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Klassenfahrt

von Nimue1979
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Bob Andrews Justus Jonas OC (Own Character) Peter Shaw
14.09.2021
06.06.2022
69
77.534
23
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Dieses Kapitel
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04.04.2022 2.471
 
Peters Sicht
Da wir am Abend zuvor früh eingeschlafen waren, erwachten wir auch wieder früh. Auch heute kam Dean wieder mit zum Joggen und auch Katie war wieder dabei. Es musste oder wollte aber niemand sonst mit. Nur mit Dean ohne Ava war das Tempo ein klein wenig höher als gestern. Gestern hatten Luke und ich uns abgesetzt, das taten wir diesmal nicht, sondern passten uns an Deans Tempo an. Wobei Luke und Katie sich die meiste Zeit unterhielten, während Jørn und ich uns viel Mühe dabei gaben Dean zu motivieren.

Als wir zurückkamen waren die Ersten schon aufgestanden, darunter Justus, der auf uns wartete,  um sich bei uns zum Duschen anzuhängen.

Beim Frühstück wurde dann besprochen, daß wir nun packen sollten, die Zelte abschlagen, Sandwiches schmieren und alles wieder  aufräumen sollten bis zum Mittagessen. Das Überraschende war, daß es hierzu keine Gruppeneinteilung gab und noch mehr, daß es tatsächlich gut funktionierte und das, obwohl es einiges zu tun gab.

Ich war irgendwie beim Zeltabbau gelandet, wie Justus auch. Als die letzte Gruppe von der Nachtwanderung zurückkam, hatten wir alle unser Gepäck auf einen Haufen gestapelt, alles so hinterlassen, wie wir es bei unserer Ankunft vorgefunden hatten und saßen nun seit fünf Minuten auf den Baumstämmen.

Die Sandwiches wurden als Mittagessen verteilt und während wir alle aßen, erhob Tom das Wort: „Wir wandern gleich alle zur nächsten Jugendherberge. Dazu teilen wir uns in zwei Gruppen auf. Euer Gepäck müsst ihr nicht tragen, das fahren Hannah und Kim wieder mit dem Transporter zur Jugendherberge. Gruppe 1 wandern mit Jørn und Derek. Das sind Peter, Justus, Jeremias, Josh, Zane, Brandon, Ava, Amber, Mia, Sandy, Abigail und Lisa. Gruppe zwei läuft mit mir und Tina und das sind Bob, Luke, Ryan, Brian, Ian, Dean, Katie, Kelly, Angelina, Paige, Sarah und Phoebe. Wenn ihr fertig gegessen habt geht es los. Die Strecken sind gleich lang und ihr werdet die gleichen Aufgaben bekommen, nur etwas anders aufgeteilt. Die Reihenfolge in der ihr ankommt, hat Einfluss auf die Zimmerverteilung in der Jugendherberge.“

Das war das erste Mal seit wir auf den Zeltplatz angekommen waren, daß ich mit Justus in einer Gruppe war und ich freute mich richtig darauf auch wenn ich noch etwas lieber mit Bob zusammen in der Gruppe gewesen wäre. Was ich von der Art der Zimmerverteilung halten sollte, wusste ich noch nicht. Ich hätte lieber die freie Wahl gehabt.

Wir liefen los, die ersten fünf Minuten noch zusammen  Die Zeit dorthin war das Hauptgesprächsthema nun endlich die Nachtwanderungen und ging direkt über in Spekulationen was wir wohl diesmal für Aufgaben zu bewältigen hatten.

Dann ging auch schon unsere Gruppe an einer Weggabelung nach links und die Anderen nach rechts. Wir liefen vielleicht einen Kilometer dann kamen wir zu einem richtig steilen Felsenabhang. Es war alles vorbereitet, damit wir uns dort abseilen konnten. Für mich wäre das eine Kleinigkeit gewesen, doch für Andere war das eine großes Problem vor dem sie standen.

Unsere Aufgabe war es uns jeweils zu zweit abzuseilen und uns dabei zu sichern. Dafür sollte immer der Mutigste mit dem Unsichersten ein Team bilden und sich abseilen. Der Mutigste das war in dem Fall ich und die Unsicherste das war ausgerechnet Sandy. Sie hatte Höhenangst. An sich war es mir egal mit wem ich zusammen dort runter sollte, nur war Sandy eine Freundin von Kelly und ich konnte sie einfach nicht leiden.

Mich nervte diese Angst von ihr, empfand es etwas als theatralisch, auf der anderen Seite hatte ich ja auch öfters Angst, was Justus nicht so nachvollziehen konnte, also sprang ich über meinen Schatten.

