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Wo die Liebe hinfällt...

von Becci-9
Kurzbeschreibung
GeschichteSchmerz/Trost / P12 / Het
Wincent Weiss
13.09.2021
13.09.2021
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Ich dachte, ich versuche mich auch einmal am Schreiben. Ich bin nicht die Beste darin, also seht mir eventuelle Fehler bitte nach.
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Es ging ihr schlecht. Es ging ihr wirklich schlecht heute. Es war der schlechteste Tag überhaupt. Und mir war klar, lange dauert es nicht mehr. Und das dann ausgerechnet an diesem Tag, auf den sie sich so lange gefreut hat. Ich hatte gehofft, sie würde diesen Tag noch erleben dürfen, ihren großen Helden sehen dürfen. Doch dann passierte etwas, was mein ganzes Leben verändern sollte.
„Es tut mir leid Madeleine, sie ist zu schwach. Sie kann leider nicht runter.“ Die Krankenschwester, Silvia, legt mir eine Hand auf die Schulter.
„Aber sie hat sich so gefreut. Die ganze Woche hat sie von nichts anderem erzählt.“ Mir stehen die Tränen in den Augen, wie so oft in den letzten Tagen.
„Es tut mir so leid, wirklich! Ich weiß ja auch, was ihr das bedeutet. Und dir natürlich auch.“ Silvia zieht mich in eine liebevolle Umarmung. „Unser Superstar kommt gleich, vielleicht kann ich ihn ja überreden, dass er zu der kleinen Emma nach oben kommt.“
„Danke Silvia!“ Ich wische mir über die Augen. „Ich weiß nicht, was ich ohne dich tun sollte.“
„Du gehst jetzt erstmal wieder zu deiner kleinen Emma und nimmst sie in den Arm. Das ist alles, was du gerade tun kannst. Sie braucht ihre Mama.“
Ich nicke, versuche ein Lächeln aufzusetzen und gehe wieder zurück in das Krankenzimmer. Meine kleine Emma sitzt blass und schwach in ihrem Bett. Sie sieht so verloren in diesem großen Bett aus.
„Gehen wir jetzt runter Mama?“ Sie spricht sehr leise, so müde wie sie ist.
„Es wird viel besser. Dein lieber Wincent kommt zu uns.“ Ich hoffe es zumindest, aber was ich in den letzten Tagen so über ihn gelesen habe, sollte er das machen. Oder?
„Echt? Nur zu mir?“ Emmas Augen strahlen ein wenig und mir steigen wieder Tränen in die Augen.
„Ja. Aber bis dahin-“ Ich streife meine Schuhe ab und gehe zu ihr ins Bett. „kuscheln wir noch ein wenig.“ Ich ziehe meine Tochter fest an mich. Kurze Zeit später ist sie eingeschlafen.
Etwa eine halbe Stunde später klopft es an der Tür. Ich schaue auf Emma, doch sie schläft noch.
„Ja?“
Silvia öffnet leise die Tür. „Er kommt in einer halben Stunde hoch. Ich hab ihm gesagt, deine Emma ist sein größter Fan und kann leider nicht runterkommen.“ Sie steht am Bett und redet leise.
Ich lächel. „Danke Silvia!“
„Bei mir musst du dich nicht bedanken, eher bei dem hübschen Musiker.“ Sie zwinkert mir zu.
Ich verdrehe die Augen. „Ja klar, erst dieser Arzt und jetzt ein Musiker. Silvia, ich muss mich um Emma kümmern und hab keine Zeit für eine Beziehung. Emma braucht mich. Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass er sich auf ein todkrankes Kind einlässt.“
„Madeleine, das war ein kleiner Spaß. Ich weiß, dir ist zur Zeit nicht so danach, aber ich weiß, dass du jemanden brauchen wirst. Du musst das nicht alleine durchstehen.“
„Ich hab doch dich. Und das reicht mir. Außerdem kann der doch ersten jede haben, wieso dann mich. Und zweitens, hast du den mal gesehen? Der sieht aus, als wäre er 15!“
„Also hast du ihn jetzt doch mal gegoogelt.“ Silvia grinst und verlässt dann wieder das Zimmer.
Sie hat recht. Alle haben davon geschwärmt, wie gut dieser Wincent Weiss aussieht. Ich hatte immer andere Sorgen und habe seine Musik wenn nur zusammen mit Emma angehört.
