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Wie der Vater so der Sohn

von Maria R
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
OC (Own Character) Paul Richter Stephan Sindera
07.09.2021
24.10.2021
17
35.488
7
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27 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
07.09.2021 1.988
 
Ich hab Ja gesagt wir lesen uns wieder:)
Und wieder mal, hatten die liebe Anna und ich eine brennende Idee die aufs Papier musste :) viel Spaß beim Lesen!!



Paul schob den Einkaufswagen durch die Gänge und sah auf seinen Einkaufszettel. Es war Wochenende und Jan, sein sechzehnjähriger Sohn, war bei ihm. Grundsätzlich freute sich Paul immer auf diese Wochenenden, aber Sechzehn war wirklich ein schwieriges Alter und Jan hatte sich wohl beschlossen zu pubertieren. Es war wirklich anstrengend mit ihm, doch Paul hatte sich fest vorgenommen das Wochenende ruhig und gelassen anzugehen. Sein Verhältnis zu Jan war eigentlich recht gut und sie konnte über alles reden. Nur momentan war es eben schwierig.

„Jan. Was willst du heute Essen?“ fragte er und drehte sich zu seinem Sohn um, welcher zwei Meter hinter ihm her trottete. Seit sich Paul von Jans Mutter Judith getrennt hatte, war das so ihre Tradition. Nachdem Paul Jan abgeholt hatte, gingen sie gemeinsam für das Wochenende einkaufen.
Doch jetzt gerade hatte Jan nur sein Handy im Kopf. Paul blieb stehen und da sein Sohn so abgelenkt war, lief er einfach in seinen Vater hinein. Überrascht sah er auf und Paul musste grinsen. Jan sah ihn fragend an.
„Was?“ fragte er nach und Paul seufzte. Wie liebte er doch dieses Alter.
„Was du essen willst.“ Fragte Paul nochmal und Jan sah ihn fragend an, bevor mit der Schulter zuckte.
„Mir egal.“ Murrte er und Paul verdrehte die Augen. Na gut, dass entschied er halt, was es zu Essen gab. Nachdem er alles eingepackt hatte, begab er sich zur Kasse und bezahlte die Waren. Jan starrte die ganze Zeit auf sein Handy und Paul ab und an kurz davor was zu sagen, doch er wollte das nicht im Einkaufszentrum besprechen.

„Was hast du jetzt eigentlich gekauft?“ fragte Jan beim Weg nach draußen und Paul zeigte auf die Steaks in Einkaufskorb. Jan zog die Augenbrauen hoch und verzog sein Gesicht.
„Ich hätte lieber Pizza gehabt.“ Meinte er, bevor er sich auf den Beifahrersitz setzte. Paul sah ihn ein wenig unglaubwürdig nach und kurz hatte er das Gefühl, dass er Jan erwürgen wollte. Aber es war nur ganz kurz, bevor er tief durchatmete und anfing die Waren in das Auto zu laden.
Bevor er in den Wagen stieg, blickte er kurz auf sein Handy und musste lächeln. Stephan hatte ihm geschrieben und Paul verfluchte sein verdammtes Herz, welches stark gegen seine Brust schlug.
Es hatte sich vor einiger Zeit angefangen etwas zwischen ihnen zu ändern. Er selbst war schon immer Bi-Sexuell gewesen und es hatte ihn nicht verwundert, dass er plötzlich Herzklopf bei seinem besten Freund bekam. Das war nämlich Stephan, sein bester Freund. Aber irgendwie hatte Paul plötzlich immer das Gefühl, Stephan berühren zu müssen. Er wollte immer in dessen Nähe sein und er liebte es, wenn er die ungeteilte Aufmerksamkeit von diesem bekam.
Er hatte keine Ahnung was Stephan dachte oder fühlte. Doch er war zumindest nicht abgeneigt, wenn Paul ihn berührte und auch oft ging es doch auch von Stephan aus.
Paul öffnete die Nachricht und musste noch mehr lächeln. Stephan dachte einfach immer an alles.
*He Süßer, wie läuft es mit Jan? Ist er immer noch so pubertär? Sollen wir am Wochenende mal ein Spieleabend zu Dritt machen?*
Paul lachte leise über die Ansprache. Es hatte alles mit einem Scherz angefangen und irgendwie war es geblieben. Eine Kundschaft von ihnen hatte ihn die ganze Zeit Süßer genannt und ihn hatte es unheimlich genervt. Stephan hingegen hatte es lustig gefunden und ab und an, wenn es gerade passte, nannte er ihn so. Mittlerweile fand es Paul auch ganz süß, dass Stephan diesen Kosenamen für ihn hatte. Besser als "Kleiner", aber sogar das durfte Stephan zu ihm sagen.

Ich glaube nicht, dass Jan wannsinnig begeistert ist von einem Spieleabend, sein Handy ist da um Welten interessanter. Aber du bist trotzdem herzlich eingeladen, ich habe Steaks gekauft.