Ich versuchte ihr Mut zu machen und redete ihr motivierend zu, bis ihre Füße wieder unten sicheren Halt fanden. Sie war so erleichtert, daß sie sicher unten angekommen war, daß sie mich kurz umarmte und sich bei mir bedankte. Das war irgendwie versöhnlich. Danach mussten wir auf die Anderen warten, die zunächst noch ausdiskutieren mussten, wie sich die anderen Teams formierten. Wir sahen dabei von unten zu, ich versuchte mit ihr ein Gespräch anzufangen und  fragte sie mit wem sie die Nachtwanderung gemacht hatte.

Die Antwort lautete Zane, aber mehr sagte sie auch nicht. Offensichtlich hatte sie kein Interesse daran, sich mit mir weiter zu unterhalten und da es mir eigentlich genauso ging, versuchte ich es auch nicht ein weiteres Mal, sondern sah zu, wie die Anderen sich abseilten.

Als wir endlich weiterliefen kamen wir  nach einer halben Stunde an einen recht großen See, den wir mit Kajaks überqueren sollten. Auch hierfür sollten wir wieder sinnvolle Teams bilden, also die, die stark sind und problemlos bis ans gegenüberliegende Ufer paddeln können mit denen, die es vielleicht nicht schaffen würden. Diesmal sollte ich mit Zane ein Team bilden.

Von Zane wusste ich kaum etwas mehr, als daß er Schauspieler werden wollte, sehr gerne Theater spielte und bei der gestrigen Zirkusvorstellung eine Pantomime Vorführung gemacht hatte, die ziemlich gut war und darüber kam ich mit ihm in ein Gespräch.

Ich wäre dennoch lieber mit Justus zusammen im Kajak über den See gepaddelt, aber es hätte auch schlechter kommen können. Ich fand nach einer Weile, das Zane irgendwie süß war, ein wenig wie Bob, auch wenn er in meinen Augen nicht mit Bob mithalten konnte. Beide waren sie klein, schlank, zart und was Bobs Leidenschaft zu Büchern war, war Zanes Leidenschaft zur Schauspielerei.

Auf der anderen Seite liefen wir weiter und bekamen auf einer Wiese eine neue Aufgabe gestellt. Wir sollten für ein Gruppenfoto posieren. Doch damit das nicht so einfach würde gab es eine Bedingung, von uns zwölf Schüler, durften auf dem Foto maximal vier Schüler mit den Füßen den Boden berühren.  Während Sandy sich direkt beschwerte, waren Zane und Justus sich sofort einig, für diese Aufgabe brauchte es eine logische und kreative Lösung.  Vier standen auf dem Boden  und nahmen vier weitere Huckepack, während die restlichen vier, darunter ich einen Handstand machten.

Im Groß und Ganzen dauerte es etwa zehn Minuten bis Derek mit seiner Digitalkameras ein gutes Foto von uns geschossen hatten und wir ein Stück weitergingen.

Doch weit ging es nicht, nur bis ans andere Ende der Wiese, dort sollten wir uns in einen Kreis setzen. Das Spiel hieß Siebenernicken und es war ein Alptraum, Mathematik und Konzentration und das auch noch als Gruppenaufgabe, keine Chance Schülern wie Justus den Vortritt zu lassen. Es hing zunächst ganz ordentlich und schieden gleich zweimal hintereinander bei der siebzehn aus. Doch dann wurde es besser und in nur wenigen Versuchen schafften wir es die Zahl 100 zu erreichen und dürften dann die letzte Etappe bis zur Jugendherberge laufen.

Vor dem Tor zu dem Gelände unserer letzten Herberge warteten schon Hannah und Kim auf unsere Ankunft. Sie hatten schon etwas aufgebaut. Sie saßen an einem Tisch, auf dem mehrere Schüsseln standen und sie hatten etwas zum Schreiben vor sich liegen. Gut in ihrem Sichtfeld bestanden zwei Stühle getrennt durch einen Sichtschutz, darauf lagen je eine kleine Tafel und ein Stück Kreide.

