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Love ist Love

von Aya-tan
Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Chris "The Lord" Harms Pi Stoffers
08.09.2021
02.11.2021
5
10.334
3
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Dieses Kapitel
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08.09.2021 2.331
 
Tack…Tack…Tack…Tack….
In fast schon rhythmischen  Ton schlug das Sprungseil immer wieder leicht auf den Boden auf, nur um dann sofort wieder in die Luft gerissen zu werden.
Das Geräusch wurde nur gestört von dem konzentrierten Atmen, der sich allerdings genauso an das Geräusch des Seils angepasst hatte und in der Gesamtheit gar nicht einmal so schlecht klang.  Vielleicht hätte man dies sogar in einen Song einbauen können, wenn derjenige, der diese Geräusche erzeugte, sich dessen auch bewusst gewesen wäre…
Stattdessen starrte Pi einfach nur geradeaus, auf die hölzerne Wand ein paar Meter vor sich. Seine Gedanken drehten sich nur noch um eins.
Der Videodreh vor einer Woche hatte etwas in ihm verändert. Er konnte nur noch daran denken, wie er in dieses Auto gestiegen war, Chris angesehen hatte und dann…
Pi kniff die Augen zusammen und biss sich auf die Unterlippe.
Es war nicht das erste Mal gewesen. Seit er Chris kannte, hatten sie sich immer schon nahe gestanden, hatten sich umarmt, scherzte getrieben. Schon immer hatte er ein gutes Gefühl dabei gehabt, doch hatte er es immer als dumme Schwärmerei abgetan. Auch ihre Küsse waren immer mehr Küsschen, als dass man sie als Kuss hätte bezeichnen können. Doch dieses Mal…
Dieses Mal war der Kuss inniger gewesen. Viel intensiver, als alle anderen zuvor. Er hatte genau gespürt, wie die Welt für einen Moment einfach stehen geblieben war und er sich gewünscht hatte, dass dies auch so bleiben würde.
Augenblicklich rief er sich in Erinnerung, wie Chris Lippen sich angefühlt hatten. Sie waren rau, aber doch sanft auf eine ganz eigene Art und Weise und er wollte mehr davon erkunden.
Erschrocken von seinen eigenen Gedanken, geriet das Tacken  des Seils aus dem Takt und verfing sich in seinen Beinen. Es hätte nicht viel gefehlt und er hätte sich der Länge nach hingelegt, doch er konnte sich gerade noch so das Bein vorstrecken und das schlimmste verhindern.
Er hörte ein schadenfrohes Schnaufen hinter sich.
„Das kommt davon, wenn man ohne mich trainiert“ erklang eine Stimme, die Pi wohl bekannt war. Pi drehte sich herum und sah Chris leicht schmollend an, was wohl eher verärgert rüber kam. Irgendwie war er das auch. Er wollte seine Ruhe, seine Gefühle in Ordnung bringen und nicht auch noch den Auslöser für seine Gefühle in seiner Nähe haben.
Chris betrat mit einer Wasserflasche in der Hand den Raum und zog erst skeptisch die Augenbrauen zusammen, ehe eine davon fragend nach oben wanderte „Was ist los? Seit wann fängst du einfach ohne mich an?“
Sie trainierten immer zusammen, es war schon fast eine Art Ritual geworden.
„Gar nichts, ich wollte einfach ein wenig runter kommen“ meinte Pi und erneut war seine Antwort viel brummiger und ruppiger als sonst.
Chris, der gerade die Wasserflasche an seine Lippen gesetzt hatte um einen Schluck zu trinken, stoppte mitten in der Bewegung und ließ die Flasche wieder sinken.
„Jetzt mal ehrlich, was ist los? Wirst du krank? Du benimmst dich schon seit dem Videodreh so komisch. Hast du dich verkühlt? War schon ein bisschen frisch in der Kirche“ sagte Chris fürsorglich, trat einen Schritt auf Pi zu und legte seinen Handrücken auf dessen Stirn.
