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Die Vertretung und die Folgen

GeschichteDrama, Romance / P18 / MaleSlash
Katsuya Jonouchi / Joey Wheeler Mokuba Kaiba Seto Kaiba
13.09.2021
26.10.2021
62
137.294
13
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13.09.2021 1.248
 
Moin ihr Lieben ;D

Hier direkt noch eine neue Story, dieses Mal mit dem Thema: Yu-Gi-Oh :D Habe mit Erschrecken festgestellt, dass ich - trotz meiner jahrelangen Leidenschaft - hier gar keine Story zu dem Fandom habe :o
Das werde ich jetzt nachholen ^-^

Ganz wichtig: Die Idee ist eigentlich von das-ellie. Netterweise hat sie zugestimmt, dass ich die FF hier veröffentlichen darf und dafür ein ganz großes Dankeschön <3

Jetzt aber genug von mir und viel Spaß beim Lesen ^.^

Liebe Grüße <3
Cathy

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Montag, 15.08.

Er war anders.
Das war das erste, was Seto Kaiba auffiel. Es war der erste Schultag nach den Sommerferien und er zählte mittlerweile gedanklich die Tage, die er noch herkommen musste. Exakt 217 waren es.
Endlich! Endlich war das letzte Schuljahr angebrochen. Das wurde auch wirklich Zeit. Danach konnte er sich voll und ganz der Firma widmen, die sowieso seiner ganzen Aufmerksamkeit bedurfte. Es waren zwei wichtige Projekte in der Planung und noch weitere in der Vorbereitung. Das musste ordentlich ablaufen und von daher war er in jeden Schritt involviert, um notfalls Korrekturen vornehmen lassen zu können.
Dementsprechend hatte er keine Zeit, sich auch noch mit der Schule zu beschäftigen, dessen Stoff er sowieso bereits kannte und beherrschte. Doch das Gesetz machte in diesem Fall auch nicht vor ihm Halt, also musste er sich dem notgedrungen beugen. Immerhin konnte er sich mit den Lehrern darauf einigen, dass er ein A bekam, beantwortete er zwei Fragen in der Stunde korrekt. Außerdem durfte er für Telefonate auch den Klassenraum verlassen und nebenbei am Laptop weiterarbeiten. So verlor er wenigstens nicht allzu viel Zeit. Nur die Meetings mussten nachmittags stattfinden. Eine Fehlzeit auf dem Abschlusszeugnis wollte er um jeden Preis vermeiden.
Erst recht im letzten Schuljahr – wo er es bald geschafft hatte –, was ihn wieder zu dem seltsamen Verhalten von Wheeler brachte. Denn ob man es glaubte oder nicht: Er war pünktlich zum Unterricht erschienen. Wurde der Flohschleuder abschließend doch noch bewusst, was für ihn auf dem Spiel stand? Ob sich der Köter deswegen anders verhielt als sonst?
Der Blonde jedoch war nicht der einzige, der sich auffällig benahm, wie Kaiba gerade bemerkte. Die ganze Kindergartentruppe wirkte … konzentrierter, ruhiger? Nein, das traf es nicht. Viel mehr waren sie … angespannter. Und zwar jeder von ihnen: Yugi, Tea, Tristan und Duke. Hatten sie etwa alle Schiss um ihren Abschluss? Sie sollten es auf jeden Fall haben, denn ein gutes Zeugnis war das Einlassticket für einen guten Job.
Doch Kaiba bezweifelte, dass das der Grund war. Deswegen würden sie hier nicht so düstere Mienen zeigen. Da musste etwas anderes in den Sommerferien geschehen sein. Erst recht, wenn er Wheelers Gesicht so sah. Im Gegensatz zu sonst – wo der Köter mit einem dämlichen Dauergrinsen an seinem Platz saß und meist kippelte – ließ sein Blick jede Milch sauer werden und saß ruhig auf seinem Stuhl, spielte nicht einmal mit einem Stift in seinen Fingern.
Die anderen Mitschüler spürten es offenbar auch, denn alle ließen die Clique in Ruhe und tauschten verwirrte Blicke aus. So kannten sie die Gruppe nicht. Normalerweise waren sie immer fröhlich dabei und lachten viel, doch jetzt standen sie am Tisch des Köters und tuschelten leise und verschwörerisch miteinander.
Kaibas Mundwinkel zuckte leicht nach oben. Das letzte Jahr hielt offensichtlich doch noch so seine Überraschungen bereit. Selbstverständlich war es ihm vollkommen egal, was mit ihnen los war, doch es bereitete ihm eine gewisse Freude, den Köter zu provozieren und wann war eine bessere Gelegenheit als jetzt?
Gerade wollte er dem Kindergarten etwas auf den Zahn fühlen, als ihr Klassenlehrer hereintrat. Naja, dann musste er das eben auf später verschieben, wenn sich eine Möglichkeit ergab.
