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Wen man liebt, den beschützt man

von Schrotti
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / Het
Florian David Fitz OC (Own Character)
13.09.2021
22.10.2021
78
115.836
2
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14.10.2021 1.398
 
Einen Monat später saß ich zusammen mit Elyas und Jenny im Flieger zurück nach München.
Die Dreharbeiten waren abgeschlossen, und nach einer ausschweifenden Party mit der gesamten Crew am Vorabend, ging es jetzt endlich heimwärts.
Ich würde schon in zwei Tagen nach New York fliegen, aber vorher musste ich nach Hause, waschen, packen und einiges erledigen.
Die Vorfreude war groß. Ich vermisste Billy, und die Aussicht auf zwei Monate New York und daran anschließend unsere Reise, versetzte mich in Hochstimmung.
Elyas hatte sich von seinem Bruder seinen Wagen zum Flughafen bringen lassen und hatte angeboten, Jenny und mich nach Hause zu bringen.
Sobald wir im Auto saßen, rief Jenny Matthias an.
„Wir sind gelandet, sitzen jetzt im Auto und Elyas fährt uns heim.“
Sie hatte es noch nicht ganz ausgesprochen, als es knallte. Ich spürte, wie der Wagen von der Straße geschleudert wurde, hörte Glas klirren und Metall scheppern, dann wurde mir schwarz vor Augen.
Ich hatte keine Ahnung, wie lange ich weg getreten war. Lange konnte es nicht gewesen sein, denn als ich zu mir kam, war noch niemand zur Stelle um zu helfen.
Der Wagen stand auf der Wiese neben der Straße, die Fahrertür stand offen und es sah so aus, als wäre der vordere Teil des Wagens völlig zerstört.
Aus der Ferne konnte ich Krankenwagen Sirenen hören.
Ich drehte mich zu Elyas um und erschrak.
Er hing im Fahrersitz, Blut war aus irgendeiner Wunde am Kopf über sein Gesicht gelaufen und er war offensichtlich nicht bei Bewusstsein.
„Elyas?“, fragte ich leicht panisch und wollte mich zu ihm beugen, schrie aber dann vor Schmerz auf. Irgendwas war mit meinem Arm nicht in Ordnung, er schmerzte höllisch.
Trotzdem drehte ich mich nach hinten, um nach Jenny zu sehen, die hinter Elyas gesessen hatte.
Auch sie hing im Sicherheitsgurt und schien nicht bei Bewusstsein zu sein.
Die Beifahrertür wurde aufgerissen und jemand sprach mich an. Auf einmal waren überall Rettungskräfte, und während man nach meinem Arm sah, und dann versuchte, mich aus dem Wagen zu bekommen, sah ich immer wieder zu Elyas und Jenny, die immer noch nicht aufgewacht waren.
„Elyas? Jenny?“
Ich spürte, wie mich Panik überkam, als ich sah, wie sie Elyas aus dem Wagen zogen und auf den Boden legen. Als sie begannen, Herzdruckmassagen auszuüben, wurde mir wieder schwarz vor Augen.
Diesmal kam ich erst im Krankenhaus wieder zu mir.
Ich lag in einem Bett, offensichtlich in der Notaufnahme. Mein Arm war geschient worden. Zunächst war ich verwirrt, aber dann kam die Erinnerung zurück.
Ruckartig setzte ich mich auf, wurde aber vom Schmerz in meinem Arm gebremst.
„Hey, mach langsam.“
Ich sah mich zu der Stimme um.
Florian hatte anscheinend neben dem Bett gesessen. Jetzt stand er und legte eine Hand auf meinen unverletzten Arm.
„Leg dich lieber wieder hin.“
„Wo ist Elyas? Und Jenny? Wie geht’s ihnen?“
„Leg dich hin Clara. Der Arzt kommt gleich noch mal zu dir.“
Ich sah ihn an. Er sah mindestens so fertig aus wie ich mich fühlte.
„Er ist tot oder? Oh Gott!“, schluchte ich.
Tränen schossen mir in die Augen als die Erinnerung an den am Boden liegenden Elyas wieder kam.
„Er ist nicht tot. Jenny auch nicht.“, sagte er sanft.
„Wie geht es ihnen?“
„Ich weiß es nicht. Sie werden noch behandelt.“
„Oh Gott!“, wiederholte ich und schwang meine Beine aus dem Bett.
„Ich muss zu ihnen.“
„Sie werden noch behandelt Clara. Wir können nur abwarten.“
Ich schluchzte wieder, und Flo setzte sich neben mich aufs Bett und nahm mich in den Arm.
„Es wird alles gut. Jenny war schon wieder ansprechbar habe ich gehört.“
„Was wenn er nie mehr aufwacht? Er war völlig weg. Er sah aus wie tot. Sie mussten eine Herzmassage vornehmen. Und er hat am Kopf geblutet.“
„Mach dich nicht verrückt Clara. Noch wissen wir gar nichts.“
Ich vergrub meinen Kopf in seine, Shirt und konnte mich minutenlang nicht beruhigen.
Er blieb ruhig sitzen, hielt mich nur fest und streichelte über meine Haare.
Als die Tür aufging und ein Arzt eintrat, ließ Flo mich nicht los, sondern hielt mich weiterhin in seiner Umarmung.
Der Arzt sah mich an und zog wohl den falschen Schluß.
