Geschichte: Freie Arbeiten / Prosa / Liebe / Dark / Two Faces

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Two Faces

Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Het
05.09.2021
09.10.2021
6
17.630
3
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10.09.2021 2.883
 
KAPITEL 2


Nach Elena's Abgang heute morgen könnte man meinen, ein Tag könnte nicht übler starten. Doch ich war gerade am anderen Ende der Stadt bei der Tür von Max's Bar raus, als mein Handy klingelte. Ich zog es aus meiner Hosentasche und sah auf das Display. Marco. Mit gerunzelter Stirn warf ich einen kurzen Blick auf meine Armbanduhr.
Gut, es war erst halb elf. Ich war also nicht zu spät dran, um bei unserem Treffen für heute aufzuschlagen. Was also konnte er wohl wollen? Einen Moment keimte die Hoffnung auf, dass es womöglich abgesagt wurde.
"Hi Marco, was gibt's?", nahm ich ab um der Raterei ein Ende zu bereiten.
"Wo bist du?", fragte die kühle Stimme meines Boss'. Trotz seiner - wie üblich - kontrollierten Tonlage, merkte ich sofort dass er alles andere wie gut gelaunt war.
"Ich bin gerade bei Max raus", erläuterte ich knapp.
"Gut, dann bist du ja nicht all zu weit weg. Das Treffen heute findet früher statt. Wie abgemacht bei Antonio. Aber in einer halben Stunde"

Genervt verzog ich das Gesicht und war froh dass er mich nicht sehen konnte. Mit ihm war nicht gut Kirschen essen und schon gar nicht wenn er mal wieder SO drauf war. Aber er warf mir meinen kompletten Tagesplan durcheinander. Eigentlich wollte ich vor dem Essen noch ein paar andere Läden abklappern. Doch so würde ich wohl oder übel gleich los müssen.
"Warum so plötzlich?", wollte ich dann doch wissen und ging über die Straße zu meinem schwarzen Camaro.
"Das erfährst du wenn du hier bist" Marco's Stimme war schneidend und duldete keine weiteren Fragen. "Also sei pünktlich!"
Mit diesen Worten legte er auf und ich senkte genervt mein Handy. Na prima, ich liebte solche Ansagen von ihm. Noch dazu wenn sie regelrecht nach Problemen schrieen. Kopfschüttelnd ließ ich mein Handy wieder in die Hosentasche gleiten und zog aus der anderen eine Schachtel Zigaretten hervor. Nachdem ich den ersten Zug des wohltuenden Nikotins eingesogen hatte, lehnte ich mich an die Motorhaube meines Babys und schloss für einige Sekunden die Augen. Was zur Hölle konnte so dringendes passiert sein? Eigentlich wollte Marco sich heute nur mit uns treffen, um abzuklären wie es mit den ausstehenden Zahlungen lief und ob alles in geregelten Bahnen ablief. Sein wöchentliches Update einfach. Doch so wie es aussah, musste wegen irgendwas wirklich Feuer am Dach sein.

Immer noch grummelig wegen dieser Tatsache rauchte ich meine Zigarette angespannt zu Ende. Nachdem ich sie ausgetreten hatte, setzte ich mir meine dunkle Sonnenbrille auf die Nase und stieg in den Wagen. Von dem Wolkenbruch heute Morgen war keine Spur mehr und die Sonne begann allmählich ihre volle Kraft zu entwickeln. Eigentlich hätte ich mich unter diesen Umständen wirklich gefreut früher Feierabend machen zu können, doch mein Gefühl sagte mir, dass Marco mir da wohl einen Strich durch die Rechnung machen würde.
Ich drehte den Schlüssel rum und sofort schnurrte mein Camaro auf. Ich liebte dieses Auto einfach.
Zumindest davon ein wenig beflügelt, legte ich den Gang ein und trat ins Gas. Zügig fuhr ich die schmale Seitenstraße entlang in der Max's Bar lang und reihte mich am Ende in den inzwischen stockenden Verkehr ein. Die Stadt - die heute morgen noch so ruhig war - war inzwischen zum Leben erwacht. Zähflüssig ging es vorran und auch auf dem Bürgersteig wuselten die Menschen gehetzt aneinander vorbei. Die einen vollgepackt mit Einkaufstüten, die anderen gestresst auf die Uhr guckend mit dem Handy am Ohr. Dazwischen sah man - auf dem Boden sitzend - immer wieder Bettler und andere ausgelaugte Kreaturen um Geld bitten. Ich war bei diesem Anblick jedesmal aufs Neue froh, zumindest nicht in diese Liga geraten zu sein. Klar, mein Leben war jetzt auch keines wie es im Bilderbuch stand, doch ich konnte mir immerhin einreden, dass es noch übler verlaufen hätte können.