Antworte er, steckte anschließend sein Handy weg und stieg zu seinem Sohn ins Auto. Dieser war, welch Überraschung, wieder am Handy.
"Magst du das Ding nicht mal weglegen?" fragte Paul ein wenig genervt, während er den Rückwärtsgang einlegte und aus der Parklücke ausparkte. Als Antwort erhielt er jedoch nur ein genervtes Stöhnen. Jedoch legte Jan tatsächlich sein Handy weg.

"He Papa, denkst du, ich kann morgen Abend auf so eine Party gehen? Wir hängen nur ein bisschen ab, ganz gemütlich."
Paul sah kurz zu seinem Sohn bevor er den Wagen weiter durch Köln lenkte.
"Was hat den deine Mama dazu gesagt?" fragte Paul nach. Obwohl er sich von Judith getrennt hatte, wollte er trotzdem noch mit ihr am selben Strick ziehen. Jan würde sie sonst vermutlich gegeneinander ausspielen. Jan verdrehte die Augen und seufzte. Es war ja wieder einmal klar gewesen, dass seine Eltern zusammen hielten. Paul war das genug als Antwort und sie schwiegen die restliche Fahrt. Erst kurz bevor sie ankamen, fiel Paul was ein.
"Stephan kommt wahrscheinlich heute Abend." informierte er Jan. Er ging jetzt einfsch davon aus, dass sich Stephan ein Steak Ala Richter nicht entgehen ließ. Jan sah ihn erfreut an. Er mochte den besten Freund von seinem Papa. Der war cool.
"Okay, cool."

Paul schob gerade die kurz angebratenen Steaks in den Ofen, als es an der Tür klingelte. Er strich sich seine Hände an der Kochschürze sauber und eilte zur Tür.
„Stephan.“ Paul grinste seinen besten Freund an und dieser schlang sofort die Arme um ihn und umarmte ihn kurz. Bevor er sich grinsend löste.
„He, na alles okay in der Küche?“ fragte Stephan und er grinste ebenfalls. Paul sah einfach süß mit dieser Kochschürze aus, wobei man deutlich die frischen Essenreste auf dieser sah.
„Jaja, alles okay. Jan ist im Wohnzimmer, ich muss nochmal in die Küche. Magst du ein Bier?“ sprudelte es aus Pauls Mund und er eilte bereits wieder in die Küche. Stephan lief ihm grinsend hinterher und nahm sich selbst ein Bier aus dem Kühlschrank. Auch Paul öffnete er eines, bevor er sich an die Küchentheke lehnte.
„He Stephan, krieg ich auch ein Bier?“ Jan war ebenfalls in die Küche gekommen und Stephan lachte leise. Er wuschelte Jan durch die Haare, bevor er zur Antwort ansetzte.
„Träum weiter Kleiner.“ Meinte er nur, woraufhin Jan kurz schmollte, aber er hatte immer noch das freche Funkeln in seinen Augen. Er nahm sich eine Cola und verschwand wieder. Paul seufzte leise auf und wendete das Gemüse in der Pfanne.
„Ich wünschte, dass er bei mir mal so gelassen wäre. Aber ich bin sowas von out momentan.“ Murrte er leise, woraufhin Stephan ihn sanft am Arm anpackte. Bevor Paul richtig bemerkte, was los war, befand er sich schon in einer Umarmung. Stephans Hände waren um dessen Körper geschlungen und kurz spannte sich Paul an, bevor er sich in die Umarmung fallen ließ.
Er genoss einfach die Nähe und die Hände von Stephan, welche ihm sanft über den Rücken streichelten. Er atmete Stephans Duft ein und es beruhigte ihn einfach. Er atmete schwer aus und lehnte seine Stirn gegen Stephans Schulter, woraufhin dieser anfing sein Genick zu kraulen.
„Besser?“ fragte Stephan leise und Paul murrte nur. Er wollte nicht, dass diese Berührungen aufhörten, es fühlte sich einfach zu gut an.

„Was macht ihr da?“ Jan stand plötzlich im Zimmer und sah die beiden ein wenig befremdlich an, woraufhin Paul und Stephan sofort auseinanderfuhren.
„Ähm…“ fing Paul an, doch er hatte keine Antwort. Es war eigentlich eine gute Frage, was machten sie da?
„Seid ihr etwa schwul?“ fragte Jan nun und er wirkte irgendwie angeekelt. Er verzog sein Gesicht und blickte seinen Vater erwartend an.
„Nein.“ Kam es sofort von Stephan und es kam so schnell, dass es Paul irgendwie störte. Er machte sich seit Wochen Gedanken, aber offensichtlich hatte er einfach viele Sachen fehl gedeutet.
„Nein mein Sohn, weißt du, wenn du mal über die Gefühle sind eklig Phase hinwegkommst, wirst du erkennen, dass sich auch beste Freunde mal umarmen können.“ Meinte Paul leicht sarkastisch, woraufhin Jan sogar leicht schmunzelte.
„Schon gut Papa, keine Gefühlsgespräche. Ich bin schon leise.“ meinte er und flüchtete sofort aus der Küche. Als Jan weg war, herrschte kurz eine unangenehme Stille, woraufhin Paul sich wieder um das Gemüse in der Pfanne kümmerte.
„Ähm ja… ich geh mal zu Jan.“ meinte Stephan draufhin und flüchtete quasi aus der Küche. Kaum war er draußen, lehnte Paul seinen Kopf gegen den Küchenkasten.
„Du bist so ein Idiot Paul Richter.“ Fluchte er leise und ließ seinen Kopf ein paar Mal leicht gegen den Kasten fallen.