Pi sah Chris kurz an und blickte dann zu Boden. Chris war ein Arschloch, aber ein freundliches und fürsorgliches Arschloch, deswegen mochte er ihn ja auch so sehr. Und es war einfach nicht fair, dass er ihn hier so anzickte, nur weil er mit seinen eigenen Gefühlen nicht klar kam. Leicht schüttelte er den Kopf, während Chris Hand mit der Bewegung mitwanderte.
„Nein, ich bin einfach nur…gestresst….ich weiß auch nicht. Mir geistern einfach so viel Dinge im Kopf herum..“
Chris nahm  seine Hand wieder von Pis Stirn und schraubte die Wasserfalsche in seiner Hand nun endgültig zu.
„Dinge, über die du mit mir reden willst?“ fragte er genauso fürsorglich wie zuvor.
Pi sah ihn kurz an, doch konnte er dem Blick nicht standhalten und sah wieder zur Seite, schüttelte nur leicht den Kopf.
Verstehend nickte Chris. „Ok, du musst nichts sagen, wenn du nicht willst“. Er streckte seine Hand aus und kraulte Pis Arm. „Aber, friss nichts in die rein ja? Ich bin da wenn du mich brauchst. Nur um zwei in der Früh nicht, da lieg ich im Bett“ meinte Chris und Pi lächelte sachte, da er wusste, dass er Chris selbst um zwei in der Nacht anrufen konnte.
„Danke“ hauchte Pi leise und merkte doch, wie ein kleinwenig Traurigkeit sich in ihm breit machte, denn dieses Thema musste er in sich hineinfressen. Er konnte Chris nicht davon erzählen.  Nicht weil er sich schämte auf einen Mann zu stehen, das war kein Thema in dieser Band, sondern weil er auf einen Mann stand, der vergeben war und das noch dazu an eine Frau. Chris sagte zwar offen, dass Liebe eben Liebe war und trieb eben seine Späße, schreckte nicht davor zurück Männer zu umarmen oder gar zu küssen, aber ob er auch wirklich einen Mann lieben wollte, dass wusste Pi nicht. Selbst nach all der Zeit mit ihm hatte er dies nicht näher hinterfragt. Chris war für ihn immer ein sehr offener Mensch gewesen, der dennoch auf Frauen stand, aber alles akzeptierte, dass nicht so war wie er.
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Chris Hand wuschelte durch die Haare des Gitarristen und boxte diesen dann gegen den Arm.
„Also dann, weniger denken, mehr trainieren“ scherzte der Sänger und begann sein Springseil zu schwingen. Pi leckte sich über die Lippen und versuchte tatsächlich seine Gedanken erst einmal zu verdrängen und sich auf das Seil zu konzentrieren. Und es klappte tatsächlich, allerdings hauptsächlich, weil Chris anfing seine Sprünge mitzuzählen. Er wusste, wie ehrgeizig Pi war und jedes Mal versuchte ihn zu übertrumpfen. Er zählte solange mit, bis er schließlich aus der Puste war, die Schnur sinken ließ und sich schließlich auf den Boden setzte um Pi zu beobachten, der ihm so gut wie immer überlegen war und noch fünf Sprünge mehr schaffte.
Chris lächelte den Anderen an, als dieser sich schließlich auch auf den Boden fallen ließ und gleich einmal alle Viere von sich streckte.
„Wenn ich noch ein paar Jahre jünger wäre, dann würde ich es dir zeigen, Jungchen“ tadelte Chris in einem Tonfall eines alten, zittrigen Opas und schaffte es tatsächlich Pi zum Lachen zu bringen. Das klang schon deutlich besser. Was immer auch Pi bedrückte, er wollte nicht, dass dieser sich den ganzen Tag darüber den Kopf zerbrach. Und es musste schon etwas Besonderes sein, wenn Pi nicht einmal ein Wort darüber verlor. Solange wie sie sich schon kannten, hatte Pi noch nie ein Blatt vor den Mund genommen, ihm immer direkt gesagt, wenn ihn etwas gestört hatte oder ihm etwas auf der Leber saß. Chris nahm seine Wasserflasche wieder zur Hand und nahm einen Schluck, während er den Anderen beobachtete, der noch immer flach auf dem Boden lag. Der Brustkorb hob und senkte sich schnell und für einen Moment fragte sich Chris, was wohl in dem hübschen Kopf des Anderen gerade vorging, dabei fühlte er auch deutlich seine Sorge um den Anderen. Er wollte nicht, dass es Pi schlecht ging und er wusste, dass er alles dafür geben würde dies zu verhindern. Chris fuhr sich durch die Haare, als ihm bewusst wurde, dass Pi der einzige in der Band war, für den er wortwörtlich durch die Hölle gehen würde. Warum war das so? Lag es daran, dass Pi einfach der jüngste war und in ihm irgendeinen seltsamen Beschützerinstinkt auslöste?
