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Brother

GeschichteDrama, Freundschaft / P18 / Het
Joachim "Joko" Winterscheidt Klaas Heufer-Umlauf
05.09.2021
04.10.2021
3
4.176
4
Alle Kapitel
3 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
05.09.2021 1.473
 
So hier bin ich wieder. Ich hab mich mal an einer anderen Story probiert und bin ganz zufrieden bisher :D

Kleiner Disclaimer vorab : Es wird in dieser Story das Thema Tod und Depressionen thematisiert.
Wenn ihr euch in kleinster Weise getriggert fühlt, könnt ihr diese Nummer hier anrufen:
"Nummer gegen Kummer" 116111. Reden hilft <3

Noch eine Sache vorab: Joko und Klaas gehören sich selber und dies was ich schreibe beruht nur auf meiner eigenen Fantasie.
Außerdem bin ich keine Medizin Studentin oder irgendwas in der Richtung. Also wenn irgendwas falsch ist, dann tut`s mir leid:D Aber die meisten Arzt Serien beruhen ja nicht auf der Wirklichkeit, haha.

Aber jetzt habe ich genug gelabert und wünsche ich euch viel Spaß mit dem ersten Kapitel. Lasst gerne Feedback da :)
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Vorsichtig öffnete Klaas seine Augen und blickte sich um. Vor ihm saß sein Geschäftsführer und langjähriger Freund Thomas Schmitt, der ihn auch besorgt ansah. Sie beide hatten wohl, wie es aussah, nicht all zu viel abbekommen.
>> Alles okay, Klaas?", drang nun dessen Stimme an sein Ohr.
>> Ich glaub schon, dir? << Das sein rechter Arm recht doll wehtat, bekam er dort noch nicht mit.
>> Glaub auch. <<
Langsam trauten die beiden sich ihre Köpfe zu bewegen und schauten zu den anderen Insassen, ob es ihnen auch einigermaßen gut ging. Anscheined mussten sie von der Straße abgekommen sein, da er von vorne leichte Rauchwolken wahrnehmen konnte.
>> Gehts euch allen soweit gut? << fragte Klaas sie sofort.
Von fast allen bekam er ein leichtes Nicken, obwohl Jakob an der rechten Schläfe leicht blutete. Sie standen warscheinlich noch alle unter Schock und mussten erstmal realisieren, was in den letzten Minuten passiert war. Das letzte was er noch mitbekommen hatte, bevor er die Augen schloss, dass von vorne ein anderes Auto auf sie zugerast kam und Patrik, ihr Fahrer, einen Schwenker nach rechts gemacht hatte.
Während Klaas noch seinen Gedanken ,vom Unfallereignis an sich, hinterher hang, ertönte die Stimme von Katha neben seinen Ohr, in der einen Anflug an Panik ausmachen konnte und danach das Abschnallen eines Sicherheitsgurtes.
>> Scheisse! Joko! <<
Wie auf Knopfdruck befand er sich wieder im hier und jetzt und richtete seinen Blick seinen Blick in Richtung Beifahrersitz, wo Joko gesessen hatte. Dieser hatte bis jetzt noch keinen Ton von sich gegeben.
Viel konnte er nicht sehen, da Katha ihm die Sicht versperrte.

In der Zwischenzeit hatten sich der Redakteur, Jakob Lundt und der Tonmann, Frank, abgeschnallt und waren zur Beifahrertür gerannt.
Erst jetzt merkte er, dass er der einzige war, der noch angeschnallt war. Schmitti hatte sich schon längst abgeschnallt und kümmerte sich um den Fahrer. Diesen hörte er zumindest mit Thomas reden. Das hieß, dass er bei Bewusstsein ist, was immer ein gutes Zeichen in Notfall Situationen war. Nicht umsonst kriegte man in jedem Erste-Hilfe Kurs beigebracht, dass man sich nicht zuerst um die lauten Verletzten kümmern sollte, sondern um die Stillen.
Als er dann auch noch hörte, wie Frank versuchte Joko wachzukriegen, schrillten bei ihm alle Alarmglocken.
>> Weg da << , schubste er Frank und Jakob zur Seite um direkt an Joko dranzukommen. Wie er jetzt in wenigen Sekunden hier hin gekommen war, hatte er nicht mitbekommen.
Als er endlich freie Sicht auf Joko hatte, blieb ihm jeder Klos um Halse stecken. Das Bild was sich ihm bot, war schrecklich.

