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Wenn sich Vergangenheit und Zukunft treffen

von MarieSol
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Het
OC (Own Character) Riku Rajamaa
13.09.2021
22.10.2021
18
24.620
4
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Dieses Kapitel
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17.09.2021 1.501
 
Am nächsten Wochenende traf Aurora gerade vor der Beachbar auf Ada, mit der sie sich dort am Eingang verabredet hatte. Aus den Augenwinkeln konnte sie erkennen, wie ein weiteres bekanntes Gesicht ebenfalls auf Ada oder wahrscheinlich besser gesagt auf Mika zu schlenderte. Die Frauen umarmen sich zur Begrüßung und Aurora raunte ihrer Freundin ins Ohr „Wann wolltest du mir sagen, dass er auch kommt?“ Die grinste nur und meinte „Gar nicht… ich gebe dir keinen Grund zum Absagen. Ihr habt euch letzte Woche wie zivilisierte Erwachsene benommen, dann werdet ihr das heute auch hinbekommen.“ Zeitgleich ergab sich bei den Herren ein ganz ähnliches Gespräch „Du hast nicht erwähnt, dass sie auch kommt.“ Riku bedachte seinen Kumpel mit einem unterschwellig vorwurfsvollen Blick. „Damit du hättest absagen können, vergiss es Mann… ihr habt euch am Samstag nicht umgebracht, dann werdet ihr das heute auch nicht tun.“ Riku und Aurora standen sich unschlüssig gegenüber. Im scheinbar richtigen Moment bekam er aber einen Schubs von hinten und landete gegen Aurora „Tut mir leid, ich wurde angerempelt“ entschuldigte er sich und die beiden begrüßten sich unfreiwillig dann eben doch mit einer kurzen Umarmung.

„Aurora? Du bist wieder hier?“ rief es plötzlich und fast entsetzt aus einigen Metern Entfernung. Sie drehte sich um und entdeckt Aleksej, einen Arbeitskollegen von früher. Aurora warf Ada einen wenig begeisterten Blick zu, gab sich dann aber einen Ruck, wenigstens ordentlich Hallo zu sagen. Die beiden unterhielten sich kurz und Riku reagierte mürrisch, fast schon ungehalten „Können wir los, oder müssen wir hier jetzt ewig auf Madame warten während sie am Flirten ist?“ Auch wenn er es nie und nimmer zugegeben hätte, es störte ihn. „Hej, bis vor kurzem wolltest du sie nicht mal dabeihaben, jetzt regt es dich auf, dass sie sich mit jemand anderem unterhält. Du weißt auch nicht was du willst. Außerdem ist das der, mit dem sie sich bei der Arbeit immer um die Preise und Auszeichnungen duelliert hat, aber bestimmt kein Flirt!“ entgegnete Mika. „Welche Preise und Auszeichnungen?“ fragte Riku, als wäre das jetzt wichtig. „Ach Riku, du weißt wirklich gar nichts mehr von ihr…“ Mika erhielt einen äußerst strengen Blick von seiner Verlobten. Riku ließ die beiden gefrustet stehen und ging schließlich Richtung Bar. Er war bestimmt nicht hierhergekommen, um vor dem Gebäude rumzustehen und anderen zuzusehen, wie sie sich „unterhielten“. Beinahe mit seinem Eintreffen am Tresen klebte auch gleich eine leichtbekleidete Brünette an ihm.