Nach einer gefühlten Ewigkeit war ich schließlich endlich bei Antonio's Pizzeria angekommen und ich parkte mein Auto direkt gegenüber der Eingangstüre. Ein Blick auf die Uhr sagte mir, dass ich immer noch ein wenig zu früh dran war. Doch besser so als anders, denn Marco hasste nichts mehr, als Unpünktlichkeit.
Immer noch mit der Sonnenbrille auf der Nase betrat ich das kleine, aber wirklich feine Lokal.
Antonio - der Besitzer - war ein Italiener wie er im Buche stand; klein, etwas rundlicher, an den Enden eingewirbelter Schnurrbart, herzlich aber manchmal auch temperamentvoll. Ich mochte ihn wirklich wahnsinnig gerne und er war neben seiner köstlichen Gerichte der Grund, warum ich so gerne hier her kam. Auch außerhalb unserer dienstlichen Treffen.
Wie erwartet war keine Menschenseele zu sehen und man hörte nur das Klappern von Tellern und Besteck aus der Küche. Für das Mittagsgeschäft war es dann doch noch zu früh und dass meine sogenannten Kollegen eher knapp zur abgemachten Zeit antanzten, war auch nichts Neues.

Ich nahm meine Sonnenbrille ab und zögerlich ließ ich meinen Blick über Antonio's Alkoholsammlung hinter der Bar wandern. Ja verdammt, es war viel zu früh für Hochprozentiges. Selbst für eine Gestalt wie mich. Aber mein verfluchtes Bauchgefühl sagte mir, dass ich wegen meinem Boss heute sicher früher oder später noch einen brauchen würde. Warum also nicht lieber früher als zu spät?
Zielsicher trat ich also hinter die Theke und fischte mir einen der besten Whiskey vom Regal. Gerade war ich dabei mir ein paar Eiswürfel ins Glas zu füllen, als eine leicht aufgebrachte Stimme an mein Ohr drang.
"Was zum Teufel machen Sie da?! Sie können doch nicht einfach hinter die Bar! Wir sind hier doch nicht in nem billigen Schnellrestaurant!"

Eigentlich konnte ich es nicht ausstehen wenn man mich von der Seite her so anpampte. Schon gar nicht ausgerechnet hier. Doch aus irgendeinem Grund amüsierte mich die aufgeregte, wagemutige Frauenstimme und neugierig sah ich auf.
Die Hände in die Hüften gestämmt und mit entschlossenem Gesichtsausdruck stand sie da; eine kleine, zierliche Frau, schätzungsweise etwas jünger als ich, die schwarzen Haare nach oben gesteckt und mit weißer Bluse und schwarzem Rock. Doch als ich mich noch mehr zu ihr umwand und mich aufrichtete, sah ich wie die Entschlossenheit in ihren dunkelbraunen Augen zu bröckeln begann. Ich kannte diese Reaktion und diesen Ausdruck in ihren Augen nur zu gut; sie war im Begriff fasziniert in meine blauen Augen zu sehen und völlig zu vergessen worum es hier eben gerade noch ging. Und wie immer wenn das passierte, musste ich zugeben dass mir diese Wirkung auf Frauen gefiel. Ganz besonders wenn sie eigentlich ganz niedlich waren, so wie sie hier.