Chris runzelte die Stirn bei diesem doch sehr seltsamen Gedanken und fischte dann nach seinem Handy in seiner Hosentasche.
Er robbte zu Pi hinüber und legte sich neben diesen hin und lehnte seinen Kopf seitlich gegen den des Gitarristen. Er hielt sein Handy hoch und machte erst einmal ein Selfie, ehe er in den Video Modus wechselte und begann ein Video zu drehen.
„Sport ist Mord…sagt man doch so schön….aber wir leben noch…oder?“ er drehte seinen Kopf zu  Pi, der nun ebenfalls seinen Kopf zu ihm drehte und ihn für einen Moment einfach nur ansah und dann lächelte. Pi hatte ein unglaublich schönes Lächeln. Es war ein Lächeln, dass den Raum erhellen konnte und insgeheim war Pi für ihn wie ein Sonnenschein auf der Bühne.
„Also ich lebe noch, aber wenn ich mir dich so ansehe, dann bin ich mir da nicht so sicher ob du auch noch lebst“ feixte Pi mit einem breiten Grinsen.
Chris sah ihn mit einem gespielt entsetztem Ausdruck an, ehe er mit den Zähnen nach Pi schnappte. „Na warte, der Zombie wird dich schon noch kriegen.“  Pi lachte auf und wich mit dem Kopf zur Seite aus. Chris schmollte kurz und gab dem Anderen schließlich ein Küsschen auf die Wange, ehe er wieder in die Kamera blickte. „Jedenfalls freuen wir uns schon auf euch. Lord of the Lost nur heute Abend im Wiener Gasometer“.
Mit diesen Worten beendete er das Video und teilte es sogleich als Instagram Story, bevor er seinen Kopf wieder zu Pi hinüber drehte. Zu seiner Verwunderung war das Lächeln auf Pis Lippen verschwunden. Noch bevor Chris etwas sagen konnte, drehte sich Pi herum, schlang einen Arm um die Brust des Sängers und legte seine Stirn gegen dessen Schulter.
Etwas perplex sah Chris den Anderen an, da er merkte, wie Pi ihn regelrecht umklammerte und seine Augen zusammenkniff. Der Sänger setzt schon an um etwas zu sagen, doch er schloss seinen Mund wieder. Stattdessen, drehte er sich herum, schlang ebenso seinen Arm um Pi, welcher sofort seinen Kopf in seiner Brust vergrub und sich nur noch fester an ihn hielt. Chris merkte, wie sich sein Herz zusammen zog. Es stimmte eindeutig etwas nicht mit Pi.
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Es war einfach alles zu viel gewesen. Seine Gedanken, dass herum blödeln und dann der Kuss auf die Wange, von dem er wusste, dass es kein ernsthafter Kuss gewesen war. Pi konnte sich nicht erklären, woher die plötzliche schwere in seinem Herzen kam, aber er fühlte sich mit einem Schlag mies. Das Chris neben ihm lag, machte es nur noch schwerer und doch hatte er sich zu ihm hinüber gedreht, ja hatte sein Gesicht regelrecht an seiner Brust vergraben und sich wie ein ertrinkender an ihn geklammert. Chris Geruch stieg in seine Nase. Es war ein angenehmer Duft. Eine Mischung aus Aftershave und Duschgel, das eine leichte Apfelnote hatte.
Noch für einen Moment verharrte er in dieser Position, ehe ihm bewusst wurde, dass er sich nur selbst belog und sich selbst schadete. Er mochte Chris Nähe, mochte es sich an ihn zu umarmen, bei ihm zu sein und ihn zu küssen. Doch genau das war nicht Richtig. Chris war vergeben und sich durch diese Nähe falsche Hoffnungen zu machen war schmerzhaft, sobald ihm bewusst wurde, dass es nichts anderes war als ein Trugbild.
