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Klassenfahrt

von Nimue1979
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Bob Andrews Justus Jonas OC (Own Character) Peter Shaw
14.09.2021
20.05.2022
64
70.892
22
Alle Kapitel
83 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
18.01.2022 991
 
Nacht 5
Bobs Sicht


Ich sah der Nachtwanderungsgruppe noch kurz nach und dann betrat ich das Zelt und holte meine Duschsachen, um zum Duschen zu gehen, während Justus und Josh mit Jørn im Vorzelt blieben, gingen alle Anderen, wie ich mit Derek mit.

Als wir zurückkamen, war es bereits fünf Minuten vor der Nachtruhe und Justus bereits in seinem Zeltabteil und so ging ich direkt zu meinem Schlafsack, nahm mir mein Buch und begann zu lesen.

Doch kaum hatte ich angefangen, verschaffte sich Jørn Gehör: „So in wenigen Minuten ist Nachtruhe. Dann sind bitte alle leise und zwar so leise, daß ich schlafen kann. Ich schlafe nämlich früh und stehe früh auf und biete den Frühsport an. Noch jemand Interesse, der bisher noch nicht dabei war? Derek ist immernoch länger wach und wird hier im Vorzelt lesen,   falls ihr Probleme haben solltet, könnt ihr ihn ansprechen, ansonsten sichert er die Einhaltung der Nachtruhe, bei Verstößen gegen die Nachtruhe wecke ich diejenigen morgen früh und ihr macht doch den Frühsport mit. Und nun gehen alle in die Schlafsäcke. Gute Nacht.“

Das Murren darauf, hielt nur kurz. Jeremias und Brian kamen zu mir in unser Zeltabteil.

„Oh wow, du liest Harry Potter ? Der Halbblutprinz ist super. Ich bin gerade im siebten Teil. Es war total spannend, aber meine Mom hat mir gesagt, ich soll es Zuhause lassen“,  meinte Brian sofort begeistert, als er mein Buch sah.

Ich grinste, ging an meinen Rucksack, zog den siebten Band heraus und reichte ihn Brian, der große Augen machte und dann übers ganze Gesicht strahlte. „Cool, Danke. Das ist ja genial. Dann kann ich endlich erfahren, wie es in Gringotts weitergeht, das ist so unglaublich spannend!“, schwärmte Brian.

„Du hättest auch einfach dir den Film ansehen und viel Zeit sparen können. Ihr wollt nicht wirklich beide jetzt lesen?“, kommentierte Jeremias die Situation. Offenbar konnte er es nicht fassen, daß wir beiden lesen wollen.

„Ich sehe mir doch nicht die Filme an, bevor ich die Bücher fertig gelesen habe. Die Spoilern doch nur“, antwortete Brian entrüstet und legte sich in seinen Schlafsack.

„Ich habe zwei Filme gesehen, das reicht mir. Ich versteh den Hype nicht, aber jetzt ernsthaft. Wir sind hier zwar einfach zusammengewürfelt worden und wir hätten wohl alle drei uns andere Zeltkollegen gewünscht, aber wir sollten das Beste draus machen, oder?“, sagte Jeremias und setzte sich auf seinen Schlafsack.

Ich warf ein, während ich die Plane zum Vorzelt zuzog: „Was willst du denn sonst tun? Jørn will direkt hinter der Zeltplane schlafen, Derek wacht über die Einhaltung der Nachtruhe hinter dieser.“

Jeremias Gesicht gefror, während er nachdachte und erkannte, daß ich Recht hatte. Mit den Betreuern im Zelt war kaum was anderes möglich als lesen. „Ihr habt ja Recht, aber ey ich hab kein Bock jetzt schon zu pennen. Ist nicht meine Zeit, bei meinem Handy hat sich der Akku verabschiedet und ein Buch hab ich gar nicht dabei“, klagte er düster.

Ich griff einfach nochmal in meinen Rucksack und zog den ersten Teil heraus und hielt ihn hoch. „Ich habe auch noch dieses hier dabei. Das ist der erste Teil, wenn du magst, kann ich ihn dir ausleihen für die Nachtruhe“, bot ich ihm an.

Jeremias zog skeptisch die Augenbrauen hoch. Doch dann rief Derek: „Ab jetzt gilt die Nachtruhe. Gute Nacht!“ Jeremias rollte die Augen, griff nach dem Buch und nickte kurz.

Mit den Taschenlampen lagen wir im Zelt und lasen alle drei. Brian war so gepackt von der Spannung, daß man es fast schon greifen konnte. Umso stärker wuchs die Vorfreude und ich konzentrierte mich aufs Lesen. Endlich kam ich auch mal richtig gut voran.

Ich war wohl der Erste der eingeschlafen war. Jedenfalls bekam ich nichts anderes mit, bis ich Mal wieder mit dem Kopf auf dem Buch einschlief.

Peter kam um mich zu wecken ins Zelt gekrabbelt. Er legte sich zu mir, ganz nah. Ich spürte wie er sich über mich beugte. „Guten Morgen, Bob“, flüsterte mir Peter ins Ohr, viel leiser und rauher, als sonst. Und dann küsste er mich. Nicht so wie Peter mich schon oft geküsst hatte, einen flüchtigen, freundschaftlichen Kuss auf die Stirn, die Wange oder ab und an auch mal auf die Lippen, sondern lang und sinnlich. Mein Her fing an zu rasen. Die Gefühle die in diesem Kuss mitschwangen waren definitiv nicht nur freundschaftlicher Natur.

Ich öffnete die Augen - Es war stockdunkel und ich konnte nichts sehen. Peter war weg - Nein er war nicht weg, er war nie hier gewesen. Peter war auf der Nachtwanderung Bund ich hatte einfach nur geträumt. Nur mein Herz, das raste wirklich.

Ich drehte mich um und seufzte. Jetzt vermisse ich Peter schon so sehr, daß ich von ihm solche Träume träumte. Das war wohl nicht mehr normal. Wie eifersüchtig konnte ich eigentlich auf Luke sein, daß ich mich in Peters Arme träumte, nur um dessen Aufmerksamkeit für mich alleine zu haben? Das nahm wohl schon krankhafte Tendenzen an. Peter war mein bester Freund, nicht mehr, nicht weniger, sowohl vor der Fahrt, als auch jetzt und so würde es auch bleiben nachdem wir wieder zu Hause waren. Das Peter sich in Luke verliebt hatte, veränderte an unserer Freundschaft nichts. Das Einzige was uns gerade räumlich trennte, war diese pädagogische Veranstaltung hier. Die Regeln hatten sich weder Luke noch Peter ausgedacht. Es war nicht ihre Schuld, daß sie beide in die gleiche Gruppe eingeteilt wurden und nicht Peter und ich.

Und dennoch konnte ich diese Eifersucht nicht abschütteln und wollte Luke loswerden. Hoffentlich zog Luke mit seinen Eltern bald wieder weg, wie sie es ja wohl oft taten. Am Besten nach, Europa, Asien, Australien oder Afrika, hauptsache möglichst weit weg, dann brauchte ich Peter nicht weiter mit Luke teilen und alles würde wieder wie vorher werden...

Ich schloß die Augen und versuchte an etwas anderes zu denken, um schnell wieder einzuschlafen. Doch das gelang mir nur so halb und ich schlief ein mit den Gedanken bei Peter.
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