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Ink and Eyelashes

Kurzbeschreibung
GeschichteHorror, Übernatürlich / P16 / Mix
Basira Hussain Gerard Keay Jonathan Sims Martin Blackwood Melanie King Rosie Zampano
13.09.2021
08.05.2022
2
3.914
 
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13.09.2021 1.559
 
A/N: Die Muse kam in Form des Updates, dass es jetzt die Kategorie „The Magnus Archives“ gibt und hier bin ich. Disclaimer: The Magnus Archives is a podcast distributed by Rusty Quill and licensed under a Creative Commons Attribution Non-Commercial Sharealike 4.0 International licence. Ich bin nicht Rusty Quill, ich verdiene kein Geld, man kennt es. Ich wünsche euch viel Spaß bei was auch immer das hier genau wird. Bisher steht fest, es wird nicht canon-treu. Und Entschuldigung für gewöhnungsbedürftige Eindeutschversuche.


Prolog: Am Anfang ist alles (ein bisschen) anders



„Du bist tot. Also versteh mich nicht falsch ich... ich sehe, dass du nicht tot bist. Aber im Krankenhaus haben sie deinen Totenschein. Sie haben ihn mir gezeigt. Die Schwestern haben dich… wie?“
Jon wusste nicht genau, wie er hier hergekommen war. Er hatte zu seiner Unterkunft gewollt, nachdem er im Krankenhaus in Pittsburgh nicht weitergekommen war. An nächsten Morgen hätte er es noch in der Polizeistation versucht, bevor er mit dem Bus weiter ins Innere der Staaten gereist wäre. Er hatte sich verlaufen, nachdem er wegen einer Baustelle nicht in die Straße konnte wo er wollte und jetzt saß er hier, in einem Tarot-Shop in den USA während zuhause das Ende der Welt weiterlief.

Und ihm gegenüber saß Gerard Keay.
Ihm beschlich das bittere Gefühl, dass was auch immer ihn hier her gelockt hatte kein dummer Zufall gewesen war. Das war absurd. Solche Dinge passierten nicht zufällig. Sein Blick huschte über die Decken des kleinen Ladens. Der Geruch nach Räucherstäbchen und billigen Tabakqualm hatte ihm anfangs fast die Tränen in die Augen getrieben und er hatte nicht bemerkt, wie eng der Verkaufsraum war. Über und Über stapelten sich Kisten, Säckchen und anderer Krimskrams, teilweise so hoch, dass man die dunkelrot gestrichenen Wände kaum noch erkennen konnte. Doch was auch immer er an der Decke suchte, er fand es nicht.
„Es gibt mehrere Wege, die Inkarnation einer Entität zu werden. Sterben ist einer der beliebtesten. Die Angst vor dem Tod hat den Dreh raus, wie man Menschen dazu motiviert, verrückte Dinge zu tun.“ erzählte Keay, der den Stummel seiner Zigarette in einem Porzellanschale ausdrückte. Seine Finger steckten in schwarzen Lederhandschuhen, farblich passend zu dem Rest seiner Kleidung. Seine Haare waren unachtsam hinter dem Kopf zusammengebunden und verdeckten nicht den Blick auf sein schmales, blasses Gesicht und die silbernen Ringen in seinen Ohren. Die blau-grünen Augen stachen umrahmt von zu viel Kajal heraus. Jon hatte ihn sich immer jünger vorgestellt als er es tatsächlich war. Doch diese Augen hatten mehr gesehen als gut für irgendeine Person jeden Alters sein konnte. Am Rande seine Haaransatzes zeichneten sich rot die schwülstige Naht einer OP ab, die längst besser verheilt sein sollte. Gut, in Anbetracht der Tatsachen sollte sie gar nicht verheilt sein.

„Also bist du der Avatar einer solchen Entität?“ fragte Jon zur Sicherheit nochmal nach. Ob er auch gleich versuchen würde ihm Schmerzen zuzufügen? Es wäre ihm lieber, er würde es nicht tun.
„Wohl oder übel. Ich dachte ehrlich gesagt, ich wäre noch nicht tief genug in die Fänge des Auges geraten aber so ist das. Man weiß nie, woran man ist, außer es ist längst zu spät.“ Jon nickte bedächtig, als hätte er Angst, eine zu rasche Bewegung würde das Netz aus Informationen zerreißen, dass er gerade frisch in seinem Kopf spann.

