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ESCAPE

von Sanna2907
GeschichteAbenteuer, Romance / P18 / Het
Draco Malfoy Hermine Granger
09.09.2021
29.09.2021
10
13.569
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09.09.2021 1.501
 
Es war ein trüber, kalter Novembernachmittag, der für die magische Gemeinschaft von größter Bedeutung sein sollte.
Schon seit vielen Wochen bereitete sich das Ministerium auf diesen besonderen Tag vor. Heute würde man strikt, und ohne Ausnahme zusammenführen was ab heute zusammen gehören sollte…ja, tatsächlich zusammen gehören musste.
Kingsley Shaklebolt, der neue Minister, stand all dem mehr als skeptisch gegenüber.
Genau genommen lehnte er das neue Gesetz rundheraus ab, war aber vom Gamot überstimmt worden.
Unruhig lief er nun in seinem Büro auf und ab, und lauschte auf das immer lauter werdenden Stimmengewirr vor seine Tür.
Der sich dort befindende, große Raum war extra für die heutige Zeremonie frei geräumt worden. Kahl und abweisend sah dieser nun aus , und Shaklebolt fröstelte bei dem Gedanken daran wie sich all die jungen Hexen und Zauberer fühlen mussten, die diesen gerade betraten.
Sie Alle würden heute heiraten, noch dazu eine ihnen bis heute, mehr oder weniger, unbekannte Person.
Wer sein 17 Lebensjahr erreicht, oder dieses bereits überschritten hatte, bekam heute den ihm vom Ministerium zugeteilten Ehepartner zur Seite gestellt.
Gleich hier im Ministerium sollten die Ehen geschlossen werden, wobei ein Spross einer reinblütigen Familie immer mit einem Partner verheiratet werden sollte der halbblütig oder muggelgeboren war. Damit wollte man die erneute Bildung einer vermeindlichen, reinblütigen, magischen Oberschicht vermeiden.
Vielleicht, so hoffte der Minister, könnten einige der jungen Leute lernen einander mit der Zeit zu mögen. An Liebe getraute er sich nicht mehr zu denken, denn auch niemand sonst schien das getan zu haben.

Jede junge Hexe und jeder junge Zauberer bekam bei Erscheinen eine Nummer, zu der es im ganzen Raum nur ein einziges Gegenstück geben würde.
Man würde sie bitten sich ,nach Nummern geordnet, in zwei Reihen aufzustellen, Hexen und Zauberer getrennt.
So würde zuerst das Paar dem die Nummer 1 zugeteilt worden war gemeinsam sein Büro betreten, um dort den Bund der Ehe einzugehen.
Er ließ sich auf seinen Bürostuhl fallen, und schlug müde die Hände vor sein Gesicht.
All das war ihm furchtbar zuwider , und er hoffte zutiefst das es keinen Ärger oder gar Tumult geben würde. Einen Aufstand den er allzu gut verstehen könnte.
Noch eine halbe Stunde blieb ihm um seine Gedanken zu ordnen, ehe dieser Wahnsinn seinen Lauf nehmen würde.

Draco Malfoy betrat den Raum mit gesenktem Kopf ,und hoffte inständig dass niemand ihn erkennen würde. Er trug einen alten Umhang seines Vaters, dessen Kapuze er tief in sein hageres Gesicht gezogen hatte. Still und grußlos nahm er die Nummer 31 entgegen, würde sich aber nicht die Mühe machen nach der betreffenden Hexe ,mit dem Gegenstück, zu suchen.
Wer immer sie auch war, es würde eine Zwangsehe sein, Etwas das er schon wegen seiner Vergangenheit nie hatte haben wollen.
Der junge Zauberer durchquerte den ungastlichen Raum, und lehnte sich der Tür gegenüber an die Wand. Von dort konnte er beobachten wie weitere ,mehr oder weniger bekannte, Gesichter den Raum betraten.
Harry Potter erschien fünf Minuten nach ihm, mit dem unvermeidlichen Wiesel an seiner Seite. Gleich bemerkte er dass Granger zu fehlen schien, bemerkenswert, da die drei zu Schulzeiten wie Kletten aneinander geklebt hatten.
Besagte traf wieder nur Minuten später ein, das Gesicht blass und angespannt.
Ob sie Angst hatte?
Draco mochte sich nicht ausmalen wer ihr zukünftiger Ehemann sein würde, denn bei den meisten reinblütigen Familien hätte sie nichts Gutes zu erwarten.
Aus den Augenwinkeln sah er dass sie die Nummer 45 erhielt, was ihm einen winzigen Stich der Enttäuschung versetzte. Mit Granger hätte man, auch wenn sie Potters beste Freundin war, sicher reden können. Streng rief er sich dann zur Ordnung ,und hob seinen Kopf um einige Zentimeter.
Er ließ seinen Blick durch die Menge schweifen, suchte nach einer weiteren 31, und wurde plötzlich fündig.
Nein, nein und nochmals nein…tapfer versuchte er die leichte Übelkeit die nun in ihm aufstieg zu ignorieren. Ihm beinahe gegenüber an der Wand lehnte, umringt von ihren dümmlich kichernden Freundinnen, keine geringere als Hannah Abbott.
Diese junge Hexe war, seiner Meinung nach, genauso dumm wie aufdringlich, zwei Charaktereigenschaften die Draco verabscheute. Aufgeregt schwenkte sie das Blatt mit der 31, und sah sich beinahe gierig im Raum um. Sie war halbblütig ,was ihn eigentlich versöhnlicher hätte stimmen müssen. In Wahrheit aber war Draco Malfoy dieser elende Blutstatus völlig egal.

