Geschichte: Freie Arbeiten / Prosa / Liebe / Dark / Two Faces

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Two Faces

GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Het
05.09.2021
09.10.2021
6
17.630
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Dieses Kapitel
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05.09.2021 2.602
 
KAPITEL 1


Die Kleidung klebte an meinem Körper als ich den noch beinahe leeren Bürgersteig entlang lief. Die Sicht war durch den dichten Regen wirklich schlecht, doch das war meine übliche Route und so störte ich mich nicht daran. Viel übler fand ich die viel zu kühle Temperatur für mitte Juni. Ich freute mich schon wieder auf meine warme Wohnung um die Kälte loszuwerden die mir in den Knochen steckte.
Mit tief ins Gesicht gezogener Kapuze joggte ich zwischen den wenigen Frühaufstehern der Stadt durch, genoss den Geruch von frischem Gebäck wenn ich an manchen Bäckereien vorbei lief und versuchte mein Tempo dennoch konstant zu halten. Ich liebte es früh morgens an einem Samstag durch die Straßen zu laufen; die sonst so hecktische Stadt war zu diesem Zeitpunkt noch ruhig und entspannt und lieferte mir somit den Ausgleich den ich unbedingt brauchte.

Zwar nass bis auf die Knochen, doch ordentlich entspannt und etwas ausgepowert kam ich schließlich wieder bei meinem Wohnblock an. Die Stufen bis zu meiner Wohnung joggte ich ebenfalls noch hoch und nachdem ich die Wohnungstür geöffnet hatte, ließ ich sie unbeirrt hinter mir ins Schloss fallen. Ich kickte mir die feuchten Schuhe von den Füßen und zog mir die Kapuze vom Kopf. Mit einer Hand strubbelte ich mir durch meine dunkelblonden Haare. Doch die waren ebenfalls komplett nass und so ging ich ins Badezimmer. Nachdem ich mir meinen Hoodie und das Shirt über den Kopf gezogen hatte und es achtlos in den Wäschekorb warf, drehte ich erst einmal das Wasser in der Dusche auf.

Durch die verdammten alten Leitungen in diesem Gebäude dauerte es eine Ewigkeit bis das Wasser warm wurde und ich hasste nichts mehr, als eine kalte Dusche. Während das Wasser also lief, entledigte ich mich auch meiner restlichen Kleidung. Ich hatte mir gerade zu guter Letzt meine Boxershorts über die Hüften gezogen, als ich eine Bewegung im Türrahmen wahr nahm.
Ohne hinzusehen wusste ich dass es nur Elena sein konnte und daher meinte ich nur locker: "Du bist noch hier". Es war keine Frage, eher eine unangenehme Feststellung.

Als ich keine Antwort bekam, wand ich mich doch zu ihr um. Sie lehnte nur in roter Unterwäsche im Türrahmen und sah mich mit verführerischem Blick an. Dabei ließ sie ungeniert ihre müden, grünen Augen über meinen nackten Körper gleiten. Ihre langen, dunklen Haare waren noch leicht zerzaust und verrieten mir, dass sie eben gerade wach geworden sein musste.
"Es ist doch gut dass ich noch hier bin, sonst wäre mir dieser Anblick entgangen", säuselte sie und ging langsam auf mich zu. Ihre Bewegungen waren trotz allem graziel. Ausdruckslos hatte ich ihre Bewegungen beobachtet und ich sah sie erst richtig an, als sie wenige Zentimeter vor mir stehen blieb.

Fast bedächtig legte Elena ihre Hände auf meine Brust und flüsterte beinahe, als sie sagte: "Weißt du eigentlich wie heiß du bist?"
Ehrlich? Ja, wusste ich. Oder besser gesagt ließen es sich die Frauen nicht nehmen, mir das öfters mitzuteilen. Also ging ich mal davon aus, dass das stimmte. Klar, ich war sicher nicht der Typ jeder Frau und ganz sicher nicht Schwiegermums Liebling. Doch wenn man eben auf die typische Bad-Boy Ausstrahlung stand - was viele Frauen ja taten - dann konnte ich wohl schon der Traum manch schlafloser Nächte sein. Meine dunkelblonden Haare, die eisblauen Augen, ein perfekt trainierter Körper, die Tattoos die beinahe meinen gesamten Oberkörper und Arme bedeckten und das dann noch gepaart mit einer gewaltigen Portion Überheblichkeit und Selbstbewusstsein und so manche Frau kniete ungeniert vor einem nieder. Meist waren es ebenso selbstbewusste Charaktere wie auch einfach nur kaputte Selbstzerstörerische. Elena zählte definitiv zu Letzteren. Doch wir hatten alle unser Päckchen zu tragen und letztendlich war jeder selbst für sich und sein Leben verantwortlich. Daher nahm ich auf sie auch nicht wirklich Rücksicht. Was sie offenbar auch nicht störte, immerhin kannte sie mich schon viele Jahre und hing mir trotzdem noch am Arsch.