Ich wand den Blick ab und beschloß sie ein wenig zu reizen. Ich schraubte unbeirrt die Whiskeyflasche auf und genau in dem Moment, schien wieder Leben in ihren erstarrten Körper zu geraten. Mit schnellen Schritten kam sie auf mich zu und als ich wieder in ihre Richtung sah, war sie auch schon fast bei mir angekommen. Zu meiner Überraschung wagte sie es tatsächlich nach der Flasche in meiner Hand zu greifen - doch natürlich war ich schneller und streckte meinen Arm weitgenug aus, damit sie den Whiskey nicht mehr erreichen konnte.
Überheblich hob ich die Augenbrauen und sah sie herausfordernd an. Eines musste man ihr lassen; sie schien Pfeffer im Arsch zu haben. Und das heiterte mich an diesem Vormittag besonders auf.

Gespannt, was sie als nächstes machen würde, grinste ich sie selbstsicher an. Ihre verflucht dunklen, warmen Augen wechselten erneut von Ungläubigkeit in Entschlossenheit und sie klang fast schon eine Spur Respekt einflößend als sie sagte: "Verlassen sie auf der Stelle das Lokal"
"Was wenn nicht?" Lässig lehnte ich mich an die Theke und beobachtete sie eingehen. Okay, ich nahm das niedlich von vorhin zurück. Wenn sie wütend wurde, hatte sie sogar etwas verdammt heißes an sich.
"Dann rufe ich die Polizei"
Ein amüsiertes Lachen entkam meiner Kehle und sie tat mir beinahe leid, als sie rot anlief und aussah als hätte sie mich am liebsten auf den Mond geschossen. Wenn die bloß wüsste...

Doch unschuldig und ahnungslos wie sie zu sein schien, wand sie sich tatsächlich zum Telefon hinter ihr und nahm den Hörer ab. Ich wollte abwägen ob sie es tatsächlich durchziehen würde. Aber als sie die ersten Nummern getippt hatte wurde es mir doch zu heiß. Unnötige Troubles konnte ich heute wirklich nicht mehr gebrauchen.
Ich stellte mit einem lauten Knall die Whiskeyflasche ab und war mit nur zwei Schritten bei ihr. Erschrocken sah sie auf und in ihren rehbraunen Augen lag plötzlich Angst. Gut so; würde sie sich den Falschen gegenüber so verhalten, dann hätte sie jetzt wirklich mordsmäßige Probleme.
Da sie den Hörer vor Fassungslosigkeit nur halbherzig in der Hand hielt, war es ein Leichtes für mich ihn aus ihrem Griff zu lösen und mit Wucht wieder aufzulegen. Ich baute mich vor ihr auf und der Kopf den ich größer war als sie, schien ihr nun doch auch etwas Respekt einzuflößen. Nervös schluckte sie und trat einen Schritt zurück, um wieder Abstand zwischen uns zu bekommen.

Mit zusammen gekniffenen Augen sah ich sie an und sagte: "Wenn du hier zukünftig arbeiten möchtest, dann solltest du wirklich lieber dreimal überlegen, mit wem du dich hier anlegst"
Zugegeben; ich lehnte mich gerade mächtig aus dem Fenster. Doch ihrem Verhalten und Auftreten nach, war sie absolut nicht von hier. Und dass sie noch nicht lange für Antonio arbeitete, konnte ich auch mit Gewissheit sagen. Also konnte es wirklich nicht schaden, ihr einen kleinen Wink zu vermitteln, wie der Hase hier lief. Auch wenn - ihrer gerunzelten Stirn nach - sie absolut keinen Schimmer hatte, worauf ich eigentlich hinaus wollte.
"Was meinst-", setzte sie an. Doch die fröhliche Stimme von Antonio unterbrach plötzlich die angespannte Atmosphäre im Raum.