Hermine Granger fürchtete sich, was sie schon lange nicht mehr getan hatte.
Seit ihrer Trennung von Ron lebte sie allein, und war auch heute alleine erschienen.
Schnell hatte sie Harry und Ron in dem großen Raum entdeckt, aber beschlossen für sich zu bleiben.
Die Beiden konnten ihr nicht helfen, hatten ganz andere Nummern, und ihnen jetzt gegenüber zu treten würde ihren Kummer nur vergrößern. So versteckte sie sich hinter einer Säule, und beschloss dort abzuwarten was passieren würde.
Wohlweislich versteckte sie auch ihre Nummer unter ihrer Jacke, es reichte völlig aus ihren zukünftigen Ehemann später kennenzulernen. Hoffentlich geriet sie nicht tatsächlich an jemanden der bösartig war, oder ihr das Leben schwer machen würde. Wie würde die betreffende Familie auf sie reagieren, würde man sie überhaupt akzeptieren?
Beinahe noch mehr fürchtete sie keinen Gesprächspartner mehr zu haben, niemanden an ihrer Seite zu haben der ihre Leidenschaft für Wissen teilte.

„Meine Damen und Herren, bitte stellen Sie sich nun, nach Nummern geordnet, in zwei Reihen vor dem Büro des Ministers auf!“

Es entstand ein kleines Gedrängel, und es dauerte einige Minuten bis Alle die richtige Position eingenommen hatten. Einige erleichterte AHs und Ohs waren zu hören als klar wurde wer wen würde heiraten müssen, aber auch der ein oder andere entsetzte Aufschrei war darunter. Einige junge Hexen begannen sogar zu weinen, und ließen sich kaum beruhigen.

Hermine schielte zu den etwas drei Meter entfernt stehenden, jungen Zauberern hinüber, sie war nun doch neugierig mit wem sie es zu tun bekommen würde. Sie zuckte nur leicht zusammen, ließ sich Nichts anmerken, und sah gleich wieder weg. Sie kannte ihn nur flüchtig, wusste aber das er etwas älter war und ein Slytherin. Sie fröstelte leicht vor Ekel, hatte seinen lüsternen Blick wohl bemerkt. Niemals würde sie eine Berührung von ihm freiwillig zulassen…niemals!

Draco sah vorsichtig an der Reihe auf und ab, immer bemüht nicht zu Hannah hinüber zu sehen, die ihn trotz Kapuze erkannt zu haben schien. Ihre vermeintlich heißen Blicke in seine Richtung waren allenfalls zum lachen, aber dazu war die Situation einfach zu aussichtslos.

Schnell ließ er seine Augen weiter nach hinten huschen, wo sie ,zu seinem Ärger wie an einem Magneten, an Granger hängen blieben. Als er aber erkannte wem sie ab dem heutigen Tage ausgeliefert sein würde, fing sein Herz an unruhig an zu stolpern.
Marcus Flint würde sich zweifellos nehmen was ihm als Ehemann zustand, wenn nötig mit Gewalt. Schon jetzt verschlang er die junge Hexe mit den Augen, ließ seine Zunge über seine dicken Lippen und die schlechten Zähne fahren. Dazu kamen sehr obszöne Handzeichen in ihre Richtung, die sie tapfer zu ignorieren versuchte.
Was mochte sich das Ministerium dabei gedacht haben gerade ihn für sie auszusuchen.
Flint würde sie benutzen, etwas Anderes kam für ihn bei einem „Schlammblut“ nicht in Frage. Oft genug hatte er Draco diese Gedanken mitgeteilt, und ihn innerlich zur Weißglut getrieben. Was ihn aber dazu brachte zu handeln war die Träne, eine einzelne Träne die ihr regloses, blasses Gesicht belebte.
Er würde von hier verschwinden, und sie mitnehmen, mit oder gegen ihren Willen. Verzweifelt versuchte er sich einzureden, dass er sie nur vor einem furchtbaren Schicksal bewahrte…es gab sonst keinen Grund sie zu retten.
Verzweifelt sah er sich um, und entdeckte das die Ministeriumszauberer an der Tür verschwunden waren. Ihm war klar, dass er auch Granger mit dieser Flucht überraschen musste. Fieberhaft dachte er darüber nach wohin man gehen könnte, und plötzlich war da die Lösung. Er zog seine Kapuze wieder tiefer ins Gesicht, und löste sich wie ein Schatten aus der Reihe.

Hermine war so in Gedanken, dass sie ihn nicht kommen sah. Aus dem Nichts ergriff er ihre Hand, zog sie aus der Reihe, und eilte dem Ausgang zu. Ehe sie vermochte Etwas zu sagen ,hatten sie den Raum bereits verlassen. Der Zauberer trug einen schwarzen Umhang, der nicht erkennen ließ wer sich darunter verbarg.

„Hey…lass mich sofort los!“

Sie stemmte die Füße in den dicken Teppich des Korridors der zu den Apparierplätzen führte…vergeblich. Unerbittlich und schnell zog die große, hagere Gestalt sie weiter.
Verwirrt und ängstlich tastete sie nach ihrem Zauberstab, bis ihr einfiel dass sie diesen in ihrer Perlentasche verstaut hatte, die sie über der Schulter trug...unereichbar! Kurz bevor sie die Stellen zum apparieren erreichten vernahm sie seine Stimme, beinahe ein Zischen, das sie nicht einzuordnen vermochte.

„Hab keine Angst…ich bringe uns hier raus…er…er würde dich umbringen. Bitte vertrau mir, damit wir nicht zersplintern. Wir können später reden…halt still jetzt!“

Auf einem der Apparierplätze drehte sich die Gestalt zu ihr um, und zog sie mit einer fließenden Bewegung in die Dunkelheit des Umhangs. Starke Arme, in denen sie sich wunderbarerweise gleich geborgen fühlte, hielten sie fest, als die Apparation sie davon riss.

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