Pi löste sich von Chris und drehte sich wieder auf die Seite. Es entging ihm nicht, dass der Sänger ihn nun mit sorgenvollem Blick regelrecht durchlöcherte. Pi fuhr sich durch die Haare und verfluchte sich innerlich für diese dumme Aktion gerade. Er hatte seinen Gefühlen nachgegeben und musste jetzt den Preis dafür bezahlen. Natürlich wollte Chris jetzt den Grund dafür wissen. Und kaum hatte er diesen Gedanken gefasst, da hörte er auch schon die Stimme des Anderen.
„Bist du dir sicher, dass du nicht mit reden willst?“ fragte Chris vorsichtig nach. Pi biss sich auf die Unterlippe. Sollte er einfach reinen Tisch machen? Dem Sänger einfach gestehen, dass er Gefühle für ihn entwickelt hatte? Er war sich sicher, dass Chris nicht negativ reagieren würde. Allerdings würde ihn freundlich, aber bestimmt zurückweisen.  
Pi drehte seinen Kopf zu Chris, der ihn noch immer mit diesem sorgenvollen Augen ansah und am liebsten hätte Pi ihn jetzt geküsst und ihm gesagt, dass er sich keine Sorgen machen musste und alles Ok war, doch das war es nicht, ganz und gar nicht.
„Chris…“ begann Pi schließlich langsam „..ich glaube ich…hab mich…“ begann er und spürte, wie sein Herz zu rasen begann. Sollte er es wirklich wagen? Wie würde er mit der Zurückweisung umgehen? Und dann? Würde das nicht zu Spannungen führen zwischen ihnen? Konnten sie dann überhaupt noch miteinander spielen? Er hatte es bei einem Freund schon erlebt und da war es sogar eine hetero Beziehung gewesen. Er hatte sich in die Gitarristin verliebt und es ihr gebeichtet. Sie hatte ihn nett zurückgewiesen und dann ging alles dem Bach hinunter. Sein Freund hatte ihm berichtet, dass dann ständig eine seltsame Stimme geherrscht hatte. So als würde etwas Unausgesprochenes im Raum hängen. Und schließlich hatte er es nicht mehr ausgehalten und die Band verlassen.
Pi mochte Lord oft he Lost. Noch sonst nie, hatte er sich so wohl gefühlt wie in dieser Band. Wollte er das alles aufs Spiel setzten, wegen einer Schwärmerei für den Sänger?
„Du glaubst was?“ hörte er Chris schließlich nachfragen, als er viel zu lange seinen Gedanken nachhing.
Pi presste die Lippen aufeinander und schüttelte den Kopf. „Nichts….ich kann nicht darüber reden…tu mir leid“. Er hörte wie Chris leicht ausatmete und bildete sich ein, dass dabei sogar ein Hauch von Enttäuschung mitschwang.
„Ok, kein Druck, aber mein Angebot steht immer noch. Wenn du reden willst….ich bin für dich da“. Pi sah Chris an und nickte.
Der Sänger klopfte sich auf die Oberschenkel „Schön, dann lass uns was zu Essen holen, von dem herum Gehopse werd ich immer hungrig. Außerdem sollten wir noch ein paar Details wegen dem Konzert heute Abend besprechen. Und ins Hotel sollten wir auch noch einchecken“.
Sie waren nicht sofort ins Hotel gefahren, da sie viel zu früh dran waren und ihre Zimmer noch nicht fertig. Gared hatte darauf bestanden extra Früh wegzufahren, weil er noch unbedingt ein paar Sehenswürdigkeiten anschauen wollte.
Pi ergriff die Hand, die Chris ihm hinhielt, um ihm beim Aufstehen zu helfen, ehe sie sich gemeinsam auf den Weg machten etwas Essbares zu holen.

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Ende erstes Kapitel und Fortsetzung folgt.
Bitte lasst doch einen Kommi da. Es ist immer motivierender weiterzuschreiben, wenn man weiß, dass es überhaupt jemand liest ^^
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