"Ciao amico! Jesse, wie geht es dir?"
Mit einem letzten vielsagenden Blick an die junge Frau vor mir, drehte ich mich zu Antonio um. Er war gerade aus der Küche gekommen und schien sofort zu merken, dass ich ihm seine neue Kellnerin verschreckt hatte.
"Cosa stai facendo? Meine liebe Liah sieht aus als hätte sie einen Geist gesehen!" Mit tadelnder Miene kam Antonio auf mich zu und zog mich trotz allem zur Begrüßung in eine kurze Umarmung.
Über seine Schulter hinweg sah ich wie ihr sämtliche Gesichtszüge endgleisten und sie wohl mit vielem gerechnet hatte, nur nicht damit, dass Antonio und ich uns so gut kannten. Liah hieß sie also. Und ihr ungläubiger Ausdruck heiterte mich auf eine gemeine Art wirklich auf.
"Was hat der Junge schon wieder angestellt?", wand Antonio sich an die junge Frau und zwang sie somit sich von mir abzuwenden.
"Sie hat nur todesmutig versucht deinen Whiskey vor mir zu retten", nahm ich ihr die Antwort ab und konnte nicht verhindern, dass sich ein Grinsen auf meine Lippen stahl.
"Whiskey? Um diese Zeit?" Aufgebracht warf Antonio die Hände in die Luft und sah mich ungläubig an. "Wenn, dann solltest du wenigstens meinen köstlichen Wein trinken"
"Den wollte ich mir bis zum Essen aufheben"
"Oh mio dio, das Essen! Ich wollte noch das Zimmer für gleich fertig machen", schien er sich durch meine Worte an sein eigentliches Vorhaben zu erinnern. "Marco hat so plötzlich die Uhrzeit geändert, dass ich noch nicht mit euch gerechnet habe"
"Wir auch nicht...", gab ich trocken von mir.
"Ich kann helfen. In der Küche ist soweit alles fertig", brachte Liah vor und schien wieder vollends auf der Erde angelangt zu sein.
"Ach, schon gut. Ich muss nur kurz den Tisch decken, das ist schnell erledigt", winkte Antonio mit einem dankbaren Lächeln ab. "Gib unserem Gast lieber seinen Whiskey, damit er uns nicht verdurstet"

Fröhlich pfeifend machte der gut gelaunte Italiener sich auf den Weg in das kleine Hinterzimmer. Es war ein gemütlicher, kleiner Raum der hauptsächlich für die Treffen von Marco und seinen Männern genutzt wurde. Zurück blieb ich also nur mit einer betröppelt drein schauenden Kellnerin, die sich offenbar nichts mehr wünschte als sich in Luft auflösen zu können.
"Ich gehe mal davon aus du hast jetzt nichts mehr dagegen, wenn ich mir ein Glas genehmige", meinte ich mit provokantem Unterton und griff nach der Flasche, um mir endlich ein Glas einzuschenken.
Liah schien bereits wieder ihren Gedanken nachgehangen zu haben und schreckte auf. Mit großen Rehaugen beobachtete sie mich wie ich den ersten Schluck der bernsteinfarbenen Flüssigkeit trank.
"Ich konnte ja nicht ahnen dass ihr euch kennt...", beteuerte sie fast schon schmollend. Die wilde Furie war plötzlich wie weggeblasen und wie sie so beinahe hilflos vor mir stand, war sie wieder richtig süß. Fast schon wieder zu süß für jemanden wie mich. Also das arme Ding lieber nicht noch mehr verschrecken als ohnehin schon. Immerhin würden wir uns wohl noch öfter sehen, wenn sie Antonio's neue Kellnerin war.

"Du arbeitest noch nicht lange hier, was?", fragte ich daher und war selbst über mich verblüfft, dass ich offenbar doch auch zu harmlosem Smalltalk taugte. Mit meinem Glas in der Hand setzte ich mich auf einen Barhocker und zündete mir genüsslich eine Zigarette an. Die perfekte Beruhigung für meine Nerven. Denn Marco und der Rest würden sicher bald eintrudeln.
Liah stand etwas verloren hinter der Bar und schüttelte den Kopf. "Nein, ich arbeite die zweite Woche hier"
"Und, schon bekanntschaft mit dem Pöbel an den Samstagabenden gemacht?", versuchte ich zu scherzen. Zwar blieb Antonio's Restaurant meist davon verschont, doch die wirklich üblen Viertel der Stadt waren nicht weit und besonders am Wochenende, konnte es selbst hier richtig asozial zugehen. Da war dann sogar unser Trupp noch von der guten Sorte.
"Mhm", machte sie nur und funkelte mich plötzlich frech an. "Ich hielt dich bis eben noch für einen von ihnen"

