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Klassenfahrt

von Nimue1979
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Bob Andrews Justus Jonas OC (Own Character) Peter Shaw
14.09.2021
06.06.2022
69
77.534
23
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Dieses Kapitel
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01.04.2022 1.018
 
Ich wartete geduldig auf die Rückkehr von Bob und überlegte kurz, ob ich es mal anders versuchen sollte und ihm erst einmal erzählen, wie gut mir Abigail gefiel und so in ein Gespräch zu kommen, bevor ich das Thema auf ihn umlenkte. An sich war die Idee sicher gut, nur war ich mir nicht sicher, ob die Zeit dafür ausreichen würde.

Ich winkte Bob zu mir heran, der hinter Peter und Luke in der Gruppe zum Zelt lief. Er sah mich und lenkte seine Füße in meine Richtung. Auch Peter bemerkte mich, sah mich fragend an, doch ich schüttelte leicht den Kopf, weil ich lieber zunächst mit Bob alleine reden wollte, bis ich wusste, um was es ging. Peter verstand mich und ging weiter ins Zelt, während Bob sich neben mich ins Gras in den Schneidersitz setzte und fragte: „Was machst du hier draußen?“

Er war dabei ungewohnt schroff, was mich irritierte. Das war eigentlich überhaupt nicht Bobs Art. Ich schluckte eine Entgegnung hinunter. Es brachte nichts jetzt zu provozieren, schließlich wollte ich ja genau deswegen mit ihm reden. Ich entschied direkt auf den Punkt zu kommen: „Seit du zu Peter hoch ins Zimmer wolltest, verhältst du dich sonderbar. Was ist denn los? Hast du dich mit Peter gestritten?“

„Nein, haben wir nicht! Peter kanns ja treiben mit wem und wann er will!“, knallte er mir angriffslustig vor die Füße. Ich hatte noch keine Ahnung, was ich mit dieser vorgeworfenen Bemerkung anfangen sollte, da sprang Bob schon wieder auf, ließ mich einfach wortlos sitzen  und folgte den Anderen ins Zelt.

Ich hätte gerne eine Erklärung für diesen merkwürdigen Spruch bekommen, aber er ließ mir keine Gelegenheit das weiter zu hinterfragen. Es machte wohl auch gerade keinen Sinn, er war scheinbar aktuell zu aufgebracht und die Zeit zudem knapp. Hoffentlich würde sich morgen eine bessere Möglichkeit ergeben.

Ich sah gerade noch, wie die Plane zu Bobs Zeltabteil von innen zugezogen wurde und ging dann in mein Zeltabteil, wo Ryan und Brandon schon auf mich warteten. Ich zog den Reißverschluss unserer Plane ebenfalls hinter mir zu und machte es mir in meinem Schlafsack gemütlich.

„Das war sowas von megakrass, was Luke da auf dem Fahrrad gemacht hat. Sowas hatte ich überhaupt nicht für möglich gehalten“, meinte Brandon gerade zu Ryan, die sich wohl noch über die Zirkusvorstellung unterhielten.

Ich dachte nach... Peter kanns ja treiben mit wem und wann er will!, hatte Bob mir an den Kopf geknallt und alle schwärmten gerade von Lukes großartiger Leistung. Peter verbrachte gerade viel Zeit mit Luke, mehr als mit Bob. Als Bob den Baum hochgeklettert war, waren Peter und Luke zusammen im Zimmer gewesen. Das alles sah doch irgendwie so aus, als wäre Bob eifersüchtig auf Luke. Aber das war doch Blödsinn, Peter konnte ja wohl mehr als einen guten Freund haben. Ich war ja schließlich auch nie eifersüchtig gewesen auf die Freundschaft zwischen Peter und Bob, auch wenn sie viel mehr noch aufeinander hingen, ihre Freundschaft immer noch intensiver wirkte, als die zu mir.

Und es war Blödsinn, Peter hatte keine Ahnung um was es ging und verhielt sich vollkommen normal ihm gegenüber, zumindest so wie vorher auch. Ich dachte an den Abend in der letzten Jugendherberge, wo Peter Bob den ganzen Abend massiert hatte, weil es ihm nicht gut ging. Bob brauchte sich definitiv keine Sorgen um ihre Freundschaft zu machen, auch wenn Peter sich auch mit Luke angefreundet hatte. Es sei denn... Ein Gedanke kam auf, wenn ich an die Innigkeit zwischen Peter und Bob dachte, doch ich verdrängte ihn direkt wieder, ehe er sich in meinen Kopf festsetzen konnte. Das war einfach zu weit hergeholt.

Sie waren Freunde, besonders gute Freunde, beste Freunde und Eifersucht war ein Gefühl, sie verwirrt und betrügt. Es war unsinnig nach einem rationalen Grund für die Eifersucht von Bob zu suchen, denn Eifersucht gehorchte keiner Logik. Sie war da oder eben nicht. Und tatsächlich verbrachte Peter viel Zeit mit Luke und Bob war das nicht möglich, das konnte vollkommen dafür ausreichen.

Noch einmal nahm ich mir vor mit Bob zu reden und griff dann noch in meinen Gedanken versunken nach meinem Buch. „Justus?“, sprach mich Brandon an und  riss mich damit aus meinen Gedanken.

„Ja?“, fragte ich und sah Brandon an.

Er schaute mich etwas verwirrt an, dann meinte er: „Ryan hatte gerade gemeint, daß deine Kartentricks richtig gut waren, aber du warst gerade nicht wirklich ansprechbar.“

„Ja, sorry, ich war gerade in Gedanken. Danke, ich fand eure Beiträge auch gut“, antwortete ich und schob das Thema Bob erstmal beiseite. Heute Abend hatte ich eh keine Möglichkeit mehr weiterzukommen.

„Naja meine Leistung war nicht so besonders, aber ich hatte total viel Spaß dabei“, erwiderte Brandon darauf und wirkte etwas verlegen.

„Ohne dich hatten die Mädchen das so nicht geschafft und auch wenn es nicht so beeindruckend aussah, hast du deinen Part gut gemacht“,  widersprach Ryan.

„Das sehe ich genauso. Ihr habt eine Teamleistung gezeigt und da solltest du deinen Teil nicht schmälern, ihr wart alle richtig gut“, stimmte ich Ryan zu.

„Und welches Mädchen gefällt dir von denen am Besten?“, wollte Ryan von Brandon mit einem leicht anzüglichem Grinsen wissen.

Brandon dachte nur kurz nach, dann antwortete er darauf ernst: „Mia.“

„Mia?“, echote Ryan ungläubig. „Ernsthaft?“

„Mag ja sein, daß sie kein Modeltyp ist, aber Mia ist super. Ich mag sie sehr“, erklärte Brandon ihm.

„Also ich finde von den dreien Phoebe noch am Besten. Und du Justus?“, antwortete Ryan und gab die Frage an mich weiter.

Normalerweise hielt ich mich aus solchen Gesprächen immer raus, doch ich sah es als großen Fortschritt, daß er mich überhaupt fragte, also antwortete ich ihm: „Abigail. Ich finde sie süß und sie ist total nett.“

„Wir sind uns ja einig“, lachte Ryan heiter.

„In dem Fall ist es doch von Vorteil, wenn man sich nicht einig ist“, merkte ich an.

„Stimmt wohl“, sagte Ryan und seufzte.

Dann rief Derek die Nachtruhe aus. Ich suchte die letzte Seite in dem Buch, die ich gelesen hatte, erwiderte im Flüsterton das „Gute Nacht“ von Ryan und Brandon und tauchte dann wieder tief in die Geschichte ein.
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