Als ich ihr auf ihre Frage nicht antwortete, sah sie auf und musterte mich mit ihren leicht geröteten Augen.
Bestimmend packte ich sie an den Handgelenken und nahm ihre Hände von meiner Brust. "Ich muss jetzt dann los Elena und Damian kommt auch bald nach Hause"
"Dafür hast du schon noch Zeit", ließ sie allerdings nicht locker und ehe ich etwas erwidern konnte, hatte sie ihre rechte Hand in meinen Schritt gelegt und bewegte sie aufreizend.
Gefrustet mahlte ich mit dem Kiefer und griff grob in ihren Nacken, um sie mit meinen Augen festzunageln. "Du hast gestern Abend schon bekommen was du wolltest. Hat dir das nicht gereicht?"
Trotz meiner rauen Art sah sie mir felsenfest in die Augen und ich wusste nur zu gut, warum sie so drauf war. Ohne Hintergedanken passierte bei ihr kaum was...
"Sieh es als kleines, zusätzliches Dankeschön. Und behalte es fürs nächste Mal im Hinterkopf"

Ich würde lügen wenn ich sagen würde die Sache ließ mich kalt. Geschickt und mit leichtem Druck massierte sie meinen bereits harten Schwanz. Verräterisch reckte er sich ihr entgegen und ich knurrte genervt. Eigentlich hätte ich sie gestern Abend schon vor die Tür setzen sollen, doch mein verdammter Trieb machte mir mal wieder einen Strich durch die Rechnung. Aber scheiß drauf...

Mein Griff in ihrem Nacken wurde fester und bestimmend zog ich sie somit die letzten Zentimeter zu mir. Gierig presste ich meine Lippen auf ihre und sofort öffnete sie bereitwillig ihren Mund, um meiner Zunge Einlass zu gewähren. Die Bewegungen ihrer rechten Hand wurden etwas schneller und sie presste ungeduldig ihren Körper an meinen.
Mit meiner freien Hand öffnete ich geschickt ihren BH und nachdem er achtlos auf dem Boden landete, knetete ich ihre festen Brüste. Ja verdammt, selbst Elena hatte eben so ihre Vorzüge, auch wenn ich es nur ungern zugab.
Ein zufriedenes Stöhnen entwich ihrer Kehle und sie unterbrach den Kuss um zu Atem zu kommen.

Ich ließ sie los und öffnete die Duschkabine. Der Dampf des warmen Wassers hatte sich bereits im Badezimmer ausgebreitet. Routiniert ging ich an mein Fach ober dem Waschbecken um ein Kondom heraus zu holen. Bevor ich unter die Dusche trat streifte ich es mir über. Ohne dass ich etwas sagen musste, folge Elena mir komplett nackt. In der engen Kabine angekommen, wollte sie mich erneut küssen. Doch ich fasste ihr in ihr langes Haar am Hinterkopf und etwas erschrocken hielt sie in der Bewegung inne.
"Dreh dich um", befahl ich ihr und ließ meine Stimme dabei eisig kalt klingen.
Bereitwillig und ohne zu zögern kam sie meiner Aufforderung nach. Ich drängte sie gegen die Kacheln und packte sie bestimmend an den Hüften um sie in die richtige Position zu bringen. Eine Hand ließ ich schließlich nach vorne wandern und als ich ihre empfindliche Mitte berührte, drückte sie sich mir wimmernd entgegen. Ich massierte ihren Kitzler, ehe ich zwei Finger in ihre bereits klitschnasse Pussy steckte und sie somit noch heißer auf mich machte.