Wow, war das Fräulein auf einmal aufgetaut? Selbst mich überraschte es, wie sie vom unschuldigen Lamm, zum frechen Biest mutieren konnte. Und diese freche Art, mit diesen kessen, dunklen Augen gefielen mir zugegeben. Auch wenn sie mit dieser spitzen Zunge wirklich vorsichtiger umgehen sollte.
Lässig lehnte ich mich ein Stück zu ihr nach vorne und nachdem ich einen Zug von meiner Kippe genommen hatte, sagte ich mit boshaftem Grinsen: "Glaub mir, ich bin schlimmer als die Typen"
"Ganz der böse Bube also" Liah sah mich wissend an, ließ aber eine gewaltige Portion Sarkasmus in der Stimme mitschwanken.
Als Antwort trank ich nur einen Schluck von meinem Whiskey und hatte mein perfekt trainiertes Pokerface aufgesetzt. Sie hatte ja wirklich keine Ahnung... Und das war eigentlich auch besser so.
Kaum merklich schüttelte Liah ihren hübschen Kopf und machte sich dann daran, bei den angrenzenden Tischen Servietten und Besteck zu decken.
"Du kommst nicht von hier, oder?", hörte ich mich fragen und wusste selbst nicht, warum ich so krampfhaft versuchte ein Gespräch aufrecht zu halten. Vermutlich um mich von Marco abzulenken.
Überrascht sah sie mich wieder an und schwieg einige Sekunden, ehe sie antwortete: "Fällt das wirklich so auf?"
Mir vermutlich schon; sie schien mir wie ein recht behütetes, umbeschwertes Mädchen aufgewachsen zu sein und passte irgendwie nicht in diese abgefuckte Gegend.
"Du wirkst zu unschuldig für dieses Loch hier"

Beinahe empört verschränkte Liah die Arme vor der Brust und legte den Kopf schief. Verdammt, sie war trotzdem süß, auch wenn sie leicht säuerlich drein sah.
"Ich gebe dir gleich unschuldig. Nur weil ich zugegeben aus nem ländlichen Kaff komme, heißt das noch lange nicht, dass ich ein hilfloses Lamm bin"
"Nein?" Nun war es an mir sie frech anzufunkeln und skeptisch hob ich eine Augenbraue.
Zwar starrte sie mir einige Momente stumm in die Augen, doch dann antwortete sie doch sehr selbstsicher: Nein, das bin ich nicht!"
"Und was hat dich hierher verschlagen? Kleines Mädchen, dass das Landleben satt hat, auf großer Tour?"
Kurz huschte ein trauriger Ausdruck über ihr Gesicht, doch dann fing Liah sich sofort wieder. "Das geht dich nichts an", sagte sie patzig.
"Also voll ins schwarze getroffen" Siegessicher grinste ich und dämpfte meine zu Ende gerauchte Zigarette aus. Gut, ich war gemein. Aber irgendwie hatte ich das Gefühl sie würde mein Spielchen weiter mitspielen. Und ja, es war ne verfluchte Schwäche von mir, dass ich Leute gerne bis aufs Blut reizte.
"Nein, absolut gar nicht ins schwarze getroffen", fauchte Liah als sie an mir vorbei brauste und hinter der Theke rumwerkelte.
"Sondern?" Interessiert sah ich sie an und ließ mich von ihrer beleidigten Art nicht aus dem Konzept bringen.
"Ich hatte einfach Lust auf einen Tapetenwechsel", antwortete sie mir fast zu schnell, während sie erneut an mir vorbei ging um die weiteren Tische zu decken.

Aus irgendeinem Grund nahm ich ihr das nicht ab. Es steckte definitiv mehr dahinter und obwohl ich wirklich neugierig war, kam ich nicht dazu weiter nachzufragen. Denn die Eingangstüre ging auf und Frank und Dex betraten den Laden. "Jesse, vorbildlich wie immer und der Erste vor Ort", bemerkte Frank als Begrüßung und ich kippte mir auf ex den letzten Rest Whiskey hinunter. Let the show begin...
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