„Gut, gut ich verstehe. Es gibt diese Entitäten, diese Wesen, die wie unsere Ängste sind. Das Auge ist eines von ihnen und so wie ich es sehe, dienen wie beide ihm.“ Gerard nickte.
„Das Auge, Beholding, der unaufhörliche Beobachter. Die Angst, gekannt zu werden, die Angst beobachtet zu werden, die Angst vor schlecht gewahrten Geheimnissen.“
„Und diese Wesen, sie können nicht in unserer Welt existieren. Aber es gibt Möglichkeiten, das zu bewerkstelligen. Rituale.“ fuhr Jon fort, die Augen auf Gerard gerichtet.
„Einige ihrer Anhänger glauben, dass wenn man genug Angst erzeugt, irgendwann die Entität stark genug ist, um die Grenze zwischen den Realitäten einzureißen. Aber soweit bist du ja offensichtlich schon.“

Jon schüttelte den Kopf.“ Eines dieser Wesen, ich glaube sie nennen ihn „der Fremde“, seine Anhänger versuchen ein Ritual durchzuführen. Und ich muss sie aufhalten.“ Gerades Miene verfinsterte sich.
„Ihr ist es also nicht gelungen, bevor sie...?“ fragte er und Jon schüttelte den Kopf.
„Ich bin hier, um ihr Werk zu Ende zu führen. Du und Gertrude, ihr habt versucht, Hinweise zu finden um es aufzuhalten. Was habt ihr gefunden?“ doch der schwarzgekleidete Mann schüttelte nur den Kopf.
„So einfach ist das nicht.“ murmelte Gerard.
„Nicht? Wieso?“ fragte Jon und bemerkte, wie sein Gegenüber sich verkrampfte. Er hatte ohne darauf zu achten seine Fragen gestellt.
„Alles in dieser Welt hat seinen Preis. Du musst deinen Gott“, er spie das Wort regelrecht aus, „nähren oder er beginnt, dich zu verzehren. Wie wahr dieser Satz ist, musste ich auch erst lernen, als ich wieder aufgewacht bin. Vielleicht hat sie deshalb nicht nach mir gesucht, nachdem ich aus der Leichenhalle geflohen bin. Ich wäre mehr eine Belastung als eine Hilfe gewesen in diesem Zustand.“ Der letzte Satz war kaum mehr als ein Flüstern.

„Ich verstehe nicht.“
„Die genauen Umstände, tun hier nichts zur Sache. Aber wie ich bereits erzählt habe, hängt die Gunst meines Herren stark davon ab, wie gut ich das tue, weswegen er mich weiterhin am Leben gelassen hat.“
Jon schluckte.
„Was willst du?“ Keay zuckte mit den Schultern.
„Nicht viel. Nur dein dunkelstes Geheimnis. Oder eher das dunkelste Geheimnis, welches dir als erstes einfällt. Aber je mehr dur dich fürchtest, dass jemand von dem Geheimnis erfährt, desto besser sind in der Regel die antworten, die ich dir geben kann.“
„Das ist ein Scherz.“ Das musste ein Scherz sein. Der Mann ihm gegenüber machte die Rettung der Welt davon abhängig, ob er Kummerkasten spielen durfte oder nicht?
„Ich befürchte nein.“
„Kannst du versprechen, es niemanden zu erzählen?“ Gerard verzog nur belustigt das Gesicht.
„Selbstverständlich nicht.“
„Natürlich.“ Was hatte er auch anderes erwartet. Keay schob ihn einem Zettel zu.
„Einmal aufschreiben und signieren, bitte.“ Jon kramte einen roten Kugelschreiber hervor, den er am Flughafen hatte mitgehen lassen und starrte auf den achtlos abgerissenen Notizzettel. Der andere Teil war wohl ein Einkaufszettel gewesen, Jon konnte in kleinen Lettern noch den Wortfetzen „C.Wasc“ erkennen. Er warf noch einmal einen Blick zu Gerard, der ihn jetzt nur noch mit einer gewissen Traurigkeit auf dem Gesicht musterte. Dann begann er zu schreiben.