Es wär schön blöd nicht an Wunder zu glauben
Ja. Wenn das mal so einfach wäre. Aber ich habe ihn tatsächlich gegoogelt und wenn ich nicht eine todkranke Tochter hätte, könnte man mir eventuell auch mit ihm kommen. Aber er sieht schon sehr jung aus, soll aber zwei Jahre älter sein als ich.
Ein erneutes Klopfen an der Tür reißt mich aus meinen Gedanken. Emma schläft immer noch. Ich stehe vorsichtig auf und gehe zur Tür. Gerade als ich sie öffnen will, wird sie von außen geöffnet und ich renne in einen großen Mann rein. Wincent Weiss.
„Oh, sorry!“ Ich schrecke zurück und schaue nach oben. Ziemlich weit nach oben.
„Ich muss mich entschuldigen, ich hätte ja nicht die Tür öffnen müssen.“ Wir sehen uns genau in die Augen. Dieses braun. Nein, stopp Maddie! Ich schaue weg, hinter ihn. Das hätte ich nicht tun sollen. Denn da steht Silvia und lächelt mich wissend an.
„Mama?“ Eine leise Stimme dringt von hinten an mich.
„Ja mein Schatz, ich bin hier.“ Ich drehe mich um und gehe zurück zur Emma ans Bett. „Soll ich dir mal zeigen, wer jetzt hier ist?“
Emma sieht mich fragend an. Ich drehe meinen Kopf und gebe Wincent ein Zeichen, dass er rein-kommen soll. Er kommt wirklich alleine mit seiner Gitarre rein. Eben war er noch in Begleitung von einem anderen jungen Mann, aber der bleibt draußen.
„Hallo Emma.“ Wincent lächelt sie an.
Emmas Augen werden ganz groß. „Mama, das ist Wincent Weiss.“
Ich lächel. „Ich weiß meine Süße.“
Emma versucht sich aufzusetzen. Ich gehe schnell auf die andere Seit vom Bett und helfe ihr. Ich fahre das Kopfteil vom Bett hoch und setze mich hinter sie.
„Und du bist der echte Wincent?“
„Ja, bin ich.“
„Kannst du das beweisen?“
Wincent sieht mich Hilfe suchend an, doch ich zucke nur mit den Schultern. Wie soll ich ihm helfen das zu beweisen? Ich kannte bis vor ein paar Tagen nur seine Stimme.
„Wünsch dir doch ein Lied von ihm.“ Ich schaue Emma an.
„Kein Lied.“ Emma lächelt. Es ist schön sie so zu sehen.
„Aber du kennst doch alle seine Lieder. Da kannst du dir doch eins wünschen.“ Ein wenig verwirrt schaue ich sie an. Im Augenwinkel sehe ich, dass Wincent leise lacht. Ich sehe zu ihm.
„Einer meiner Songs heißt ‚Kein Lied‘.“
Ich werde rot. „Oh.“
„Ach Mama.“ Emma streicht mit ihrer kleinen zarten Hand über meine Wange. „Ist doch nicht schlimm.“
Wincent lächelt. „Also ‚Kein Lied‘?“
Emma nickt und er fängt an zu spielen und zu singen. Er hat eine schöne raue Stimme. Wie bei vielen klingt es live ganz anders als auf den CDs. Danach singt er noch ein paar andere Songs und zum Schluss auch ‚An Wunder‘. Da ist es bei mir endgültig vorbei und ich kann meine Tränen nicht zu-rückhalten. Vorher schon Emmas endlich wieder strahlende Augen zu sehen und jetzt auch noch dieser Song. Emma kuschelt sich eng an mich. Wincent beendet den Song und auch er muss sich eine Träne aus den Augen wischen.
„Das war schön Mama.“ Emma gähnt.
„Ja, das war es wirklich.“ Ich streiche ihr über den Kopf und lächel Wincent dankend an. Er lächelt schüchtern zurück.
„Sag mal Emma, wollen wir noch ein Foto machen?“ Wincent legt seine Gitarre zur Seite.
„Ja.“ Emma nickt leicht. Ich stehe auf und nehme mein Handy aus der Tasche. Wincent setzt sich zu Emma und ich mache ein Foto von den beiden.
„Mama, du musst auch mit rauf.“
„Aber wer soll denn dann das Foto machen?“ Ich halte unschlüssig mein Handy in der Hand.
