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Das Juwel des Königs

von Bibi1098
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
13.09.2021
25.11.2021
11
14.056
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25.11.2021 1.059
 
Als sie am nächsten Morgen aufwachte, lag sie noch immer in dem großen weichen Bett. Sie hatte sich von Boreas abgewandt und er hielt sie im Arm, wie einen zu groß geratenen Kuschelbär. Sie wandte sich um. Ihr Partner lag noch immer nackt neben ihr. Zum ersten Mal bekam sie so die Gelegenheit sich seinen Körper genau zu betrachten. Seine dunklen Haare lagen wild durcheinander. Ein paar Strähnen kräuselten sich, während andere platt gelegen waren. Seinen Nase war spitz und die dunklen Wimpern berührten fast schon die Nasenwurzel. Auf einer Schulter hatte der König eine Narbe, die sich bis auf seine Brust zog. Auch einer der Oberarme war vernarbt. „Du starrst mich an.“ murmelte Boreas und schlug die Augen auf. Opal schreckte hoch, er lachte leise. „Irgendwas entdeckt, was dir gefällt?“ fragte er dann und legte seinen Arm wieder um die Jüngere. „Hmm…“ Opal grinste und zucke mit den Schultern. „Machst du dir immer noch Sorgen, darum das dein Körper nicht perfekt ist?“ Boreas sah ihr in die Augen. „Nein, du hast auch Narben… und bist König.“ Der König nickte. „Du hast Narben und bist meine Mätresse. Die interessieren wirklich keinen, okay?“ Er schenkte ihr ein warmes Lächeln und strich ihr sanft über den Rücken. „Woher hast du die?“ Opal zeigte auf seine Schulter. „Eine Schlacht vor… lass mich überlegen, gut fünfzehn Jahren. Ich hatte das Glück, dass das Kettenhemd einiges abgefangen hat, sonst wäre ich jetzt vermutlich nicht mehr hier. Die Klinge war so scharf, dass sie direkt durch die Lederschützer gegangen ist. Wir haben die fähigsten Heiler hier am Hof.“ Als Boreas ihr das erzählte klang er traurig. Die Erinnerung machte ihm deutlich zu schaffen. „Wie lange hat es gebraucht, um zu heilen?“ „Es ist nie richtig verheilt. Häufig habe ich schmerzen oder der Arm wird taub, aber ich lebe noch und das ist doch das Wichtigste.“ Er lächelte leicht und sah jetzt seinerseits auf ihren nackten Oberkörper. Er würde sie sicherlich nicht nach ihren Narben fragen. Sie hatte ihm bereits so viel erzählt, dass er wusste, dass ihre seelischen Narben viel tiefer lagen als die Körperlichen. Doch in diesem Moment, hatte er gemeint, was er gesagt hatte. Ihre Narben interessierten ihn nicht. Sie hatte einen schönen Körper, auch wenn sie es selbst nicht so sah. Es freute ihn besonders, dass sie ihm anscheinend endlich vertraute. Die Tür schwang auf und Maribel stürmte herein, dicht gefolgt von Eli. Schnell zog Boreas die Decke bis unter die Nasenspitze der jungen Frau. „Maribel, stopp!“ ermahnte sie Eli. „Du darfst hier nicht einfach so rein.“ „Eure Majestät, Lady Opal ist verschwunden!“ Boreas musste lachen. „Maribel, sowas besprichst du bitte mit Eli. Dafür ist er da. Er hat recht, du hast hier nichts verloren.“ Maribel wurde rot, als sie den nackten König und die roten Locken, die neben ihm aus der Bettdecke lugten, sah. „Du kannst dir sicher sein, dass Opal in den besten Händen ist.“ sprach der König weiter. Maribel verneigte sich kurz und verlies dann fluchtartig das Zimmer. Auch Eli verneigte sich und sagte dann: „Verzeih bitte die Störung, ich habe es nicht geschafft sie aufzuhalten.