„Fertig.“ Er schob den Zettel wieder zurück. Keay seufzte und streifte in einer vorsichtigen Bewegung die Handschuhe an. Zum Vorschein kamen lange, bleiche Finger deren Knöchel jeweils tätowierte Augen zierten, so wie Lesere Saraki es in seinem Statement beschrieben hatte. Jedoch konnte er keine Spur der Verbrennungen erkennen, die der Pfleger beschrieben hatte. Gerard hob den Zettel auf und begann zu lesen. Als er fertig war, schob er den Fetzen Papier in eine Tasche seiner mit Schnallen übersäten Hose.
„Mehr war es gar nicht.“ er zwinkerte ihm aufmunternd zu doch das trug nichts dazu bei, um Jon zu beruhigen. Anstatt ihm in die Augen zu sehen starrte er weiter auf die mit Tattoos Hände. Ihm wäre es lieber gewesen, wenn ihn diese Tattoos nicht auch zugezwinkert hätten

„Wo fangen wir am besten an. Wie viel weißt du über Smirkes Vierzehn?“




„Viel mehr kann ich dir dazu auch nicht sagen. Das wirst du selbst herausfinden müssen.“ schloss Gerard seinen Vortrag. Jon schwirrte der Kopf. Er brauchte eine Zigarette. Eher eine ganze Schachtel. Nicht, dass er viel davon nicht schon gewusste hatte aber dazusitzen und zu hören, wie jemand wusste, worum es ging anstatt einfach im Dunklen zu tappen wie er es die letzten Jahre getan hatte… Er wünschte, er das alles schon früher gewusst. Aber nein, es hatte ja anders kommen müssen, weil sein Boss es so gewollt hatte.
„Bisschen viel auf einmal nehme ich an?“ fragte Gerard, der den Kopf zur Seite gelegt hatte und ihn mit einem mitfühlenden Blick betrachtete.
„Kann man so sagen.“ murmelte Jon, „Ich denke ich werde morgen meinen Bus stornieren und zurück nach London fliegen. Ich befürchte, viel mehr werde ich nicht mehr herausfinden.“ Gerard nickte.
„Viel mehr Zeitverschwendung wirst du dir nicht leisten können, wenn das Ritual kurz bevorsteht.“
„Seh´ich ähnlich.“ Jon stand auf und griff nach seiner Jacke.

„Du könntest mitkommen. Wir könnten dich gut brauchen.“ meinte er zu Gerard und scholt sich im selben Moment für die Idee.
„Flugreisen für einen Toten sind leider ein wenig kompliziert. Und denkst du wirklich, ich würde mein ruhiges Leben dafür aufgeben, um wieder Monster zu jagen?“ Hilflos zuckte Jon mit den Schultern, doch Gerard fuhr fort.
„Die Antwort ist vermutlich, dass es, wie immer, egal ist, was ich denke. Das Auge wird dich nicht umsonst zu mir geführt haben, also gehe ich stark davon aus, dass es vorbei ist mit meinem Wellnessurlaub.“
„Und wie willst du hier weg kommen?“ Er konnte die Skepsis in seiner Stimme nicht verstecken und Gerard zuckte nur mit den Schultern.
„Das lass mal meine Sorge sein. Geh und rette die Welt! Ich komme nach so schnell es geht nach. Wenn es bis dahin noch ein „Danach“ gibt.“ Jon lächelte zögerlich.
„Danke für deine Hilfe, Gerard.“
„Gerry, bitte.“ Jon hob eine Augenbraue.
„Gerard hat mich nur meine Mutter genannt.“
„Danke... Gerry. Gibt es sonst noch etwas, dass ich wissen sollte?“ Gerrys Mundwinkel kräuselten sich zu einem Lächeln

„Nur eins noch. Vertraue auf keinem Fall Elias.“
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