Aurora trat wieder zu ihrer Freundin, ging mit ihr hinein und ließ den Blick schweifen. Sie seufzte tief auf „Hat sich also nichts geändert. Zuhause sitzt seine Frau mit den Kindern und er vergnügt sich hier mit irgendwelcher Beute…“ Ada fasste sich ein Herz, das wollte sie einfach so nicht stehen lassen „Die beiden sind schon lange nicht mehr zusammen, das einzige was sie verbindet sind die Kinder… Er hat sich verändert Aurora, sehr verändert. Die 18 Jahre haben ihn geprägt. Lass uns tanzen gehen, zum rumstehen sind wir nicht hier.“ Gesagt, getan, die Frauen genossen die Musik regelrecht. Mika hatte die Brünette schnell in die Flucht geschlagen. Die Männer beobachteten zuerst von der Bar aus die Tanzfläche: eine Vielzahl an Frauen in kurzen Sommerkleidern bewegten sich mal mehr, mal weniger gekonnt zu heiße Rhythmen. Aber zwei davon stachen den beiden besonders ins Auge. Mika konnte kein Auge mehr von seiner Ada lassen und Riku entdeckte Kurven an Aurora, die da entweder früher nicht waren, oder an die er sich nicht mehr erinnern konnte. „Los lass uns auch tanzen gehen.“ schob Mika ihn schon vor sich her. „Ich kann nicht mit Aurora tanzen…“ protestierte der. „Meine Güte, dann tanz eben mit Ada.“ bekam er nur als Antwort und noch bevor er auf drei zählen konnte, war er mitten auf der Tanzfläche. Dieser Typ von vorhin tanzte Aurora immer und immer wieder an. Riku hatte das durchaus registriert und wurde langsam unruhig, zumal er ebenfalls bemerkte, dass Aurora das überhaupt nicht wollte. Deshalb tauschte Ada mit ihr die Plätze und versperrte so gemeinsam mit Mika den Zugang zu Aurora. Das hieß aber gleichzeitig, dass jetzt also doch Riku mit ihr tanzte. Auch wenn er nicht gefragt wurde, es fühlt sich gar nicht mal so schlecht an. Die Freunde beobachteten hingerissen, wie die beiden umeinander herumschlichen, immer wieder Abstand zu einander herstellten und ihn doch nicht einhielten. Auroras Freundin betete für ein langsames Lied, einfach nur, weil sie sehen wollte, wie weit die beiden bereit waren zu gehen. Ihr Wunsch wurde aber leider nicht vom Gott aller DJs erhört. Nach einer ganzen Weile zog sich Aurora nah an Riku „Ich geh mal kurz für keine Mädchen“, schließlich wollte sie ihn nicht einfach so mitten auf der Tanzfläche stehen lassen. Der nickte nur kurz und musste feststellen, dass dieser Typ sich aufmachte um ihr zu folgen. Riku bremste ihn aus „Merkst du nicht, dass sie das nicht will?“ Ihr Arbeitskollege sah ihn nur bitter an und stieß sauer hervor „Das kann sie mir selbst sagen und dich geht das schon mal gar nichts an.“ Noch ehe Riku reagieren konnte, wurde er von seinem Kumpel Mika zurückgehalten.

Aurora kam lange nicht von der Toilette zurück, zu lange für den Geschmack ihrer Freunde. Auf der anderen Seite der Bar entdeckte Riku schließlich diesen Typen von vorhin sehr vertraut mit einer Blondine. ‚Da stimmt doch was nicht!‘ er beschloss nach Aurora zu sehen. Schließlich fand er sie draußen vor dem Gebäude: Mit dem Rücken zu ihm lehnte sie an einer Absperrung zum Parkplatz „Hej wir suchen schon eine ganze Weile nach dir!“ klang er vorwurfsvoller als er wollte – bis er ihr Schniefen hörte. „Ro was ist los?“ erheblich sanfter als seine Stimme es hätte vermuten lassen, drehte er sie zu sich und sah ihre aufgeplatzte Lippe. „Verdammt Ro, war das der Idiot?“ brach es aus ihm heraus. „Ja, und nenn mich nicht immer so!“ wischte sie sich die Tränen aus dem Gesicht. „Was ist passiert?“ seine Stimme hatte wieder einen samtigen Touch angenommen. Er wusste, dass der Ton bei ihr die Musik machte und barsch würde er jetzt auf keinen Fall weiterkommen. Wenigstens waren Auroras Klamotten in Ordnung, dieser Typ schien ihr also nicht auch noch an die Wäsche gegangen zu sein. „Nicht jedes Ego hält ein NEIN aus.“ antwortete sie nur vage. „Da muss Eis drauf Ro… Aurora.“ fing er sich gerade noch. „Ich geh da nicht mehr rein…“ widersprach sie schon fast trotzig. „Wirst du müssen, deine Tasche ist noch drin. Er vergnügt sich schon mit einer anderen, mach dir keinen Kopf, ich bleib bei dir… und Ada und Mika auch.“ schob er schnell noch hinterher. „Und jetzt schnell Eis… Komm!“ er legte seine Hand in ihren Rücken und schob sie vorsichtig zur Bar.