“ „Wofür bezahle ich dich eigentlich?“ „Das wüsste ich auch gern.“ „Schick mir den Kammerdiener und lass Frühstück bringen.“ „Für zwei?“ „Natürlich.“ Eli schmunzelte und verlies dann den Raum. Opal, die noch immer unter der Decke lag, musste lachen. „Das passiert jetzt aber nicht jedes Mal, oder?“ Boreas lächelte. „Vielleicht sagst du der Nachtdienerin einfach Bescheid.“ Der König stand auf, während Opal sich weiter in die Decke einrollte. Der Kammerdiner trat ein, sah sie kurz irritiert an, ehe er Boreas beim Ankleiden half. Als er wieder verschwunden war, meinte die junge Frau: „Ich würde mich auch gerne anziehen. Ich gehe auch über den Balkon.“ Boreas grinste schmutzig, ehe ihm rausrutschte: „Du könntest aber auch nackt bleiben.“ Opal errötete. „Maribel!“ rief Boreas. Wenige Augenblicke später trat die junge Frau ein. „Hol Lady Opal bitte etwas zum Anziehen.“ Das Mädchen knickste und verschwand. „Ich möchte nicht, dass du nackt über den Balkon läufst. Die Blicke der Stallburschen sind äußerst neugierig.“ Opal nickte und setzte sich auf.
Am frühen Nachmittag trafen weitere Gäste für den Ball ein. Opal wurde eingekleidet, in ein Kleid, dass die Königin für sie ausgesucht hatte. Es hatte einen hellen Lilaton. In der Mitte der Korsage waren silberne Stickereien. Die Ärmelnähte waren mit kleinen Perlen besetzt und der Rock bestand beinahe aus mehr Lagen als sie zählen konnte. Auch Schmuck wurde ihre angelegt. Der König hatte ihr ein Collier anfertigen lassen, das wertvoller war als alles was sie besaß. Ihre Haare wurden gekürzt und hochgesteckt. Als die Königin und die Zofen mit ihr fertig waren, sah Opal aus wie eine echte Prinzessin. Sie erkannte sich selbst kaum wieder. Die Frau im Spiegel, sah aus wie eine Frau, die Opal erst noch werden musste. Sie war auf einem guten Weg dahin, aber noch lange nicht die Adlige, die das Königspaar haben wollte. Sie war in der Gesellschaft aufgestiegen und heute wollte der König sie der Welt vorstellen. Opal hatte Angst. Was würde das Volk denken, wenn er ihnen eine dreißig Jahre jüngere Frau als seine Mätresse vorstellen würde? Würde sie in der Gesellschaft akzeptiert oder doch eher verspottet und als Hure bezeichnet, wie schon so oft zu vor? Niemand würde ihr an diesem Abend ansehen, dass sie alles andere als eine Adlige war. Sie konnte als die Tochter eines Herzogs durchgehen oder sogar als eine Prinzessin. Als sie vor Boreas trat, bekam dieser ziemlich große Augen. Er fand Opal von Anfang an sehr hübsch, aber heute raubte sie ihm den Atem. Sie war schöner als seine Frau und alle Mätressen, die er vor ihr gehabt hatte. Kurz knickste sie vor ihm und sah ihm dann direkt in die Augen. Das helle Silber schmeichelte ihren Augen. Sie zogen Boreas noch mehr in ihren Bann als in den Tagen zuvor. Sanft hauchte er ihr einen Kuss auf die roten Lippen. „Du bist wunderschön.“ flüsterte er und fragte dann: „Du weißt was du gleich zu tun hast?“ „Ich gehe mit dir die Treppe hinab, dann essen wir und anschließend soll ich mit den anderen Adligen reden.“ „Und du tanzt. Hauptsächlich mit mir, aber auch mit anderen, sofern du das möchtest.“ Einige Minuten später stand sie mit ihm an der Treppe, die in den Ballsaal führte. Nervosität machte sich breit, während sie die lange Treppe hinab Schritt.
 
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