"Jesse", winselte Elena erregt und legte den Kopf in den Nacken. "Fick mich"
Natürlich kam ich ihrer Bitte nicht in erster Linie ihretwegen nach, doch ich zog meine Finger aus ihr zurück und nachdem ich sie erneut grob an den Hüften gepackt hatte, drang ich mit einem festen Stoß in sie ein. Ihre warme, feuchte Grotte umschloss meinen pochenden Schwanz und ich schloss bei diesem geilen Gefühl kurz meine Augen. Zuerst langsam, doch dann stetig schneller stieß ich immer wieder in sie.
Stöhnend sank Elena ein Stück nach vorne und stützte sich auf den glatten Fliesen ab, während ich immer wilder ihre Muschi fickte. Ich war wie im Rausch, fasste in ihr Haar und zog ihren Kopf ein Stück nach hinten, um gleich darauf einen süßen Schrei deswegen von ihr zu vernehmen. Automatisch drückte sie dadurch ihr Becken noch näher zu mir und ich drang noch tiefer und härter in sie ein. "Oh scheiße Jesse, fuck!" Ich spürte wie eine noch größere Wärme sich um meinen Schwanz ausbreitete und sich Elena's Muskeln verspannten, während ich mich immer schneller ein Stück aus ihr heraus zog und aufs Neue in sie versenkte.

Meine Finger an ihrer Hüfte vergruben sich in ihr Fleisch und auch meine Atmung wurde schneller. Ich konnte ein Stöhnen nicht mehr unterdrücken. Gierig verstärkte ich meinen Griff in ihr Haar und während sie überwältigt von ihrem Orgasmus und dem Schmerz wimmerte, bewegte ich mein Becken immer schneller. Immer schneller, bis ich diesen wahnsinnigen Punkt erreichte, wo eine Woge der Hitze sich von meinem Rücken bis in meine Zehen arbeitete. Ich hielt den Atem an als sich mein Körper zusammenzog und ich endlich kam.

Einige Sekunden verharrte ich in meiner Position und hörte nur das Prasseln des Wassers. Ich fühlte mich für einen kurzen Moment federleicht. Elena regte sich leicht und auch ich kehrte dadurch wieder ins Hier und Jetzt zurück. Ich zog mich aus ihr zurück, warf das Kondom achtlos in den Mülleimer vor der Duschkabine und griff nach meinem Duschgel, um mich meinem eigentlichen Vorhaben zu widmen. Gekonnt ignorant seifte ich mich ein und achtete gar nicht wirklich auf Elena, die mich immer noch mit verschleiertem Blick beobachtete. Während ich mir den Schaum vom Körper wusch, stierte ich sie mit festem Blick an. "Falls du auch noch duschen willst mach das lieber gleich. Ich will in zehn Minuten los", sagte ich, bedacht darauf extra einen scharfen Ton an den Tag zu legen.
Ich sah wie sie sich meine Worte durch den Kopf gehen ließ. Sie kräuselte ihre Stirn und antwortete: "Du könntest zur Abwechslung auch mal einen netteren Ton anschlagen. Wir haben gerade -"
"Gefickt. Ja. Und das war ganz nett. Aber wie immer kein Grund ein Werk daraus zu machen" Meine Worte ließ ich so beiläufig wie möglich klingen und war froh meine Morgendusche so schnell zu Ende gebracht zu haben.

Während Elena der Mund aufklappte und sie fassungslos nach einer Erwiderung zu suchen schien, drehte ich einfach das Wasser ab und stieg aus der Dusche. Empört tat sie es mir gleich und wetterte: "Wie kannst du nur immer wieder so ein Arschloch sein?!"
Unbeirrt schnappte ich mir mein Handtuch vom Haken und trocknete mich notdürftig ab. "Das fragst du mich jedesmal und trotzdem landest du immer wieder am selben Punkt. Also entweder du findest dich endlich mal mit der Situation ab, so wie sie ist, oder du lässt es zukünftig bleiben" Gezielt warf ich das Handtuch in den Wäschekorb und ging rüber in mein Schlafzimmer. Während ich den Flur entlang ging, sagte ich noch: "Ach, ich vergaß fast - natürlich KANNST du es gar nicht bleiben lassen"
In der Tat fing sie beinahe jedesmal Mal mit diesem Müll an und allmählich fing es echt gewaltig an mich zu nerven. Ein weiterer Grund, warum ich "neuere" Bekanntschaften nicht mehr mit zu mir nach Hause nahm. So blieben mir nächtliche Klingel-Anfälle vor meiner Tür erspart und ich konnte mich jederzeit nach einer Nummer vom Acker machen. Andererseits war ich natürlich auch selbst etwas an der aktuellen Situation schuld; Elena hatte mich gestern in einem ungünstigen Moment erwischt als sie klingelte. Meine miese Laune und der Whiskey hatten mich mal wieder schwach werden lassen und nun hatte ich die Rechnung dafür zu zahlen.