„Silvia.“ Der Vorschlag meiner Tochter klingt gut, also gehe ich kurz auf den Flur und bitte die Lieblingskrankenschwester meiner Tochter rein.
„Na dann, lächeln ihr drei!“
Ich habe mich an die andere Seite von Emma gesetzt und lege einen Arm um sie. Plötzlich legt sich eine warme Hand auf meine Schulter. Ich zucke leicht zusammen und sehe zu Wincent. Auch er sieht ich an und lächelt leicht. Ich lächel auch und dann schauen wir in Richtung Handy.
„Das hätten wir! Und Emma, war es schön?“
„Ja.“ Emma gähnt wieder.
„Da ist aber jemand ganz schön müde. Dann schlaf mal schön.“ Wincent steht wieder auf.
„Gute Nacht.“ Emma legt sich hin.
Ich fahre das Kopfteil vom Bett wieder ein Stück nach unten und Emma kuschelt sich in ihr Kissen.
„Schlaf gut. Ich bin gleich wieder da.“ Emma hat die Augen schon geschlossen, nickt aber noch kurz. Ich drücke ihr einen Kuss auf den Kopf, decke sie zu und verlasse dann mit Silvia und Wincent das Zimmer.
„Ich weiß gar nicht, wie ich dir danken soll Wincent. Emma ist jetzt so fertig, aber ich habe sie seit Wochen, eigentlich Monaten nicht mehr so strahlen gesehen.“
„Das habe ich doch gerne gemacht! Silvia hatte mir gesagt, dass Emma mein größter Fan ist, sie aber leider zu schwach ist, um zum Konzert runterzukommen. Das war für mich gar keine Frage, dass ich dann nochmal hochgekommen bin. Es freut mich ja auch immer, wenn ich den kleinen und auch den Eltern eine Freude machen kann.“
„Ich bin dann mal weg, ich werde gerufen. Vielen Dank Wincent, dass Sie hier waren und alles. Es ist echt nicht selbstverständlich, dass sich ein Künstler wie Sie so viel Zeit nimmt.“ Silvia geht, dreht sich dann nochmal um und zwinkert mir zu.
„Ähm, ich weiß ja nicht, ob du zurück zu deiner Tochter willst, aber ich würde mir jetzt einen Kaffee und einen kleinen Snack aus der Cafeteria holen. Darf ich dich einladen?“ Er sieht mich schüchtern an. Ganz anders als zuvor, wo er mit seiner Gitarre an Emmas Bett saß.
„Äh, ja klar, gerne. Emma schläft jetzt erstmal ne Weile. Und alle haben hier meine Handynummer, sie können mich anrufen, falls was ist. Und außerdem klingt ein kleiner Snack echt gut.“ Ich lächel leicht.
„Sehr schön. Du weißt, wo die Cafeteria ist?“
„Ja, komm mit.“ Wir gehen zu den Fahrstühlen und fahren mit einem nach unten.
„Äh, ich weiß, dass deine Tochter Emma heißt, aber wie du heißt, weiß ich noch gar nicht.“ Wincent sieht mich an. Er wirkt wieder so schüchtern und umklammert mit einer Hand seinen Gitarrenkoffer.
„Madeleine.“ Ich sehe kurz hoch, doch schaue dann wieder weg.
„Ein schöner Name, genau wie Emma.“ Ich kann hören, dass er lächelt.
„Danke.“ Ich bin froh, dass der Fahrstuhl jetzt unten angekommen ist und wir rauskommen. Irgendwie war das gerade komisch.
Wir gehen die paar Schritte bis zur Cafeteria und gucken erstmal, was es so gibt.
„Hast du Empfehlungen?“ Wincent sieht mich an.
„Ich weiß ja nicht, was du willst. Also die belegten Brötchen sind eigentlich immer sehr gut und der Kuchen größtenteils auch. Wir müssen mal gucken, heute ist ja Samstag, da gibt es manchmal so einen frischen Apfelkuchen, der ist richtig gut.“
„Also Kaffee und Apfelkuchen? Oder hättest du lieber einen Cappuccino oder Latte Macchiato?“
„Ähm, ich nehme gerne einen Latte Macchiato und ein kleines Stück Apfelkuchen.“
„Sehr gut. Darf ich dir kurz meine Gitarre in die Hand drücken, dann hole ich das schnell.“
„Natürlich. Ich warte hier.“ Ich nehme ihm den Gitarrenkoffer ab und warte kurz, bis er mit einem Tablett mit zwei Stück Kuchen und einer Tasse Kaffee und einem Latte Macchiato zurückkommt.
