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Klassenfahrt

von Nimue1979
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Bob Andrews Justus Jonas OC (Own Character) Peter Shaw
14.09.2021
25.01.2022
32
34.805
16
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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15.01.2022 2.244
 
Nacht 5
Peters Sicht


Es wurde bereits dunkel, als wir aufbrachen. Während wir mit unserem Lehrer, Tom und Hannah folgten, liefen wir in drei Zweiergruppen. Ich hielt mit Luke wieder ordentlich Abstand zu Kelly, die mit Dean wohl etwas flirtete. Doch Dean schien nicht darauf anzuspringen, vielleicht auch nur nicht, weil Ryan und Jeremias um Kelly buhlten und er den beiden, zu denen er wohl aufsah, nicht in die Quere kommen wollte.

Es wurde zunehmend dunkler, und als wir durch einen Wald spazierten mussten wir die Taschenlampen anmachen. Tom erzählte uns auf einmal eine spannende Gruselgeschichte und mir lief ein Schauer über den Körper und hinterließ eine Gänsehaut.

Und dann befanden wir uns auf einer Wegkreuzung und stellten fest, daß Hannah weg war. Niemand wusste seit wann sie nicht mehr bei uns war, doch Toms Besonnenheit ließ schnell erahnen, daß dieses Verschwinden geplant und Teil der Nachtwanderung war. Tom löste es relativ schnell auf und instruierte uns dann: „Hannah ist bereits mit dem Transporter am Ziel und wartet auf euch. Ich teile euch in Paaren auf und ihr geht dann mit zehn Minuten Abstand diesen Weg entlang. Ihr bekommt auf dem Weg zwei Aufgaben gestellt, die ihr lösen müsst. Wichtig ist ihr müsst unbedingt auf dem Weg bleiben. Und als Erstes gehen Peter und Kelly.“

Ich stöhnte, brauchte aber nicht zu wiedersprechen, denn das erledigte Kelly bereits für mich. Doch wie nicht anders zu erwarten, lehnte Tom das Tauschen ab. Ich fügte mich meinem Schicksal und lief mit gut zwei Meter Abstand zu Kelly neben ihr her.

Es war gruselig so fast allein im Wald nach dieser Gruselgeschichte ganz besonders. Leider merkte Kelly mir meine Angst auch an, unterbrach das Schweigen und stichelte immer wieder, ich sei kein Kerl, sondern ein Angsthase, der sie sowieso nicht beschützen könnte, da hätte Tom sie auch alleine gehen lassen können. Ich versuchte nichts davon an mich rankommen zulassen und erwiderte nichts, was gar nicht so leicht war.

Nach einigen Minuten laufen kamen wir zu einer Höhle, an ihrem Eingang hingen drei Briefe und einer davon war mit Peter und Kelly beschriftet.

Ich schnappte mir den Brief, ehe es Kelly tun konnte und sofort fing sie an zu schimpfen, warum ich sie nicht lesen ließ, aber ich hatte keine Lust bei ihr betteln zu müssen, um den Brief zu sehen oder gar nicht gesagt zu bekommen, was drin steht. Ich riss den Brief auf und las den Brief so, daß Kelly auch mitlesen konnte.

Hallo Peter, hallo Kelly
Nun müsst ihr euren Streit mal für eine Weile begraben und als Team funktionieren. Um die Nachtwanderung zu schaffen müsst ihr in die Höhle gehen und den roten Luftballon finden. An den müsst ihr rankommen, darin ist etwas versteckt, daß ihr ins Ziel bringen müsst. Danach geht ihr zur anderen Seite wieder raus und den Weg weiter zur zweiten Aufgabe.
Viel Erfolg

Ich schluckte; Kelly und ich sollten als Team zusammenarbeiten? Das konnte ja wohl nur schief gehen und auch Kellys Blick entnahm ich, daß sie das wohl genauso sah. Dennoch betraten wir ohne etwas zu sagen die Höhle, die sehr nach menschlichen Ursprungs aussah und folgten dem Tunnel.