"Was soll das denn bitte heißen?", fauchte sie als sie mir ins Schlafzimmer gefolgt war, wo ich bereits vor meinem Kleiderschrank stand und mir meine Klamotten raussuchte. Mit amüsierter Miene drehte ich mich zu ihr um und stellte fest, dass sie sich wieder notdürftig ihre Unterwäsche angezogen hatte. "Du weißt genau was das heißen soll" Ich zog mir meine frische Boxershorts an und fügte provokant hinzu: "Du schlägst immer hier auf wenn du sonst nirgendwo was bekommst und dann ist dir ohnehin jedes Mittel recht. Also erspar uns doch beiden deine armseligen Vorhaltungen"
"Tu doch jetzt nicht so als würde dich das kalt lassen!", giftete Elena wütend und funkelte mich mit ihren grünen Augen an.
Zwar war ich ein Typ der gerne Sachen in diese Richtung abstritt, doch ich meinte es genauso wie ich es sagte, als ich antwortete: "Es lässt mich kalt. Denkst du, nur weil wir ab und zu vögeln oder du mir einen bläst liegt mir das irgendwie am Herzen? Du weißt es gibt genug andere die das ebenfalls machen"
Unbekümmert zog ich mir meine Jeans über die Hüften und schlüpfte in mein dunkles Shirt. Elena wirkte, als wäre sie kurz davor mir an die Gurgel zu springen. Gut so...

Ich bückte mich um das rote Kleid aufzuheben das am Boden neben dem Bett lag und warf es ihr zu. Ungeschickt fing sie es auf und ehe sie wieder etwas sagen konnte, griff ich in die Schublade vom Nachttisch und schmiss ihr das kleine Tütchen vor die Füße.
"Hier. Nimm das meinetwegen auch noch. Es ist das Letzte das ich gerade noch hier habe"
Elene blickte auf das Tütchen auf dem Boden und sah erst auf, als ich mit einem kleinen Abstand vor ihr zu stehen kam. Mit meinen blauen Augen sah ich sie eiskalt an und sagte: "Denn das-", ich deutete auf das Tütchen "-ist der Unterschied zwischen dir und den anderen Ischen. Sie nehmen es hin. Verstehen dass es nur um Sex geht. Bei dir geht es nur DARUM. Weil du einfach nur noch jämmerlich bist und du dir für nichts zu schade bist. Also hör auf mir mit so einem Scheiß die Ohren vollzuheulen, nur weil du von deinem elenden Zustand ablenken willst"
Elena stiegen Tränen in die Augen und ja - ich hatte den Bogen vermutlich überspannt. Doch sie wusste wie ich war, genauso wie ich wusste wie sie war. Wir kannten uns viele Jahre. Hatten gegenseitig mitbekommen wie wir unser Leben in die Richtung getrieben hatten, in der wir uns heute befanden. Und doch standen wir uns im Grunde nur mit gegenseitiger Verachtung gegenüber.

Sie schluckte hart, versuchte ihre Tränen vor mir zu verbergen und wand sich ab. Mit wackeligen Beinen zog sie sich ihr kurzes Kleid über. Lauernd beobachtete ich sie und als sie sich angezogen wieder zu mir umdrehte, schien sie sich wieder gefasst zu haben. "Du bist nicht minder armselig als ich, Jesse", keifte sie und griff nach ihrer Handtasche, die auf dem Sessel stand.
Als Antwort darauf hob ich nur arrogant die rechte Augenbraue und verschränkte die Arme vor der Brust. Dachte sie ernsthaft damit könnte sie bei mir was bewirken?

Eine Sekunden schien sie wohl abzuwägen ob ich noch auf ihren schwachen Versuch von Provokation eingehen würde, doch als ich mich nicht regte, wand sie sich zum Gehen. Mit schnellen Schritten war sie den kurzen Flur entlang gegangen und schlüpfte gerade in ihre High Heels als ich ihr hinterher kam und ihr das Tütchen unter die Nase hielt. "Hier, hast du wohl vergessen"
"Kannst du behalten", sagte sie mit zusammen gebissenen Zähnen und ich kam nicht drumrum kurz aufzulachen.
"Nimm es. Den Shit von gestern hast du doch eh schon angebrochen. Je mehr du mitnimmst, umso länger habe ich, bevor du wieder vor der Tür stehst"
Wir lieferten uns ein Blickgeficke und Elena wünschte mir wohl in diesem Moment den Tod. Doch das war ich gewöhnt und es kratzte mich nicht die Spur. Zögerlich hob sie schließlich die Hand und dann - mit einer schnellen Bewegung - schnappte sie sich das Tütchen. Mit einem letzten giftigen Blick sah sie mich an, bevor sie endlich die Wohnungstür öffnete und die Stufen im Treppenhaus hinabstürmte.
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