„Hier…“ reichte er ihr einige Eiswürfel in einem Geschirrtuch. „Meine Güte Rik, was hast du getan? Ist dir eine Sicherung durchgebrannt…“ kam Mika aufgebracht hinzu. „Nein, noch nicht, aber gleich…“ bekam er zur Antwort. Aurora folgte seinem eisigen Blick und sah aus dem Augenwinkel, wie ein schleimig grinsender Aleksej auf sie zu kam und wie sich Riku gerade auf ihn stürzen wollte. „Nicht…“ schnell schloss sich ihre Hand um seinen Oberarm „du bist nicht wie er… lass ihn los!“ Riku ließ Aleksejs Kragen augenblicklich los, der verlor daraufhin das Gleichgewicht und landete unsanft auf dem Hintern.

„Ich geh nach Hause“ verkündet Aurora wenig später, der Abend war für sie gelaufen. „Ich bring dich… du bist sicher wieder mit dem Fahrrad da wie früher.“ Das gehörte nach diesen Ereignissen für Riku einfach so, unabhängig davon, wie sie beide zueinanderstanden. Aurora nickte stumm. „Das Rad passt in den Kofferraum.“ ergänzte er noch, bevor sie sich von ihren Freunden verabschiedeten. Zuhause bei Aurora luden sie das Rad aus und blieben noch ein Weilchen vor dem Haus sitzen, eng beisammen, so dass beide Platz auf dem Mäuerchen gegenüber der Haustür hatten. „Danke!“ meinte sie auf einmal. „Wofür denn? Dass ich zugelassen hab, dass der dir hinterher geht?“ seine Frage hörte sich schon etwas fassungslos an. „Nein, dass du dich nicht auf sein Niveau heruntergelassen hast. Sonst müsste ich mir jetzt wahrscheinlich einen neuen Job suchen.“ Riku wurde bewusst, wie wenig er über sie noch wusste und beschloss, das dringend zu ändern. „Heißt das, du begegnest dem jeden Tag?“ wollte er also wissen. „Nein, …“ ein Lächeln schlich sich auf ihr Gesicht „seit ich wieder hier bin, arbeite ich hauptsächlich in Homeoffice. Aber ab und an muss ich trotzdem ins Büro… Dein ehemaliges Gitarrenzimmer ist jetzt mein Arbeitszimmer.“ Das Lächeln eben hatte ihr gezeigt, wie angespannt und dick ihre Lippe noch immer war „Ich brauche nochmal etwas Eis, möchtest du noch mit hochkommen?“ Riku schüttelte den Kopf „Ein andermal, ich glaube für heute habe ich genug. Pass auf dich auf R… Aurora.“ Unschlüssig standen sie voreinander, sollten sie sich umarmen oder nicht? Vielleicht traute er sich selbst nicht so ganz, der Abend hatte ihn doch aufgewühlt und deshalb war er froh, nun Auroras Hand auf seinem Oberarm auf und ab streichen zu spüren und tat es ihr gleich. „Wir sehen uns, ja?“





... euch ein schönes Wochenende!
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