„Wo ist der beste Platz?“ Er sieht mich an.
„Komm mit.“ Ich gehe vor zu einem Platz an den großen Fenstern. Von hier kann man immer in den schön gestalteten Außenbereich gucken.
Wincent stellt das Tablett ab und nimmt mir die Gitarre ab, um sie gegen das Fenster zu lehnen. Dann setzen wir uns und er schiebt mir das eine Stück Kuchen sowie mein Getränk rüber.
„Danke dir.“ Ich nehme einen Schluck von dem Kaffeegetränk.
„Dafür nicht. Sag mal Madeleine, darf ich dich etwas fragen?“
Ich sehe ihn an und nicke.
„Du musst nicht antworten, wenn du nicht willst und dir das zu persönlich ist. Emma hat Krebs, oder?“
„Ja, sie liegt ja auch auf der Kinderkrebsstation.“
„Wie geht es dir damit? Also ich meine, das muss ja echt hart sein. Und du bist ja auch, wenn ich das so sagen darf, noch eine recht junge Mutter. Wie stehst du das alles durch? Unterstützt dich ihr Vater? Oder deine Eltern? Ich meine, das muss doch auch für dich sehr schwer sein.“
Ich sehe ihn an. Bei anderen Menschen, die ich erst so kurz kenne wie Wincent, würde ich jetzt nicht antworten, einfach aufstehen und gehen. Aber ich fühle mich in seiner Gegenwart irgendwie anders, irgendwie wohler. „Ich habe Emma bekommen, da war ich 20. Ihren Vater kennt sie nicht, ich habe auch lange keinen Kontakt mehr zu ihm. Unterhalt zahlt er, aber mehr ist da nicht. Mit meinen Eltern hatte ich es auch immer sehr schwer. Nach der Schule bin ich direkt ausgezogen und hier nach Stuttgart und habe angefangen zu studieren. Dann kam Emma und ich habe das Studium unterbrochen. Als sie dann zwei war habe ich weitergemacht, konnte den Bachelor machen, aber dann kam die Diagnose Leukämie vor zwei Jahren. Da war sie vier. Wir haben Monate im Kranken-haus verbracht, doch dann wurde ein Spender gefunden. Es ging ihr gut, sie hatte es überstanden, sie sollte diesen Sommer sogar in die Schule kommen. Doch im Januar, vor zwei Monaten, fing es wieder an. Und ja, dann war kurze Zeit später die Gewissheit da, dass der Krebs zurück ist. In einer aggressiveren Form als das letzte mal. Sie hat wieder eine Chemo bekommen und dann die Stammzellenspende, doch ihr Körper hat sie abgestoßen. Und jetzt haben die Ärzte und alle immer gehofft, dass es ihr besser geht, um einen weiteren Versuch zu starten, doch bisher ging das nicht. Und jetzt keine Ahnung. Mal hat sie schlechte Tage und dann nochmal schlechtere. Die Ärzte geben ihr keine zwei Monate mehr. Wir wollen schon seit einiger Zeit in ein Kinderhospiz ziehen, aber in der Umgebung gibt es leider keine freien Plätze.“
Es tut gut, das alles mal jemandem zu erzählen. Ich habe eigentlich niemanden, außer meiner besten Freundin, die in Frankfurt wohnt und die ich deshalb nicht oft sehe.
Wincent sieht mich an mit einer Mischung aus Mitgefühl und - Schock?
„Okay, ähm, wow. Das ist bestimmt echt hart für dich gerade. Aber danke, dass du mir das erzählt hast. Sag mal, darf ich dich in den Arm nehmen? Also sorry, falls das komisch kommt, aber ich habe das Gefühl, dass du das brauchst.“ Er steht auf und ich tue es ihm gleich. Er legt sanft seine Arme um meine Schultern und zieht mich leicht an seine Brust. Ich lege meine Arme locker um ihn.
„Danke Wincent.“ Ich kann nicht anders. Die Tränen, die ich gerade noch zurückhalten konnte, kommen nun ungehindert raus. Ich schluchze leise auf.