Wir setzten uns nach Dereks Beispiel ins Gras, den Stühlen neugierig gegenüber. „Nun testen wir, wie gut ihr euch inzwischen kennt“, verkündete Kim gut gelaunt. „Jørn wird  nun aus den Töpfen hier je ein Jungen und ein Mädchennamen aus den Schlüsseln ziehen. Die Gelosten kommen dann vor, setzen sich auf die Stühle und wir stellen dann Fragen. Der Eine schreibt die Lösung leise auf, der Andere sagt auf ein Zeichen das, was er zu wissen glaubt, stimmen die Antworten überein, gibt es einen Punkt. Bei drei Punkten ist die Aufgabe  gewonnen und ihr kommt vor und könnt euch euer Zimmer aussuchen und in euer Zimmer gehen, um euch zu entspannen.“

Jørn griff in die erste Schüssel auf der ♀ Gruppe 1 stand, entrollte ein Stück Papier und verkündete: „Lisa, bitte setz dich auf einen der Stühle und du spielst zusammen mit-“ Dann griff Jørn in eine weitere Schüssel  mit der Aufschrift ♂ Gruppe 1, nahm wieder ein Papierröllchen und beendete kurz darauf seinen Satz: „Peter!“

Ich ging ebenfalls vor, setzte mich auf den freien Stuhl und nahm die kleine Tafel auf den Schoß.

Dann fangen wir direkt an. Lisa, nenne ein Hobby von Peter. Mindestens eins was er schreibt, solltest du nennen können.

Schnell schrieb ich auf die Tafel, Surfen, Skaten, Basketball, Fußball, Detektivarbeit. Als ich die Tafel und regte, so daß alle außer Lisa sie sehen konnte, würde Lisa aufgefordert ihre Antwort zu geben.

„Sport, ich glaube Surfen und Skaten und vermutlich Schätze suchen oder was er sonst mit seinen Freunden bei  den Detektivaktionen so macht“, antwortete Lisa direkt, klang aber dennoch unsicher.

Ich drehte meine Tafel um und Hannah verkündete : „ Sehr schön, damit hat euer Team den ersten Punkt. Weiter geht's! Peter, du bist dran. Nenne uns ein Hobby von Lisa?“

Ich wartete auf das Zeichen und dachte währenddessen nach. Was wusste ich von Lisa? Ich war mit ihr in der Reisetagebuchgruppe zusammen. Dort hatte sie zu einem ordentlichen Teil die Sache mit den Fotos in die Hand genommen und nicht weniger selbst gemacht. Sie war mit Katie befreundet. Als wir zum Zeltplatz geritten sind, war sie bei uns dabei. Bei der gestrigen Zirkusvorstellung war sie aber nicht bei den Reitern, sondern beim Cheerleading...

Als Hannah ihm das Zeichen gab, zählte er auf: „Reiten, Cheerleading, Fotografieren.“

„Super, so schnell seit ihr bereits bei zwei Punkten. Lisa, was glaubst du, wen würde Peter mit auf eine einsame Insel benehmen, damit es nicht so langweilig wird?“, machte Hannah direkt weiter.

Da brauchte ich nicht lange zu überlegen. Ich schrieb auf die Tafel Bob und sah Hannah an. Sie wartete aber noch eine Weile, ehe sie Lisa das Zeichen gab.

Lisa zählte sicher auf: „Bob, Justus und Luke.“

Ich hatte gar nicht in Betracht gezogen mehrere  Menschen mitzunehmen, wobei Lisa definitiv Recht hatte. Jetzt irritierte mich meine eigene Antwort, warum hatte ich nur an Bob gedacht? War Bob bereits soviel mehr für mich?

Und in dem Moment sah ich Bob, wie er mit seiner Gruppe auf uns zu kam. Nun war Gruppe zwei auch noch angekommen oder fast. Mich machte der Anblick glücklich und beantwortete mir so meine eigene Frage. Ja das war er.

Hannah ließ sich davon nicht ablenken und verkündete uns: „Das macht schon drei Punkte. Glückwunsch. Dann kommt vor zu Kim. Ihr könnt euch euer Zimmer aussuchen, während Jørn das nächste Team zieht.“

Ich ging mit Lisa vor zu Kim, die uns erklärte: „Peter, du kannst dir nun ein Zimmer aussuchen. Nenn mir einfach eine Zahl zwischen eins und sechs und Lisa du bitte zwischen elf und sechzehn.“

Ich wählte die fünf und Lisa die elf, dann kam Derek, um uns in die Jugendherberge zu begleiten. Ich gab Justus die fünf als Zeichen und war mir sicher, daß er mich verstanden hatte. Wir bekamen noch mit, das Josh und Amber das nächste Paar waren, dann folgten wir zwei Derek in die Jugendherberge. Dort standen unsere gesamten Gepäckstücke in der Eingangshalle.