Nachdem er fertig gekocht hatte, richtete Paul das Essen zu und servierte es Stephan und Jan. Er brachte sich und Stephan noch ein weiteres Bier, da er das erste nach der unangenehmen Situation ziemlich schnell geleert hatte. Stephan ging es wohl auch nicht anders.
Das Essen verlief irgendwie seltsam. Er sonst so redselige Paul schweig die meisten Zeit, während Stephan und Jan sich offensichtlich prächtig unterhielten. Immerhin hatte Jan seine Freunde an dem Besuch. Ein wenig genervt war Paul schon und im selben Moment schämte er sich dafür, dass er auf seinen Sohn eifersüchtig war. Wie tief war er eigentlich gesunken.
Stephan schaffte es sogar so weit, dass Jan damit einverstanden war, mit ihnen einen Film anzusehen. Die beide suchten sich schon einmal einen Film aus, während Paul die Küche aufräumte. Als er anschließend zur Couch kam, hatten es sich die beiden schon bequem gemacht.
„He, machte euch nicht so breit, ich will auch einen Platz.“ Murrte er grinsend, während er eine Schüssel mit Chips auf den Tisch stellte. Stephan setzte sich doch tatsächlich sofort auf und klopfte neben sich auf die Couch. Grinsend ließ sich Paul neben Stephan auf die Couch fallen. Er streckte seine Beine aus und legte sie auf den Tisch.
„Also, für was habt ihr euch entschieden?“ fragte er, woraufhin Jan ihm sofort von dem Film erzählte. Anscheinend momentan einer der meistgesehenen Filme auf Netflix… Fatherhood oder so. Paul lehnte sich zurück und versuchte sich auf den Film zu konzentrieren. Doch irgendwie lenkte ihn die Nähe zu Stephan ab. Er war verwirrt, was war das zwischen ihnen. Stephan hatte ihn doch nicht schon immer so abgelenkt.

Irgendwann bemerkte Paul eine Bewegung neben sich und kurz später spürte er Stephans Arm, welcher sich um seine Schulter legte und ihn sanft gegen Stephans Brust zog.
„Alles okay?“ hauchte Stephan in ihm in das Ohr und Paul bemerkte, dass er eine Gänsehaut bekam. Er hoffte einfach, dass es Stephan nicht bemerkte.
„Ja.“ Meinte Paul kurz, bevor er leise aufseufzte. Stephan streichelte mit seinen Daumen über dessen Oberarm.
„Ich bin einfach durcheinander.“ Murmelte er leise und blickte zu Jan. Doch dieser schien ihr Gespräch nicht mitbekommen. Er war ganz auf den Film konzentriert.
„Ja, ich auch.“ Meinte Stephan nur, bevor er sich wieder zurücklehnte und Paul näher zu sich zog. Paul saß also so leicht an Stephans Brust gelehnt und war einfach fertig mit der Welt. Was verdammt war das. Stephan streichelte immer noch leicht über dessen Oberarm, woraufhin sich Paul langsam entspannte und einfach die Nähe genoss.


Irgendwann war aber auch dieser Abend vorbei und nur schweren Herzens löste sich Paul von Stephan. Sofort hätte sich am liebsten wieder in dessen Arme geflüchtet. Doch das wäre irgendwie seltsam gewesen. Deshalb brachte er ihn einfach zur Tür, hatte ja auch irgendwie was.
„Also… schön, dass du da warst.“ Meinte Paul ein wenig verlegen und er wusste nicht, wieso er plötzlich so aufgeregt war. Auch Stephan wirkte ein wenig verlegen und als sie sich gegenüberstanden, war die Situation noch bizarrer. Irgendwie hatte Paul das Gefühl, er befand sich auf einem ersten Date. Stephan lächelte ihn an und legte den Kopf schief.
„Wir sehen uns morgen Süßer.“ Meinte er mit einem spitzbübischen Lächeln, bevor er Paul in die Armen zog. Die Umarmung dauert länger als üblich und doch war sie perfekt. Als sie sich langsam lösten, hauchte ihm Stephan einen Kuss auf die Wange.
„Schlaf gut Paul.“
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