ganz sicher verschiedenen Künstlern. Die Wand im Hintergrund war hellblau, eingerahmt in dunkelbraun und brachte so etwas Ruhe wieder rein. Bis auf Justus schienen wirklich alle begeistert zu sein. Endlich wieder Farben, nach den grauen Räumen.

Die junge Herbergsmutti stellte sich uns vor und klärte auch gleich auf: „Hi, ich bin Hope, ich habe die Herberge erst vor kurzem übernommen und aktuell sind wir gerade dabei der Jugendherberge einen neuen, frischen Look zu verpassen. Die letzte Gruppe hat während ihres Aufenthaltes den Speisesaal verschönert, die Gruppe davor den Gemeinschaftsraum. Ihr müsstet gerade noch die Tische und Stühle wieder verteilen, dann können wir mit dem Essen beginnen.“

Die Möbel waren ebenfalls neu und gefielen mir richtig gut. Es waren runde dunkelbraune Holztische in deren Platten, bunte Mosaik gelegt waren und boten bis zu fünf Personen Platz. Ich setzte mich mit Justus, Luke und Peter an einen Tisch und total unerwartet kam Dean und setzte sich zu uns an den Tisch.

Peter begann ein kleines Gespräch mit Dean, bis wir uns unser Essen holen durften. Es gab Gemüseauflauf. Eigentlich war er total lecker, nur pickte ich die Pilze raus, da ich deren Konsistenz immer etwas eklig fand.

Wie in der vorherigen Jugendherberge gingen wir auch hier nach dem Essen noch in den Gemeinschaftsraum, der wie der Speisesaal schon fertig gestaltet war. Hier war das Thema eindeutig chillen. Hope stellte uns in Aussicht auch etwas gestalten zu dürfen, um diesen grauen Bunker anschaulich zu machen. Näheres wollte sie uns dann aber erst morgen nach dem Frühstück erläutern.

Diese Aussicht verbesserte meine Laune wieder erheblich. Wir setzten uns in einer großen Gruppe auf die Couch und unterhielten uns noch ein wenig.
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