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2 Sätze - Challenge

Kurzbeschreibung
KurzgeschichtePoesie / P6 / Gen
08.09.2021
08.09.2021
2
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08.09.2021 495
 
Projekt 2 Sätze


1. Der Metzger wurde enthauptet.
2. Das Fahrrad samt Fahrer landeten im Graben.

Morgens, die Hähne krächzte pünktlich, sechs Uhr. Die Schicht begann.
Langsam trottete ich zum Schalter. Hinter mir lautes gähne, ein verstimmtest brummen, der Tag hat angefangen.
Ein klick ertönte, meine Schicht begann.

Müde und mit halb geöffneten Augen begab ich mich mit schlaffen Körper zu meinem Arbeitspult.
Wie gewohnt nahm ich mir meine Schürze und band sie mir um. Rechts meine Arbeitsgegenstände, links das zu bearbeitende Material.

Mit geschlossenen Liedern begann ich meine gewohnte Abfolge zu tätigen.
Linke Hand schiebt das Fleisch nach rechts, rechte Hand nimmt das Fleischmesser und zerkleinert das Leib in zwei. Fertig, nächstes.
Alles wiederholt sich, Minute für Minute, Tag für Tag.

Gähnend und mit tränen in den Augen sah ich zur Uhr, Halbzeit.
Ein Kaffee, zwei Kaffee, drei Kaffee, nichts half.
Die erste Stress Zigarette war verraucht, hab die Schachtel vergessen.Genervtes Ausatmen.
Ein letzter Blick in den Himmel, Ruhe, Zeit, Stille, alles was ich wollte und nicht besaß.

Wieder am Platz begann die zweite Hälfte.
Um mich herum Gelächter. Wut, Eifersucht, Verleugnung.

Ich rümpfte die Nase. Erstmal wach werden.
Ein klirren, Geschreie, Panik. Ich mache mein Arbeit.

Ins Blut übergegangen, mit geschlossenen Augen, einem nacheinander, Stück für Stück.
Wieder ein kreischen, Gelächter, Erleichterung.

Mein Messer spaltete. Mein Kopf dröhnt, Ohrenschützer vergessen. Die Maschinen im Hintergrund grölten und pfiffen. Ich driftete ab, doch die kurz Entspannung tat gut.

Zack!

Ich stockte. Diesmal war es anders. Unter mir wurde es flüssig.
Ich riss die Augen auf. Panik, Geschreie, Furcht.
Ich ließ das Messer zittrig los.
Es ist passiert, Panik, Angst.

Metzger aus Leidenschaft, so war er, er der vor mir lag.
Metzger aus Überzeugung, so kannten wir ihn,
Metzger immer mit einem lächeln, jetzt nicht mehr.

Panik, meine tränen flossen.
Der Metzger wurde enthauptet.

Schritte, Anweisungen, Getuschel. Überall waren Augen auf mich gerichtet.
Langsam trat ich vom Tisch weg. Gegenstände klirren. Die Schürze lag im Blut.

Ich rannte, schnell und voller Furcht.
Ich rannte, mein Kopf brannte, alles war zu schnell.
Ich rannte, aus dem Gebäude, aus der Situation.

Vor dem Fahrrad mit zittrigen Händen, Blut beschmiert, setzte sich mich drauf und fuhr los.
Schreie aus der Ferne, Sirenen, Autos. Ich musste Weg,
Schneller, schneller, doch es wurde nicht.

Die Sicht war verschwommen, die Luft schnitt, der Atem ging flach und kurz.
Ein zittern in meinem Körper, das Atmen blieb weg,
Panik, pure Panik.
Ein Mord, so etwas wollte ich nicht. Jemanden verletzten, dafor fürchtete ich mich,

Autoreifen quietschten, Sirenen heulten aus.
Stress, überall in seinem Körper durchfloss purer Stress.
Schweiß floss über meiner Stirn.

Ein Kiesel, klein, kaum sichtbar und doch rollte ich.
Das Fahrrad landete samt Fahrer im Graben.

Schmerz, das linke Bein war verdreht.
Schmerz, die tränen tropften.

Es war aus, ich konnte nichts mehr machen.
Es war vorbei, mein Leben, meine Arbeit, ich.

Ein letzter Blick in den Himmel, Ruhe, Zeit, Stille, alles was ich wollte und nicht besaß.
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