An einer Abzweigung nach links blieben wir stehen und sahen uns an. Kelly wirkte nun zum ersten Mal unsicher. Also übernahm ich die Führung und entschied erst nach links zu gehen. Die Abzweigung führte nach 20 Metern in eine Sackgasse ohne daß wir einen roten Luftballon gefunden hätten.

Wir gingen also zurück und wieder nach links, um unseren Weg fortzusetzen. Noch zwei weitere Abzweigungen mündeten als Sackgasse. Immerhin verlief man sich so nicht.

Dann führte die vierte Abzweigung in eine Höhle und an der deutlich höheren Decke schwebten drei Luftballon: ein Roter, ein Weißer und ein Blauer. Das Problem war da dran zu kommen, mit Hüpfen erreichte ich ihn nicht ganz, obwohl ich groß war und zum Springen mitAnlsuf war der Boden zu steinig und uneben und damit mir das Verletzungspotenzial zu hoch.

„Wenn du es schaffst mich wie beim Cheerleading hochzuheben, kann ich mich auf deine Schultern stellen und komme ganz leicht an den Luftballon heran“, schlug sie vor.

Die Idee war zugegeben richtig gut, also ließ ich mich von ihr anleiten, was ich genau tun sollte und dann versuchte ich es. Es klappte auch so irgendwie. Elegant sah das bei mir ganz sicher nicht aus, aber es reichte damit Kelly den Luftballon erwischte und mit runterzog und sich keiner von uns beiden verletzte. Den Luftballon brachten wir mit einem Stein zum Platzen und drin war eine Haarklammer, eine ganz leichte rosane mit einer Feder angeklebt. Ich hob sie auf, gab sie Kelly, die sie sich ins Haar steckte.

Es war zwar nicht alles gut zwischen uns, aber zumindestens schien es tatsächlich etwas geholfen zu haben und Kelly stichelte immerhin nicht mehr gegen mich.

Der Weg hinaus war total einfach. Wir gingen an einer letzten Abzweigung vorbei, weil wir bereits den Ausgang sehen konnten. Draußen verzweigte sich der Weg in drei Richtungen doch am Wegweiser war ein weiterer Brief angebracht.

Für den Fall, daß ihr Hilfsmittel verwendet habt, räumt sie dahin zurück, wo ihr sie herhabt, damit die anderen Teams die gleichen Bedingungen vorfinden und setzt euren Weg fort. Ihr müsst den mittleren Weg nehmen.

„Na dann auf zur nächsten Aufgabe“, sagte ich auffordernd. Kelly nickte und wir gingen  jetzt ohne allzu großen Abstand  zur nächsten Station.

Wir liefen 5 Minuten, dann kamen wir an einen Bach. Er kam als Wasserfall von einem Berg zu unseren Rechten herrunter, überflutete den breiten Weg auf 10 Meter Länge, bevor er zur Linken wieder ziemlich steil herrunterstürzte. Irgendjemand hatte am der Kante nach unten, einen  sehr niedrigen Zaun gespannt, der wohl verhindern sollte, daß kleine Dinge über die Kante gespült wurden. Vielleicht spielten hier tagsüber Kinder mit kleinen Bootenoder aber das gehörte zur zweiten Aufgabe. Einige Steine bedeckten den Grund des Baches, aber keiner war so groß, daß man drüber laufen konnte, ohne bis zu den Knöcheln im Bach zu stehen.

Mir gefiel das nicht. Meine Schuhe waren wetterfest genug für eine Pfütze oder etwas Regen, aber nicht genug, um durch einen Bach zu waten. Und Kellys könnten noch so wasserfest sein, die waren nicht einmal hoch genug.

Während ich mir den Bach genauer angesehen hatte, hatte Kelly wohl den Brief gefunden und gelesen und reichte ihn mir.

Hallo Kelly, hallo Peter
Ihr dürft nicht vom Weg abweichen! Kommt über den Bach und lauft die letzte Etappe. Eure Farbe ist wieder rot. Stellt verwendete Hilfsmittel bitte wenn ihr drüben seid an die Seite, so daß die nachfolgenden Paare, die gleichen Vorraussetzungen haben.