„Nehmt euch euer Gepäck, die Zimmer für die Mädchen sind im Erdgeschoß und die der Jungen im ersten Stock, die Zahl eures Zimmers steht groß auf der Tür und ist kaum zu übersehen. In einer Stunde gibt es dann Essen. Wir treffen uns dafür hier in der Eingangshalle und gehen dann gemeinsam zum Essen“, informierte er uns.

Ich bestätigte kurz, dann schnappte ich mir meinen Rucksack und ging die Treppe hoch. Die Zimmernummern waren tatsächlich nicht zu übersehen. Ich ging in das Zimmer mit der Nummer fünf und sah mich um, auch diesmal waren es Zweibettzimmer. Nur keine Doppelstockbetten sondern ganz normale Bettengestelle. Ich schmiss mich auf eins der Beiden und fand es super. Endlich wieder ein richtiges Bett.

Vom Bett aus, besah ich mir das Zimmer genauer. Es war definitiv kein Highlight. Die Töne grau in grau, die Fenster ließen sich nicht öffnen, aber wenigstens gab es auch hier wieder ein Waschbecken im Zimmer. Nach fünf Minuten war das schon wieder genug Ruhe für mich und ich räumte meine Sachen aus dem Rucksack aus.

Als ich gerade fertig war, würde die Zimmertür geöffnet und Luke trat ein. Und direkt freute ich mich, ich wollte gerne wieder mit Luke mir das Zimmer teilen. Luke sah sich um, runzelte die Stirn und meinte: „Hübsch geht anders, aber ansonsten scheint es okay zu sein.“

Ich stimmte zu. Als Luke seine Sachen weggeräumt und wir etwas gequatscht hatten, während er ein paar Runden mit dem Einrad im Zimmer drehte, gingen wir auf den Flur, um zu sehen, wo Justus und Bob untergekommen waren. Wir kamen im gleichen Moment an, in dem Bob ebenfalls das Zimmer bezog. Auch er war mit den Zimmern unzufrieden. Als Luke ihm zustimmte, meinte Bob aber dann, daß nur noch Ryan und Kelly übrig gewesen waren und daß er nur noch aufs Klo wollte, ehe sie gleich zum Essen runter gehen mussten.

Der komplett leere Speisesaal stach hervor. Nachdem die Flure und die Zimmer so trist waren, war der Speisesaal cool, farbenfroh und modern. Die Wände sahen so aus, als hätten künstlerisch talentierte Gleichaltrige sich ausgetobt. Wir standen alle am Eingang und bestaunten den unerwartet schönen Raum.

Die auch noch recht junge Herbergsmutti stellte sich uns vor und klärte auch gleich auf: „Hi ich bin Hope, ich habe die Herberge erst vor kurzem übernommen und aktuell sind wir gerade dabei der Jugendherberge einen neuen, frischen Look zu verpassen. Die letzte Gruppe hat während ihres Aufenthaltes den Speisesaal verschönert, die Gruppe davor den Gemeinschaftsraum. Ihr müsstet gerade noch die Tische und Stühle wieder verteilen, dann können wir mit dem Essen beginnen.“

Auch die Tische waren bunt. Außerdem waren sie rund und an jeden Tisch passten bequem 5 Stühle. Justus, Bob, Luke und ich setzten uns direkt an einen Tisch  und dachten erst, daß bei uns der fünfte Platz frei bleiben würde, aber ziemlich unerwartet kam Dean zu uns und setzte sich an den Tisch. Ganz begeistert erzählte er uns, daß er endlich wieder seine ganzen leeren Akkus aufladen konnte.

„Mit wem teilst du dir das Zimmer?“, fragte ich interessiert.

„Ich teile mir ein Zimmer mit Ian, aber der war noch gar nicht im Zimmer seitdem, sondern hatte sich wohl mit Amber irgendwo zum Knutschen verabredet“, erzählte Dean locker, bevor wir uns Essen holen gingen.

Zum Essen gab es einen Gemüseauflauf, die meisten zogen irgendwas an die Seite was sie nicht mochten. Ich aß es komplett und fand ihn ziemlich gut.  Nach dem anstrengenden vielseitigen Tag gingen wir noch in den Gemeinschaftsraum, der wirklich genauso toll gestaltet worden war, wie der Speisesaal. Hope erklärte uns, daß wir in den nächsten Tagen auch dazu beitragen würden, die Jugendherberge zu gestalten. Näheres würdrn wir dann morgen nach dem Frühstück erfahren.

In aller Ruhe ließen wir den Abend ausklingen und unterhielten uns. Nach diesem vielfältigen und anstrengenden Tag wollte wirklich keiner mehr ein Programm zur Unterhaltung haben. Nur noch Duschen und ins Bett...
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