Nach der Begrüßung – die sie wie seit dem ersten Tag stehend hinter sich bringen mussten – nahmen alle wieder Platz und für den Moment wandte er den Blick zum Lehrer. So gern er auch arbeitete, aber das gebot die Höflichkeit. Und auch wenn er keine Lust hatte, hier zu sein, so war es eine Frage des Respekts, ihm wenigstens die ersten fünf Minuten des Unterrichts zuzuhören. Außerdem traute er es den Lehrern auch zu, dass sie bei der Notenvergabe auch das Benehmen berücksichtigten.
Herr Shirokawa, ein älterer, kleiner Mann, der seit Jahren seine Rente herbeisehnte, schaute sich in Ruhe um und begann zu lächeln.
„Ich bin freudig überrascht, Sie alle pünktlich zur ersten Stunde nach den Sommerferien begrüßen zu dürfen. Wie Sie alle wissen, beginnt heute Ihr letztes Schuljahr. Ich möchte Sie dazu anhalten, von nun an Bestleistungen zu zeigen, damit Sie die Chance erhalten werden, an einer Aufnahmeprüfung für eine Universität teilnehmen zu dürfen. Es sollte ihre oberste Priorität sein, sich dieses Jahr Mühe zu geben, um einen adäquaten Platz an einer Universität und danach einen guten Beruf zu haben. Also dann. Beginnen wir mit einer kleinen Wiederholung.“
Gelangweilt hörte Kaiba dem Lehrer zu und beantwortete die ersten beiden Fragen korrekt, damit er sich danach der Arbeit zuwenden konnte. Wie immer verfolgte er das Geschehen trotzdem mit einem Ohr, um zu wissen, was vor sich ging. Es konnte nie schaden, zu wissen, was um einen herum geschah und da die anderen immer davon ausgingen, dass er beim Arbeiten nichts mitbekam, hatte er schon das ein oder andere erfahren, was sicherlich nicht für seine Ohren bestimmt war. Natürlich war dabei nichts von seinem eigenen Interesse, doch manchmal konnten unscheinbare Informationen zu einem späteren Zeitpunkt sehr wertvoll sein. Das hatte er bereits als CEO gelernt.
Bemüht versuchten die anderen dem Unterricht zu folgen, als irgendwann eine längere Stille eintrat. Wie es schien, hatte sich niemand mit dem Schulstoff beschäftigt, nicht einmal gestern Abend, um so tun zu können, als hätte man sich vorbereitet.
Seufzend wollte sich Kaiba gerade erbarmen, alle zu erlösen, um den Unterricht voranzubringen, als eine Hand schräg vor ihm auftauchte. Nach einem kurzen desinteressierten Blick hatte er diese als die des Köters identifiziert. Seine Augenbraue zuckte kurz irritiert nach oben und ein spöttelndes Grinsen tauchte auf seinem Gesicht auf. Das konnte ja lustig werden.
Zu seiner Überraschung – und nicht nur seiner, wenn er den Lehrer und die anderen Schüler so sah – beantwortete die Promenadenmischung die Frage doch tatsächlich korrekt. Sogar die Nachfragen des verdutzten Herrn Shirokawa konnte Wheeler beantworten, auch wenn er am Schluss etwas ins Stocken geriet. Was war bloß in den Ferien passiert? Er musste einiges verpasst haben.
War das wirklich der Köter, der da am Unterricht teilnahm oder eine andere Promenadenmischung, die sich als er ausgab? So ruhig, konzentriert und fleißig, wie er war, konnte das nicht das Original sein. Dafür war das Verhalten zu gegensätzlich. Niemand konnte sich in sechs Wochen so stark verändern, oder?
Nein, das konnte sich Kaiba beim besten Willen nicht vorstellen. Ob er –? Das Vibrieren seines Smartphones riss ihn aus seinen Gedanken und automatisch holte er es aus der Innentasche seiner Schuluniform.
Seine Sekretärin hatte ihm eine Nachricht mit der Übersicht seines heutigen Tages geschickt. Wie ihm nach einem Blick auffiel, war ein Termin gestrichen worden und einer verschoben. Das kam ihm ganz gelegen, denn von letzter Woche hatte er noch einigen Papierkram übrig, der bearbeitet werden musste. Die Projekte forderten seine ganze Aufmerksamkeit, denn mindestens eins davon sollte noch vor Weihnachten auf den Markt gebracht werden.
Knapp antwortete Kaiba auf die Nachricht mit einem Danke und steckte es wieder weg. Noch immer lief der Unterricht, ohne dass er etwas sagen musste und diese neue Erfahrung – besonders, dass der Köter Wissen für sich entdeckt hatte –, war befremdlich. Ob er das ganze Schuljahr so durchziehen würde?
 
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