Ich schaute zu Kelly, die offensichtlich gerade wieder schlechte Laune bekam. Wir hatten 5 rote Metalleimer zur Verfügung, um über den breiten Bach zu kommen. Im Gegensatz zu Kelly war mir klar, was das für ein Spiel sein sollte. „Gummistiefel wären jetzt hilfreicher als Eimer“, maulte Kelly. „Ich habe keine Lust mir nasse Füße zu holen und wir können schlecht den ganzen Bach leeren mit den Eimern.“

„Mit den Eimern kommen wir trockenen Fußes drüber. Ich zeig dir wie“, antwortete ich so freundlich, wie ich konnte, um die halbwegs erträgliche Stimmung gerade nicht zu gefährden. Ich nahm die fünf Eimer hoch stellte den Ersten mir der Öffnung nach unten ins Wasser und setzte meinen Fuß drauf, dann stellte ich den zweiten Eimer einen Schritt  weit davor ins Wasser und zog mit meinem zweiten Fuß nach. Wieder stellte ich den nächsten Eimer vor mich ins Wasser und machte einen Schritt nach vorn. Als ich auf Eimer vier und fünf stand, forderte ich Kelly auf, auf Eimer zwei und drei zu folgen und mir Eimer eins zu geben. Das klappte tatsächlich gut und wir waren fast auf der anderen Seite, als Kelly plötzlich aufschrie und hinter mir ins Wasser fiel.

Sie stolperte nicht einfach nur und stand dann doch mit beiden Füßen im Wasser und musste  mit nassen Füßen die restliche Strecke zurücklegen, sondern fiel der Länge nach hin und nicht nur, daß sie komplett nass war, schlug sie auch noch hart mit dem Gesicht auf. Kelly schrie und weinte sofort und ich vergaß augenblicklich die Aufgabe und all den Ärger, der sich zwischen uns in der Vergangenheit aufgestaut hatte, sprang ins Wasser und half ihr sich aufzurichten. Kelly blutete im Gesicht, ließ mich aber nicht schauen, sondern presste jammernd die Hände ins Gesicht und war überhaupt nicht ansprechbar. Vermutlich stand sie unter Schock.

Ich versuchte es erst gar nicht lang sie zu überzeugen, sondern zog sie auf meinen Arm und trug sie so schnell ich konnte, den Weg weiter. Nach vielleicht einem Kilometer kam der Waldrand in Sicht, wo Hannah auf uns wartete.

Als Hannah mitbekam, daß etwas nicht stimmte, eilte sie uns entgegen. „Was ist passiert?“, wollte Hannah augenblicklich wissen und versuchte einen Blick auf Kellys Gesicht zu erhaschen, doch die presste immernoch jammernd die Hände vors Gesicht.

„Sie ist im Bach gestürzt. Ich habe es nicht richtig gesehen, sie stand hinter mir auf den Eimern. Auf jeden Fall ist sie gestürzt und muss mit dem Gesicht auf einen Stein  aufgeschlagen sein“, berichtete ich Hannah kurz was geschehen war, lief aber weiter bis zum Transporter.

Hannah rannte vor, öffnete die Tür und ich setzte Kelly auf den Beifahrersitz. „Ich fahr sie direkt zum Arzt. Hier ist das Funkgerät, informiere bitte Tom und warte hier auf die Anderen, damit sie wissen, daß hier das Ziel ist“, instruierte mich Hannah, schloß die Autotür und ging um den Wagen herum.

„Selbstverständlich!“, versprach ich Hannah, nahm das Funkgerät entgegen, sah wie sie ins Auto stieg und rief per Funkgerät nach Tom.

Ich informierte Tom und Mr Carmichael kurz darüber, daß Hannah Kelly zu einem Arzt fahren musste und ich am Ziel nun warten würde und er informierte mich, daß die anderen beiden Paare bereits losgelaufen waren und sie ihnen nun folgen würde.  Mr Carmichael fragte mich noch einmal, ob es für mich okay war, dort auf die Anderen zu warten, was ich bestätigte. Ich solle ihnen kurz melden, wenn die Anderen angekommen waren. Das versprach ich ihm und dann stand ich da. Alleine nachts im dunklen Wald mit einer Taschenlampe, durchnässt und hatte eine Gänsehaut vor Grusel und weil ich anfing zu frieren.

