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Herzbube & Herzkönig [Kageyama Tobio, Haikyuu!]

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Het
Hinata Shouyou Kageyama Tobio OC (Own Character)
06.09.2021
21.01.2022
28
54.746
11
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Dieses Kapitel
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14.01.2022 825
 
„Seit Kuroo mit Saida zusammen ist, ist er unerträglich geworden."

Kenma rümpfte in üblicher Manier angewidert die Nase und ließ sich nach hinten gegen den Bettkasten fallen.

„Auf mich wirkt er wie immer", erklärte Hinata, „er sieht immer noch aus wie ein Hahn und hat eine grässliche Aura hinter dem Netz."

„Er hat nicht nur eine grässliche Aura, er ist grässlich."

Letzteres sagte er mit so pikiertem Gesichtsausdruck, dass Hinata ihm einfach glauben musste. Er rückte ein bisschen näher an seinen Freund heran und lehnte sich ebenfalls an den Bettkasten. Sie starrten beide den Fernsehbildschirm an, von dem aus ihnen ‚Game Over' in greller, roter Schrift entgegenleuchtete.

„Wieso ist er denn so grässlich?", fragte Hinata schließlich nach. Er wollte nämlich auf keinen Fall grässlich sein, nicht, wenn es sich verhindern ließe und wenn er erst wüsste, was er dafür nicht machen durfte, wäre das ganz einfach.

„Er will mit mir reden. Über Liebeskram."

Kenma sah sehr entsetzt darüber aus und Hinata fragte sich, ob er sich unter ‚Liebeskram' vielleicht etwas Falsches vorstellte. Die einzigen Leute, die in seiner Gegenwart über Liebe sprachen, waren Nishinoya und Tanaka, aber Sugawara hatte mehrfach betont, dass man den beiden in dieser Hinsicht auf keinen Fall ein offenes Ohr schenken sollte und Bokuto verfiel immer in zusammenhangloses Gestammel, wenn er über Lucky sprach – er war in diesem Fall also auch keine Hilfe.

„Was denn für Liebeskram?", fragte Hinata sicherheitshalber. Er wusste nicht, ob es ihm peinlich sein sollte, dass er keine Ahnung davon hatte, was genau ‚Liebeskram' sein sollte. Lernte man das in der Schule? Dann hatte er in dieser Stunde wahrscheinlich nicht aufgepasst. Oder man lernte es erst im dritten Jahr und es würde erst noch kommen... Dann wäre es ja in Ordnung, dass er keine Ahnung hatte.

„Na über's Küssen und ein paar Mal wollte er auch über Sex reden und", Kenma zog die Schultern hoch, als müsste er sich körperlich dagegen wappnen, was gleich aus seinem Mund kommen würde. „Und darüber, was ihn anmacht", würgte er leise hervor und ließ absolut keinen Zweifel daran, was er davon hielt – nämlich herzlich wenig.

„Ich habe ihm gedroht, ihn mit einem Kissen zu ersticken, wenn er das nochmal macht."

Aufgebracht vergrub Kenma seinen Kopf zwischen den Beinen und raufte sich die Haare. Sie waren länger geworden, seit sie sich zuletzt gesehen hatten und Hinata fand, dass Kenma jetzt noch ein bisschen elfengleicher aussah.

„Dann ist das Problem doch gelöst, oder?", fragte Hinata vorsichtig.

Kenma zeigte normalerweise nicht viele Gefühle und er wusste nicht, wie er damit umgehen sollte, also legte er ihm unbeholfen eine Hand auf die Schulter. Wäre Natsu an Kenmas Stelle gewesen, hätte er sie umarmt, aber bei Kenma traute er sich das nicht.

„Nein, weil er noch gesagt hat, dass ich das verstehen würde, wenn ich erst einmal verliebt wäre, aber ich war schon mal verliebt und ich verstehe es trotzdem nicht."

Jetzt war Hinata erstrecht überfordert.

„Was verstehst du nicht?"

Hinata rutschte auf dem Hintern herum, bis er Kenma hätte ansehen können, wenn dieser nicht immer noch den Kopf zwischen die Beine gesteckt hätte.

„Dieses ganze Theater um Sex. Das ist doch total eklig."

„Ja", stimmte Hinata spontan zu und dann fragte er sich, warum er sowas sagte, wo er doch überhaupt nichts davon wusste. Wenn er genauer darüber nachdachte, stimmte das aber gar nicht – er wusste nämlich sehr wohl etwas darüber, aus der Schule und aus Filmen, obwohl er bei letzterem immer wegschaute, wenn sich zwei Leute zu nahekamen. Manchmal sogar schon, wenn sie sich zu lange küssten.

„Du findest das auch eklig?", fragte Kenma überrascht. Hinata stutzte, das fanden doch alle eklig, oder nicht?

„Ja, natürlich... Finden das nicht alle?"

Er hatte immer geglaubt, es wäre deshalb ein Liebesbeweis, weil es keiner machen wollte und wenn man etwas tat, was man auf keinen Fall machen wollte, dann tat man es ja wohl aus Liebe.

Kenma hob den Kopf und sah ihn sehr lange an, so lange, bis es Hinata schließlich unangenehm wurde, obwohl Kenma hübsche Augen hatte. Eine seltsame Vorahnung kroch in Hinata hinauf und plötzlich war er beinahe so nervös wie vor einem Spiel.

„Es finden nicht alle eklig, oder?", fragte Hinata schließlich leise.

„Nein", sagte Kenma wahrheitsgemäß. „Wir beide schon, aber viele andere nicht."

Hinata wusste nicht, was er darauf erwidern sollte. Er musste diese Information erstmal verarbeiten.

Zu seiner Erleichterung waren sowohl Kageyama, als auch Fukuyoshi am nächsten Morgen zu müde, um zu bemerken, dass er in Gedanken versunken war und als er ihnen eröffnete, dass er noch ein paar Stunden in Tokyo bleiben würde, fragten sie nicht weiter nach.

Über Nacht hatten sich die Fragen wie Fische in einem Netz verfangen und sie wollten eine nach der anderen befreit werden und wenn Kenma keine Antworten hätte, dann könnten sie vielleicht zusammen welche finden.
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