„Hey Madeleine. Ich weiß nicht, wie du dich gerade fühlst und was genau in dir vorgeht. Und ich will dir auch gar nicht sagen ‚irgendwann wird es besser‘. Aber vielleicht wird es das. Du darfst die Hoffnung nicht aufgeben, ja?“
Ich nicke leicht an seiner Brust.
„Das hört sich jetzt vielleicht komisch an, aber ich würde euch gerne zu meinem Konzert im Oktober hier in Stuttgart einladen. Dich und Emma. Und wenn nötig natürlich auch Silvia oder so, wenn Emma die medizinische Begleitung braucht. Wäre das okay für dich?“
„Wincent, ich danke dir wirklich und ich will natürlich nicht die Hoffnung aufgeben, aber ich weiß nicht, ob Emma dann noch da ist. Das ist über ein halbes Jahr bis dahin.“ Ich muss wieder aufschluchzen.
Auch Wincent muss schlucken. „Okay. Ich lade euch ein. Sie wird es bis dahin schaffen, ich werde an euch denken und die Daumen drücken. Und dann sehen wir uns wieder.“
Wir lösen uns aus der Umarmung und ich streiche mir die Tränen aus dem Gesicht. Auf seinem Tshirt habe ich einen nassen Fleck hinterlassen.
„Sorry dafür. Falls deine Freundin fragt, was das soll, sag, dass es mir leidtut.“
Wincent lächelt leicht. „Höchstens mein Keyboarder wird sich fragen und keine Freundin.“
Ich spüre, dass ich rot werde und versuche das zu verstecken, indem ich mir nochmal Tränen aus dem Gesicht wische.
„Ich will dich dann auch gar nicht weiter aufhalten. Danke für den Kaffee und den Kuchen.“ Ich lächel ihn an. „Und natürlich danke nochmal, dass du extra zu Emma hochgekommen bist.“
„Das habe ich doch gerne gemacht. Sonst hätte ich ja auch nicht Emmas tolle Mama kennengelernt.“ Er lächelt mich an und ich spüre, wie ich wieder rot werde.
„Bist du mit dem Auto da? Dann begleite ich dich noch raus. Ein wenig frische Luft tut bestimmt gut.“
„Ja. Das steht draußen auf den Parkplätzen. Ich schreibe nur schnell meinem Keyboarder, dass er jetzt dahinkommen kann. Er ist dann vorhin noch irgendwohin, keine Ahnung wohin und mit wem, aber auf jeden Fall auch einen Kaffee trinken, nachdem unser Konzert unten vorbei war. Er hatte mich kurz hoch begleitet, aber dann ist er weg.“ Wincent tippt auf seinem Handy rum, nimmt dann seine Gitarre und wir gehen Richtung Ausgang. Das Tablett stellen wir noch kurz weg und dann geht es raus. Ich atme die doch etwas kühle Spätsommerluft ein. Es tut gut, mal so richtig draußen zu sein, nicht immer nur am Fenster vom Krankenzimmer. Wincent bleibt dann an seinem Auto stehen und öffnet den Kofferraum, um seine Gitarre reinzulegen.
„Ich habe mich gefreut, dich kennenzulernen Madeleine. Du bist eine starke Frau, nicht jede Mutter könnte das alleine so gut durchziehen wie du. Ich hoffe, dass wir uns auf meinem Konzert wiedersehen können! Ich wünsche dir und Emma alles Gute!“
„Danke Wincent! Emma hat sich wirklich gefreut, dass du da warst. Und wegen dem Konzert, mal sehen. Ich hoffe, das klappt.“
„Ich hoffe es wirklich sehr. Deine Emma ist noch so jung und hat ihr ganzes Leben noch vor sich. Wegen dem Konzert. Das kommt jetzt vielleicht auch ein wenig komisch, aber könnte ich deine Handynummer haben? Dann könnte ich dir dann alles schreiben.“ Er sieht mich an.
„Äh was? Ja klar.“ Er hält mir sein Handy hin und ich tippe meine Nummer ein.
„Dann bis in eineinhalb Monaten.“ Wincent lächelt mich an und auch ich lächel.
„Bis dann.“ Damit drehe ich mich um und laufe wieder in Richtung Krankenhauseingang. Als ich mich nochmal umdrehe, sehe ich Wincent mit einem Mann reden. Das wird dann wohl sein Keyboarder sein. Ich laufe weiter und bin kurz darauf wieder bei Emma im Zimmer.
 
 
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