„Ich sage der Schwester, sie soll ihnen was gegen die Schmerzen geben.“, meinte er einigermaßen mitfühlend.
„Ich habe keine Schmerzen. Wie geht es meinen Freunden?“
„Ich darf da mit ihnen leider nicht drüber reden.“
„Wollen sie mich verarschen?“, entfuhr es mir.
Der Arzt sah mich irritiert an.
„Wir saßen zusammen in dem Auto, ich muss wissen wie es ihnen geht.“
„Ich verstehe ihre Besorgnis durchaus. Aber aus  Gründen der Schweigepflicht...“
„Leben sie noch?“
„Also wie gesagt...“
„Okay! Der Mann ist mein Verlobter! Sagen sie mir jetzt wie es ihm geht?“
„Ich bezweifle, dass er ihr Verlobter ist, tut mir leid. Wieso warten sie nicht...“
Wieder ließ ich ihn nicht ausreden.
„Gut, wenn sie mir das nicht sagen, werde ich meinen Freund hier,“ ich deutete auf Flo, „auf ihre Krankenschwestern loslassen. Dann bekommen wir auf jeden Fall raus, was er hat. Da können sie mir es auch gleich sagen.“
Flo verkniff sich ein Lächeln und strich mir wieder über den Kopf.
„Sie steht unter Schock.“, erklärte er dem Arzt.
„Sie haben eine Fraktur im Unterarm, eine angebrochene Rippe, einige Prellungen und leichte Schnitte im Gesicht. Nichts Tiefes, die werden ohne Narben verheilen. Ansonsten haben sie wirklich Glück gehabt. Wenn sie sich fit genug fühlen, können sie nach Hause gehen. Aber halten sie sich bitte ruhig, vor allem, solange sie noch keinen richtigen Gips haben. Wir werden ihren Arm in einigen Tagen noch mal untersuchen und dann vermutlich einen Vollgips anlegen.“
Ich sah ihn fassungslos an. Dann drehte ich mich zu Flo.
„Ich gehe hier nicht weg, bevor ich nicht erfahren habe, wie es Elyas und Jenny geht.“
„Ich habe Joseph angerufen, das war vor über einer Stunde, er ist sicher schon hier irgendwo. Wenn du dich danach fühlst, rufe ich ihn an und wir fragen, wo er steckt. Vielleicht weiß er schon mehr über Elyas Zustand. Ob jemand für Jenny hier ist weiß ich nicht, aber das wird die Polizei vielleicht übernommen haben.“
„Wir müssten dann einen Termin für die Untersuchung machen. Das können sie vorne am ….“
Ich ignorierte den Arzt, der immer noch im Zimmer war und stand auf.
„Ich rufe an!“, sagte ich entschieden und angelte nach meinen Schuhen, die mir jemand ausgezogen hatte.
Flo half mir, sie anzuziehen und half mir auch dabei, aufzustehen.
Im Liegen hatte ich mich relativ fit gefühlt, doch jetzt merkte ich erst, dass mir alles weh tat. Besonders natürlich der Arm, dem es liegend offenbar besser gefallen hatte.
„Sie werden sicher durch den Aufprall in den nächsten Tagen  noch stärkere Schmerzen haben. Wir können ihnen ...“
Ich ignorierte ihn weiterhin.
Er hatte mir nicht gesagt, wie es meinen Freunden ging, der konnte mich mal.
Als ich torkelte, legte Flo einen Arm um mich und wandte sich an den Doc.
„Ich sorge dafür, dass sie einen Termin macht. Vielen Dank erstmal.“
„Wozu dankst du ihm?“, fragte ich laut, ließ mich aber bereitwillig aus dem Zimmer führen.
Langsamer als gewollt, ich fühlte mich wie durch den Wolf gedreht.
Sobald wir auf dem Flur waren, nahm Flo sein Handy und rief Joseph an.
Er sprach kurz mit ihm, dann legte er auf.
„Elyas wird operiert, Joseph ist draussen im Garten und wartet da. Er hat mit Jennys Mutter gesprochen, die ist auch hier. Jenny geht es den Umständen entsprechend gut. Sie hat eine Gehirnerschütterung und eine Schlüsselbeinfraktur vom Sicherheitsgurt. Aber sie ist wach und ihre Mutter ist bei ihr.“
„Woran wird Elyas operiert?“
„Mehrere Knochenbrüche, aber mehr wird Joseph uns sicher gleich erzählen.  Wollen wir zu ihm?“
Ich nickte.
Wir gingen im Schneckentempo zum Fahrstuhl und betraten ihn dann.
„Wieso bist du eigentlich hier? Woher weißt du, was passiert ist?“
„Als der Unfall passiert ist, hat Jenny gerade mit Matthias telefoniert. Er hat alles angehört. Dann hat er mich angerufen weil er wusste, dass ich in München bin. Er ist auch auf dem Weg hier her.“
„Oh Gott der Arme!“
„Ja er war ziemlich fertig. Aber ich habe mich sofort informiert wo ihr seid und bin hergekommen, so dass ich ihn schnell wenigstens einigermaßen beruhigen konnte.“
„Weiß man schon, was passiert ist? Ich habe nichts mitbekommen, nur dass es auf einmal geknallt hat.“, fragte ich.
„Ich weiß es nicht. Aber Joseph hat mit der Polizei gesprochen, vielleicht weiß er mehr.“
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