Zum Glück dauerte es nicht lange da kamen Luke und Phoebe. Sie lachten gut gelaunt und ich gab Tom per Funk durch, daß Luke und Phoebe jetzt in Sichtweite und alles in Ordnung war.

„Hey, wo ist Kelly, wo ist Hannah, warum bist du so nass? Ist das Blut? Was ist passiert?“, fragten die beiden mich erschrocken, als sie langsam die Situation erfassten.

„Kelly ist im Bach gestürzt. Sie hat geblutet und ich musste sie tragen, Hannah hat sie direkt zu einem Arzt gefahren. Wir sollen hier auf Tom  und Mr Carmichael warten“, erklärte ich den beiden.

„Ist sie schlimm verletzt?“, wollte Phoebe wissen und klang ein wenig besorgt.

„Ich weiß nicht. Sie ist nur von dem Eimer in den Bach gefallen, aber sie hat geblutet und stand unter Schock, ich konnte die Verletzung nicht sehen“, antwortete ich unsicher.

„Zieh mal dein Shirt aus. Du frierst ja schon, weil es klatschnass ist, abgesehen davon sieht das schlimm aus mit den Blutflecken“, forderte mich Luke auf und ich kam der Aufforderung nach. Luke zog sich seinen Pulli aus, unter dem er noch ein T-Shirt trug und reichte mir seinen Pulli, der angenehm warm war und den ich dankend annahm.

Es dauerte fast zehn Minuten noch bis Tom und Mr Carmichael mit Angelina und Dean zusammen bei uns ankam, die er wohl schon informiert hatte, was passiert war. Tom und Mr Carmichael, die, wie mir jetzt erst auffiel Gummistiefel trugen, ließen sich von mir das Funkgerät geben, Tom steckte es sich ein und schlug dann vor: Wir können hier auf Hannah warten, aber ich kann nicht einschätzen, wann sie zurückkommt. Wir könnten aber auch zu unserem Zeltplatz laufen, dann sind wir in einer halben Stunde dort und wenn Hannah früher kommt, sieht sie uns und kann uns einsammeln.

„Laufen!“, riefen Luke, Angelina und ich direkt. Ich wollte lieber in Bewegung bleiben, denn ich fror immernoch, kein Wunder meine Hose und meine Schuhe waren nass und hier in einem Wald nachts in den Rocky Mountains war es nicht so warm, wie bei uns am Strand.

Phoebe sah mich kurz an, dann nickte sie und sagte: „Okay.“  Und Dean fügte sich der Entscheidung der Gruppe.

Wir waren die halbe Strecke gelaufen, da kam Hannah mit dem Wagen angefahren und holte uns ab. „Kelly geht es schon wieder besser. Sie hat sich wohl den Knöchel etwas vertreten, Nasenbluten, die Lippe ist etwas aufgeplatzt, sie hat eine Abschürfung im Gesicht, ansonsten nur einen gehörigen Schreck. Sie wird jetzt auf dem Reiterhof ärztlich versorgt und dort schlafen, sobald das Nasenbluten aufgehört hat. Wahrscheinlich ist sie dann morgen schon vor uns bei den Anderen im Zeltlager“, informierte Hannah uns alle auf einmal.

Nur wenige Minuten später im Zelt zog ich mich einmal um für die Nacht. Ich bemerkte Lukes Blick, wie er mich ansah, doch mehr als das, war heute leider nicht möglich, abgesehen davon daß ich müde war, waren wir nicht alleine im Zelt.

Bis zum Einschlafen stellten wir fest, daß wir auf ganz unterschiedliche Lösungswege gekommen waren, was ich ziemlich interessant fand, da ich dachte das wäre so klar gewesen, wie die Aufgaben zu lösen waren.  Zum Beispiel hatte Dean mit einem spitzen Stein nach dem Luftballon geworfen und den Ballon so zum Platzen gebracht.
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