Da das Auto mit der rechten Motorhaube gegen den Baum gekracht war, war diese nach innen eingebeult, sodass die Beine von der Person, die dort saß, eingeqeutscht worden waren.
Trotz des Airbags und dem Anschnallgurt, der warscheinlich noch schlimmeres verhindert hatte, blutete Joko recht stark am Kopf und war nach aller Anschein bewusstlos, was seine erschlaffte Körperhaltung erklärte. Zudem schaute Klaas kurz an Joko vorbei zu Thomas und Patrik, den es sogar noch schlimmer als Joko getroffen hatte auf den ersten Blick. Mit dem einzigen, großen Unterschied, dass Patrik ansprechbar war und Joko nicht.
Nachdem er die Lage abgescannt hatte, fokussierte sich seine Wahrnehmung nur noch auf den großen, blonden Mann, der vor ihm im Auto saß.
>> Aufwachen, Winterscheidt. Los, es ist keine Zeit zum schlafen."
Er klatschte Joko kurz an die Wange. Als dieser darauf nicht reagierte rülltete Klaas diesen vorsichtig an seinen Schultern.
>> Winti, bitte.. Komm. Du machst hier jetzt nicht schlapp. << Auch hier drauf folgte keine Reaktion.
>> Verdammte Scheisse..<<, nuschelte er in seinen Bart. Zum Glück war er eine Person, die in brenzlichen Situationen keine Panik bekam. Auch wenn er sich hier verdammt zusammen reißen musste.
Klaas überlegte was er nun tun konnte. Sein Kopf war wie leergefegt. Irgendwann fiel ihm wieder ein, dass er Joko abschnallen muste, wenn er ihn hier rausholen wollte.
>> Ich muss kurz mal über dich rübergreifen, Joki, ja? <<
Von diesem kam, wie zu erwarten, keine Reaktion. Also lehnte sich Klaas kurz über Joko, um den Gurt zu lösen, der Joko etwas am Hals eingeschnitten hatte. Nicht schwerwiegend, aber es reichte aus um rote Striemen an Jokos Hals zu erzeugen.
Jakob und Frank waren inzwischen zu einer Passantin gegangen, die dran war den Rettungswagen, Polizei und die Feuerwehr zu rufen. Katha blieb bei Thomas und Klaas am Auto, um dort die Lage zu überwachen. Sie hatte aller Anschein nach am wenigsten von allen abbekommen.

Erst jetzt bemerkten sie alle, dass ein größerer Trubel als gedacht sich um sie breit gemacht hatte. Es hatten noch zwei weitere Autos angehalten wovon die einen ihre Hilfe anboten und die anderen zum anderen Fahrzeug gerannt waren, um dort nach dem Fahrer zu schauen. Zu allen Übel war es auch noch dunkel, da es schon spät abends war, als sie nach einem langen zwölf Stunden Flug von Lukla, dem Flughafen in Nepal, endlich in Berlin gelandet waren.
Die zwei Insassen vom anderen PKW gingen zu Schmitt hin und fragten diesen, ob sie irgendwie helfen konnten. Tatsächlich konnten sie helfen. Thomas und Klaas mussten Joko und Patrik so schnell und vorsichtig wie möglich aus dem demolierten Auto bekommen. Als der junge Mann, nicht älter als Mitte zwanzig, zu ihm kam, stellte dieser sich als Lukas vor.
Klaas prüfte immer in regelmäßigen Abständen, ob Joko noch atmete, was zum Glück immer der Fall war. Immerhin das war ein gutes zeichen. Solange Joko atmete war fast alles in Ordnung.
>> Joko.. Winti.. Komm, los. Mach die Augen auf. Für mich, bitte. << Seine Stimmte versagte am Ende.
>> Ich möchte nicht stören, aber..<< Klaas schaute mit wässrigen Augen zu Lukas. >> Wir müssen ihn da echt rausholen.. <<
Klaas nickte zustimmend und fuhr sich übers Gesicht. Er wollte gerade Joko unter den Armen packen und ihn etwas drehen, als dieser ein leises, schmerzverzerrtes, Stöhnen von sich gab.
Er war so geschockt darüber, dass er beinahe Joko losgelassen hatte, dessen Kopf an seiner Schulter lehnte. Er schaute runter zu Joko, der nun seine Augen zu öffnen schien. Klaas fiel ein riesen Stein vom Herzen. Vor lauter Erleichterung liefen ihm die Tränen unaufhaltsam über die Wangen.
Wieder gab Joko ein Laut von sich, als Klaas probierte ihn zu bewegen beziehungsweise zu ziehen. Ging nicht, die Beine waren eingeklemmt. Das hatte er gar nich mehr auf dem Schirm gehabt.

>> Shhh.. ich hol dich hier raus, wir schaffen das, ok? << Flüsterte er ihm beruhigend mit zittriger Stimme zu.
Er streichelte Joko einmal über die Wange.
>> Es tut so weh. << wimmerte Joko mit schwacher Stimme.
Klaas wollte gerade was antworten, da kamen direkt zwei Sanitäter und zwei Feuerwehr Leute zu ihnen gerannt.
Lukas erklärte ihnen was vorgefallen war, während Klaas nur Joko festhielt, ihm beruhigend zu redete und ihn am liebsten nie mehr losgelassen hätte. Es dauerte keine zwei Sekunden, da drückten und bogen die Feuerwehrmänner das Auto so zurecht, dass man Joko ohne probleme aus dem Auto ziehen konnte. Da Klaas Joko schon im richtigen Griff hatte, zog er ihn vorsichtig raus und legte ihn auf das Gras, auf dem sie standen. Der Notarzt legte ein mobiles EKG an und verabreichte ihm über einen Venenkatheter Schmerzmittel und ein leichtes Sedierungsmittel zum lindern der Schmerzen, auch währeddessen wich ihm Klaas kein einziges Mal von der Seite und hielt seine Hand.
Joko fielen immer wieder die Augen zu. >> Hey Winti. Wach bleiben.. Hörst du? << Er klatschte ihm auf die Wange.
Darauf hin öffnete Joko seine Augen wieder und schaute Klaas an.
>> Ich.. << Er brach ab und sammelte seine Kräfte. >> Ich hab.. ich hab dich lieb Klausi.. << Ihm fielen die Augen wieder zu.
Klaas war gerade dabei ihm zu antworten, da schubste der Notarzt ihn kurzerhand weg.
>> Ich brauch Adrenalin. Sofort! Kammerflimmern! <<
 
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